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Zuviel eiweiß

mjala+rk hat die Diskussion gestartet


ich hab was interessantes gefunden und würde mich über eure meinung dazu freuen.. los gehts:

Beim anabolen Stoffwechsel fungieren die Aminosäuren als Bausteine für die Proteinsynthese des Körpers. Sie werden zum Aufbau neuer Zellen (Organ-, Muskel-, Haut-, Knochenzellen) sowie für Antikörper des Immunsystems und zum Aufbau von Hormonen, Enzymen und vielem mehr genutzt. Bei dieser Form der Verstoffwechselung entsteht kein Abfall (Stickstoff).

Der katabole Stoffwechsel ist - aufgrund der vollen Eiweißspeicher - erheblich problematischer. Diese Proteine können nicht für die Proteinsynthese des Körpers genutzt werden. Sie erzeugen belastenden Abfall (Stickstoff). Dieser Abfall trägt - ebenso wie die bei der Verdauung von tierischen Eiweiß anfallenden Harnsäure - schnell zur Übersäuerung unseres Körpers bei.

desweiteren wird erwähnt dass erhitztes denaturiertes eiweiß bezüglich verwertung eine besondere herausforderung für den organismus bedeutet und das verdauungssystem dabei höchstleistungen vollbringen und viel energie aufwenden muss und es letztendlich sogar zu einem energie defizit kommt

stimmt das alles ?

genügt es wenn ich pro tag ein bisschen milch trinke und den rest meines eiweißbedarfes durch vollkornbrot, cornflakes usw. decke bzw. ein- bis zweimal die woche fleisch/fisch/spiegelei esse ?

Antworten
jkn


Wo stammt das denn her?

Generell ist Stickstoff kein Abfall, er ist ein Stoffwechselendprodukt des Eiweißstoffwechsels, das in Form von Harnsäure bzw. Harnstoff über den Urin ausgeschieden wird. Da anaboler und kataboler Stoffwechsel beide normale Stoffwechselvorgänge sind, ist das kein pathologischer Vorgang, sondern völlig normal. Der anabole Stoffwechsel ist der Aufbau des Organismus, Energiespeicherung aus der Nahrung, etc. Der katabole Stoffwechsel ist der Abbaustoffwechsel, grob gesagt die Energiefreisetzung und Entgiftung.

> Der katabole Stoffwechsel ist - aufgrund der vollen Eiweißspeicher

> - erheblich problematischer.

Es ist richtig, daß der Organismus nur eine begrenzte Speicherkapazität für Proteine hat. Sind diese Speicher voll, kommt es zu Eiweißspeicherkrankheiten. Lothar Wendt hat das tiefgreifend erforscht (Stichworte: Eiweißspeicherkrankheiten, Mucopolysaccharide)

> Diese Proteine können nicht für die Proteinsynthese des Körpers

> genutzt werden.

Das ist so nicht richtig. Der Organismus kann im Rahmen der Verdauung alle Proteine in Aminosäuren zerlegen und so auch zur Proteinsynthese verwenden. Lediglich bei schweren Veränderungen der Proteinstruktur (Denaturierung) sinkt die Bioverfügbarkeit.

> Sie erzeugen belastenden Abfall (Stickstoff). Dieser Abfall trägt -

> ebenso wie die bei der Verdauung von tierischen Eiweiß

> anfallenden Harnsäure - schnell zur Übersäuerung unseres

> Körpers bei.

Auch das muß man relativieren. Natürlich ist ein Übermaß an tierischem Eiweiß säurebildend, aber der Organismus verfügt über Puffersysteme, um das abzufangen. Die Folgen liegen mehr in einer möglichen Überlastung dieser Puffersysteme - neben den o.a. Eiweißpeicherkrankheiten. Das hat aber nichts mit katabolem Stoffwechsel zu tun, sondern mit dem Überverzehr von artfremdem tierischem Eiweiß.

> desweiteren wird erwähnt dass erhitztes denaturiertes eiweiß

> bezüglich verwertung eine besondere herausforderung für den

> organismus bedeutet

Ja. Wobei man aufpassen muß, denn leider verwendet man heute den Begriff Denaturierung fälschlicherweise auch für den Verdauungsvorgang der Proteine im Magen. Denaturierung meint aber immer eine Schädigung der Proteinstruktur und damit den Verlust spezifischer Eigenschaften und der Lebendigkeit.

> und das verdauungssystem dabei höchstleistungen vollbringen

> und viel energie aufwenden muss und es letztendlich sogar zu

> einem energie defizit kommt

Das ist sicher Unsinn. Dann wären die Inuit wohl innerhalb einer Generation ausgestorben...

> genügt es wenn ich pro tag ein bisschen milch trinke und den

> rest meines eiweißbedarfes durch vollkornbrot, cornflakes

> usw. decke bzw. ein- bis zweimal die woche fleisch/fisch/spiegelei

> esse ?

Es genügt sogar dann noch, wenn du die Milch, Fleisch, Fisch und Spiegelei wegläßt. Unser Eiweißbedarf liegt bei rund 2% nativem Eiweiß - das entpricht in etwa dem Eiweißanteil pflanzlicher Nahrung. Wichtig ist daher der Verzehr von unerhitzter pflanzlicher Nahrung, Nüssen, Kernen, Saaten und Vollgetreide.

Cornflakes und Milch sind eher nachteilig.

FUor'geroxn


Zuviel Eiweiß?

Hallo Malark,

Ihre Frage kann m.E. nicht allgemeingültig beantwortet werden, weil es verschiedene Typen der Nahrungsmittelverwertung gibt. Handelt es sich z.B. um einen Astheniker, so sollte dieser mehr Eiweiß als Kohlehydrate zu sich nehmen, weil er diese besser verstoffwechseln kann und zum Aufbau benötigt. Zwar kann man die Formel 0,5 -o,7 g Eiweiß pro kg Körpergewicht anlegen, ohne befürchten zu müssen, daß der Körper übersäuert, realistisch kommt es jedoch auch auf den Energieverbrauch an, der individuell verschieden ist. Nicht nur das. Auch das Alter spielt eine Rolle. So benötigen ältere Menschen mehr Eiweiß als zu Zeiten ihres früheren Erwachsenenlebens.

Sie müßten daher selbst abwägen bezw. ausprobieren, ob Ihnen die von Ihnen selbst genannten Nahrungsmittel genügen.

Ein Vertreter der sogenannten "physiologischen Kost" ist Dr. med. Klaus Jürgen Mielke, der in "Droge Wohlstandskost: Chronisch krank durch Fehlernährung" ein sehr ähnliches Konzept vertritt.

Meine persönliche Erfahrung damit ist leider negativ, da sie zu Gewichtsverlust bis zum Untergewicht führen kann.

Die Ihnen von "jn" gegebenen Antworten sind im Prinzip sicher richtig. Sie entsprechen der von Dr. med. M.O. Bruker vertretenen Ernährungsform. Aber auch die hat ihre Tücken.

So kann ich auch diese nicht für das "non plus ultra" halten, da sie einfach nicht für jedermann verträglich ist.

Ich darf dazu Prof. Dr. med. K. Pirlet aus seinem Beitrag "Zur Problematik der Vollwerternährung-Ist sie vernünftig, kann sie auch schaden?" zitieren:

"Erschüttert hat mich die letzte Begegnung mit einem Ordinarius für Innere Medizin und Kardiologie. Früher ein schlanker, drahtiger Asket, Befürworter einer naturbelassenen Kost. Mitte der 50er Jahre hatte ich oft mit ihm über das Für und Wider dieser Kost diskutieren können. 1965 dann - etwa 10 Jahre später, bei einer Studentenexkursion - traf ich ihn in Bad Nauheim wieder, auf einer Bank in der Sonne sitzend, auffallend stark gealtert. Und an dem zerbrechlich wirkenden Körper ein mächtig aufgetriebener Leib. Was sagte er mir: Herr Pirlet, das Altwerden ist furchtbar; Sie haben recht, es geht jetzt nicht mehr mit Körnern. Was junge Oecotrophologen noch einigermaßen verkraften können, das ist eben für ältere Menschen nicht unbedingt das Richtige".

Frdl. Gruß

Kurt Schmidt

j{n


> Ich darf dazu Prof. Dr. med. K. Pirlet aus seinem Beitrag "Zur

> Problematik der Vollwerternährung-Ist sie vernünftig, kann sie

> auch schaden?" zitieren:

Prof. Pirlet wird ja gerne mal zitiert, wenn es mal wieder darum geht, eine naturbelassene Ernährung zu kritisieren. Leider kennen die zitierenden Autoren meist nicht den Gesamtzusammenhang - oder wollen ihn nicht kennen. Daher sei er hier ergänzt:

--- schnipp ---

Grob fahrlässig aber wird die Geschichte, wenn die Autoren den emeritierten Frankfurter Medizinprofessor Pirlet zitieren, dem eine Schwangere angeblich zweimal fast unter den Fingern weggestorben sei, zweimal durch Abort ihr Kind verloren habe, nur weil sie sich »100%ig« (?) an die Regeln der Vollwerternährung gehalten habe. Der Leser erfährt nichts über die näheren Umstände, über den Gesundheitszustand von Mutter und Kind! Der Zusammenhang zu »Vollwerternährung« ist rein willkürlich, absichtlich konstruiert, ebenso die Beobachtungen des besagten Professors über das »rasante Altern« bei einigen ihm bekannten Vollwertköstlern. Am 16.12.1991 entschuldigte Prof. Pirlet sich anläßlich eines persönlichen Besuchs in Lahnstein bei Dr. M. O. Bruker. Er habe in seinen Vorlesungen jahrelang ohne Sachkenntnis negativ über Bruker und die Vollwerternährung geurteilt. Aber - so Pirlet - hätte er Positives über Bruker berichtet, wäre sein »Kopf gerollt«. In diesem Gespräch stellte sich alsbald heraus, daß Pirlet keinerlei Ahnung vom Verträglichkeitsproblem und von den Grundkenntnissen einer vollwertigen Ernährung hatte.

--- schnipp ---

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