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Kritische Betrachtung der Bmi-Formel

A:lexM787x3 hat die Diskussion gestartet


Gehört vielleicht nicht zu 100% hierher – aber ich denke, viele die sich mit ihrer Ernährung auseinandersetzen, ziehen auch gerne ihren BMI in Betracht.

Zur Erinnerung: die Formel für den BMI lautet: "Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern".

Beispiel: Für eine 1,75 m große schlanke Person mit einem Körpergewicht von 60 kg ergibt sich ein BMI von 60 :-( 1,75)²=19,6. Eine Person mit 2,0 m Körpergröße würde für den gleichen BMI eine Körpergröße von 78,4 kg haben – und dabei aber im Vergleich zur 1,75 m großen Person wie das reinste Knochengerippe aussehen!

Wenn man vernachlässigt, dass Kinder andere Proportionen als Erwachsene haben (z.B. Kopf relativ groß) und man sich das Wachstum von 1,0 m bis 2,0 m vorstellt, so stellt man fest: es findet eine Ausdehnung in 3(!) Dimensionen statt (Länge, Breite, Tiefe -> man stelle sich der Einfachheit halber den Menschen wie einen Quader vor). D.h. nicht nur die Größe, sondern auch die Breite und die Dicke werden verdoppelt. Dies führt (theoretisch) zu einer Erhöhung des Gewichts um das 2³=8-fache. In einer korrekten Formel für den BMI müsste meiner Meinung nach also "Körpergröße hoch 3" im Nenner stehen.

Damit wir wieder in einem "Normalbereich" zwischen 19 und 25 für den BMI landen, muss noch ein korrigierender Faktor mit rein.

Ich schlage daher vor: "BMI=1,75 mal Gewicht geteilt durch (Größe hoch 3)" - ggf. mit anderem Faktor.

Leute mit 1,75 m Körpergröße erhalten damit die gleichen Werte wie bisher, größere Leute einen kleineren und kleinere Leute einen größeren Wert.

Beispiel: Für einen BMI von 19,6 würde der 2,0m-Hüne nun 89,6 kg wiegen und damit in der Tat immer noch sehr schlank sein.

Für Kinder stimmt’s nicht zu 100%, eben wegen der anderen Proportionen.

Hoffe, nicht für allzu viel Verwirrung gesorgt zu haben ;-)

Was meint Ihr dazu?

Antworten
AmleUx7873


Fehler

Das Gesicht ganz oben gehört da nicht hin.

Es muss heissen (in Worten): 60 geteilt durch 1,75²

GMraws-Haxlm


Was weiterhin am BMI kritisch ist:

Die Verteilung Fettanteil/Muskelanteil.

Sagen wir, eine Person ist 1.82 gross und wiegt 73 kg und ist 19 Jahre alt. :Das ist - rein BMI-technisch ganz ok.

ABER: Die Person hat einen viel zu hohen Fettanteil (über 8kg mehr Fett als der gesunde Maximalwert für eine Frau in ihrem Alter, insgseamt über 30%!) und einen zu niedrigen Muskelanteil.

Andere Frau, auch 1.82, 73 kg, 19 Jahre, selber BMI.

Diese Person jedoch hat einen sehr niedrigen Körperfettanteil, dafür aber einen hohen Muskelanteil, zusätzlich hat sie vielleicht noch Wassereinlagerungen.

Beide haben den selben BMI - die zweitere Person wird jedoch viel dünner aussehen und durchtrainierter.

Der BMI mag ein grober Richtwert sein....aber mehr auch nicht.

Wenn ich nen BMI von 18 habe, gerate ich sicher nicht in Panik von wegen "oh Gott, zu wenig".... ;-)

s,heYilau11


Ich schlage daher vor: "BMI=1,75 mal Gewicht geteilt durch (Größe hoch 3)

Ähem... bitte korrigiere mich, wenn ich jetzt gerade einen groben Denkfehler habe, aber ist das nicht genau das gleiche wie Gewicht geteilt durch Größe hoch 2?

Wenn ich mit Deiner Formel das Beispiel des Hünen durchrechne, komme ich auf einen BMI von 22,4 ???

A`lex7A873


@sheila11

Hüne: Körpergröße 2,0 m; Körpergewicht 89,6 kg.

Nach geläufiger BMI-Formel ergibt sich 89,6 : 2,0² = 22,4.

Nach der von mir vorgeschlagenen neuen Formel ergibt sich:

1,75 x 89,6 : 2,0³ = 19,6.

Ich will damit sagen, dass die "neue Formel" es eher ermöglicht, zwei Menschen mit unterschiedlicher Körpergröße, aber den gleichen Proportionen den selben BMI zuzuweisen.

Ich glaube schon, dass es ungefähr hinkommt, dass die Person mit 1,75 m / 60 kg eine ähnliche Figur hat wie diejenige mit 2,0 m / 89,6 kg. Wie hoch dabei der Fettanteil ist, wird natürlich auch damit nicht ausgesagt.

Persönlich halte ich nicht sooo viel vom Schielen auf diese Zahlen - aber wenn man es schon tut, dann sollten sie wenigstens eine gewisse Aussagekraft haben. Der "Anspruch" ist ja, dass sich im Bereich von 19-25 das natürliche Normalgewicht (welches sich automatisch einstellt, wenn man sich natürlich ernährt, siehe mein anderer Thread) befindet.

sRheiSla1x1


Mein Fehler! Ich hatte die 1,75 nicht als festen Faktor gesehen, sondern als Größenangabe... Nu is klar *:)

ASstiionxa


Also ich finde auch, daß man nicht alle Leute über einen Kamm scheren kann.

Man kann doch einen gesunden Blick dafür entwickeln (Mein Mann wäre mit Idealgewicht: Haut und Knochen, außerdem kommt es meiner Meinung nach auf die Lebenskraft, Verschlackung und die Trainiertheit an). *:)

jxn


Interessant ist, was Wikipedia dazu schreibt:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Body-Mass-Index]]

--- schnipp ---

Der BMI wurde auf Betreiben von US-amerikanischen Lebensversicherern entwickelt, um über eine einfache Einstufung die Prämien für Lebensversicherungen berechnen zu können, da die Risiken durch Übergewicht besonders in den USA (aufgrund des ständig steigenden Anteils übergewichtiger Menschen) relevant sind. Die Entwicklung erfolgte also aus primär wirtschaftlichen und nicht aus gesundheitspolitischen Gründen.

Es wird auch vielfach das Zustandekommen der Tabellen für die Unterteilung der BMIs in Unter-, Normal- und Übergewicht kritisiert. Diese erfolgt auf sogenannten "Konsensuskonferenzen". Dies hat dazu geführt, dass der BMI für das Normalgewicht im Laufe der Jahre immer mehr gesenkt wurde. Die Rechnung für die Pharmafirmen ist dabei relativ einfach. Ein gesenkter BMI von nur einem Punkt für das Normalgewicht bringt in der Regel hunderttausende neue behandlungsbedürftige "Kranke", welche die teuren Schlankheitsmittel kaufen und zum Teil sogar vom Arzt verordnet bekommen. Dieses Geschäft nützt beiden Partnern. Die Ärzte haben mehr Patienten und die Pharmafirmen höhere Umsätze.

Tatsächlich senkt leichtes Übergewicht sogar das Sterberisiko. Dies konnten Flegal et al. durch die Auswertung der Daten des National Health and Nutrition Examination Surveys (NHANES) schließen. Demnach ließe sich nur bei einem BMI unter 18,5 und über 30 eine erhöhte Sterblichkeit nachweisen. Andererseits zeigen Studien, daß die meisten Menschen, die über 100 Jahre alt wurden, schlank waren.

Auf Grund der unspezifischen Ausgangsgröße Gewicht kann der BMI keine Aussage darüber machen, ob dieses als überproportionaler Fett- (Übergewicht, Adipositas) oder Muskelanteil (vgl. Bodybuilder) vorliegt, also der betroffene Mensch übergewichtig oder muskulös ist. Dieses ist aber hinsichtlich des Aussagewertes zentral, so dass der BMI-Wert − neben der Ergebnisverzerrung bei steigender Körpergröße und ähnlicher Statur − nur begrenzt anwendbar bzw. aussagefähig ist.

Insbesondere problematisch ist die Anwendung des BMI bei Sportlern mit einem hohen Anteil an Muskelmasse. Aufgrund der hohen Dichte des Muskelgewebes erreichen diese oft BMI-Werte, die ein Übergewicht implizieren. Maßgeblich für ein Übergewicht ist jedoch der Anteil des Fettgewebes, über den der BMI keine Aussage treffen kann.

--- schnipp ---

APstionxa


Ja, mein Vater ist auch über 25 gekommen, gertenschlank, um die 70, und ihm paßt noch sein Hochzeitsanzug. Er hat auch halt Muskeln, und -wie ich- ein breites Kreuz! In der neunten Klasse hatten wir alle um die 19, und das ist ja angeblich so grad noch dick genug. Ich wiege mich gerade regelmäßig, in der Hoffnung, nicht abzunehmen, weil ich gerade sooo wenig esse (und Kälte, lernen+ arbeiten). Da war doch mal was... so ne Diskussion.. über "Lichtnahrung". Rein rechnerisch (pi mal Daumen) könnte das so hinhauen für mich. Bitte nicht nachmachen, das ergab sich nach meiner Saftkur irgendwie -gefühlsmäßig- automatisch für mich.

Mein Mann ist irgendwie auf dem gleichen Trip (BMI:fettsüchtig). Ich glaube, wenn man sich was wünscht, geht es auch in Erfüllung :-) Wir hungern allerdings keineswegs! Er hatte vor einer Woche Hunger auf BurgerKing, ich überredete ihn zur Saftbar: Er sagte danach: irgendwie fühle ich mich jetzt richtig satt (im Sinne: zufrieden, ohne Bedarf).

aZri"anex79


Jegliche mathematische Formeln sind eine Vereinfachung, die nicht unbedingt der Sache gerecht werden.

Wirklich beurteilen kann nur eine speziell ausgebildete Person das Gewicht, nämlich durch Berücksichtigung des Knochenbaus, des Fettanteiles, des Muskelanteiles, des Wasseranteils und der Fettverteilung. Da bringen diese seltsamen Waagen, mit denen man angeblich den Fettanteil bestimmen kann recht wenig, da diese Messmethoden erhebliche Schwächen mit sich bringen.

Da ich lange Leistungssport betrieben habe, habe ich einen hohen Muskelanteil im Körper. Mit 55kg auf 1,60 bin ich ausgesprochen schlank (Fettanteil von 16%, von einem Profi bestimmt - ist für eine Frau extrem wenig). Laut BMI wäre mein Idealgewicht 49kg und ich muss sagen, das ich da eigentlich schon längst im Untergewicht liegen würde. Allerdings bin ich wohl auch mit dieser Verteilung nicht in der Norm - für mich ist diese Formel absolut ungeeignet.

Ein Frau die sehr leicht ist kann aber trotzdem viel zu viel Fett haben. Sie sollte Fett abbauen und Muskeln aufbauen - darf dabei trotzdem von der Masse unterm Strich zunehmen.

Das sind jetzt zwei Extrembeispiele, für die der BMI ausgesprochen schlechte Aussagen trifft.

Den BMI sollte man nur als Richtgröße nehmen. Diese Fettwagen bringen insofern was, wenn man auch diese nur als Richtwert nimmt - man kann, wenn man immer die gleiche Wage verwendet sehr wohl eine Veränderung dokumentieren, da man bei jeder Messung den gleichen systematischen Fehler mit drin hat. Allerdings sollte man auf ähnliche Messbedingungen achten (sprich immer gleiche Uhrzeit, nüchtern, nach Toilettengang)... .

Noch etwas zur Körperfettwage: Diese Wagen bestimmen den Gehalt anhand von Widerstandsmessungen und bilden dabei einen geschlossenen Kreis. Nimmt man das Gerät in beide Hände, so wird dieser Kreis nur zwischen Armen und Brust gebildet. Der Unterkörper wird nicht beachtet. Stellt man sich auf die Wage so werden nur Beine und Becken berücksichtigt. WEr einen gleichmäßigen Körperbau hat, wird ähnliche Werte bei beiden Messmethoden erhalten. Jedoch haben die meisten Menschen eher spezielle Problemzonen und die Diskrepanz zwischen den Messmethoden wird groß sein. Schon dies zeigt, das man die Methoden nicht als absolute Größe betrachten sollte.

Fazit: Diese mathematischen Formeln und Wagen sind ganz nett zur Verlaufskontrolle. Allerdings sollte man vielmehr in den Spiegel schauen, etwas für seine Muskeln und seinen Körper tun, sich vernünftig ernähren (das heißt für mich sich an vollwertiger Ernährung orientieren) und in sich hineinhören, wie man sich fühlt.

m;ea7 culp\a


Mit 55kg auf 1,60 bin ich ausgesprochen schlank (Fettanteil von 16%, von einem Profi bestimmt - ist für eine Frau extrem wenig). Laut BMI wäre mein Idealgewicht 49kg und ich muss sagen, das ich da eigentlich schon längst im Untergewicht liegen würde. Allerdings bin ich wohl auch mit dieser Verteilung nicht in der Norm - für mich ist diese Formel absolut ungeeignet.

ungeeignet? ja, du legst den BMI nämlich komplett falsch aus... laut BMI HAST du normalgewicht, über idealgewicht sagt der index absolut nichts aus. was du meinst ist wohl die grenze zum untergewicht, was aber nicht dein ziel sein sollte.

kanns sein, dass du das ganze mit dem broca-index verwechselst? der macht tatsächlich eine aussage übers idealgewicht.

arrEianed7x9


Nein, ich habe gar nichts verwechselt.

Das durch den BMI angegebene Idealgewicht wäre für mich Untergewicht.

Wie kommst Du dazu zu sagen welches Gewicht ich anstreben soll? Ideal impliziert nicht Untergewicht. Das wäre aber bei mir der Fall und darauf bezog es sich, das die Rechnung für mich ungeeignet ist.

azrianQe7x9


Genauer gesagt denke ich, das auf mich bezogen, das was laut BMI Normalgewicht ist bei mir Idealgewicht ist, und was laut BMI ins Übergewicht geht durchaus Normalgewicht ist. Es verlagert sich deutlich und das ist doch entscheidend für die Interpretation.

mBea cqulpxa


Das durch den BMI angegebene Idealgewicht wäre für mich Untergewicht.

laut bmi BIST du im normal-/idealgewicht - findest dich untergewichtig? :-/

mOarcxo_6


@ Alex7873

Du hast die Problematik vom Ansatz her erkannt. Die gängige BMI-Formel lässt keine verbindlichen Aussagen zu, weil sie wichtige Parameter unberücksichtigt lässt.

In der Tat haben wir ein Körpervolumen und sind keine Flächenwesen. ;-D

Aber wir sind eben auch keine Kugel- oder Würfelwesen und deshalb lässt sich ein aussagekräftiger Wert auch nicht mit der dritten Potenz der Körperhöhe berechnen. So einfach ist das nicht.

Nehmen wir nun als Beispiel den Zweimetermann: Welches Körpergewicht wäre für ihn ideal? Bevor sich darüber eine Aussage treffen lässt, muss den speziellen Körpertyp bestimmen. Ist es ein athletischer Typ mit mächtigem Brustkorb, ausgeprägter Muskulatur und starken Knochen - oder ist es ein schlankwüchsiger (graziler) Typ? Je nachdem, um welchen Körpertyp es sich handelt, kann sich die Skala zwischen 80 und 120 kg bewegen, was einem BMI zwischen 20 und 30 entspräche.

Wäre nun irrsinnigerweise festgelegt, ein Zweimetermann müsse idealerweise einen BMI- Wert von 25 haben (was praktisch für einen Menschen, der eine Mischung von grazilem und athletischem Typ darstellt, zutreffend wäre), dann "müsste" der grazile Mann, der 80 Kilo auf die Waage bringt und sich mit diesem Gewicht sauwohl fühlt, noch satte 20 Kilo zunehmen. Umgekehrt müsste sein athletischer Kontrahent 20 Kilo abnehmen und würde dabei zwangsläufig an guter Muskelmasse verlieren. Hier zeigt sich deutlich die Unsinnigkeit pauschaler Festlegungen (Konsensen ;-))

Mein konstruktiver Vorschlag wäre der: Neben der gängigen Berechnung müsste noch eine Konstante eingeführt werden, die eine Aussage über das Verhältnis von Brustumfang zu Taillenumfang trifft. Diese wiederum sollte geschlechtsspezifisch definiert werden.

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