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02.02.07 10:33
Hallo!
Bei meinem Mann wurde letztes Jahr Diabetes festgestellt. Er muss aber kein Insulin spritzen, sondern bekommt jetzt Tabletten, und auch noch welche gegen zu hohe Cholesterinwerte. Höchstwahrscheinlich ist bei ihm viel erblich bedingt, denn er ist gertenschlank. Ich dagegen könnte gut 10 kg weniger wiegen, habe aber völlig normale Blutwerte.
Wir sind beide leidenschaftliche Köche, und naschen natürlich auch gern. Beides müssen wir nun ein wenig umstellen. Kann mir ja auch nicht schaden, auch wenn ich kein Diabetes habe.
Kann mir jemand gute Kochbücher empfehlen oder sonst irgendwie Tipps gegen, wie man trotzdem schmackhaft und lecker kochen kann?
LG Merline
02.02.07 12:08
Hallo Merline,
Ich gebe im Folgenden meine Meinung zum besten und du wirst feststellen, daß die sich ein wenig von der gängigen Meinung unterscheidet. Es liegt an dir, diese Informationen zu bewerten, zu hinterfragen und eigene Entscheidungen zu treffen. Ich sage das bewußt vorab, weil die Behandlung einer Krankheit immer in die Hände eines Arztes gehört.
> Er muss aber kein Insulin spritzen, sondern bekommt jetzt
> Tabletten, und auch noch welche gegen zu hohe
> Cholesterinwerte.
Die Tabletten gegen Insulin lassen sich erfahrungsgemäß durch eine Ernährungsumstellung in der Dosis verringern oder, wenn die Krankheit noch nicht weit fortgeschritten ist, sogar absetzen.
Die Tabletten gegen hohe Cholesterinwerte sind unsinnig. Ich erkläre gleich warum.
> Höchstwahrscheinlich ist bei ihm viel erblich bedingt, denn
> er ist gertenschlank.
Diabetes entsteht nicht durch Übergewicht. Es gibt auch keinen erblich bedingten Diabetes, auch wenn das gerne behauptet wird. Diabetes ist eine rein ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit, deren Ursachen generell im langjährigen Verzehr stark verarbeiteter Nahrungsmittel und primär im Verzehr raffinierter Kohlenhydrate liegen.
Diese Fehlernährung hat Stoffwechselstörungen zur Folge, die sich dann, je nach betroffenem Bereich, in unterschiedlichen Krankheiten äußern. Eine davon ist Diabetes, eine andere ist Übergewicht. Beides tritt einfach deshalb gerne gemeinsam auf, weil die Ursache identisch ist, aber das eine ist nicht Ursache des anderen.
Die Stoffwechselstörungen werden zu einem gewissen Grad an die nachfolgende Generation weitergegeben, so daß diese mit einer Vorbelastung zur Welt kommen und dann mit jeder Generation früher an den Folgen leiden. Deshalb macht es zwar den Anschein, als würden sich solche Krankheiten vererben, aber es ist keine echte Vererbung, wie bspw. ein Gendefekt. Damit sind solche Krankheiten immer erworbene Krankheiten und somit auch verhütbar - und teilweise auch heilbar. Der Diabetes allerdings ist nicht heilbar, da sich die zerstörten Betazellen der Bauchspeicheldrüse nicht neu bilden, er kann aber durch konsequente Beseitigung der Ursachen zum Stillstand gebracht werden.
Die Cholesterinsenker werden verordnet, weil alle Diabetiker prädestiniert für Arteriosklerose und Herzinfarkt sind. Die Schulmedizin kann das nicht erklären, weil sie die Ursachen nicht kennt: Beide Krankheiten sind Folgen eines gestörten Kohlenhydratstoffwechsels, der wiederum seine Ursache im langjährigen Verzehr vor allem der raffinierten Kohlenhydrate hat.
Ein hoher Cholesterinwert ist Folge einer Fettstoffwechselstörung. Es macht nun aber wenig Sinn, den Cholesterinwert künstlich zu senken, denn davon verschwindet ja die Stoffwechselstörung nicht, die ihn verursacht. Und da das Cholesterin auch nicht Ursache der Arteriosklerose oder des Herzinfarktes ist, ist die medikamentöse Therapie des Cholesterins schlicht unsinnig.
> Wir sind beide leidenschaftliche Köche, und naschen
> natürlich auch gern. Beides müssen wir nun ein wenig umstellen.
Ein wenig wird da nicht reichen. Aber wenn ihr leidenschaftliche Köche seid, ist das eine sehr gute Voraussetzung. 
> Kann mir jemand gute Kochbücher empfehlen oder sonst
> irgendwie Tipps gegen, wie man trotzdem schmackhaft
> und lecker kochen kann?
Die Ernährungsfehler, die Ursache des Diabetes sind, sind folgende:
Verzehr von:
- Fabrikzucker
- Auszugsmehlen
- Fabrikfetten und raffinierten Ölen
- Säfte und gekochtes Obst
Eine sinnvolle Ernährung zur Prävention von Diabetes bedeutet daher den Verzehr von:
- Vollkornmehlen bspw. in Form von echten Vollkornbroten
- Naturbelassenen Fetten und kaltgepreßten, nativen Bio-Ölen.
- einem möglichst hohen Frischkostanteil (Gemüse, Blattsalate, Obst)
- Täglich ein Frischkorngericht
Empfehlenswerte Literatur:
"Diabetes und seine biologische Behandlung"
Dr. M.O.Bruker
emu Verlag
Es steht auch oft in Leihbüchereien, du mußt es also nicht unbedingt kaufen.
An Kochbüchern würde ich die Bücher von Helma Danner "Die Naturküche" oder Barbara Rütting "Essen wir uns gesund" empfehlen. Bei allen Rezepten sollte aber der Honig gemieden werden - das ist bei Diabetikern leider nötig.
02.02.07 12:31
danke!
Ach, Honig ist auch nicht gut für die?
Meine Mum macht ja auch alles vollwertig, die benutzt aber oft Honig, beim Backen usw.
Wegen dem Buch von Bruker (hab ich auch schon eins von) habe ich eben schon gegoogelt, denn ich hatte in einem anderen Faden was von dir darüber gelesen. Kostet nur 12,95, von der Helma Danner hab ich auch eins "Biologisch kochen" oder so? Da stehen tolle Sachen drin!
Jaja, mein Mann hat vor der Diagnose (aber da war er auch nie übergewichtig) Schokolode wie Brot gegessen
, und Brot ist auch so eine Sache bei ihm, Vollkorn-Produkte muss ich ihm regelrecht aufzwingen - bis er mich kennenlernte, gabs "brav" täglich normal gekauftes Graubrot, Weißbrot, die ganze Palette vom Bäcker - vorzugsweise süßer Stuten - lag aber auch viel an seiner Familie, die essen da alle so. Ergebnis: Vater (82)- Diabetes seit vielen Jahren. Mutter (80) - vo 6 Jahren Schlaganfall, seitdem im Rollstuhl und Schwester (55) - vor 6 Jahren Brustkrebs (aber geheilt) - hat jetzt auch Diabetes. Übergewichtig ist nur die Mutter.
Ich meine, ich esse auch gern mal was vom Bäcker und auch Schokolade, aber ich hab Gott sei Dank noch nie schlechte Blutwerte gehabt, ich hab dafür zu hohen Blutdruck
damit auch jeder sein Fett weg kriegt! 
02.02.07 12:51
> Ach, Honig ist auch nicht gut für die?
Nein, als Diabetiker sollte man auch um Honig einen Bogen machen. Ansonsten ist Honig ein brauchbares Süßungsmittel, wenn man es damit nicht übertreibt und ihn eher als Gewürz ansieht.
> Wegen dem Buch von Bruker (hab ich auch schon eins von)
> habe ich eben schon gegoogelt, denn ich hatte in einem
> anderen Faden was von dir darüber gelesen.
Die Mutter kocht Vollwert, ihr seid begeisterte Hobbyköche, Bruker Bücher im Regal - bessere Voraussetzungen kann es ja nicht geben... 
> von der Helma Danner hab ich auch eins "Biologisch kochen"
> oder so? Da stehen tolle Sachen drin!
Ja, das ist eigentlich fast das gleiche Buch. "Die Naturküche" enthält nur Rezepte ohne tierisches Eiweiß. Viele Rezepte stehen in beiden Büchern.
> Vollkorn-Produkte muss ich ihm regelrecht aufzwingen
Eigentlich seltsam, denn geschmacklich sind sie ja in der Regel besser als das konventionelle Gummibrot. Aber ich habe festgestellt, daß das bei vielen eher eine psychologische Sache ist. Wenn man ihnen nicht sagt, daß es Vollkornbrote sind, merken es die meisten gar nicht.
> - bis er mich kennenlernte, gabs "brav" täglich normal
> gekauftes Graubrot, Weißbrot, die ganze Palette vom Bäcker -
> vorzugsweise süßer Stuten
Ja, so habe ich auch mal dreißig Jahre lang gegessen. An den Folgen knabbere ich heute noch...
> - lag aber auch viel an seiner Familie, die essen da alle
> so. Ergebnis: Vater (82) - Diabetes seit vielen Jahren.
> Mutter (80) - vo 6 Jahren Schlaganfall, seitdem im Rollstuhl
> und Schwester (55) - vor 6 Jahren Brustkrebs (aber geheilt)
> - hat jetzt auch Diabetes. Übergewichtig ist nur die Mutter.
Mal vom Krebs abgesehen sind das alles Folgen der gleichen Fehlernährung. Der Krebs hat ja noch andere Ursachen.
> Ich meine, ich esse auch gern mal was vom Bäcker und
> auch Schokolade, aber ich hab Gott sei Dank noch nie
> schlechte Blutwerte gehabt, ich hab dafür zu hohen
> Blutdruck damit auch jeder sein Fett weg kriegt!
*g* Irgendwas ist immer.
Aber hoher Blutdruck hat auch häufig lebensbedingte Ursachen. Und muß nicht zwingend krankhaft sein. Viele haben einfach von Natur aus einen höheren Blutdruck.
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