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Von einem Extrem ins Nächste

EImpty&Hexro hat die Diskussion gestartet


Ich weiß wirklich nicht mehr weiter.

Anfang März diesen Jahres wog ich bei einer Größe von 174cm 97kg und fühlte mich so richtig, auf gut Deutsch gesagt, scheiße. Ich fing an zu schnaufen, wenn ich Treppen hochlief, meine Klamotten passten alle nicht mehr und mir war einfach nur noch zum Heulen zumute.

Also beschloss ich von heute auf morgen, abzunehmen.

Dazu muss ich sagen, dass ich nie wirklich schlank war, es jedoch 2008 schon einmal geschafft hatte, mich auf 78kg zu reduzieren. Und da wollte ich wieder hin.

Letztendlich lief das alles so wunderbar, dass ich im September bei 66kg gelandet war und mich so auch ziemlich wohlfühlte, trotzdem noch bis 58 runter wollte.

Einziges Problem: dadurch, dass ich eine Radikaldiät gemacht hab (nicht mehr als 800kcal/Tag & viel(!) Sport), wies mein Körper einige Zeichen von einer Mangelernährung auf (Schwindel, Haarausfall, Müdigkeit, etc.) und ich musste notgedrungen wieder anfangen, mehr zu essen.

Wäre ja alles nur halb so schlimm, wenn ich jetzt nicht wieder in alte Muster verfallen würde.

Ich hab innerhalb des letzten Monats ca 6-7kg zugenommen (hab mich schon seit 1 Woche nicht mehr auf die Waage gestellt, daher nur ein Schätzwert) und fühle mich tierisch schlecht.

Ich kann einfach kein normales Verhältnis zum Essen aufbauen, mein ganzer Tag dreht sich darum – egal ob ich mich in einer Abnehmphase befinde, oder nicht.

Und diese beiden Extreme machen mir Angst.

Während meiner Diät hab ich

Morgens – 1 Schale Müsli (40g) mit Milch (1,5%) & einen Apfel

Mittags (das heißt, gegen 16 Uhr) – ein Gericht unter 400kcal + einen Apfel

und abends nichts gegessen & ca. 4l am Tag getrunken.

Heute dagegen hab ich

Morgens – 1 Brötchen ohne jeglichen Aufstrich, 1 Brötchen mit salziger Butter bestrichen, eine Schale Müsli, 1 Früchtetraum von Ehrmann, einen Apfel, ca. 100g Katjes Tropenfrüchte und einen Curry-Fleisch-Aufstrich

Mittags – einen Teller Omelett mit Spinat und Kartoffelbrei, ein Tomate-Mozarella-Brötchen, 1 McSundae (McDoof Eis)

und abends die restlichen 100g Katjes Tropenfrüchte, 1 Früchtetraum von Ehrmann, 25g Marabu-Schokolade, ein dänisches Brötchen, 2 Brötchen mit salziger Butter bestrichen und einen Apfel gegessen. Dazu hab ich heute insgesamt ca 1,5l getrunken.

Ich hab zwar die Motivation, wieder abzunehmen, allerdings scheitert das an der Umsetzung. Wie schon gesagt, ich denke den ganzen Tag über ans Essen und mir fehlt ein Sättigungsgefühl.

Woher kommt das und was kann ich dagegen tun?

Ich weiß nicht einmal, warum ich esse. Ich bin weder besonders schlecht, noch besonders gut gelaunt, hab keine Langeweile (die Uni hat für mich gerade begonnen, alles eher aufregend) und auch keinen Stress.

Hat jemand einen Tip, wie ich mich selbst am besten in den Griff kriege? Ich möchte nicht wieder übergewichtig sein, steuer aber geradewegs darauf zu :/

Ich bin wirklich am Verzweifeln und würde mich über jeden Ratschlag riesig freuen.

Danke im Voraus,

EmptyHero

Antworten
Slamolema


Das nennt sich Jojo-Effekt.

Du hast viel zu schnell mit viel zu wenig Nahrung abgenommen und büßt jetzt deine Erfolge ein.

Tipp: Vollwertkost und Bewegung. Immer satt essen, jeden Tag bewegen.

D"a_=Lxi


Das ist ja nun mal das bekannte Problem bei Diäten. Man schafft es nicht, das Nicht-Essen durchzuhalten und wenn man mit der Diät aufhört und wieder isst, wie vorher, ist man ganz schnelle wieder beim Alten Gewicht, oder noch drüber.

Du musst lernen, "normal" zu essen. Was du heute gegessen hast, finde ich gar nicht so viel. Wenn man die leeren Kalorien, also die Süßigkeiten und die Schokolade weg lässt und dafür ein bisschen Obst und Gemüse rein packt, wäre es doch gar nicht so übel.

Zählst du Kalorien? 800 kcal sind viiel zu wenig, dein Körper schaltet in den Hungerstoffwechsel, du hast Hunger, schlimmstenfals Fressanfälle und verlierst Muskelmasse, was ja nicht das Ziel ist. Und danach kommt der Jojo.

Was ist denn deine Vorstellung von gesunder Ernährung? Wie willst du langfristig essen?

P;ee>Kalee


Hey EmptyHero,

ich weiss nicht in wieweit du dich schon mal mit Ernährung befasst hast. Ich meine, Information und Wissen. Wenn du so eine Radikaldiät machst, schaltet dein Körper auf 'Notsituation' um. Du nimmst zwar ab, wirst aber auch schwächlich. Der Körper unterhält nur noch die lebensnotwendigen Vorgänge. Ein klarer Kopf und ein gesundes, energiedurchströmtes Gefühl gehören nicht dazu. Deshalb wirst du schlapp.

Wenn du später wieder normal, oder schlimmer noch, ungesund isst, denkt dein Körper: super, gerade war noch Notstand, wer weiss, das kommt bestimmt nochmal. Also behalte ich soviel Enerige wie möglich. Dein Körper setzt besonders schnell Reserven an, dein Sättigungsgefühl kommt nicht mehr so schnell, dein Körper hat Heisshunger auf Kalorien (weil ja vorher so wenig da war). Das zu den Extremzuständen.

Wenn du abnehmen möchtest, ist eine Ernährungsumstellung sinnvoll. Das heisst, auf Dauer gesund, ballaststoffreich und vitaminreich essen. Mit ab und zu gemässigt naschen. Ich habe ziemlich schnell und einfach abgenommen durch wenig bis kein Zucker zu essen. Das vermindert den Heisshunger darauf und Obst und Gemüse rückt automatisch in den Mittelpunkt.

über Ernährung ist so unglaublich viel zu sagen. Die Wissenschaft streitet sich, die Anhänger der jeweiligen Diäten und Sichtweisen streiten sich erbittert. Es gibt also nicht DAS Rezept zum abnehmen/Ernährung umstellen.

Ich glaube, wenn man den Weigth Watchers folgt, isst man im Durchschnitt recht gesund und regelmässig.

Ich glaube, deine extremen Schwankungen kommen vom extrem damit beschäftigen und dem Körper extreme Dinge zumuten.

Zusätzlich vermute ich (Hypothese, darf gerne widerlegt werden) dass du dich wegen deinem Körper schämst, dass du mit dir und deinem Körper nicht im Reinen bist. Das wäre ein Grund um so extrem reinzuhauen, was Essen und 'Hungern' gilt.

Lass mal hören wie es mit dir weiterhin ergeht, bin echt gespannt!

Liess auch mal den Faden über 'ohne Zucker'. ich weiss leider nicht wie man hier einen Faden verlinken kann. >:(

GhibNi=chtAuxf


Sorry, aber das mit dem Jojo-Effekt ist quatsch... Wissenschaftliche Studien zeigen (z.B. [[http://www.ajcn.org/cgi/content/full/72/5/1088)]], dass der Jojo-Effekt nichts anderes ist, als das Unwissen, dass man nach einer Diät nicht mehr so viel esen kann wie vor der Diät, weil durch die Abnahme der Grundumsatz gesunken ist.

Während einer Diät (mit aufgenommenen Kalorien < Grundumsatz) sinkt der Grundumsatz je nach Kalorienaufnahme um 3-10% und normalisiert sich 2-14 Tage nach der Diät.

S,a=mlGema


dass der Jojo-Effekt nichts anderes ist, als das Unwissen, dass man nach einer Diät nicht mehr so viel esen kann wie vor der Diät, weil durch die Abnahme der Grundumsatz gesunken ist.

Ich weiß. Durch den Energiemangel wird Muskelmasse verstoffwechselt, weil Eiweiß einfacher zu verwenden ist als die Fettspreicher im Körper.

ABER man kann NICHT innerhalb 2 Wochen nach der Diät (die ja hier über ein halbes Jahr gedauert hat) die verlorene Muskelmasse wieder aufbauen. Das dauert viel länger.

G;ibNiclhtxAuf


ABER man kann NICHT innerhalb 2 Wochen nach der Diät (die ja hier über ein halbes Jahr gedauert hat) die verlorene Muskelmasse wieder aufbauen. Das dauert viel länger.

Ja, dass stimmt. Deswegen sollte man ja genau auf seinen "neuen" Grundumsatz achten, der bei weniger Gewicht (Muskeln und Fett) auch wesentlich geringer sein kann.

Joa, und deswegen an Samlemas Tipp halten und dich von gesundem Vollkorn, Obst und Geflügel ernägren + viel Sport und du baust keine Muskeln ab, sondern solche welche auf. ;-)

NioN'am+e9u3


was immer hilft: stelle dir eine flasche wasser dahin wo du öfter sitzt oder ähnliches und wenn du hunger bekommst denke dir einfach du wärst zu faul aufzustehen und trink wasser. dann bist du auch schneller satt.

generell ist es auch gut eine halbe stunde vor der täglichen mahlzeit einen halben liter zu trinken das bringt dich dazu weniger zu essen.

anstatt wasser kannst du natürlich auch tee trinken,aber wenn dann ungesüßt :)

S[am[lem(a


Also ist es doch der Jojo-Effekt, wenn man eben NICHT auf den geringeren Grundumsatz achtet, sondern weiter futtert wie vorher.

Wenn man bei der Diät nicht gehungert hätte und so extrem wenig gegessen hätte, wäre der Grundumsatz nie gesunken und man hätte eben keine Probleme hinterher mit einer unerwünschten Zunahme.

G@ibN*ichctAuxf


Ja, aber der Grundumsatz ist ja nicht gesunken, weil der Stoffwechsel durch die geringe Kalorienzufuhr verlangsamt, sondern weil das Gewicht weniger wird (weniger Gewicht=weniger Grundumsatz). Ich höre nur so oft, wie vom bösen, magischen Jojo-Effekt gesprochen wird, der auf jeden Fall auftritt und man nicht vermeiden kann.

Das einzige, was man nicht verhindern kann sind 1-4kg nach einer "Crashdiät", weil der Körper Wasser und Mageninhalt einlagert.

Ewmma9_Pexel


GibNichtAuf

Danke für deine Erklärungen! @:) @:)


Ich hatte vor längerer Zeit mal einen Faden aufgemacht und mich genau nach diesem ominösen Jojo-Effekt erkundigt, eben weil mir das mit dem "kaputten Stoffwechsel" (der immer für alles herhalten muss und bei diesem Thema innerhalb von Sekunden aus dem Hut gezaubert wird :=o ) nicht wirklich einleuchtet. Was ein "kaputter Stoffwechsel" nun genau ist, warum und ab wann man ihn bekommt, ob das dann bis zum Lebensende so bleibt etc. konnte mir niemand erklären und auf Nachfragen meinerseits antwortete dann auch schnell niemand mehr.

Deine Erläuterung erscheint mir sehr viel einleuchtender. :)z

SEamlemxa


Ja, aber der Grundumsatz ist ja nicht gesunken, weil der Stoffwechsel durch die geringe Kalorienzufuhr verlangsamt, sondern weil das Gewicht weniger wird

Der Stoffwechsel wird aber auch langsam, weil eben Muskeln abgebaut werden.

Nehmen wir an, die TE wiegt bei 174cm 66kg, dann spuckt mir ein Rechner im Netz 1494cal aus. Bei 72kg sind es 1551kcal, macht also einen Unterschied von // 60kcal//.

Diese 60kcal würde ich nicht dafür verantwortlich machen, dass sie in einem Monat 6kg zugenommen hat. Da muss was anderes dahinterstecken und das ist nämlich das "An die Wand fahren des Stoffwechsels" = Muskelabbau. Muskelmasse benötigt in Ruhe nämlich mehr Energie als Fett; nun hat sie durch die Diät aber viel Muskelmasse verloren (verstoffwechselt), also geht dadurch der Grundumsatz runter.

Tut mir sehr Leid, deine Theorie entkräften zu müssen.

ESmma_}Peeol


Da muss was anderes dahinterstecken und das ist nämlich das "An die Wand fahren des Stoffwechsels" = Muskelabbau. Muskelmasse benötigt in Ruhe nämlich mehr Energie als Fett; nun hat sie durch die Diät aber viel Muskelmasse verloren (verstoffwechselt), also geht dadurch der Grundumsatz runter.

Das ist doch aber kein "kaputter" Sroffwechsel. Etwas ist kaputt, wenn es nicht mehr richtig funktioniert und in deinem Beispiel funktioniert der Stoffwechsel ja ebenso gut wie vorher – mit dem Unterschied, dass weniger Muskelmasse da ist und der Effekt ein anderer ist.

SIamlexma


Das nennt man aber eben ugs. "kaputter Stoffwechsel". Dass der nicht kaputt ist im Sinne von krank, ist mir schon klar und allen anderen vermutlich auch... Ein echter kaputter Stoffwechsel kommt z.B. durch Schilddrüsenerkrankungen vor, aber das liegt hier ja nicht vor.

deinem Beispiel funktioniert der Stoffwechsel ja ebenso gut wie vorher

Eben nicht. Er funktioniert "langsamer", er benötigt also am Tag weniger Energie als vorher, nämlich aus genau diesem Grund:

mit dem Unterschied, dass weniger Muskelmasse da ist

EXmma_`Peel


Eben nicht. Er funktioniert "langsamer"

Vielleicht reden wir ja aneinander vorbei, aber ich widerspreche deiner Definition trotzdem mal. Natürlich wird weniger Energie umgesetzt, aber dafür gibt es ja einen guten Grund, nämlich weniger Muskelmasse. Die Funktion bleibt doch erhalten.

Anderes Beispiel: Eine Solaranlage wandelt an sonnigen Tagen mehr Energie um als an regnerischen. Trotzdem ist sie an Regentagen nicht defekt und funktioniert genauso gut. Sie hat nur nicht die Bedingungen, um ihre Leistung voll auszuschöpfen und somit ist ihre Ausbeute geringer.


Davon ab: Wenn du jetzt selbst schreibst, dass es nur die geschwundene Muskelmasse ist, die das Problem verursacht, dann verstehe ich nicht so ganz, warum du in vielen Fäden Leuten nach Crash-Diäten suggerierst, sie hätten sich ihren Stoffwechsel dauerhaft kaputt gemacht. ":/ Dann könnte man es doch direkt sehr viel korrekter und auch konstruktiver formulieren, indem man sagt: "Du hast vermutlich Muskelmasse abgebaut, also betätige dich sportlich und iss wieder normal – und alles regelt sich wieder." Stattdessen kommt pauschal der Satz: "Tja, selbst Schuld. Du hast dir den Stoffwechsel ruiniert." :|N

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