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Machen Gummibärchen dick?

Kwikix-20


echt wahr..komisch ist auch dass ein gewisser Atkins ziemlich dick war, als er starb. Dann hat er an seiner eigenen Essensweisheit wohl nicht festgehalten.

War letztens noch in den Medien, wo seine Theorie wieder mal kritisiert wurde.

b7ernxd


Kalorien

Kalorien sind ein Maß für den physikalischen Brennwert. Diese Kalorienzahl besagt, wieviel Wärme frei wird, wenn ein bestimmter Stoff in einem Kalorimeter verbrannt wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Was aber als Fett im Körper für schlechte Zeiten gespeichert wird, hängt von anderen Faktoren ab. Die Kalorienzahl spielt dafür nur sehr bedingt Rolle und ist kein geeignetes Maß zu Bewertung von Nahrungsmitteln.

Der Laie stellt sich das mäglicherweise so vor, daß alles an Kalorien in den Fettdepots gespeichert wird was in den Körper kommt, so, als wenn ich mit meinem Motorrad zur Tankstelle fahre und den Tank auffülle. In Wahrheit ist die Speicherung von Fett ein aktiver Prozess, an dem Insulin als Schlüsselhormon beteiligt ist. Je höher der Insulinspiegel, desto mehr Fett wird in den Depots gebildet und umgekehrt.

Das heißt, daß man für einen niedrigen Insulinspiegel sorgen muß, wenn man abnehmen bzw. nicht zunehmen will. Wenn das gelingt, kann man praktisch beliebig essen ohne Fett anzusetzen.

Nun ist bekannt, daß Insulin ausgeschüttet wird, wenn Kohlenhydrate aus der Nahrung den Blutzuckerspiegel erhöhen. Diese Kohlenhydrate werden dann mit Hilfe des Insulins in die Fettzellen abgeschoben, in Fette umgewandelt und gespeichert. Ist der Insulinspiegel niedrig, werden diese Speicherfette wieder abgebaut und dienen dem Körper als Brennstoff.

Wenn ich nun im Extremfall Kohlenhydrate komplett aus der Nahrung weglassen und mich nur mit Eiweiß und Fett ernähren würde, dann wird trotz der hohen Kalorienzufuhr sogar noch Fett aus den Depots abgebaut. Diese Fette werden in der Leber zu sogenannten "Ketonköpern" umgebaut, die wasserlöslich sind und über die Nieren ausgeschieden werden. Diese Ketonkörper kann man mit Teststreifen (Ketostix) im Urin nachweisen. Spätenstens nach 24 Stunden Kohlenhydratkarenz zeigt sich eine Ketonurie und damit ein massiver Abbau von Fettgewebe, TROTZ hoher Kalorienzufuhr. Dieses Experiment kann jeder, der eine Waage hat und sich Ketostix aus der Apotheke besorgt, zu Hause durchführen.

KHiki-x20


ich halte nix von eineitiger Ernährung

jxn


@agnes

Hallo Agnes,

> man kann auch mit qualitativ hochwertiger Nahrung fett

> werden (ich sehe reichlich beweise dafuer)

Je nachdem, was du als qualitativ hochwertige Nahrung ansiehst, kann das durchaus sein. Wenn du dir die Ernährung eines solchen Beispiels anschaust, wirst du darin mit Sicherheit einige der beschriebenen Fehler finden. Aber letztendlich muß man sich das im Einzelfall anschauen und ich möchte auch gar nicht unter den Teppich kehren, daß man durchaus auch aufgrund von anderen Ursachen Übergewicht entwickeln kann - auch wenn das eher selten ist. Cortison und andere Hormonpräparate greifen ebenfalls in die Abläufe des Fettstoffwechsels ein und können so Gewichtsabweichungen verursachen. Ursache ist dann natürlich zunächst einmal das Medikament, nicht die Ernährung.

> Aber Ihr koennt natuerlich gerne daran glauben, die

> Verbreitung von solchen Mythen ist ja eine der

> Hauptfunktionen des Forums.

Es steht dir natürlich frei, das alles als Mythos abzutun, das ist dein gutes Recht. Niemand will dir etwas ans Bein binden, das du nicht möchtest, Agnes. Wir müssen alle unsere eigenen Erfahrungen machen, nur so lernen wir.

Allerdings gebe ich zu Bedenken, daß dieser Mythos recht gut funktioniert...: [[http://www.vollwertleben.info/html/erfahrungsberichte.html]]

> Solange Ihr damit nicht zu viel Schaden anrichtet, was

> unwahrscheinlich ist...

Es ist wirklich sehr unwahrscheinlich, daß eine gesündere Ernährung Schaden anrichtet... ;-)

Welche Schäden durch die permanenten Diät- und Medikamentenempfehlungen hier im Forum angerichtet werden, kontrolliert aber leider auch niemand. Die Folgen hat dann der einzelne zu tragen. Aber letztendlich sind wir alle in der Lage selbst zu entscheiden, was wir als sinnvoll annehmen und was nicht.

j/n


@Bernd

Die Low-Carb Diäten, allen voran Atkins, führen tatsächlich zu einem Gewichtsverlust, sind aber wie alle Diäten ungeeignet, das Problem Übergewicht zu lösen.

Eine solche Diät kann nur für kurze Zeit durchgeführt werden und beinhaltet erhebliche gesundheitliche Risiken. Da mit Beendigung der Diät aber auch der alte Zustand wieder hergestellt wird, kommt das Übergewicht natürlich ebenfalls wieder zurück. Man wird das Problem Übergewicht also nie los - wie bei jeder anderen Diät auch.

Eine Heilung des Übergewichts bedeutet aber, daß man wieder essen kann, ohne sich um Kalorien oder Fette Gedanken machen zu müssen. Im Grunde bedeutet es, den Zustand wieder herzustellen, den alle Normalgewichtigen haben und in dem der Körper sein Gewicht selbst reguliert.

m/axiPee


re

Bernd wird es sicher nicht um eine kohlenhydratfreie Diät gehen. Sondern wahrscheinlich um eine Ernährungsweise, die wenig Kohlenhydrate mit hohem glykämischen

Index enthält (z.B. Reis, Kartoffeln). Je höher der glykämische Index eines kohlenhydratreichen Lebensmittels, desto mehr steigt der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr. Wozu ein hoher Blutzuxkerspiegel führt, hat Bernd erklärt.

interessante Links zum Thema:

[[http://www.strunz.com/www2/artikel030325.asp]]

[[http://www.google.de/search?q=cache:VgmeMYlraH4J: [[http://kardiologie.joho-dortmund.de/download/info_boegen/KA-Pfundskur%25202003.pdf+kohlenhydrate+aok+&hl=de&ie=UTF-8]]]]

bserxnd


Low carb diäten

Natürlich ist Atkins, wie alle Diäten einseitig und dient zunächst als "Hau-Ruck-Methode", um Übergewicht in kurzer Zeit loszuwerden. Gesundheitliche Bedenken gibt es dabei keine, bis auf die Gefahr der Ketoazidose, die selbstverständlich nicht ungefährlich ist und mit den Ketostix überwacht und gesteuert werden muß. Außerdem ist permanentes Übergewicht gesundheitlich sicherlich ungleich bedenklicher, als eine vorübergehende "einseitige" Ernährung. Da es außerdem wohl essentielle Fettsäuren wie essentielle Aminosäuren gibt, hingegen kein essentielles Kohlenhydrat, wäre selbst der dauerhafte völlige Verzicht auf Kohlenhydrate nicht nachteilig. Schlimmstenfalls wäre der Speiseplan etwas langweilig.

Das Problem der Dauerhaftigkeit des Erfolgs einer Gewichtsreduktion ist sehr komplex. Wenn psychische Faktoren hier involviert sind, kann man darauf keine allgemeingültige Antwort geben. Wenn es aber nur um die Ernährung geht, so kann eine im Anschluß an Atkins durchgeführte Ernährung mit genügend Fett und Eiweiß, aber wenig und vor allem komplexen Kohlenhydrate (also möglichst keinen Zucker), wobei der Kohlenhydratanteil sukzessiv gesteigert werden kann bis zur "Normalkost", durchaus erfolgsversprechend.

Das Fett MUSS gegessen werden, damit der Sättigungseffekt lange genug anhält. Gespeichert wird das Fett - trotz aller gegenteiliger Meinung - NICHT! Außerdem führt eine fettarme Diät zu Vitaminmangel. Wird zuwenig Fett gegessen, dann muß der Sättigungseffekt über Zufuhr von Eiweiß und Kohlenhydrate kompensiert werden. Die Eiweiße spilen keine Rolle, die Kohlenhydrate allerdings führen wieder zur Erhöhung der Insulinausschüttung und damit zur Speicherung von Fett.

Der pathobiochemische Hintergrund der Ineffizienz der meisten Gewichtsreduktionsschemata liegt darin, daß es mit dem Verlust von Pfunden nicht getan ist. Vielmehr muß die Ansprechbarkeit der Zellen auf Insulin verbessert werden. Je besser die Insulinsensitivität der Zellen, desto sparsamer wird Insulin ausgeschüttet und desto weniger Fett wird im Fettgewebe gespeichert. Wenn dieser Zustand erreicht ist, wird das Gewicht lange Zeit im Normbereich bleiben, auch bei "Normalkost". Und sollte es sich irgendwann wieder aufwärts bewegen, dann reichen 2-3 Tage Kohlenhydratkarenz, um die Insulinresistenz wieder rückgängig zu machen.

j6n


Low Carb Diäten sind ja nun nichts wirklich neues, die Mechanismen lange bekannt. Daß sie derzeit wieder aktuell werden, weil sich in den USA eine ganze Industrie darauf einschießt, mag man als neuen Modetrend ansehen. Ich will auch gar nicht über die Risiken diskutieren, die kann und sollte sich jeder vom Arzt seiner Wahl erzählen lassen, bevor er seinen Körper einer derart extremen Diät aussetzt.

Vom biochemischen Standpunkt aus hat das alles sicher seine Richtigkeit, aber es geht am wichtigsten vorbei: an den Betroffenen. Die interessiert nämlich mitnichten, wie es um eine Insulinresistenz ihrer Zellen bestellt ist. Für die Betroffenen ist nur eins wichtig: Wie kann die Krankheit Übergewicht dauerhaft geheilt werden? Welche Fehler führten zum Übergewicht? Was muß ich tun, um mein Gewicht zu normalisieren und wieder normal essen zu können?

Um eine erworbene Krankheit zu heilen, müssen die Fehler abgestellt werden, die zu ihrer Entstehung führten. Niemand wird nun behaupten wollen, daß Kohlenhydrate Übergewicht verursachen, denn dann wären wir alle übergewichtig und die Natur hätte einen gewaltigen Fehler gemacht, wenn sie unsere Nahrung prinzipiell mit Kohlenhydraten ausstattet. Wenn die Kohlenhydrate das Übergewicht nicht verursachen, dann kann man das Übergewicht logischerweise auch nicht heilen, indem man auf sie verzichtet.

Sicher, man kann sich wie bei der Atkins Diät biochemische Besonderheiten wie die antiketogene Wirkung der Kohlenhydrate zunutze machen, um den Körper zu zwingen, sein Gewicht abzubauen - genauso wie man zwei Wochen nur Knäckebrot essen kann, was letztendlich den gleichen Effekt hat. In beiden Fällen behandelt man nicht die zugrundeliegende Krankheit, sondern ihre Folgen - ein Symptom also - mit der Effekt, daß das Symptom zurückkehrt, sobald man aufhört es zu unterdrücken.

Wie jede andere Diät auch, kann man natürlich auch versuchen, die Atkins Diät dauerhaft durchzuführen. Aber ist die dauerhafte Unterdrückung von Symptomen die Lösung des Problems Übergewicht? Zumal die extrem einseitige Ernährung gesundheitlich nicht ohne Folgen bleiben kann.

nYinja


sehr

interessant. :-)

b?erxnd


Um eine erworbene Krankheit zu heilen, müssen die Fehler abgestellt werden, die zu ihrer Entstehung führten.

Das ist richtig. Aber was im Einzelfall zur Adipositas führt, kann hier nicht allgemein beantwortet werden.

Niemand wird nun behaupten wollen, daß Kohlenhydrate Übergewicht verursachen, denn dann wären wir alle übergewichtig und die Natur hätte einen gewaltigen Fehler gemacht, wenn sie unsere Nahrung prinzipiell mit Kohlenhydraten ausstattet.

Die Natur hat damit gar nichts zu tun, sondern unsere freie Entscheidung, was wir zu uns nehmen ist dafür verantwortlich. Da die alkoholische Gärung ja auch ein Naturvorgang ist könnte man sonst ebenso sagen, die Natur habe einen gewaltigen Fehler gemacht, wenn sie unsere Getränke mit Alkohol ausgestattet hat.

Wenn die Kohlenhydrate das Übergewicht nicht verursachen, dann kann man das Übergewicht logischerweise auch nicht heilen, indem man auf sie verzichtet.

Jeder kann durch ausprobieren sich selbst davon überzeugen, daß eine kohlenhydratreduzierte Kost zu Normalgewicht führt. Dafür muß man die biochemischen Zusammenhänge nicht kennen. Sie dienen nur der Erklärung, da das Phänomen für einen Laien, der Kalorienzählen gewohnt ist, ja nicht plausibel ist.

Wie jede andere Diät auch, kann man natürlich auch versuchen, die Atkins Diät dauerhaft durchzuführen.

Das ist nicht notwendig. Atkinsdiät macht nur Sinn, bis die Insulinresistenz beseitit ist.

Aber ist die dauerhafte Unterdrückung von Symptomen die Lösung des Problems Übergewicht?

Unterdrückung von Symptomen sollte immer nur eine Notfallmaßnahme sein. Die Ursachen können aber nur im konkreten Einzelfall aufgedeckt werden. Allgemein lassen sich nur die Mechanismen darstellen.

Zumal die extrem einseitige Ernährung gesundheitlich nicht ohne Folgen bleiben kann.

Auch das ist durchaus richtig. Aber wenn ich statt sechs Scheiben Brot zum Frühstück nur drei esse, dafür aber die Butter dicker draufstreiche und mehr Belag drauflege, dann bleib ich länger satt, bekomme kein Übergewicht und ernähre mich auch nicht einseitig. Selbstverständlich sollte alles, was man ißt, so naturbelassen wie möglich sein. Ich z.B. kaufe niemals Brot, sondern mahle mein Korn, mache meinen Sauerteig selbst und backe alles selber.

b^eQrnd


@jn

Eine Heilung des Übergewichts bedeutet aber, daß man wieder essen kann, ohne sich um Kalorien oder Fette Gedanken machen zu müssen. Im Grunde bedeutet es, den Zustand wieder herzustellen, den alle Normalgewichtigen haben und in dem der Körper sein Gewicht selbst reguliert.

Genau das ist es! Wenn der Stoffwechsel wieder intakt ist, braucht man sich über Fette und Kalorien keine Gedanken zu machen. Daß die Atkinsdiät nur ein erster Schritt dazu sein kann versteht sich von selbst. Denn Kohlenhydrate dauerhaft weglassen zu müssen, um nicht wieder zuzunehmen würde ja bedeuten, daß der Stoffwechsel eben nicht optimal einreguliert ist. Das ist erst der Fall, wenn die Insulinrestistenz beseitigt ist.

b#earnd


Vollwertkost

Daß man sich mit vollwertigen, möglichst naturbelassenen und schonend zubereiteten Produkten ernährt, setze ich in einem Forum wie diesem als Selbstverständlichkeit voraus. Wer die Billigprodukte der Lebensmittelkonzerne gleichsam einer Mülltonne in sich aufnimmt, braucht sich über Krankheiten nicht zu wundern. Massentierhaltung und "moderne" Landwirtschaft dienen als willkommene Abnehmerkreise der chemischen Industrie, die ihren Sondermüll auf diese Weise los wird.

Also nochmal: Atkinsdiät als "Notfallmaßnahme" und anschließende vollwertige Ernährung schließen sich m.E. nicht aus, sondern stellen eine sinnvoll aufeinander bezogene Ergänzung dar (falls man sich nicht sowieso vollwertig ernährt).

Und natürlich ließe sich das Thema auch noch weiterspinnen: auch die orthomolekulare Therapie kann unterstützend eingesetzt werden. Insbesondere Zink zur Stabilisierung des Insulins und Chrom zur Verbesserung der Insulinverwertbarkeit sollte man im Auge behalten.

m1arcox_6


Re: jn und bernd

Wenn ich mir euere Beiträge so durchlese, gewinne ich den Eindruck, dass euere Ansichten zu dieser Frage im Endeffekt sehr ähnlich sind. Ihr habt die Problematik nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.

Daß man sich mit vollwertigen, möglichst naturbelassenen und schonend zubereiteten Produkten ernährt, setze ich in einem Forum wie diesem als Selbstverständlichkeit voraus.

Ich denke, hier überschätzt Du die Aufgeklärtheit der breiten Masse.

Ansonsten hätte Sweet-Ice die Frage wohl nicht gestellt oder zumindest anders formuliert. ;-)

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