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Leinsamen - aber wie?

FQrrauO hat die Diskussion gestartet


Ich habe seit Monaten Magen-Darm-Probleme (Magenschleimhauentzündung etc) und bin deshalb auch schon in Behandlung. Ich muss eine strenge Diät halten, weil ich vieles plötzlich nicht mehr vertrage (Fett, Rohkost, Obst) und infolge dessen hat sich auch meine Verdauung verändert bzw. verschlechtert. Nun versuche ich, sie wieder etwas in Schwung zu kriegen und esse möglichst viel Gemüse und trinke viel. Zusätzlich nehme ich manchmal Leinsamen ein, doch bin ich mir nicht sicher, wie ich sie eigentlich essen sollte: Einfach nur unzerkaut mit viel Flüssigkeit oder vorher eingeweicht? Sollten sie zerkaut oder geschrotet werden? Wer weiß Rat?

Antworten
jRn


Entstehen deine Probleme, weil du bisher zuwenig Leinsamen gegessen hast? Wenn nein - wie soll der Leinsamen dann dein Problem lösen?

Wenn sich deine Verdauung verschlechtert, dann ist das ein Zeichen dafür, daß die Diät nicht sinnvoll ist. Das kann sie auch nicht sein, denn eine Diät - als zeitlich befristete Maßnahme - kann ja nie die Ursachen deiner Magen-Darm-Probleme beseitigen. Krankheitsursachen müssen dauerhaft beseitigt werden.

> Ich habe seit Monaten Magen-Darm-Probleme

> (Magenschleimhauentzündung etc) und bin deshalb auch schon in

> Behandlung. Ich muss eine strenge Diät halten, weil ich vieles

> plötzlich nicht mehr vertrage (Fett, Rohkost, Obst)

Das macht wenig Sinn, denn diese Lebensmittel sind ja nicht Ursache deiner Magenschleimhautentzünding, sie erzeugen bestenfalls Beschwerden, weil der Magen angegriffen ist. Das Problem ist, daß du damit auch Lebensmittel meidest, die wichtig wären, um deine Magenschleimhaut wieder in Ordnung zu bringen.

Das Hauptproblem bei einer Magenschleimhautenzündung sind die raffinierten Kohlenhydrate in Form von Fabrikzucker und Auszugsmehlen. Nicht nur, daß diese Stoffe sehr säurelockend sind und so die Beschwerden direkt verursachen, sie führen auch indirekt über den Stoffwechsel zu einer Unterversorgung der Magenschleimhaut und das wiederum führt zu Störungen der Schutzschicht und letztendlich zur Magenschleimhautentzündung.

Eine Diät, in der frische Lebensmitteln gemieden wird, ist in einem solchen Fall kontraproduktiv und verschlimmert die Krankheit. Sinnvoll wäre dagegen das strikte Meiden aller Fabrikzuckerarten, der Auszugsmehle, der Fabrikfette und der Säfte. Stattdessen wäre ratsam der Verzehr von Vollkornmehlen, naturbelassenen Fetten, Frischkorngerichten und ein hoher Anteil Frischkost. Ich weiß - das widerspricht mit Sicherheit deinen dietätischen Empfehlungen. Aber es funktioniert dauerhaft. Ich hatte früher auch erhebliche Magenprobleme (und einen ziemlich hohen Verbrauch an Säureblockern). Das war vor acht Jahren, dann stellte ich meine Ernährung um und hatte seitdem nicht ein einziges Mal mehr Magenprobleme oder auch nur Sodbrennen...

F/rauxO


Nein, die Ursache für diese Verdauungsprobleme ist, dass ich einiges nicht vertrage und deshalb nicht mehr esse, wie gesagt. Das liegt natürlich auch daran, dass mit meinem Magen im Moment etwas nicht stimmt, was nun endlich behandelt wird.

Entgegen Deiner Annahme ernähre ich mich trotzdem so ausgewogen wie möglich, also mit vielen Vollkornprodukten, viel Gemüse und Joghurt. Obst versuche ich in gekochter Form zu mir zu nehmen, also zum Beispiel Kompott oder Babygläschen ohne Reisstärke o. ä. und ich trinke sehr viel.

Diese Diät ist sinnvoll, denn würde ich alles andere auch essen, hätte ich ständig Bauchkrämpfe und irgendwann müsste ich zu Medikamenten greifen, um diese wieder wegzukriegen. Es würde mehr kaputtmachen als es helfen würde.

Dies zu vermeiden und eben auch den Körper mit dem Verzicht auf die Nahrungsmittel zu entlasten, welche man nicht verträgt, bis er sich selbst wieder erholt hat, halte ich durchaus für "produktiv". Dies wird auch von Ärzten empfohlen, beispielsweise, wenn ein Patient zeitweise aufgrund anderer Erkrankungen eine Unverträglichkeit gegenüber Zuckerarten wie Lactose oder Fructose entwickelt: Ist die "erste" Krankheit beseitigt, kann der Körper die anderen Probleme selbst in den Griff kriegen, nur sollte man ihn bis dahin schonen.

In Deinem Fall kann das Vorgehen sinnvoll gewesen sein - das übersteigt mein Fachwissen. Allerdings schreibst Du ja selbst, dass Du bei dieser "Holzhammermethode" sehr oft zu Medikamenten greifen musstest - was ich vermeiden will, um den Körper nicht noch mehr zu belasten. Man kann bei solchen Krankheiten leider selten von sich auf andere schließen, denn gerade Magen- und Darmprobleme können nach meiner Erfahrung sehr viele verschiedene Ursachen haben.

Hier suche ich nur nach einem Mittel, dass hilft, meine Verdauung sozusagen ein wenig anzukurbeln, was ich früher mit Obst oder Rohkost erreicht habe, aber im Moment nicht möglich ist.

DoieMJelanmie


Also, zum Thema Leinsamen. So weit ich weiß, werden die ähnlich verwendet wie Flohsamen, und die habe ich eine Zeitlang wegen Magen/Darmproblemen genommen. Ich habe die Samen in Wasser oder Saft eingeweicht und dann die Pampe getrunken..kostet etwas Überwindung, aber wenns hilft *g*

Seit ich vollwertig lebe, habe sich meine Magen/Darmprobleme allerdings erledigt. Und das waren keine Kinkerlitzchen, ich hatte fast täglich extreme Krämpfe, die sogar so weit gingen, dass ich ins Krankenhaus musste, weil ich mich nur noch gekrümmt habe vor Schmerzen. Die Ärzte wussten nicht weiter, schickten mich zum Gynäkologen etc, und schoben es letztendlich auf die Psyche, so nach dem Motto, organisch isses nicht, also entweder Einbildung oder Stress.. %-|

Seit ich Frischkornbrei, Obst, Gemüse und Salat täglich zu mir nehme und auch Zucker meide, ist alles viel besser geworden. Ich merke allerdings, wenn ich zu viel Zucker (Schokolade, Eis etc.) esse, bekomme ich kurz darauf Bauchschmerzen, darum verzichte ich die meiste Zeit drauf, was auch gar nicht so schwierig ist wenn man weiß, dass es MIT wieder schlimmer wird ;-)

Fbra+uxO


Danke Melanie,

dann werde ich es demnächst mal mit eingeweichten Leinsamen probieren. Wie viel sollte man denn am Tag nehmen? Und wie lange soll man die einweichen lassen?

Mir geht es auch viel besser, wenn ich mich bemühe, mich "vernünftig" zu ernähren. Allerdings fällt es mir nicht so schwer, weil ich Vollkornbrot, Obst und Gemüse und so sowieso lieber mag als Fertigsachen und Papp-Brot. Ich denke, wenn man das isst, woraf man gerade Hunger hat, was der Körper also braucht, macht man es ganz gut. Es sei denn, man kriegt diese Signale nicht mit, was leider vielen so zu gehen scheint...

Wenn ich Eins gelernt habe, seitdem ich krank bin, dann, noch besser auf das achten, was ich den ganzen Tag esse!

sNadirxa


@Frau

.. ich hab auch Leinsamen genommen weil ich Fettes nicht mehr vertragen habe .. habe irrsinnige Magenkrämpfe davon bekommen .. ich hab jeden Vormittag 1 EL unzerkaut mit viel Flüssigkeit runtergespült .. also mir hats geholfen .. (; Wünsch dir gute Besserung!

PlR\ALLixne


Google doch einfach mal...

tautOtii_frutxti


@ FrauO

Allerdings schreibst Du ja selbst, dass Du bei dieser "Holzhammermethode" sehr oft zu Medikamenten greifen musstest -

Da hast du dich verlesen. Er hat BEVOR er seine Ernährung umgestellt hat, viele Medikamente gebraucht...

Dgas :Bienchxen


@frau

also zu dem Leinsamen:

kauf dir in der Apotheke fertig geschroteten Leinsamen, den kannst dann in nen Joghurt rühren. Meines Wissens macht das nur so einen Sinn.

nicht vergessen: sehr sehr viel zu trinken... leinsamen kann nur dann seine verdauungsfördernde Wirkung enrfalten wenn du genug trinkst... alles andere könnte sogar gegenteilig wirken...

j/n


@FrauO

> Das liegt natürlich auch daran, dass mit meinem Magen im

> Moment etwas nicht stimmt, was nun endlich behandelt wird.

Deine Magenprobleme können genau zwei Ursachen haben: Die oben beschrieben Fehlernährung und/oder psychsiche Probleme.

Wie wird denn das Magenproblem behandelt? Ich dachte, die Behandlung wäre die Diät, die du gerade machst?

FErauxO


@ jn:

Nein, ich musste letztes Jahr ein Antibiotikum nehmen, das sämtliche Darmflora vernichtet hat, dann gings mir monatelang schlecht, mit Bauchkrämpfen, Durchfällen, Verstopfung und Sodbrennen. Meine Hausärztin hat mich erst Weihnachten zu einem Internisten überwiesen, deshalb so spät erst die Magenspiegelung, die als ersten Befund schonmal eine Magenschleimhautentzündung ergab. Es wurden aber auch Schleimhautproben entnommen, die noch untersucht werden, es wird also nach der Ursache für die Magenschleimhautentzündung gesucht. Außerdem habe ich Milchzucker- und Fruchtzuckerunverträglichkeitstests gemacht, bei denen jedoch keine Unverträglichkeit nachgewiesen wurde.

Ich vermute, dass die Magenschleimhautentzündung irgendwie mit den Problemen nach dem Antibiotikum zusammenhängt, aber wer weiß? Vielleicht war der Körper so geschwächt, dass z.B. ein Helicobacter sich einfacher breit machen konnte? In zwei Wochen gibts die Ergebnisse, dann weiß ich mehr.

Da mir beide Ärzte dazu geraten haben, die Nahrungsmittel zu vermeiden, die ich nicht vertrage, halte ich das für richtig und ich versuche ja auch, dies so gut wie möglich auszugleichen.

Behandelt wurde die Magenschleimhautentzündung mit so nem Säureblocker (Omeprazol), ist aber schon ein paar Monate her, seitdem geht es mir besser, aber sie ist immer noch nicht weg. Spricht für einen bakteriellen oder psychischen Ursprung, würde ich sagen. Seit ich diese "Diät" so streng halte, geht es mir auch vom Magen her besser, das werte ich auch als gutes Zeichen.

Nur leider läuft seitdem meine Verdauung ein bisschen schleppend, weshalb ich ja Leinsamen ausprobieren will.

@ Bienchen:

Das mit dem Joghurt ist ne gute Idee, weil ich im Moment sowieso täglich welchen esse, um die Darmflora wieder aufzubauen.

jxn


@FrauO

> Nein, ich musste letztes Jahr ein Antibiotikum nehmen, das

> sämtliche Darmflora vernichtet hat,

Dann sind die Beschwerden nicht weiter verwunderlich. So etwas kann passieren, wenn der Organismus unterversorgt ist und sowieso bald Symptome aufgetreten wären. Das Antibiotikum ist dann letztendlich ein Auslöser, der die Symptome zum Ausbruch gebracht hat. Und nun hast du sie uns wirst sie nicht mehr los.

Wichtig daran ist, daß die Ursache nicht das Antibiotikum ist, das ist ja nun abgesetzt und die Darmflora könnte sich erholen. Wobei das stark von deiner Ernährung abhängt. Vor allem bei einer ständig schwankenden Ernährung dauert so etwas sehr lange und geht einher mit Beschwerden, wie du sie beschreibst.

Ein eventuell vorkommender Helicobacter ist nicht Ursache der Magenschleimhautentzündung. Das Tierchen kommt überall vor und wenn er sich gehäuft im Magen findet, dann deshalb, weil dort eine krankhafte Veränderung besteht, die ihm Lebensraum bietet. Er ist also nur ein Symptom, eine Krankheitsfolge und nicht die Ursache. Wo die Ursachen der Magenschleimhautentzündung üblicherweise liegen, hatte ich ja beschrieben. Eine medikamentöse Verletzung der Magenschleimhaut mal beseite gelassen.

> Da mir beide Ärzte dazu geraten haben, die Nahrungsmittel

> zu vermeiden, die ich nicht vertrage, halte ich das für

> richtig und ich versuche ja auch, dies so gut wie möglich

> auszugleichen.

Wie sieht denn deine Ernährung jetzt aus? Insbesondere hinsichtlich Fabrikzucker und Auszugsmehlen..

> Behandelt wurde die Magenschleimhautentzündung mit

> so nem Säureblocker (Omeprazol),

Nun, das ist natürlich keine ursächliche Behandlung, sondern lediglich symptomatische Linderung. Der Grund für die Entzündung ist ja nicht die Magensäure, sondern eine Schwächung der Magenschleimhaut. Die kann ernährungsbedingt sein (Unterversorgung der Schutzschicht-bildenden Zellen) oder psychisch bedingt (über das Nervensystem).

> Seit ich diese "Diät" so streng halte, geht es mir auch

> vom Magen her besser, das werte ich auch als gutes Zeichen.

Selbstverständlich geht es besser, wenn du die Nahrungsmittel meidest, die Beschwerden verursachen. Aber damit vermeidest du nur die Schmerzen, die Magenschleimhaut heilt dadurch nicht ab.

So wie ich das sehe, hast du zwei Aufgaben: Deine Darmflora wieder herzustellen und die Ursache der Magenschleimhautentzündung abzustellen.

Ich will und kann dir keine Ratschläge zur Behandlung geben, das ist Sache deiner Ärzte, aber ich würde die Ursachen in jedem Fall in der vorangegangenen Ernährung und in den Lebensbedingungen (Streß, Sorgen, etc.) suchen. Leider kennen sich Ärzte in ernährungsbedingten Krankheiten nur sehr selten aus, daher wird in dieser Hinsich von den Ärzten nie mehr kommen als "Meiden sie das, was ihnen Beschwerden bereitet..."

FurauxO


@ jn

Gut, also erstmal zu meiner Ernährung...

Ich kann ja mal so einen typischen Tag beschreiben: Zum Frühstück Naturjoghurt und eine Scheibe Schwarzbrot mit ganz fettarmer Putenwurst oder Tomate, vormittags dann nochmal eine Scheibe Brot mit ähnlichem Belag. Zum Mittagessen gibts meist viel TK-Gemüse, etwas zu weich gekocht, entweder mit wenig Kartoffeln, Nudeln oder Vollkornbrot und meist etwas Ketchup, nach irgendwas muss es ja schmecken... Abends dann nochmal das selbe wie morgens. Dazwischen trinke ich viel, Saft und Tee, kaum Getränke mit Kohlensäure und Limonade. Außerdem esse ich zwischendurch Trockenobst, so Kinderfruchtriegel, Hipp-Fruchtgläschen und Bananen und Tomaten, aber nicht zu viel. Wenns mich überkommt, ess ich ein wenig Lakritz, da ist natürlich Zucker drin. Ich denke, ich ernähre mich den Umständen entsprechend ganz vernünftig...

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, meinst Du, dass ich mich vor dem Antibiotikum schon falsch ernährt habe und das Zeug erst deshalb so eine Wirkung haben konnte. Allerdings habe ich auch vorher schon sehr auf meine Ernährung geachtet, frisches Obst und Gemüse gegessen, kein Fleisch, wenig Süßigkeiten, keinen Kaffee getrunken usw. und eben insgesamt fettiger gegessen, schon allein im Käse. Das Fett fehlt mir jetzt natürlich und hat dazu geführt, dass ich in der ganzen Zeit schon sieben Kilo abgenommen habe. Leider war ich vorher auch recht schlank.

Selbstverständlich geht es besser, wenn du die Nahrungsmittel meidest, die Beschwerden verursachen. Aber damit vermeidest du nur die Schmerzen, die Magenschleimhaut heilt dadurch nicht ab.

Ist mir alles klar. Trotzdem habe ich keine Lust, mit ständig brodelnder Magensäure rumzulaufen. Allerdings merke ich sehr selten am Magen (durch Magenschmerzen, Erbrechen, Sodbrennen o.ä.), dass ich etwas nicht vertrage, sondern immer erst durch Blähungen, Bauchkrämpfe usw.. Deshalb wurde ich ja auch schon auf andere Probleme wie Unverträglichkeiten auf diese Zuckerarten untersucht.

Ich denke, es wäre am Besten, erstmal die Ergebnisse der Magenschleimhautprobenuntersuchung abzuwarten und wenn dann mal endlich etwas gefunden wird, wär ich auch glücklich!

Das mit dem Omeprazol hab ich auch nicht verstanden, das hat mir noch meine Hausärztin verschrieben, die hat eh keine Ahnung! Sie meinte, ich sollte das Zeug nehmen, und wenn ich eine "normale" Magenschleimhautentzündung hätte, würde es helfen und wenn es nich besser werden bzw wiederkommen sollte, wäre ne Magenspiegelung fällig, könnte dann Helicobacter oder sowas sein. Sowas macht die öfter, etwas verschreiben und dann abwarten, ob es hilft, weshalb ich mich von dieser Wundertante nur noch überweisen lasse! Jetzt bin ich ja bei einem Facharzt und habe den Eindruck, dass der viel mehr drauf hat, schon allein an Erfahrung! Hoffe also, der wird mir weiterhelfen!

Was hat es denn mit diesem Mehl auf sich, von dem Du schreibst? Ist das auch so eine Unverträglichkeitsgeschichte?

j)n


@FrauO

Ich muß mal die letzte Frage vorziehen:

> Was hat es denn mit diesem Mehl auf sich, von dem Du

> schreibst? Ist das auch so eine Unverträglichkeitsgeschichte?

Es ist u.a. die Ursache diverser Zivilisationskrankheiten. Ganz grob gesagt, entstehen ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten durch den langjährigen Verzehr stark verarbeiteter Nahrungsmittel. Dazu gehören vor allem der Fabrikzucker, das Auszugsmehl und die Fabrikfette. Durch die starke Verarbeitung werden wichtige biologische Wirkstoffe zerstört und die fehlen dann dem Stoffwechsel für die Verarbeitung der Nahrung. Das führt dann zu Stoffwechselstörungen in unterschiedlichen Bereichen, die sich dann in diversen Krankheiten zeigen. Etwa 80% der heute üblichen Erkrankungen gehen auf diese Ursache zurück. Erkrankungen des Magen-Darm-Systems gehören ebenfalls dazu, auch wenn es da sehr oft eine psychische Komponente gibt.

Fabrikzucker ist jeder aus den Pflanzen extrahierte Zucker. Das Auszugsmehl ist das normale Mehl aus der Tüte. Dabei wurde nur ein Teil des Getreidekorns (der Stärkekern) vermahlen, im Gegensatz zum Vollkornmehl, bei dem das gesamte Getreidekorn vermahlen wird. Fabrikfette sind bspw. Margarinen und raffinierte Öle im Gegensatz zu naturbelassenen Fetten wie Butter, Sahne, Nüsse, Kerne, usw.

Mit diesem Hintergrund kommentiere ich mal ein wenig das, was du ißt und was ich persönlich daran ändern würde. Das ist natürlich nur meine unmaßgebliche Meinung. Sieh es bitte einfach nur als Kritik an den Nahrungsmitteln, und nicht an dir. :-)

> Zum Frühstück Naturjoghurt und eine Scheibe Schwarzbrot

> mit ganz fettarmer Putenwurst oder Tomate, vormittags

> dann nochmal eine Scheibe Brot mit ähnlichem Belag.

Den Naturjoghurt würde ich wegen des tierischen Eiweißes meiden. Das ist zwar nicht Ursache von irgendwelchen Problemen, aber bei entzündlichen Erkrankungen ist es nachteilig und kann die Heilung verhindern. Schwarzbrot besteht in der Regel aus Auszugsmehl bzw. konserviertem Getreide und oft wird auch Fabrikzucker in Form von Rübensirup zugesetzt. Du kannst ja mal auf die Inhaltsangabe schauen. Die Putenwurst ist wieder tierisches Eiweiß, die Tomate ist prima. :-) Gut auch, daß da keine Marmelade oder ähnliches auftaucht. Was fehlt ist das Fett - Butter vorzugsweise. Die naturbelassenen Fette sind wichtig, weil ein Teil der Vitamine fettlöslich ist und sie daher nur über den Fettverzehr zugeführt werden können. Das gleiche gilt für die essentiellen Fettsäuren, auch die kann der Organismus nicht selbst herstellen und wenn sie fehlen, macht der Stoffwechsel Probleme.

> Zum Mittagessen gibts meist viel TK-Gemüse, etwas zu

> weich gekocht, entweder mit wenig Kartoffeln, Nudeln

> oder Vollkornbrot und meist etwas Ketchup, nach irgendwas

> muss es ja schmecken...

TK-Gemüse ist an sich nicht verkehrt, aber oft wurde das schon blanchiert und enthält Zutaten wie Fabrikzucker, Auszugsmehle und Fabrikfette. Die Kartoffeln sind prima, die Nudeln allerdings bestehen wieder aus Auszugsmehl, genau wie das Vollkornbrot (das ist in der Regel eine Mogelpackung) und der Ketchup enthält enorme Mengen Fabrikzucker. Sinnvoll wäre hier ein Salat vor(!) dem warmen Essen (frisches Gemüse, Blattsalate, Obst, Nüsse, Kerne, Saaten) - halt das, was du ohne Beschwerden essen kannst.

> Dazwischen trinke ich viel, Saft und Tee, kaum Getränke mit

> Kohlensäure und Limonade.

Saft enthält einiges an Fabrikzucker - sogar wenn "ohne Zuckerzusatz" auf der Flasche steht (auch hier werden wir übers Ohr gehauen). Tee ist prima, solange es nicht schwarzer oder grüner ist. Auch Kaffee wäre bei einem Magenleiden äußerst nachteilig.

> Außerdem esse ich zwischendurch Trockenobst, so

> Kinderfruchtriegel, Hipp-Fruchtgläschen und Bananen

> und Tomaten, aber nicht zu viel.

Das Trockenobst ist ein Zuckerkonzentrat, die Kinderfruchtriegel enthalten wieder sehr viel Fabrikzucker und die Hipp-Fruchtgläschen können ähnliches enthalten, das hängt von der Sorte ab. Bananen und Tomaten sind wieder ok.

Generell fehlen in der Ernährung naturbelassene Fette und Frischkost. Das, was an Fabrikzucker vorkommt, ist im Vergleich zu anderen recht wenig, aber bei einem Magen-Darm Leiden wäre es sinnvoll, konsequent darauf zu verzichten. Das sind jetzt natürlich nur meine Ansichten, die sich aber auf Erfahrungen in der Praxis stützen. Und auf meine eigenen.. ich hatte auch lange Zeit Magenprobleme.

> Wenn ich Dich richtig verstanden habe, meinst Du, dass

> ich mich vor dem Antibiotikum schon falsch ernährt habe

> und das Zeug erst deshalb so eine Wirkung haben konnte.

So würde ich mir das erklären - aber es ist natürlich nicht mehr als eine Vermutung.

Mir ist beim Lesen aber noch etwas anderes eingefallen: Du schreibst, daß du Fett nicht verträgst. Ist deine Galle in Ordnung? Wenn zuwenig Gallensaft produziert wird, dann hat das ähnliche Effekte zur Folge, weil die Fette dann nicht aufgespalten werden und im Darm zu Beschwerden führen.

> vorher schon sehr auf meine Ernährung geachtet, frisches

> Obst und Gemüse gegessen, kein Fleisch, wenig Süßigkeiten,

> keinen Kaffee getrunken usw. und eben insgesamt fettiger

> gegessen, schon allein im Käse.

Das klingt eigentlich sehr gut. :-)

Weshalb hast du eigentlich das Antibiotikum bekommen?

> Ist mir alles klar. Trotzdem habe ich keine Lust, mit ständig

> brodelnder Magensäure rumzulaufen.

Das ist absolut verständlich. Ich kann das gut nachvollziehen, ich war damals auch Großabnehmer für Säureblocker.. ;-)

> Allerdings merke ich sehr selten am Magen (durch

> Magenschmerzen, Erbrechen, Sodbrennen o.ä.), dass

> ich etwas nicht vertrage, sondern immer erst durch

> Blähungen, Bauchkrämpfe usw..

Hmm. Ich weiß nicht, ob das Vollkornbrot, das du ißt, nicht vielleicht doch ein echtes ist - das wird durch den Fabrikzucker unverträglich gemacht und führt dann bei empfindlichen Personen zu genau solchen Beschwerden... nur so ein Gedanke.

> Ich denke, es wäre am Besten, erstmal die Ergebnisse

> der Magenschleimhautprobenuntersuchung abzuwarten

> und wenn dann mal endlich etwas gefunden wird, wär

> ich auch glücklich!

Da wird bestenfalls ein Helicobacter gefunden und dann mit entsprechenden Medikamenten behandelt. Da du schreibst, daß der Magen eigentlich wenig Beschwerden macht und die Probleme eher im Darm liegen, ist das möglicherweise die falsche Baustelle. Aber das wird sich dann ja herausstellen.

> Sowas macht die öfter, etwas verschreiben und dann

> abwarten, ob es hilft, weshalb ich mich von dieser

> Wundertante nur noch überweisen lasse!

Das gibt es leider sehr häufig. Ein guter Arzt hätte dich bei den Magenproblemen erst einmal gefragt, wie es mit Beruf und Familie so läuft, aber die meisten Ärzte sind heute leider reine Mechaniker, die einen defekten Mechanismus reparieren. Sie sehen leider nur die Krankheit, aber nicht den Menschen dahinter...

> Jetzt bin ich ja bei einem Facharzt und habe den Eindruck,

> dass der viel mehr drauf hat, schon allein an Erfahrung!

> Hoffe also, der wird mir weiterhelfen!

Ich drücke dir dir in jedem Fall die Daumen! @:)

h_oly{ghxost


[zHipp-Fruchtgläschen können ähnliches enthalten, das hängt von der Sorte ab] <<

Hipp Gläschen sind ungesüßt ;-)

und sooooo lecker! :-D

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