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Nach diagnostizierter Anorexie ungeheuer zugenommen

cehxi


[...] ist halt auch verdammt wenig. Müsste ein BMI von knapp 18 sein, würde ich schätzen. Solche Dinge sollte man sich in einem faden, in dem einer magersüchtigen geholfen werden soll, wirklich schenken. Wenn man nicht helfen kann, weil man selbst akut betroffen und nicht in Behandlung ist, ist so ein faden evtl nicht der richtige Ort, um Ratschläge zu geben.

Jyulexy


Ich kann dich sooooo gut verstehen... War selbst lange anorektisch und habe durch Bewegungsmangel und Zwang zu Essen (in einer geschlossenen Einrichtung) ca. 30 kg zugenommen :(v Jetzt bin ich seit kurzem wieder Selbstversorger und merke, dass die Essstörung wieder total präsent ist. Eventuell mache ich auch demnächst eine Esstherapie, bin mir aber noch nicht sicher, ob ich das möchte. Hab erstmal einen Termin bei einer Essberatungsstelle. Die wollen aber bestimmt wieder, dass ich in eine Klinik gehe, und das möchte ich nicht mehr. Ich kann dir leider nichts raten, da ich momentan selbst nicht genau weiß was ich tun soll. :)_

S(u0nfluower_x73


Schneckes Beitrag von 16.52h ist SUPER. Er bringt es so verdammt gut auf den Punkt.

Und (mit allem Respekt und wertfrei):

Die Magersucht ist nun mal eine "kranke" Stimme. Und ich finde es bedenklich, wenn andere Betroffene, die entweder unter gesetzlicher Betreuung stehen oder sehr lange in geschlossener Einrichtung waren, als gesunde Argumente zu betrachten. Die z.T. noch gravierende Nebendiagnosen haben. Wo ggf. starke Medikamente eine Rolle spielen bei enormer Gewichtszunahme.

Das ist wie gesagt keinesfalls abwertend gemeint. Juley gibt immerhin zu, dass sie selber nicht richtig weiter weiß.

Und JA: Niemand Gesundes weiß 100%, wie es sich anfühlt. Aber ich kenne genug Betroffene und kenne aus den Erzählungen, oft unter Tränen, welche innere Folter es ist. Die Selbstvorwürfe, das schlechte Gewissen. Die Einschränkungen, wenn der ausgehungerter Körper nicht mehr mitspielt. Wenn man mit der vermeintlichen STÄRKE irgendwann nur noch schwach ist und alles verliert, was man eigentlich erreichen wollte. Und es ganz klar bemerkt und trotzdem nicht schafft, sich von diesem mageren Selbst zu trennen.

Nichtessen und unrealistische niedriges Gewicht sind nur SYMPTOME. Ein Hilfeschrei, dass es woanders mangelt. Dass unglaubliche Kontrolle über den eigenen Körper das scheinbar einzige ist, was Sicherheit gibt. Halt. Selbstbewusstsein.

Was gerne vergessen wird: Bei langer Mangelernährung und Untergewicht wird das Denken beeinträchtigt. Es ist irgendwann ein Teufelskreis auf Mangelernährung und verzerrtem Denken, welches die Mangelernährung weiter begünstigt.

Ich glaube JEDEM Betroffenen, dass es sich für ihn GENAU SO anfühlt, wie sie/er es schildert. Aber das ist ein krankhaft verzerrtes Denken. 10 kg Untergewicht machen NICHT sicherer oder souveräner oder fähiger bei einem Vortrag.

Es steht jedem frei, sich FÜR die Krankheit zu entscheiden. Aber dann bitte bewusst und ohne seine Sichtweise als die richtige, ultimative, gesunde zu verkaufen.

Magersucht bringt einem nur anfangs was. Im schlimmsten Fall bringt sie langfristig zerstörte Träume und Hoffnungen und Chancen und den Tod. Im besten Fall schafft man es, sich von den falschen Versprechungen zu lösen, sich ohne Wenn und Aber auf ein normales Essverhalteneinzulassen. Die Schuldgefühle auszuhalten und irgendwann zu merken, dass man mehr ist als sein Gewicht.

Aber dafür benötigt man liebevolle, knallharte Hilfe & Therapie. Um den Selbstbetrug zu stoppen und andere Bewältigungsstrategien zu entwickeln, damit man die Krankheit nicht mehr braucht. Das erfordert aber, sich GANZ dauf einzulassen. Keine Hintertürchen.

Es ist eine bewusste Entscheidung. Und eine ganz grundlegende: Will ich Hilfe und ein besseres Leben? Oder will ich mit der Krankheit leben und immer mehr Freiheit verlieren?

Dann die richtige Therapie zu finden und es durchzuziehen ist immer noch ein Thema für sich. Aber man sollte zu Beginn eine klare Entscheidung treffen. Die Entscheidung FÜR eine Therapie und GEGEN die Krankheit ist vermutlich eine der schwierigsten Entscheidungen, die man je treffen wird. Und man wird einen Weg gehen, der mehr Mut als die meisten anderen Dinge im Leben erfordern wird.

Ohne Angst machen zu wollen: Es ist nicht einfach. Es ist hart, es ist tränenreich. Es wird Rückschläge geben. Aber JEDER hat verdient, hinterher frei und selbstbestimmt zu leben. Dass die Krankheit das ermöglicht, ist einfach nur eine Lüge.

f2roesc$hschen9x7


Nochmal herzlichen Dank an alle, die sich die zeit genommen haben, und besonders an schnecke1985 und Sunflower_73 für die äußerst ausführlichen antworten! @:)

ja, ich kenne die Kehrseiten. ich habe im verlauf des letzten Jahres viele freunde mehr oder minder verloren, d.h. zu vielen ist der kontakt sehr oberflächlich geworden. ich weiß, wie anstrengend es ist, Feiertage wie weihnachten, Silvester und Geburtstage mit dem Gedanken an all die Kalorien irgendwie überstehen zu müssen, und wie es sich anfühlt, wenn man in genau solchen Situationen angeguckt wird (ich erinnere mich besonders an drei Situationen, alle in der schule). Für mich persönliche am schlimmsten ist es aber, die Verzweiflung der Eltern zu sehen (klar, meine Eltern und ich haben eigentlich kaum emotionalen Kontakt), und sie SO zu sehen, tut einfach unendlich weh. :(v

trotzdem kann ich doch nicht durch die gegend rollen, nur damit sie zufrieden sind!

was mich jetzt aber wirklich interessieren würde: wie soll ich beim drohenden lehrergespräch reagieren? ???

AAsuxka


Ich denke, dass Vernünftigste wäre es, ehrlich zu deinem/deiner Lehrer/Lehrerin und nicht zuletzt selbst zu sein – und vor allem das Gespräch nicht als "Bestrafung", sondern als Zeichen, dass du anderen Leuten nicht "egal" bist und evtl. sogar als Chance zu sehen. Vielleicht verläuft es ja ganz anders, als du es dir vorstellst(/befürchtest) und du erfährst vielleicht, was du als nächsten Schritt unternehmen kannst bzw. wo du Hilfe bekommen kannst.

SMunfllojwexr_73


trotzdem kann ich doch nicht durch die gegend rollen, nur damit sie zufrieden sind!

Das verlangt keiner. Absolut nicht. Du sollst lediglich ein normales Gewicht (BMI 19-24) erreichen, damit Du Deinen Körper nicht langfristig schädigst. Das Ausbleiben der Regelblutung kann schon Deine Chancen auf ein Kind reduzieren und beginnende Osteoporose ausgelöst haben.

Es geht nicht ums "durch die Gegend rollen". Es geht um einen gesunden Körper mit ausreichender Ernährung, der Dir die Option auf ein gesundes, zufriedenes Leben ermöglicht.Wi Du auch GEISTIG vernünfitge Leistung erbringen kannst.

Ich wiege bspw. 63kg auf 169cm – und trage Größe 36 und rolle garantiert nicht durch die Gegend. Ebenso haben hier viele andere ihr Gewicht genannt und dass sie damit schlank sind. Auch wenn ich diese Nennung vom Gewicht immer kritisch sehe, könnte es doch etwas bewirken.

f]roesc+hchen`9x7


Danke für die Antworten :-)

@ asuka,

danke für deine Einschätzung des Gespräches, mein Problem ist halt einfach, dass die Lehrer mir ja eigentlich nicht helfen können bzgl. nächster Schritte etc., da ich ja schon bei einem Psychologen bin. und bezüglich des Teils mit "Chance, dass ich anderen nicht egal bin": beide Lehrer hatten mich im Unterricht, als ich schließlich einen BMI von 17, nochwas hatte, beide haben mich oft genug gesehen, beide müssten die Veränderung mitbekommen haben. gesagt hat keiner was. erst jetzt, nachdem eine Freundin was unternahm, denkt -nach angaben der Freundin- mein Lehrer (meine Lehrerin weiß es eventuell noch gar nicht) darüber nach, eventuell mal etwas zu sagen. ich habe das Gefühl, mich somit aufzudrängen "Seht her, ich behaupte ein Problem zu haben. ich sehe zwar komplett gegenteilig aus, aber kümmert euch mal um mich!" das will ich auf keinen fall. ein weiterer punkt ist die abschlussfahrt, die bald bevorsteht, bei der ich verbergen muss, dass ich bei einer Pizza im Restaurant vermutlich anfangen zu heulen und einen Nervenzusammenbruch kriegen würde.

s,chne!cket1985


ich sehe zwar komplett gegenteilig aus, aber kümmert euch mal um mich!"

Du musst die Antwort auf diese Frage nicht zwingend hier reinschreiben. Aber denk mal für dich durch: Ist es nicht vielleicht genau das, was du eigentlich willst? Dass sich jemand um dich kümmert, dass du akzeptierst, wahrgenommen werden willst? Dass dir jemand in deiner seelischen Not hilft? :°_ :)_ :°_

Denn: Wenn es nicht so wäre, dann wäre dir dein äußeres Erscheinungsbild auch nicht so immens wichtig. Das tust du ja in erster Linie nicht für dich, sondern um stark, "besser" wahrgenommen zu werden.

Noch einmal das Zitat aus Wikipedia

"Die anorektische Frau lehnt das Essen ab und beschäftigt sich doch mehr damit als die meisten Gourmets. […] Sie lehnt ihren Körper ab, konzentriert sich jedoch in all ihrem Denken und Handeln auf ihn. […] Sie will selbstständig und unabhängig sein, verhält sich jedoch so, dass ihre Interaktionspartner sie nahezu zwangsläufig kontrollieren."

dass ich bei einer Pizza im Restaurant vermutlich anfangen zu heulen und einen Nervenzusammenbruch kriegen würde

Ist das nicht Zeichen genug, dass es dir überhaupt nicht gut geht? :)*

f[roescihchexn97


man hört und liest öfters, dass magersüchtige Menschen ihr Umfeld auf sich aufmerksam machen wollen, damit "alle" sich um sie kümmern. Ich kann mir das durchaus vorstellen, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich dünn sein will, um meine Mitmenschen auf mich aufmerksam zu machen. Natürlich, es kann durchaus toll sein, im Mittelpunkt zu stehen, aber diese permanente Aufmerksamkeit wäre mir einfach zu viel. Und ehrlich gesagt will ich auch für mich dünn sein, damit ich mich wohlfühle, damit ich mich erwünscht fühle.

und ja, das mit der Pizza ist schon ein deutliches Zeichen, aber ich versteh es einfach nicht: wieso kann ich bitte kekse und kekse und kekse essen, aber nur 1/4 bis 1/3 einer mittagessensportion bzw. am liebsten gar keins? ":/

Eqhe}maZligmer NutzFer (/#530x218)


Ich sehe das anders als viele hier und kann auch als nicht-anorektische Person verstehen, dass sich froeschchen97 mit ihrem aktuellen Gewicht von 80 kg sehr unwohl fühlt. Um gesund zu sein, musst du definitiv nicht so viel wiegen. Auf der anderen Seite würde ich an deiner Stelle aber auch kein KG unter einem BMI von 18,0 (als wirklich unterste Grenze) anstreben. Irgendwas zw. einem BMI von 18-19 + Sport und gesunde wie ausreichende Ernährung & Freude/Genuss am Essen, sollten sich gut vereinbaren lassen. Zumindest als nicht-anorektischer Mensch ist das problemlos möglich, wenn man (da gesund & nicht-verzerrt) nach seinem Appetit & Hunger-Sättigungsgefühl gehen kann ... und auch sehr kalorienhaltige Sachen essen kann ohne deshalb Ängste zu haben oder sich selbstvorwürfe zu machen. Weiß nicht, ob du verstehst wie ich das meine. Es geht um das Essen ohne Selbstkontrolle nach "Körpergefühl" – also weder Essen aus Langeweile oder um etwas zu kompensieren, noch nichts-essen aus ähnlichen Gründen. Entspannt statt zwischen Kontrolle und Kontrollverlust hin- und herzupendeln.

Das Problem sehe ich so wie andere auch darin, dass du gefährdet bist wieder in eine Abnehmspirale reinzurutschen. Eben weil du immer noch Probleme in diesem Bereich hast.

ASntAigoxne


außerdem ist ein 50-er gewicht meiner Meinung nach gar nicht so niedrig.

Ja, wenn man unter 1,70 m groß ist.

Es gibt mit Sicherheit bei vielen ein "Wohlfühlgewicht". Da spricht auch nichts gegen, wenn das im normalen Bereich ist. Und das ist es bei dir auf jeden Fall nicht.

Laut BMI-Rechner [[http://www.bmi-rechner.net]] bei 178 m: Normalgewicht: Ihr Normalgewicht liegt gerundet zwischen 60kg und 77kg.

Also unter 60kg ist eindeutig zu wenig. ":/

EOhem)aligerr Nut,zer ((#530x218)


Wenn man statt 18,5 einen BMI von 19 als Untergrenze setzt für Normalgewicht und 24 jeweils als Obergrenze, ist die TE derzeit übergewichtig mit 80 kg bei 1,78m. Mit 60 kg wären es 18,9 und mit 58 kg 18.3 vom BMI her.

... Ich wüsste nicht, warum man bei 2-3 kg mehr oder weniger das so eng sehen sollte bei einem 17-Jährigen Mädchen. Die meisten nehmen irgendwann in den 20ern eh etwas zu.

E2heCmalige'r hNutzeKr (#53021x8)


Die 80 kg entsprechen einem BMI von 25.2. Also weicht die TE derzeit 1,2 Punkte ins ÜG ab. Bei 18,3 würde sie 0,7 – 0,2 BMI-Punkte nach unten abweichen vom Normalgewicht. Verstehe nicht, warum das tragisch sein soll.

E&hemalPiger\ Nut$zer =(#53x0218)


Natürlich vorausgesetzt, das wäre das unterste gewicht und sie nimmt davon nicht weiter ab.

ASnti-gonxe


Tragisch ist es, wenn man sein "Wohlfühlgewicht" nicht mit normalem Essverhalten halten kann. Ausser, man betrachtet nur einen Salat am Tag für gesund.

angepeiltes Gewicht ist übrigens erstmal 58 kg, damit hab ich mich relativ gut gefühlt

Um das das bei einer Größe von 1,78 m zu halten, muss man viel Sport machen – und das halte ich nicht für gesund.

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