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Essverhalten meiner Freundin – es belastet mich sehr

CGheevrXolet hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bräuchte echt mal einen Rat. Das Essverhalten meiner Freundin, die Sorge um sie, belastet mich momentan sehr arg. Ich weiß momentan echt nicht, was ich machen soll. Ich kann mir darüber stundenlang den Kopf zerbrechen, aber ich weiß danach auch nicht, was ich tun soll.

Also wir beide sind Mitte Zwanzig, beides Studenten, wohnen nicht zusammen (sehen uns aber fast täglich) und sind jetzt circa erst knapp 2 Monate zusammen. Bis auf ihr Essverhalten ist echt alles wunderbar – ich liebe diesen Menschen so sehr, und kann und will nicht ohne sie sein.

Vor circa 4-5 Jahren ist sie in eine schwere Magersuchts-Erkrankung gerutscht und musste deswegen auch ein halbes Jahr ins Krankenhaus – ihr Zustand war anscheinend damals ziemlich kritisch. Ich verstehe es auch, warum sie damals wohl in diesen Zustand gerutscht ist – sagen wir es so: ihr Leben war einige Jahre lang wirklich sehr schlimm, und sie hatten keinen Halt in ihrem Leben.

Nachdem sie diese Erkrankung überwunden hatte, hat sie wohl verhältnismäßig normal gegessen – bis sie mit ihrem Ex-Freund zusammen kam, dieser hat ihre emotional-liebevolle Art extrem ausgenutzt, da er selbst große psychische Probleme hatte und mit seinem Leben nicht klar kam. Das alles hat sie erneut ziemlich aus der Bahn geworfen und sie hat schon damals wieder ein recht ungesundes Essverhalten entwickelt: Tagelang hat sie nichts gegessen, um sich dann bis es ihr schlecht wurde mit Essen voll zu stopfen.

Heute geht es ihr m.M.n. zumindest psychisch besser, zumindest sagt sie mir immer, dass es ihr jetzt so gut geht wie nie zuvor in ihrem Leben. Charakterlich ist sie wirklich ein unfassbar liebevoller, verständnisvoller Mensch, der viel (körperliche) Nähe und Sicherheit sucht. Ich würde für sie wirklich alles tun!

Aber mit ihrem Essverhalten weiß ich wirklich nicht umzugehen. Schon als ich sie kennenlernte, höre ich sie beständig klagen, dass sie unter einem "ständigen Hungergefühl" leiden würde. Dies zeigt sich vor allem darin, dass sie unter krassen Heißhunger-Attacken leidet und dann irrwitzig viel isst. So viel sie dann mit ihren circa 60-65 Kilo in sich hinein schaufelt, kann ich selbst mit meinen 85 Kilo bei 1,91 m nicht essen, ohne dass es mir schlecht werden würde.

Sie hat in den letzten beiden Monaten schon zugenommen (also ich sehe es schon), was ihr selbst auch nicht verborgen geblieben ist. Sie schämt sich dann richtig in meiner Gegenwart dafür und fragt mich jeden Tag, ob man denn sehen könnte, dass sie zugenommen hätte. Ich verneine das dann und sage, dass sie eine wunderschöne Figur hat.

Ferner leidet sie fast täglich unter Bauschmerzen, Blähungen und ähnlichen Dingen, was wohl daran liegen dürfte, dass sie trotz Lactose-Intoleranz sehr viele Süßigkeiten isst, was sie kaum/nicht verträgt. In meiner Gegenwart (oder generell wenn sie nicht alleine ist) isst fast schon auffällig langsam, dennoch von der Menge her normal, würde ich sagen.

Allerdings hat sie mir schon – von sich aus – gesagt, dass sie wenn ich den von ihr zu mir nach Hause gehe, oft regelrecht in einen Fresswahn verfällt und dann die gefühlte 5-fache Menge isst, welche sie vor mir isst. Das können dann anscheinend mal zwei Pizzas, drei Joghurts und eine Tafel Schokolade sein und das alles innerhalb kürzester Zeit.

Sie hat beim essen, wenn sie alleine isst, absolut kein Maß. Auch beim Kochen nicht. Wenn sie etwas für sich kocht, dann ist das für gefühlte 5 Personen – ähnlich planlos muss es bei ihr beim Einkaufen zugehen. Ihr Kühlschrank, nur für sich wohl gemerkt, ist wesentlich voller als der in unserer 3-Mann-WG. Sie hebt Essen auch z.T. völlig planlos auf, d.h. sie kocht was, isst davon ein Fünftel, und legt den Rest ewig lange in den Kühlschrank. Entweder sie wirft es dann doch weg, weil sie einsieht, dass es schlecht geworden ist oder sie isst den Rest dann in einem Fressanfall auf einen Schlag auf.

Zusätzlich isst sie absolut durcheinander, manchmal 4-5 mal eine warme Malzeit am Tag, das kann dann morgens um 5 Uhr schon anfangen oder auch erst mit der letzten Mahlzeit vor dem ins Bett gehen um zwei Uhr nachts enden. Am nächsten Tag isst sie den ganzen Tag nur Spaghetti – all das weiß ich auch, weil sie mir es sagt. Sie isst zwar vor mir, aber redet mit mir dennoch über ihre Heißhunger-Attacken. Vor mir isst sie wie gesagt recht normal, total unauffällig.

Sie hat in der Zeit in der ich sie kenne wie gesagt etwas zugenommen, aber nicht stark. Zudem ist sie sehr schlank (circa 63-65 Kilo bei 1,75m), dennoch zerbreche ich mir über das Thema sehr lange und intensiv den Kopf:

- Besteht die Gefahr, dass sie in irgendeine schlimme Phase hineinrutscht? Wie kann man ihr helfen?

Ich brächte wirklich einen Rat, ich kenne sie erst seit Kurzem, und hatte bisher noch nie mit dem Thema Ess-Störung zu tun. Ich fühle mich völlig ratlos. Überfordert. Überfragt.

Danke für jede Hilfe.

Viele grüße Chevy

Antworten
J|ust 4Doi Ixt


Mein Rat an Dich ist, unterstütze Sie mit Deiner Liebe. Die Altlasten die sie mit in die Beziehung gebracht hat, verschwinden nicht von heute auf morgen aber es wird ihr sehr viel leichter fallen, wenn sie weiß das Du für sie da bist und zwar aus Liebe ;-)

Gib ihr Halt, bis sie sich selber wieder halt geben kann. :)^

"Love is all you need" John Lennon ;-D

c4lai.rVet


"Love is all you need"

Glaub ich leider nicht. :-/

Da sie schon eine Vorgeschichte mit Magersucht hat, braucht sie meiner Meinung nach professionelle Hilfe.

a=m.ylxe


Magersucht ist eine Krankheit, die immer in ihr bleiben wird.

WIrd sie therapeutisch noch unterstützt ? Wenn nicht, sollte sie sich mM darum kümmern, sie hat kein gesundes Essverhalten und hat es noch nicht gelernt vernünftig zu essen.

Ich kann mir super gut vorstellen, dass du deine Schwierigkeiten und Probleme mit ihrem extremen Essverhalten hast, unterstütze sie, aber mache ihr klar, dass du keine Hilfe für sie sein kannst. Du bist ihr Freund, aber du kannst ihr da nicht helfen.

Das ist traurig, aber es ist wirklich so.

Um besser mit sich und dem Essverhalten klarzukommen muss sie sich therapeutische Hilfe nehmen.

ACqualxia


Ja, das muss wohl sein.

Wegen der Laktoseintoleranz kann ich.nur empfehlen, das fehlende Enzym zuzuführen. Es heißt Lactase von Biolabor gibt es davon 40Tabletten mit 10.000,Einheiten für knapp 11€ in Drogerien und Supermärkten

tLüdjellxü


hört sich für mich an als würde sie dir evtl eine bulimie verheimlichen !?

ich möchte jetz hier niemandem etwas unterstellen, doch dieses verhalten wie du es beschreibst ist mir sehr bekannt!

l6öwin8r8


Hallo Chevrolet,

erst einmal muss ich sagen, dass ich es ganz wunderbar finde, wie du zu deiner Freundin stehst und dass du sie eben nicht "im Stich" lässt.

Nun zu ihrem Verhalten und deinen Sorgen. Ich kann mich ziemlich gut in dich und auch in sie hineinversetzen. Ich habe selbst seit ungefähr 5-6 Jahren Magersucht. Heute geht es mir aber recht gut. Kleine Rückschläge kennt wohl jeder Essler, aber wenn der Will zum Leben da ist, überwindet man jede dieser Phasen. Zu deiner Freundin:

Ganz ehrlich? Das gehört behandelt! Es muss nicht mal sein, dass sie Bulimie hat, aber sie hat ein extrem gestörtes Essverhalten. Mir scheint, sie versucht unbewusst Druck, Kummer, Stress oder was auch immer mit der Esserei zu verarbeiten. Aber vorallem,wenn sie den Tag über zu wenig isst, kann es schnell zu solchen Anfällen kommen. Der Körper lässt sich nicht veralbern und holt sich irgendwann eh was er brauch ;-) Vielleicht hatte sie diese Anfälle auch letztlich vermehrt,weil sie noch im Untergewicht war. Mit 65 kg auf 175cm ist sie ja nun schlank, aber nicht mehr extrem untergewichtig. Jedoch muss sie das Problem selbst erkennen und ändern wollen. Du solltest offen mit ihr über deine Gedanken und Sorgen reden. Nicht abwertend, aber auch nicht als sei sie ein Kind. Sie ist erwachsen und kann Selbstverantwortung für sich und ihr Leben übernehmen! :)^ Bei Aussagen bzgl. ihres Gewicht und ihrer Zunahme solltest du vorsichtig sein... Oft kommt sowas bei Essgestörten sehr negativ ab bzw sie hören, was sie hören wollen %-| :-) Irgendetwas steckt hinter ihrem Verhalten. Dafür gibt es eine Ursache und wenn sie wirklich etwas an ihrem Essverhalten ändern will, muss sie die Ursache finden. Dabei kann meistens nur ein Therapeut helfen :)z

Alles Gute @:)

J5ust pD4o xIt


Ich muss meinen Beitrag wohl ergänzen, da es diesbezüglich wohl Missverständnisse gab. Auf die Frage hin was ER tun kann, war meine Antwort Liebe. Wenn sie weiß das jemand für sie da ist, wenn sie weiß das sie von ihm geliebt wird, auch wenn die Zeiten schwer sind, ist dass das Beste was ER tun kann.

Das sie professionelle Hilfe braucht steht außer Frage, jedoch ist er glaube ich weder Psychologe noch Arzt, so dass diese Hilfe nicht von Ihm kommen wird.

@ Chevrolet was ihr evtl. auch helfen kann,

wäre wenn Du sie begleitest, wenn sie sich Hilfe sucht :)^ Sei aus Menschlichkeit bei ihr, nicht auf Grund Deiner Fachkompetenz.

Love is all YOU need ;-) (Er nicht sie, nur damit mir keiner wieder nachsagt Sie bräuchte keine professionelle Hilfe....)

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