» »

Was genau ist organisches Calcium?

HSansel$ine


Also um mal zum Praktischen zu kommen: Gemeint war, daß man lieber nicht Kalziumkarbonat zu sich nehmen sollte, sondern stattdessen z.B. Kalziumlaktat oder Kalziumzitrat oder....

"Anstelle von Nahrungsergänzungsmitteln" ist aber irreführend, denn natürlich gibt es auch Nahrungsergänzungsmittel, die eben nicht Kalziumkarbonat, sondern andere Formen von Kalzium enthalten.

cRetderum. censexo


Leider wird oft gar nicht beschrieben, welches Kalziumsalz in den Präparaten enthalten ist. Ich hab eben mal ein bißchen gegoogelt. Meist steht nur "Kalziumsalz" da... Ich denke aber, bei heutigen Stand der Forschung wird man kein Kalziumkarbonat mehr nehmen.

Gefunden habe ich Kalziumhydrogenphosphat und Kaltziumzitrat. Beide Stoffe werden aber auch als Lebensmittelzusatzstoffe verwendet (Säureregulatoren). Was bedeuten würde, daß wir auch oft unbewußt Kalzium zu uns nehmen. Eine Vergleichsliste der Bioverfügbarkeit habe ich leider nicht gefunden. Damit wäre das Thema eigentlich am besten abgearbeitet...

HAanaseldixne


ceterum censeo, ist ja komisch, ich kenne nur Präparate, wo es genau draufsteht. Und meistens ist es Kalziumkarbonat. Aber eben nicht immer!

SDchXerzkexks


Hi,

danke für eure zahlreichen Antworten. Der Hintergrund der Frage ist der: meine Mutter leider an Osteoporose und Hypokalzämie. Sie soll sich natürlich calciumhaltig ernähren und fragt sich nun, in welcher Form sie zusätzlich Calcium zuführen kann. Es wurde ja schon geschrieben dass Calciumbrausetabletten wenig wirksam sind, ich habe aber noch nicht ganz kapiert warum. Welches Präparat wäre denn überhaupt empfehlenswert, um die Calciumaufnahme über die Ernährung hinaus zu erhöhen?

H!ann(a-JMaxria


Es gibt ein "Präparat", welches ich empfehlen kann: Bierhefe! :)^

Ansonsten ist es am besten, kalziumreiche Nahrungsmittel aufzunehmen. Da ist immernoch der unangefochtene Renner die Milch oder Milchprodukte. Diese sollen aber wiederum mit möglichst wenigen Zusätzen aufgenommen werden, weil sonst die Kalziumausbeute gering bleibt. Zucker ist ein starker Kalziumräuber und leider ein Zusatz in den meisten Nahrungsmitteln, selbst da, wo man es nicht denken würde! Auch Oxalsäure (z.B. in Schokolade, Rhabarber oder Spinat) kann die Ursache für Resorptionsmängel sein.

Wer keine Kuhmilch trinkt, kann auch auf Sojaprodukte zurückgreifen. Soja enthält ebenfalls viel Kalzium. Oder auch Nüsse (vor allem Haselnüsse und Mandeln), Grünkohl, Meerrettich oder Kohlrabi. Um eine optimale Kalziumaufnahme aus Getreide (enthält auch viel!) zu gewährleisten, sollte man bedenken, es nicht allzu frisch zu verspeißen. Frische Getreideprodukte enthalten oft die sogenannte Phytinsäure, welche mit Kalzium unlösliche und unresorbierbare Salze (Phytate) bildet. Dagegen entstehen in abgelagertem Brot oder Mehl Phytasen, welche die Phytinsäure unschädlich machen. Normalerweise wird die Phytinsäure auch beim Gärungsprozeß gelöst, aber meist nur etwa 50%. Also lieber altbackenes Bropt essen! ;-)

cNete$rum crenseo


Phytinsäure, welche mit Kalzium unlösliche und unresorbierbare Salze (Phytate) bildet.

Das stimmt nach meinen Informationen nicht. Phytinsäure ist keine salzbildende Säure sondern ein Ester aus Phosphorsäure und einem Alkohol. Das Anion der Säure selber nennt sich Phytat, nicht das Salz. Phytinsäure behindert die Mineralienaufnahme durch den Darm, das stimmt, aber nicht, indem es Salze bildet. Es zerfällt durch das Enzym Phytase normalerweise noch im Körper zu Zucker und Phosphat.

Von Soja als Kalziumspender wird übrigens abgeraten, gerade weil es sehr viel Phytinsäure enthält. Eine reine Sojaernährung kann sogar zu einem Kalziummangel führen.

Quelle: Wikipedia ;-)

Keetxal


Um es hier einmal richtig zu stellen:

Calciumcarbonat ist NICHT organisch sondern anorganisch (Carbonate zählen zu den anorganischen-Anionen) !!!

Weiters Calciumpräparate enthalten auch wenn es schwer löslich ist trotzdem Calciumcarbonat, da wir ja in unserem Magen Salzsäure haben und die eine starke Säure ist und Carbonat von der Kohlensäure kommt und dies eine schwache Säure ist, verdrängt die Stärkere die Schwächere, daraus entsteht formal Calciumchlorid was wunderbar löslich ist.

Deswegen soll man es ja auch bei übersäuerung nehmen, wenn ich schon Calciumchlorid etc. zuführe macht das ja dann wohl keinen sinn (neutralisiert ja nix).

Gerade heute habe ich wieder in einer Zeitung 2Seiten über dieses "organische Korallen-Calcium" gelesen, so ein Schwachsinn, es wird folgend begründet:

Organisch ionisches Calcium ist leichter zugänglich und anorganisches Calcium hat zu große Moleküle.

Wer sich einmal organische Calciumverbindungen bzw. Proteinkomplexe mit Calcium ansieht wird sofort sehen, dass um ein winziges Calciumatom ein riesiges Gerüst befindet, anorganische Verbindungen sind viel kleiner und meist leichter zugänglich (außerdem sind das keine Moleküle).

Am Stück Kreide lutschen bringt auch nichts weil die besteht meist aus Calciumsulfat (Gips) und den kann der Körper nicht verwerten.

Wenn man es so nennen möchte "organisches Calcium" entspricht wäre Calciumcitrat bzw. Cluconat diese sind natürlich sehr gut Wasser löslich und daher gilt das selbe wie bei den anorganischen Verbindungen (nur das diese rein synthetisch hergestellt werden).

Also wem es interessiert: Calcium-Proteine oder Proteine und Calciumcarbonat/Kalk oder Calciumgluconat oder Calciumchlorid in google suchen und sich selbst davon zu überzeugen.

KOetal


PS:

Wenn man noch zum organischen Calcium das Calciumoxalat betrachtet, dies ist schwer Löslich und bildet Gallen, Nieren und Blasensteine, dies entsteht aus Oxalsäure und Calcium (daher sollte man auch nicht Rarbarba oder Spinat in großen Mengen mit Calcium gemeinsam zu sich nehmen).

Also selbst "organisches Calcium" kann sich negativ auf den Körper auswirken.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Ernährung oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Übergewicht · Unter­gewicht · Magen und Darm · Zahnmedizin · Suchtprobleme


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH