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Wozu ist Zucker eigentlich gut?

pMocaxs hat die Diskussion gestartet


Man hört ja allenthalben, nicht nur hier, dass Zucker, namentlich Fabrikzucker, die Wurzel von allerhand Übel ist. Ich hab mal versucht, mich im Internet schlau zu machen, aber nichts wirklich Brauchbares darüber gefunden, ob und warum der menschliche Organismus die Zufuhr von Zucker braucht. Man erfährt viel, wie der Zucker im Körper um- und abgebaut wird, aber praktisch nichts, wozu der Zucker eigentlich verwendet wird.

Andererseits ist der Anbau von Zuckerrohr und die Gewinnung von Zucker menschheitsgeschichtlich schon uralt. Nachgewiesen ist die Gewinnung von Zucker bis ins Jahr 8000 v. Chr. Wird Zucker nur konsumiert, weil süß angeblich glücklich macht? Oder ist Zucker für irgendetwas gut? Zucker zu vermeiden ist praktisch unmöglich, da man sonst auch auf Früchte, Honig etc. verzichten müsste, obwohl deren Zucker anders ist als Rohr- oder Rübenzucker. Was würde im Organismus passieren, wenn man gänzlich auf Zucker, gleich in welcher Form, verzichten würde?

Antworten
M1imix-22


Ganz ohne Zucker geht ja gar nicht...aber ohne Fabrikzucker ist moeglich!

jxn


> aber nichts wirklich Brauchbares darüber gefunden, ob und

> warum der menschliche Organismus die Zufuhr von Zucker

> braucht.

Zucker ist der primäre Energieträger des Organismus - ohne Glucose (in die der normale Zucker umgewandelt wird) könntest du nicht überleben. Das geht so weit, daß der Organismus über entsprechende Notfallmechanismen verfügt, mit denen er Glucose selbst bilden kann.

Das hat in den Anfängen der Ernährungsforschung die Leute dazu verleitet, zu glauben daß man Zucker einfach nur möglichst konzentriert zu sich nehmen muß, um möglichst viel Energie zu haben. Auf dieser falschen Annahme entwickelte sich damit die alte Ernährungslehre und auch die Kalorienlehre. Irgendwann entdeckte man dann aber, daß der Organismus den Zucker nur verarbeiten kann, wenn er gleichzeitig mit anderen Stoffen - vor allem B-Vitaminen - versorgt wird. In natürlichen Lebensmittel, wie Obst, ist das bereits enthalten, aber im isolierten Konzentrat Fabrikzucker nicht. Außerdem stellte man fest, daß der Organismus nur wenig B-Vitamine speichern kann und er daher mit Konzentraten gar nicht zurechtkommt. Genau daraus, aus dem Fehlen der Vitalstoffe und der hohen Konzentration, resultiert die Schädlichkeit des Fabrikzuckers.

> Wird Zucker nur konsumiert, weil süß angeblich

> glücklich macht?

Auch. Er dient aber in der Industrie vor allem als billiges Konservierungsmittel und als Mittel zur Verkaufsförderung, denn je süßer etwas ist, umso mehr ißt man davon. Das wird auch bei Hunde- und Katzenfutter weidlich ausgenutzt (und erzeugt dort die gleichen Krankheiten wie beim Menschen).

> Zucker zu vermeiden ist praktisch unmöglich, da man

> sonst auch auf Früchte, Honig etc. verzichten müsste,

> obwohl deren Zucker anders ist als Rohr- oder Rübenzucker.

Er ist chemisch gesehen absolut identisch. Der Unterschied liegt darin, daß die Früchte den Zucker langsam zuführen und die nötigen Vitalstoffe mitliefern. Was man meiden sollte ist der FABRIKZucker, das isolierte Konzentrat. Nicht die Früchte, die sind harmlos, solange man es damit nicht übertreibt.

> Was würde im Organismus passieren, wenn man gänzlich

> auf Zucker, gleich in welcher Form, verzichten würde?

Kurzfristig würde der Organismus seine Energie aus Proteinen gewinnen, langfristig würdest du krank werden.

p.ocaxs


jn

Vielen Dank für die Auskunft

Irgendwo habe ich gelesen, dass bei einem übermäßigen Konsum von Honig die überschüssige Fructose im Leberstoffwechsel in Fett umgebautt wird. Trifft das auch auf den Konsum von Früchten zu? Und was ist übermäßig? Also ab welcher Menge ist der durchschnittliche Fructose/Glucose-Bedarf des menschlichen Organismus gedeckt?

m&ucke<lbie3nxe


Zucker zu vermeiden ist praktisch unmöglich, da man sonst auch auf Früchte, Honig etc. verzichten müsste, obwohl deren Zucker anders ist als Rohr- oder Rübenzucker.

ich weiß nicht, ob es dir klar ist... aber ich wollte nur hinzufügen, dass glucose (wie jn schon schön erklärt hat - der primäre energieträger) im Körper auch aus Vielfachzucker (= Stärke, Kohlenhydrate) gewonnen wird. von daher ist es praktisch unmöglich bei Nahrungsaufnahme auf "Zucker" zu verzichten. Nur Einfach- bzw. Zweifachzucker sind die süßen Vertreter :-) (also was Honig, Früchte und Fabrikzucker betrifft). Auf die könnte man m.E. auch verzichten ohne dass dem Körper ein Schaden entsteht.

(ich fand nur, dass JNs Antwort auf deine Frage zum Zuckerverzicht, von einer anderen Definition von Zucker ausging, als wie Du womöglich meintest.)

mb

ptocas


Muckelbiene

Ich habe mit Zucker tatsächlich die Süßgeschichte gemeint, also Fabrikzucker und die Süßkomponenten in Früchten, Hönig etc. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würde der Organismus nicht an Zuckermangel zugrunde gehen, wenn man auf diese Nahrungsmittel verzichtet. Andererseits würden dann aber auch andere wichtige Nährstoffe nicht zugeführt, die so ohne weiteres wahrscheinlich auch nicht anderweitig kompensiert werden können.

jgn


Hallo pocas,

> Irgendwo habe ich gelesen, dass bei einem übermäßigen

> Konsum von Honig die überschüssige Fructose im

> Leberstoffwechsel in Fett umgebautt wird. Trifft das auch auf

> den Konsum von Früchten zu?

Ja. Das passiert generell mit Kohlenhydraten (Also Zucker und Stärke), wenn die Kohlenhydratspeicher des Organismus gefüllt sind.

> Und was ist übermäßig? Also ab welcher Menge ist der

> durchschnittliche Fructose/Glucose-Bedarf des menschlichen

> Organismus gedeckt?

Das könnte man individuell sicher ausrechnen, aber in der Praxis ist es viel einfacher: Dann, wenn du keinen Appetit mehr darauf hast. Unser Organismus steuert ja die Energiezufuhr ganz von selbst über Hunger und Sättigung. Das funktioniert allerdings nur, solange wir uns 'artgerecht' mit möglichst naturbelassenen Lebensmitteln ernähren. Mit Fabrikzucker klappt das bspw. nicht, weil dort wieder die zur Verarbeitung nötigen Stoffe fehlen. Dieser Mangel verhindert, daß man davon richtig satt wird.

> also Fabrikzucker und die Süßkomponenten in Früchten,

> Hönig etc. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würde

> der Organismus nicht an Zuckermangel zugrunde gehen,

> wenn man auf diese Nahrungsmittel verzichtet.

Auch die Stärke in Getreide und Gemüse wird bei der Verdauung in Zucker aufgespalten, so daß allein beim Verzicht auf das, was wir Zucker nennen, kein Mangel entsteht.

> Andererseits würden dann aber auch andere wichtige

> Nährstoffe nicht zugeführt, die so ohne weiteres

> wahrscheinlich auch nicht anderweitig kompensiert

> werden können.

Auch Getreide und Gemüse enthalten alle Nähr- und Vitalstoffe. Ein Mangel würde dadurch nicht eintreten. Aber es gibt ja auch keinen Grund, auf Obst zu verzichten.

sxilSber(ruecxken82


Irgendwo habe ich gelesen, dass bei einem übermäßigen Konsum von Honig die überschüssige Fructose im Leberstoffwechsel in Fett umgebautt wird. Trifft das auch auf den Konsum von Früchten zu? Und was ist übermäßig? Also ab welcher Menge ist der durchschnittliche Fructose/Glucose-Bedarf des menschlichen Organismus gedeckt?

Fett wird bei einer positiven Kalorienbilanz aufgebaut, entscheidend sind hier die Kalorien, unabhängig von der Art des Lebensmittels. Mit welchem Makronährstoff ein Kalorienplus erreicht wird ist dem Körper in Bezug auf den Fettaufbau egal.

Glukose bzw. die Kohlenhydrate an sich, sind nicht essentiell, Stichwort: Ketose.

Daher gibt es eigentlich keinen Bedarf an sich, allerdings befinden sich die meisten Mikronährstoffe in kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln, und diese sind essentiell. Darüber hinaus sind Kohlenhydrate im Vergleich zu Fett und Eiweiß wesentlich schneller verstoffwechselbar, die Energie steht also schneller zur Verfügung.

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