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Was haltet ihr von der "dschungel diät"?

p+ocxas


jn

Bohnen gehören ja eigentlich nicht zum natürlichen Nahrungsangebot des Menschen, weil sie erst durch Erhitzten verzehrbar werden und dann den Speiseplan bereichern.

Das ist wahrscheinlich ein Punkt, über den sich streiten lässt. Ich würde mal sagen, dass alles zum natürlichen Nahrungsangebot des Menschen gehört, was in der Natur vorkommt und zum Verzehr geeignet ist. Irgendwann hat Prometheus den Menschen das Feuer gebracht und dadurch den Zorn der Götter auf sich gezogen.

Ich war nicht dabei, aber ich nehme mal an, dass die Menschen spätestens seit diesem Zeitpunkt auch angefangen haben, sich am Feuer nicht nur zu wärmen, sondern auch Speisen zuzubereiten. Das würde bedeuten, dass die Menschen sich schon seit frühesten Anfängen ungesund und minderwertig ernährt haben, folgt man Deiner Argumentation. Dass die Spezies nicht an Nähr- und Vitalstoffmangel zugrunde gegangen ist, deutet darauf hin, dass das was sie im Lauf der Jahrtausende an Nahrungsmitteln aufgenommen hat, so schädlich nicht gewesen sein kann.

Die von Dir angeführten globalen Studien zu ernährungsbedingten Erkrankungen, namentlich in China, kenne ich nicht. Ich war in Peking und Shanghai. Es stimmt, es gibt dort McDonalds. Ich kann aber vom puren Augenschein her nicht bestätigen, dass die Chinesen sich deshalb von ihrer traditionellen Küche verabschiedet haben. Ich stelle auch hierzulande immer wieder fest, dass asiatische Touristen bevorzugt ihre Küche aufsuchen und nicht in den nächsten besten Fast Food westlicher Provenienz laufen. Und die asiatische Küche gillt als eine der gesündesten überhaupt.

Als einer Gründe wird der hohe Anteil an frischen vegetarischen Zutaten genannt. Allerdings werden diese meistens auch erhitzt. In der Regel aber nur kurz. Die Zutaten haben Biss und sind geschmacklich noch klar zu definieren. Im Gegensatz zu hiesigen Breiten wird nichts kaputt gekocht. Ich kenne mich dazu zu wenig aus. Vielleicht "denaturieren" die Inhaltsstoffe weniger, wenn die Sachen nur kurz erhitzt werden.

-GJu]lia


na da bin ich ja beruhigt das trotz der bösen Lebensmittel, die in unser leben Einzug gehalten haben, die Lebenserwartung gestiegen ist.

F7rühauRfstexher


na da bin ich ja beruhigt das trotz der bösen Lebensmittel, die in unser leben Einzug gehalten haben, die Lebenserwartung gestiegen ist

Natürlich steigt die Lebenserwartung immer weiter an. Die Medikamente werden ja auch besser. Trotzdem werden die Leute immer kränker. Mit irgendwas muss das ja zu tun haben oder? ;-)

Da hätte ich für mich lieber ein kurzes Leben, indem ich aber von den hießigen Krankheiten größententeils verschont bleibe. :-)

jwn


@pocas

> Das ist wahrscheinlich ein Punkt, über den sich streiten lässt

> . Ich würde mal sagen, dass alles zum natürlichen

> Nahrungsangebot des Menschen gehört, was in der Natur

> vorkommt und zum Verzehr geeignet ist.

Stimmt. Nur sind Bohnen von Natur aus genausowenig zum menschlichen Verzehr geeignet wie bspw. Tollkirschen und Knollenblätterpilze. Daß man Bohnen durch Erhitzen dennoch verzehren kann, ist sicher ein Vorteil, aber damit verbunden ist natürlich zwangsläufig die Wertminderung des Lebensmittels.

> Ich war nicht dabei, aber ich nehme mal an, dass die

> Menschen spätestens seit diesem Zeitpunkt auch

> angefangen haben, sich am Feuer nicht nur zu wärmen,

> sondern auch Speisen zuzubereiten.

> Das würde bedeuten, dass die Menschen sich schon seit

> frühesten Anfängen ungesund und minderwertig ernährt

> haben, folgt man Deiner Argumentation.

Da niemand dabei war, ist das erst einmal Spekulation und darauf kann man keine Argumentation aufbauen.

> Dass die Spezies nicht an Nähr- und Vitalstoffmangel

> zugrunde gegangen ist, deutet darauf hin, dass das was

> sie im Lauf der Jahrtausende an Nahrungsmitteln

> aufgenommen hat, so schädlich nicht gewesen sein kann.

Richtig. Man muß das in der Tat differenzieren und vor allem muß man die heutige Situation betrachten.

Bis vor rund 100 Jahren waren die modernen ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten praktisch unbekannt und zwar deshalb, weil die Ernährung zum einen noch erhebliche Mengen Frischkost enthielt (Früchte, Gemüse, Nüsse, Kerne, Saaten, Rohmilch, milchsauer eingelegte Gemüse, usw.) und zum anderen, weil die Verarbeitungsschritte, die man bis dahin kannte, im Vergleich zu den heutigen(!) nur zu einer relativ geringen Wertminderung führten, die noch nicht zu den eklatanten Stoffwechselstörungen und ihren Folgen führte.

Das sieht völlig anders aus, wenn die Ernährung an sich schon sehr minderwertig ist. Vor rund 100 Jahren hat man das Vollkornmehl abgeschafft. Bis dahin wurde das Getreide frisch gemahlen, eventuell ausgesiebt und direkt zu Brot verbacken. Meist nur einmal im Monat oder im halben Jahr im dörflichen Gemeinschaftsbackofen. Das änderte sich, als die Ära der Hochmüllerei begann und man anfing das Getreide in seine Komponenten aufzutrennen. Die Kleie bekam das Vieh, der Keim wurde abgetrennt und zu Öl verarbeitet und der verbleibende Stärkekern wurde zu hellem, feinen Auszugsmehl vermahlen. Das ist lange haltbar und hat so seinen Siegeszug angetreten. Leider ist es aber eben auch extrem arm an Vitalstoffen und das ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten (EZK). Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Verzehr von Fabrikzucker, der ebenfalls zu dieser Zeit begann. Hinzu kam die Entwicklung von Konserven und anderen Präparaten. Erst seit dieser Zeit nehmen die EZK massiv zu und diesen Zusammenhang kannst du bei jedem Volk der Erde beobachten. Das wurde auch getan und dokumentiert. Wenn es dich interessiert, lies mal "Gefährdete Menschheit" von Albert v. Haller.

> Ich stelle auch hierzulande immer wieder fest, dass

> asiatische Touristen bevorzugt ihre Küche aufsuchen und

> nicht in den nächsten besten Fast Food westlicher

> Provenienz laufen. Und die asiatische Küche gillt als eine

> der gesündesten überhaupt.

Natürlich. Aber dennoch stehen die Fast-Food Tempel in Asien dort nicht ohne Grund, sondern weil sie genutzt werden. Auch die Supermärkte führen Konserven, Auszugsmehl und Fabrikzucker nicht zu Ausstellungszwecken, sondern weil sie gekauft werden. Und mit dem Maß, mit dem der Verzehr solcher Produkte zunimmt, nimmt auch der Anteil der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten in Asien zu. Du wirst bspw. in den ländlichen Gebieten, die noch weitgehend von Fabriknahrung verschont sind, weit weniger dieser Krankheiten finden - wenn überhaupt. Und auf dieser ländlichen Bevölkerung basiert der gute Ruf der asiatischen Küche - nicht auf der Ernährung der Metropolen. Wenn du mal nach Asien und Herzinfarkt oder Asien und Übergewicht googlest, wirst du feststellen, daß diese Krankheiten in den städtischen Regionen massiv zunehmen - und zwar mit einer gewissen Verzögerung genau seit Beginn der modernen Ernährungsweise.

> Ich kenne mich dazu zu wenig aus. Vielleicht "denaturieren"

> die Inhaltsstoffe weniger, wenn die Sachen nur kurz erhitzt

> werden.

Ja. Der Vitalstoffgehalt hängt in jedem Fall davon ab, wie stark und lang das Lebensmittel erhitzt wurde. Der Begriff "Denaturieren" bezieht sich aber nur auf das Eiweiß und bezeichnet den Verlust der spezifischen Eigenschaften des Proteins. Ansonsten ist es einfach nur ein Verlust an Vitalstoffen.

j#n


@Julia

> na da bin ich ja beruhigt das trotz der bösen Lebensmittel, die

> in unser leben Einzug gehalten haben, die Lebenserwartung

> gestiegen ist.

Das wird gerne erzählt, aber wenn man sich das mal im Detail anschaut stellt man fest, daß das doch sehr geschönt ist. Zum einen ist das ein statistischer Mittelwert und da heute die Säuglingssterblichkeit sehr viel geringer ist als früher werden die Menschen natürlich im Schnitt(!) älter. Die müßte man also schon einmal herausrechnen. Zum anderen müßte man, um den Einfluß der Ernährung zu sehen, auch der früheren Seuchen herausrechnen, je nachdem, welchen Zeitraum man vergleicht. Die Seuchen gibt es heute nicht mehr, was den Schnitt natürlich ebenfalls anhebt. Läßt man beides heraus, dann stellt man eine gestiegene Lebenserwartung von wenigen Jahren fest.

Früher war es in der Regel so, daß die Menschen bis ins hohe Alter gesund waren und dann sehr schnell verstarben. Heute haben wir ein Medizinsystem, daß auch solche Menschen am Leben erhält. Das kann man dann zwar nicht mehr unbedingt Leben nennen, aber in der Statistik wirkt sich das natürlich als positiver Trend aus. Menschen, die früher Diabetes bekamen, waren sehr schnell tot. Heute leben sie durch die Möglichkeit Insulin spritzen zu können, länger und das wirkt sich natürlich in einer höheren Lebenserwartung aus.

Nun geht es aber bei der ganzen Sache auch gar nicht um die Lebenserwartung, sondern um die Krankheitshäufigkeit. Durch schlechte Ernährung fällt man ja nicht tot um, sondern entwickelt eben bestimmte Krankheiten wie Arteriosklerose, Gallensteine, Diabetes, Thrombosen, Schlaganfälle, usw. - Krankheiten, die massiv die Lebensqualität mindern, die aber meist nicht sofort zum Tod führen, weil unser Medizinsystem diese Krankheiten symptomatisch behandeln kann und es den Menschen so ermöglicht, mit der Krankheit zu leben.

Das Ziel kann aber nicht sein, mit immer früher auftretenden Krankheiten unter Aufwendung von enormen Behandlungskosten zu leben, sondern das Ziel muß sein, diese Krankheiten von vorneherein zu vermeiden.

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