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Kartoffelchips und Cholesterin

NZandxi hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Neulich wurden bei mir hohe Cholesterinwerte festgestellt. Zunächst hatte ich einen Gesamtcholesterinwert von 301.

Zwei Wochen später nach Nahrungsumstellung waren die Werte:

Gesamt: 275

HDL: 45

LDL: 220

Soweit ich das verstanden habe, ist es wichtig, auf die Art der Fette in der Nahrung zu achten:

gesättigte Fettsäuren: erhöhen Cholesterin -> schlecht

einfach ungesättigte Fettsäuren: senken Cholesterin leicht -> gut

mehrfach ungesättigte Fettsäuren: senken Cholesterin -> sehr gut

Nun stand ich neulich im Supermarkt vor einer Packung light Kartoffelchips, die - bezogen aufs Fett - die folgenden Nährwerte aufwies (pro 100g):

Fett: 24 g

davon gesättigte Fettsäuren: 2,2 g

davon einfach ungesättigte Fettsäuren: 20 g

davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 2,2 g

Nun ist diese Tüte Chips sicher nicht so gut, wie ein Stück Lachs, aber nach diesen Nährwerten macht es doch den Eindruck als müsste sie meinen Cholesterinwert eher senken als erhöhen. :)^

Leider kann ich das noch nicht ganz glauben (auch wenn ich gerne wollte). Wo ist hier mein Denkfehler?

Vielen Dank!

Nandi

Antworten
APle~onNor


Ich würde tippen das es einfach insgesamt zuviel Fett ist.

Ich hab noch den Richtwert im Kopf das man am Tag bei ca 60g Fett liegen sollte.

SUap%ienxt


lieber nandi,

dein "denkfehler" besteht in der annahme, dass man cholesterin durch nahrungsumstellung stark senken kann.... das ist nicht richtig. deine leber produziert 2/3 des gesamten cholesterin selber, unäbhängig davon, was du isst.... hast du also genetisch bedingt eine aktive leber, müsstest du theoretisch auch GAR NICHTS mehr essen und dennoch wären deine werte zu hoch.... weder einfach noch mehrfach ungesättigte fettsäuren senken den cholesterinspiegel, das funktioniert nur mit omega2 oder omega6, welches sich vorwiegend in seefischen findet (makrele, lachs). dazu müsstest du aber regelmässig diesen fisch essen oder omega3&6 kapseln einnehmen. ein weiterer natürlicher cholesterinsenker sind die sog pflanzenstearine, die sich in becel produkten finden... diese stehen aber in verdacht, sich an den herzklappen abzusetzen und dort auf dauer zu einem engpass führen können. also nicht zu empfehlen!

fett ist nicht gleich cholesterin...! eier zb haben sehr viel cholesterin, aber verhältnismässig wenig fett. schalentiere (krabben, hummer etc) haben enorm viel cholesterin, aber wenig fett. es gilt natürlich, sich möglichst fettarm zu ernähren, das ist richtig. aber das hilft dem cholesterinspiegel nur begrenzt. WENN fette, dann hochwertige fette mit mehrfach ungesättigten fettsäuren. gehärtete fette, wie ich sie in deinen chips vermute, sind schrott. gutes fett ist zb in oliven- oder distelöl oder eben in fisch.

zu deinem cholesterinspiegl noch folgendes:

220 ist auf jeden fall zu hoch, 45 gerad so an der grenze -ein bisschen niedrig.

wie alt bist du, rauchst du, gibt es andere risikofaktoren wie diabetes, herzkreislauferkrankungen in deiner familie? du kannst dir dein persönliches herzinfaktrisko für die nächsten 10jahre anhand deiner eigenen werte mithilfe des PROCAM-Score selbst ausrechnen. schau mal ein wenig rum im netz.... und lass dich nicht mit "die ernährung is schuld" beim arzt abspeisen... die ernährung macht maximal 1/3 des gesamten cholesterins aus.

N"arndxi


Hallo Sapient,

Vielen Dank, das war sehr Lehrreich.

Mir ist klar, das nicht die Ernährung allein Schuld ist, das wollte mir auch mein Arzt nicht einreden. Ich wollte nur sehen, wie weit ich mit einer Ernährungsumstellung komme, bevor ich anfange Medikamente zu nehmen.

Ich bin 30 Jahre alt, rauche nicht und habe auch kein Übergewicht. Meine Mutter hat jedoch ein Fettstoffwechselstörung, die ich wohl geerbt habe.

Da ich 30 bin, funktionieren die PROCAM Rechner nicht (die fangen erst ab 35 an).

Nandi

SJapixent


oh, ja mit 3o bist du dafür noch zu jung *:) ;-D

aber gerade dann solltest du noch einmal ausführlich mit deinem arzt sprechen und ggf einen cholesterinsenker einnehmen. auch, da deine mutter eine fettstoffwechselstörung hat. da cholesterin ja nunmal leider nicht weh tut, ist man hier als patient auch selbst gefragt. du kannst es ja nochmal mit einer akuten nahrungsumstellung versuchen, insofern du dir jetzt viel cholesterin über die nahrung zuführst - aber ich denke bzw bin mir sicher, dass das nicht der knackpunkt ist ;-) jedenfalls bist du noch sehr jung und solltest daher etwas unternehmen, da ist ja noch keine zeit verloren.

viel erfolg @:)

gereatKfenxris


Hier kommt ganz kurz was zum Cholesterin aus der Nahrung. Es scheint mir, dass es da schon möglich ist, dass Menschen darauf stark reagieren könnten.

[[http://www71.sevenval-fit.com/7val.fit/s_3934b08e7e5328efaf7585cff57c9d30/39/61044876da1ff8f9932c1a1b5c1df07d]]

Die Fettaufnahme dürfte allgemein wichtig sein und sollte nicht überstrapaziert werden. 24/100 ist als Wert nicht wirklich gut, aber auch von der Menge an Chips abhängig. Abzuraten wäre da schon, da diese Fette doch zumeist gehärtete Fette (Stichwort Transfettsäuren) sein dürften und sowas brauchst du nicht noch zusätzlich zu deiner Situation. Einfach ungesättigte sind wohl eher weniger schädlich und enthalten meist keines oder wenig Cholesterin, haben aber keine direkten Einfluss drauf.

Aber, Ballaststoffe, vor allem vom Hafer, sollten, wenn nicht schon passiert, in deine Ernährung aufgenommen werden.

Alles Gute

g!reatfe:nris


Link funzt evtl nicht

Fette sind es auch, mit denen die Nutrigenomikforschung Ende der Neunzigerjahre ihre ersten Wissenschaftserfolge feiern konnte. Damals erklärten Forscher zum ersten Mal, warum ein gut gemeinter ärztlicher Rat zuweilen verpufft. Noch heute wird Patienten mit zu viel Cholesterin im Blut empfohlen, sich cholesterinarm zu ernähren. Manch einer, der auf den Arzt hört und sich die Butter vom Brot nimmt und die Eier vom Speiseplan streicht, muss allerdings frustriert erkennen, dass die Qualen der Entsagung nicht mit einem besseren Cholesterinwert belohnt werden. Andere ignorieren heimlich den Rat des Doktors, essen weiterhin Eiersalat, Fleisch und Fett und sind irgendwie erleichtert, dass der Arzt ihren Ungehorsam nicht am Cholesterinwert bemerken kann.

Fünf Eier täglich

Die individuellen Unterschiede haben ihren Grund in den Genen: Das Cholesterin im Essen drosselt den Transkriptionsfaktor SREBP-2 (sterol regulatory element binding protein-2). Dadurch wird die körpereigene Erzeugung von Cholesterin gehemmt. Diese Rückkopplung ist jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt. Während die einen überhaupt nicht auf das Cholesterin aus Ei und Steak reagieren, weil die körpereigene Produktion an Cholesterin drastisch zurückgefahren wird, zählen die übrigen zu den sogenannten Hyperrespondern. Ihnen steckt jedes Butterbrot förmlich gleich im Blut. Welcher der beiden Gruppe man angehört, kann man in einem Selbstversuch testen, ohne sein Genom offenlegen zu müssen. Stangl beschreibt, wie es geht: "Sie müssen sich eine zeitlang cholesterinfrei ernähren. Dann lassen Sie den Cholesterinwert bestimmen. Dann hauen Sie mal richtig rein und essen zwei Wochen lang jeden Tag fünf Eier. Wenn Ihr Cholesterinwert nicht mit einem Anstieg reagiert, dann wissen Sie, dass das Cholesterin aus der Nahrung ihnen überhaupt nichts ausmacht."

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