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Hilfe ich leide an Binge Eating Disorder

Kwaniyki hat die Diskussion gestartet


Hallo

ich leide schon seit ca. 2 Jahren an dem sogenannten Binge Eating Disorder (Esssucht) und möchte mich auf diesem Wege mit anderen betroffenen austauschen oder Leuten, die mir weiterhelfen können:

Kurz zu meiner Person, ich bin weiblich 22 Jahre alt, normalgewichtig und gesund , aber mich macht meine Esssucht echt fertig. Die Mengen die ich zu mir nehme sind wirklich unglaublich, anders als bei Bulemie erbreche ich zwar nicht, aber die Schuldgefühle danach sind unerträglich es ist ein totaler Teufelskreis sein und ich bin es leid. Ich weiss leider keinen Ausweg raus, ich verliere total die Kontrolle über mich selbst und hasse mich hinterher dafür. Wenn ich nicht so exerciv Sport treiben würde, würde ich bestimmt total dick sein (bin jetzt so in der Grenze , trag e Kleidergröße 38/40) . Ich möchte damit aufhören.

Weiss jemand Rat? An wen kann man sich da wenden?? Wird sowas überhaupt therapiert??

DANKE :)*

Antworten
A+ngiex_x


Hallo Kaniki!

Ich kenne mich zwar mit deinem Problem nicht aus... Aber erstens finde ich gut, dass du das Problem erkannt hast und was dagegen tun willst :)^

Zweitens: Ich denke der erste Weg, wenn man nicht weiß wohin, sollte erstmal der zum Hausarzt sein. Mach einen Termin, teil ihm mit, was du hier auch geschrieben hast und er wird schon wissen, wie man dann weitermacht.

Ich denke schon, dass es auf eine Psychotherapie herausläuft, therapiert wird es auf jeden Fall. Du musst dich dafür nicht schämen! Aber auch nicht denken: Och, eigentlich hab ich ja gar kein Problem... (aber wie gesagt, das hast du ja schon erkannt)

Viel Erfolg! :)*

K$anikxi


danke angie.

habe bei mir in der Stadt eine Beratungsstelle gefunden und werde mich dahin begeben, wenn ich es aus eigener Kraft nicht schaffe.

Starte gerade den letzten Versuch mit Meditation und Ausgleichssport...wenn ich jedoch den nächsten Anfall erleide, gehe ich straight dahin...

danke nochmal :-)

SxhuOkxi


Bist du unzufrieden mit Etwas, in deinem Leben?

lg :)D

Swimnonax87


Hallo!

Ich hatte auch über 2 Jahre Binge Eating... hab mich aber nie getraut es jemandem zu erzählen bzw. zu einer Beratung zu gehen. Und was soll ich sagen, es hat aufgehört! Es hat sehr lang gedauert und ich kann echt nicht sagen ob ich jetzt "geheilt" bin oder ob es irgendwann mal wieder anfängt aber mittlerweile hatte ich seit ca. 2 Jahren keine Essanfälle mehr.

Ich glaub was mir am meisten geholfen hat, war mich erst über das Internet zu informieren... war zunächst erstmal total froh, das ich nicht einfach nur "verfressen" bin oder so, sondern das das tatsächlich eine Krankheit ist! Naja und dann hab ich noch gelesen das es meist dadurch kommt, das man versucht sich beim Essen zu sehr zu kontrollieren.. das hab ich auch gemacht, hatte vorher eine Diät gemacht (einfach weniger essen) und hatte auch ca. 10 kg abgenommen. Naja als dann durch die Essanfälle das Gewicht wieder hochging war ich natürlich total frustriert, war von mir selbst enttäuscht und sauer auf mich das ich nicht geschafft hab das mühsam erkämpfte Gewicht zu halten. Hab dann natürlich versucht wieder weniger zu essen, was dann das ganze erst so richtig ins Rollen gebracht hat: fast jeden Tag Essanfälle, immer alles in sich reinstopfen bis wirklich nichts mehr geht und erst aufhören können bis man wirklich vollgestopft ist. Und danach bereut man es so sehr und wünscht sich es nicht getan zu haben und beschließt, das es am nächsten Tag ganz bestimmt nicht wieder so wird... aber naja, natürlich macht man am nächsten Tag weiter.

Ich glaub ich konnte damit aufhören weil ich versucht hab nicht mehr drauf zu achten... mich nicht mehr zu wiegen, nicht versuchen weniger zu essen oder die Essanfälle zu stoppen, "einfach" quasi eine "ist doch scheißegal was und wieviel ich esse" Einstellung zu bekommen... klar, das hört sich bestimmt total utopisch an wenn man grade mittendrin steckt, war auch echt nicht einfach und gab auch einige Rückfälle... aber es geht!!

Was bei mir noch dazu kam war, das ich zu der Zeit meinen Freund kennengelernt hab, der mich so geliebt hat wie ich war (er wusste nichts von den Essanfällen) und der mich auch irgendwie abgelenkt hat... bei so vielen Schmetterlingen im Bauch denkt man nicht so viel ans Essen ;-)

Hat natürlich noch eine Weile gedauert bis es aufgehört hat... aber nach ca. 1 Jahr war es auf einmal, das ich richtig nachdenken musste, wann ich das letzte mal einen Essanfall hatte... und das war echt wunderbar zu merken "Mensch, das ist ja schon 1 Monat her!"

Ich hoffe, das ich dir vielleicht ein bisschen helfen konnte! Du schaffst das ganz bestimmt! Es ist so toll ohne Binge Eating, ein richtig befreites Leben :)^

Alles alles Gute :)* :)*

S`idhaZrta


Mir hilft dieses Buch hier gerade ziemlich:

Amazon

ob das reicht, hängt von dem Ausmass der BED ab; bei einigen hilft es, bei anderen ist es lediglich ein guter Ansatzpunkt. Dann sollte man sich nach einer Therapie umsehen, Verhaltenstherapie ist da wohl gut geeignet.

Die Autorin war übrigens selber betroffen, ist also keins dieser theoretischen Bücher.

BRibolcinPchexn


Habt Ihr denn da richtig Hunger oder nur Appetit auf irgendwas?

Kaniki, ich kann Dir leider nicht helfen. Kenne mich da nicht aus. Habe zwar auch manchmal so Anfälle, dass ich auf irgendwas total Appetit habe und es mir dann auch besorge aber, aber ich denke das hat jeder, gell.

S~idhzartxa


Ich habe manchmal Appetit, meistens gar nichts - ich muss aber etwas in mich reinstopfen, um mit den Gefühlen klarzukommen, oder mit der Leere...

manchmal stehe ich im Laden und habe Schwierigkeiten, was zu finden, weiss aber parallel dazu, dass ich was essen muss.

Das ist für nicht-Betroffene kaum zu verstehen, und allzu oft hört man, das sei "Heisshunger wegen falscher Ernährung" und man "müsse sich halt mal zusammenreissen"...

a) Essattacken bei einer BED finden oft nicht aus Hunger statt

b) ist der Auslöser einer BED nicht einfach schlechte Ernährung

c) ist der Kommentar, sich zusammenzureissen, ungefähr so hilfreich wie wenn man einer Magersüchtigen sagt, sie soll halt einfach essen, oder einer Bulimikerin vorwirft, sie soll an all die hungernden Kinder in Afrika denken

Ich muss bei meinen Essattacken möglichst viel und ungesund essen. Obst/Gemüse füllen da zwar den Magen, was mir aber in dem Moment nicht hilft. Hinterher ist mir schlecht und ich habe Bauchschmerzen...

Es ist ein Teufelskreis. Bin mir aber sicher, dass man es schaffen kann, da rauszukommen. Muss nur noch rausfinden, wie... %-|

B:ibol/in[cxhen


Das ist für nicht-Betroffene kaum zu verstehen, und allzu oft hört man, das sei "Heisshunger wegen falscher Ernährung" und man "müsse sich halt mal zusammenreissen"...

Deshalb habe ich gefragt. Kann es wirklich nicht nachvollziehen, daher kann ich Euch auch keinen Rat oder Tipp geben. :-(

Wenns quasi nur ums Magen füllen geht, kann man da nicht einfach nen Liter Wasser trinken? ???

SCidhTartxa


bei mir ist das dasselbe wie Obst/Gemüse - es hat nicht den selben Effekt. Ist schwer in Worte zu fassen. Ich denke, es kommt darauf an, warum man Essattacken hat. Bei vielen ist es zusätzlich eine Art Selbstsabotage, weil man sich hinterher (und oft schon währenddessen) so richtig scheisse fühlt, an Gewicht zulegt, sich selbst hasst und sich wie ein Versager fühlt. Irgendwann während dem Essen (manchmal auch vorher) kommt bei mir immer der Zustand, wo ich mir denke "bah, dann friss halt, selber schuld wenn du immer mehr zunimmst, offenbar verdienst du das ja nicht anders wenn du zu blöd bist, den Attacken Einhalt zu gebieten" etc... :-/

Baibolitnchexn


Sidharta

bah, dann friss halt, selber schuld wenn du immer mehr zunimmst, offenbar verdienst du das ja nicht anders wenn du zu blöd bist, den Attacken Einhalt zu gebieten

Das wiederum kann ich mir gut vorstellen. Damit erteilt man sich dann ja quasi selbst die Erlaubnis.

Wie sieht es aus mit Ablenkungen? Irgendeine Beschäftigung die Euch Spass macht? Oder bringt auch nichts? ???

SUid'harAtxa


doch, das bringt auf Dauer vermutlich schon was. Man müsste es nur mal durchziehen..manchmal hilft es mir, manchmal nicht. Es braucht Übung.

Ich glaube, es ist ähnlich wie bei Selbstverletzung - anfangs denkt man, es ist unmöglich, es zu vermeiden. Man "muss" es einfach tun. Später lernt man mehr und mehr, wie man anders mit den Auslösern umgehen kann.

Im Buch wird auch empfohlen, sich zu fragen: Bin ich hungrig? Wenn nein- warum möchte ich essen? Wenn man das erkennt, kann man vielleicht eher was konstruktives dagegen tun. Es ist auch wichtig, zu erkennen, dass die Essattacken letztendlich nichts bringen. Vielleicht fühlt man sich ganz kurz besser - aber wenn man z.B. aus Einsamkeit isst, ändert das letztendlich auch nichts daran.

Es ist schon komisch, dass man etwas in der Theorie versteht, aber es praktisch nur schwer umsetzen kann. In der Theorie hätte ich einiges an Ideen, was ich alternativ tun könnte etc. - in der Praxis wende ich sie entweder gar nicht oder nur halb an... :|N

Svimonga87


Also bei mir war es so, das es auf jeden Fall essen sein muss... nicht nur trinken. Und auch wenn man sich oft sagt, lass es einfach, reiß dich zusammen, willst ja nicht wieder dick werden, hat das glaub ich meistens eher die umgekehrte Wirkung.

Ich glaub das ist auch einer der Gründe weshalb ich mich so für Binge Eating geschämt hab... Magersüchtige sind nach außen hin so disziplinert und erreichen ja auch (schrecklicherweise, bitte nicht falsch verstehen) ihre Ziele, aber als Binge Eating Betroffener zeigt sich nach außen auch nur der totale Kontrollverlust, der dann in sowas "ekligem" wie in einer Essattacke endet und man wird dadurch eher dicker, was natürlich genau das Gegenteil von dem ist was man eigentlich möchte... versteht mich bitte nicht falsch, ich bin sicher kein Verfechter von Magersucht, hab nur versucht zu erklären warum es so schwer fällt Binge Eating zuzugeben ;-)

Sqidhaxrta


wahre Worte.

Es ist unglaublich peinlich, die Einkäufe im Supermarkt auf das Band zu häufen, während hinter einem eine Schlange steht und zuguckt... :- vor allem, weil die Stadt, in der ich hier wohne, nicht sooooo gross ist, die Verkäufer kenne ich zumindest schon.. :-| die sehen, was ich jeweils ausgebe für Essen..hoffe ja insgeheim, die denken, dass ich 2 kleine Kinder oder so zuhause habe.. ;-D oder einen Mann oder sonstwen...

B ibo?linxchexn


Sidharta, tust mir wirklich leid, ehrlich :°_ Ich denke , um die Verkäufer brauchst Du Dir keine Sorgen machen. Die wissen bistimmt genau so wenig wie ich über die Krankheit (hoffentlich war das jetzt nicht falsch das zu schreiben :-/) Hm, ich weiss auch nicht wie man Euch helfen könnte. Habt Ihr Freunde? Ich meine ne Freund?

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