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Darf ich mich als Marcumarpatient vegetarisch ernähren?

i:na5x9 hat die Diskussion gestartet


Vor eineinhalb Jahren erfuhr ich,daß ich Marcumar auf Lebenszeit einnehmen muß. Meine Erkrankungen wären durch die veget. Nahrungsumstellung günstig beeinflusst.

Da ich eine fleischlose Kost von der Verdauung her sowiso besser vertrage,wäre eigentlich nur noch die Frage : Wie schaffe ich es, mich vegetarisch zu ernähren,ohne damit dem Marcumar entgegenzuwirken ?

Für Anregungen und Tips möchte ich mich schon mal bedanken !

viele Grüße

Ina

Antworten
jpn


Hallo Ina,

> Vor eineinhalb Jahren erfuhr ich, daß ich Marcumar auf

> Lebenszeit einnehmen muß.

Nanu, warum das denn?

> Wie schaffe ich es, mich vegetarisch zu ernähren, ohne damit

> dem Marcumar entgegenzuwirken ?

Mir ist nicht bekannt, daß eine fleischlose Ernährung Marcumar entgegen wirken würde. Je nachdem, wie die vegetarische Ernährung gestaltet ist, könnte sie sogar das Marcumar überflüssig machen - das ist aber natürlich etwas, das mit einem kompetenten Arzt abgeklärt werden muß.

J<ersxy


Die Marcumardosierung wird von einer Vegetarischen Ernährung beeinflusst. Bei pflanzlicher Kost wird vermehrt Vitamin K im Darm aufgenommen, Vitamin K ist für die Bildung der Gerinnungsfaktoren in der Leber verantwortlich. Ich würde zum Arzt gehen bei einer Ernährungsumstellung und den Verlauf genau kontrollieren lassen. Um gegebenenfalls die Dosierung neu einzustellen.

lg

i7nax59


hallo jn,Jersy

jn,bei mir wurden massive Lungenembolien beider Lungenflügel,

nach verschleppter (nicht erkannter) tiefer Beinvenenthrombose bis zur Leiste,diagnostiziert.

Danach folgte eine Rechtsherzbelastung,die dazu führte,daß nun die rechte Herzklappe nicht mehr richtig schließt 2.Grades.

Deswegen das Urteil'Marcumar lebenslänglich'.

Es wäre für mich wünschenswert,meine Ernährung so gestalten zu können,daß Marcumar Vergangenheit wird.

Leider habe ich in Bezug auf eine angepasste veget. Ernährung weder von meinem Arzt,noch anhand von Literatur,irgendwelche Informationen gefunden.

Im Moment überlege ich auch,was für ein Arzt da am Besten in Frage käme !

Jersy,das hatte ich auch befürchtet,weil mir ja bekannt war,das dann automatisch mehr Vit K als üblich aufgenommen wird.Man darf ja generell nur wenig Vit K-haltige Nahrungsmittel essen.Schade,da ich gerade die bevorzugt mag.

Als veget.Anfänger werde ich wohl noch einige Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln müssen.

Danke und liebe Grüße,Ina

Trotzdem werde ich versuchen

CkhaZ-Tu


Hallo, Ines,

meine Mutter war 10 Jahre Marcumarpatientin, und sie lebte bei uns in der Familie und wir lebten und leben alle seit Jahrzehnten vegetarisch (ich sogar vegan). Wir haben nur darauf geachtet, dass sie wenig Lebensmittel nimmt, die Vitamin K enthalten (das kann man ja ergoogeln, spontan fallen mir Sauerkraut und Kohlarten ein), ansonsten haben wir nichts beachtet. Man muss diese Lebensmittel auch nicht ganz meiden, sondern einfach reduzieren, weil sonst der Marcumarbedarf höher wird als gewöhnlich.

Ich sehe da keinerlei Notwendigkeit, nichtvegetarisch zu leben. Was sollte denn in Fleisch/Wurst sein, das eine Marcumarisierung besser ermöglicht?!

Liebe Grüsse

Cha-Tu

Czha3-Tu


P.S. Ich halte die vitalstoffreiche Vollwertkost, wie JN sie hier so tapfer vertritt, für eine gute Ernährung, da sie Getreide, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Fette in einem sehr ausgewogenen Verhältnis bietet. Ich lebe mit leichten Abwandlungen seit vielen Jahren nach ihr, und auch meiner Herzkrankheit tat und tut sie sehr gut. Meine Mutter liebte z.B. den berühmten Frischkornbrei (FKB) sehr, er machte sie immer so satt, dass sie nur zwei Mahlzeiten am Tag gegessen hat, eine morgens (FKB), eine abends.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

A~le_x787x3


Bei Marcumar-Einnahme wird das Blut ja regelmäßig kontrolliert und man erhält eine Dosierungsanleitung aufgrund der aktuellen Werte. Wenn die Ernährung konstant vegetarisch gehalten wird, dürfte es keine großen Schwankungen geben - ich würde halt generell keine großen ruckartigen Umstellungen reinbringen.

Angeblich soll man ja grüne Gemüse meiden, da diese das Blut flüssiger machen (?) - aber gerade dies würde doch zu einer Verringerung der Marcumardosis beitragen. Wäre aber halt sinnvoll, täglich in etwa konstante Gemüsemengen zu essen und nicht 6 Tage nichts und dann alles auf einmal.

CZha-aTu


Alex, das Vitamin K in grünem Gemüse ist ein Gegenmittel von/zu Marcumar, es mildert die Wirkung, so dass MANCHMAL eine Dosiserhöhung nötig sein kann (aber fast immer bei einseitiger vegetarischer Ernährung). Jeder Marcumarpatient sollte z.B. eine Ampulle mit Vitamin K bei sich tragen (wird vom Arzt verschrieben), um bei einer schweren Blutung die Marcumarwirkung schnell aufzuheben und das Blut schnell zu verdicken.

Aber wie Du schon schriebst: Wer in normalen Mengen dauerhaft vegetarisch isst, dürfte keine Probleme haben. Wir haben bei meiner Mutter die Erfahrung gemacht, dass der Bedarf nicht höher lag als bei einer nichtvegetarisch lebenden Freundin, die auch Marcumar nimmt.

Schönen Gruss

Cha-Tu

jVn


@ina

> nach verschleppter (nicht erkannter) tiefer Beinvenenthrombose

> bis zur Leiste

Ja, solche Phlebothrombosen sind symptomarm, die bemerkt man leider häufig erst, wenn es zu spät ist.

Hast du dich (oder den Arzt) einmal gefragt, welche Ursache die Thrombose hat? In einem gesunden Organismus und geschlossenen Gefäßsystem gerinnt das Blut ja nicht einfach so. Das macht es nur, wenn die Gerinnung aufgrund einer fehlerhaften Blutzusammensetzung gestört ist.

Da du ganz sicher nicht mit diesem Problem geboren wurdest, handelt es sich zwangsläufig um eine erworbene Krankheit. Erworbene Krankheiten haben grundsätzlich Ursachen, die man finden und abstellen kann. Würdest du also die Ursache der fehlerhaften Blutzusammensetzung finden und abstellen, hättest du das Problem gelöst.

Die Ursachen erworbener Krankheiten liegen (von Unfällen mal abgesehen) immer in einem dieser drei Bereiche: Ernährung, Schadstoffeinwirkungen, belastende Lebenssituationen. In einem dieser drei Bereiche muß daher auch die Ursache der Thrombose liegen.

> Deswegen das Urteil'Marcumar lebenslänglich'.

Nur solange man die Ursachen der Thrombose nicht findet und abstellt...

> Es wäre für mich wünschenswert, meine Ernährung so

> gestalten zu können, daß Marcumar Vergangenheit wird.

Das ist möglich, aber das Problem dabei ist, daß das nur in Absprache mit einem Arzt stattfinden kann, der sich mit den Ursachen auskennt. Frage deinen Arzt nach der Ursache der Thrombose. Wenn er sich damit auskennt, kann er dir eine sinnvolle Antwort geben. Tip: Krankheitsursachen liegen *immer* außerhalb des Organismus und in der Vergangenheit.

> Leider habe ich in Bezug auf eine angepasste veget.

> Ernährung weder von meinem Arzt, noch anhand von

> Literatur, irgendwelche Informationen gefunden.

Das wundert mich nicht. ;-)

iwna759


Hallo Cha-Tu,hallo Alex

Vielen Dank auch für Eure Beiträge,über die ich mich sehr gefreut habe !

Mit den, für mich einleuchtenden Informationen, ist es mir möglich geworden, meinen ersten Einkaufszettel vorzubereiten.Mir ist so langsam klar geworden,das es bei der Ernährung,(auch als Marcumarpatient),wirklich nicht um das "Muß",sondern eher um das "am Besten",geht.Was vertrage ich wirklich noch an Lebensmitteln,in einer Zeit des Überangebotes,wo schon der Gedanke an das Einkaufen allein, Kampf bedeutet. Die Frage nach Lebensmitteln "mit den wenigsten Schadstoffen",stellt sich heutzutage doch bestimmt jeder.

Leider gehörte ich bis jetzt, zugegebenermaßen,zu den Fertigproduktkonsumenten,was ja auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit hatte.

Eine vegetarische Nahrungsumstellung,in Form von vitalstoffreicher Vollwertkost,kann da nur sehr willkommen sein.

Ich glaube,daß es bei einer langsamen Umstellung, und gleichzeitigen engmaschigen Quickwert-Kontrollen,keine Probleme mit der Blutgerinnung geben wird.

Ich wünsche Allen noch ein schönes Wochenende !

Liebe Grüße

Ina

i1na5x9


hallo jn

Ja,da kann ich nur zustimmen.Da man bei mir eine vererbliche Blutgerinnungsstörung ausschließen kann,und auch ein Unfall nicht Auslöser der Thrombose war,(es fand ja keiner statt),denke und forsche ich auch in Richtung Ernährungsfehler,Schadstoffeinwirkung,Lebenssituation.Zum Glück rauche ich nicht mehr,(seit 22 Jahren,ab Beginn meiner ersten Schwangerschaft).Auch Alkohol vertrage ich schon seit vielen Jahren,aufgrund eines Gallensteins nicht mehr.Früher trank ich ab und zu, gerne mal ein Glas Rotwein zum Essen.

Ich denke, das einfach die mehr "schlechte" als "rechte" Ernährung,(heute sehe ich es ein)mit Schuld daran war.Dazu kam dann noch wenig Bewegung,und wie kann es anders sein,Übergewicht.

Wenn man im Leben seine 2. Chance bekommt, (ich sehe es so nach meiner Erkrankung),hat man ja die Auswahl,entweder,oder !

Zur Zeit sind Cholesterin und Blutzucker im Normalbereich,zum Glück.Mit Hilfe meiner Nahrungsumstellung sollte es doch gelingen,dies noch lange so beizubehalten.

Vielen Dank,und noch ein schönes Wochenende

liebe Grüße

Ina

jxn


Hallo Ina,

Ich finde es prima, daß du an deiner Ernährung arbeiten willst. :-) Die meisten denken ja lieber 'laß mir meine Ruhe, ich will essen, was mir schmeckt' und denken nicht weiter über die Konsequenzen nach. Leider kommen viele erst dann dazu, ihre Ernährung zu überdenken, wenn bereits Krankheiten vorliegen. Das war bei mir auch nicht anders. Aber besser spät als nie... ;-)

Ich möchte noch ergänzen, daß Gallensteine, Übergewicht, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen, die sich in einem erhöhten Cholesterinspiegel zeigen, ganz typische ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten sind. Mit den ersten beiden habe ich auch so meine einschlägigen Erfahrungen... ;-)

> Ich denke, das einfach die mehr "schlechte" als "rechte"

> Ernährung, (heute sehe ich es ein) mit Schuld daran war.

Solche Ernährungsfehler wirken auch generationsübergreifend, die Ernährung der Eltern und Großeltern spielt bei ernährungsbedingten Krankheiten auch eine tragende Rolle. Das verwechselt man dann gerne mit Vererbung.

> Wenn man im Leben seine 2. Chance bekommt, (ich sehe es

> so nach meiner Erkrankung), hat man ja die Auswahl,

> entweder,oder !

Stimmt. :-) Umso schöner ist es, wenn man die Sache dann angeht und etwas ändert. :-)

> Zur Zeit sind Cholesterin und Blutzucker im

> Normalbereich, zum Glück.

Prima! :-)

i,na[5x9


Danke jn,

deine Worte machen mir so viel Mut.Daran hat es in der Vergangenheit irgendwie immer gemangelt !

Die vielen Ernährungsfehler,die,wie du schon sagtest, von den Eltern herrühren und von mir übernommen wurden,werden jetzt Vergangenheit sein.Ganz wichtig dabei ist,das es im Kopf klick gemacht hat.Ich freue mich schon auf die Erfolge.........!:-D

In der nächsten Zeit möchte ich mich mit den eigentlichen Nahrungsmitteln der Frischkost befassen.Eine ganze Menge Infos habe ich mir hier im Forum Ernährung ja schon seit einiger Zeit erlesen.

Ich möchte auch einmal sagen,wie gut es ist, hier so eine großartige Unterstützung zu bekommen 1 :)^

liebe Grüße

Ina

C%ha-(Tbu


Hallo, Ina,

und besonders schön finde ich, dass hier sogar einige Anhänger der Alternativmedizin (ich denke, jn gehört dazu) UND einige Anhänger der Schulmedizin (zu denen ich mich rechne) mal ansatzweise einer Meinung sind :-)

Alles Gute, ich denke, Du wirst hier viel Unterstützung bekommen.

Liebe Grüsse

Cha-Tu

Tcsarxa


@ jn:

Blutgerinnungsstörungen können durchaus angeboren sein.

ich zum beispiel habe ein angeborenes heterozygotes faktor V leiden. soweit nicht so tragisch, da es nur heterozygot ist.

allerdings sollte ich nicht rauchen oder so, und ich sollte mich viel bewegen, um die wahrscheinlichkeit einer thrombose gering zu halten.

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