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Meine Freundin, ihre Ernährung & ich

KVond'imontster


Natürlich muss sie das alles selber bemerken und sich aus freiem Willen dazu entscheiden, die Notbremse zu ziehen. Und genau an diesem Gesprächspunkt bricht sie dann in Tränen aus und sagt, dass sie es nicht kann, dass sie nicht weiss wie. Und das jedes mal. Das ist wie bei nem magersüchtigen, der vor nem vollem Teller sitz, heulend, und wo alle zusehen müssen wie er verhungert. Weil dieser Mensch nicht anders kann, weil er krank ist. Bei ihr ist das lediglich umgekehrt.

Es gibt hunderte Beiträge von besorgten Menschen, die ihren Liebsten beim verhungern zusehen. Da erwartet auch niemand, dass man entspannt dabei zusieht. Und diesen Menschen kann leider auch niemand helfen, bevor sie es nicht selber raffen.

Es schlaucht einfach wahnsinnig, sich das Drama jahrelang anzusehen und NICHTS unternehmen zu können oder zu sollen. Und es wird sicherlich sogar nette Menschen geben, die einem am Ende noch unterstellen, nicht alles gegeben zu haben. Die gibt es ja so schon zu genüge.

Wie gesagt, ich werd es ihr wohl noch einmal sagen, dass sie jeder Zeit meine Hilfe bekommt, wenn sie danach fragt. Aber mir ich werde mir das Elend nicht weiterhin ständig anhören und ansehen. Das kann ich dann einfach nicht. Zumindest nicht ohne ein nagendes Gewissen und die ständige Frage, ob man nicht hätte doch was tun können.

Wenn ihr sagt, man darf sie zu nichts zwingen, dann versteh ich das. Dann werde ich das zukünftig so anfassen. Aber nickend zuhören und ihr den Rücken tätscheln weil die ganze Welt gegen sie ist und alle so unfair sind? Nein, das geht so nicht. Ich soll sie akzeptieren, wie sie ist. Okay. Dann wird sie akzeptieren müssen, wenn ich irgendwann einfach aufstehe und gehe, wenn sie mit dem Gejammer nicht aufhören mag. Denn so wenig wie ich sie zur gesünderen Ernährung drängen kann, so wenig kann sie von mir ernsthaft erwarten, das ganze Spielchen noch weitere 10 Jahre mitzuspielen.

Sie ist dick. Das lässt sich auch nicht verharmlosen. Aber sie ist auch wunderschön, lustig, klug, schlagfertig und liebenswert.

Wenn sie sich selbst auf das Dicksein reduzieren will, dann kann ich wohl nichts machen, auch wenn es hart ist. Aber ich zieh mir den Schuh nicht an.

Fazit ist also: ich werde wohl nichts tun können und abwartenu müssen, bis die Einsicht von ihr selber kommt. Dabei werde ich versuchen, so viel Verständnis aufzubringen wie noch möglich ohne sie in irgendeine Ecke oder Richtung zu drängen. Gut. Jobbeschreibung verstanden. Ich tippe mal, das wird harte Arbeit. Untätig rumsitzen kostet mich fast so viel Überwindung wie es sie kosten würde, ne Möhre zu essen. Aber egal, ich pack das schon. Wenn es das sein sollte, was am besten hilft, dann mach ich das doch gerne. ;-)

m/ondN+stlerne


Wie gesagt, ich werd es ihr wohl noch einmal sagen, dass sie jeder Zeit meine Hilfe bekommt, wenn sie danach fragt. Aber mir ich werde mir das Elend nicht weiterhin ständig anhören und ansehen. Das kann ich dann einfach nicht.

Ja, das ist eine gute Freundin. Sie bietet ihr noch einmal Hilfe an, wenn sie danach fragt. Das ist eine Art Versprechen. Sie wird sich daran halten. Ich würde mir (und Deiner Freundin) wünschen, Du gehst diesen Weg. @:)

Der Haken liegt in dem kleinen Wörtchen "wohl". Du wirst es wohl so machen. Aber eventuell wirst Du es auch anders machen. Deshalb stellt sich mir die Frage, ob Du wirklich eine gute Freundin bist. Vielleicht besteht Eure "Freundschaft" auch hauptsächlich aus dem Kampf ums Essen. Ich glaube das nicht. Aber es wäre denkbar. Dann wäre es besser, wenn ihr in Zukunft getrennte Wege geht.

Dabei ist die Frage für mich nicht, ob du eine gute oder eine "böse" Freundin bist. Die Frage ist für mich, ob Du eine Freundin bist, oder ob ihr besser getrennte Wege geht. Darin liegt keine Wertung oder ein Urteil. Es wäre einfach nur traurig, wenn sich am Ende herausstellt, dass ihr nicht wirklich Freundinnen seid. Einen Vorwurf kann man daraus niemanden machen. :°(

mVond.+stexrne


Fazit ist also: ich werde wohl nichts tun können und abwartenu müssen, bis die Einsicht von ihr selber kommt. Dabei werde ich versuchen, so viel Verständnis aufzubringen wie noch möglich ohne sie in irgendeine Ecke oder Richtung zu drängen. Gut. Jobbeschreibung verstanden. Ich tippe mal, das wird harte Arbeit. Untätig rumsitzen kostet mich fast so viel Überwindung wie es sie kosten würde, ne Möhre zu essen. Aber egal, ich pack das schon. Wenn es das sein sollte, was am besten hilft, dann mach ich das doch gerne. ;-)

:)^

DHieKruhemi


Deshalb stellt sich mir die Frage, ob Du wirklich eine gute Freundin bist.

Das ist übel, richtig übel. Und das übergriffigste, was ich in diesem ganzen Thread lesen kann.

Da schreibt uns die TE über ihren inneren Konflikt, wird mehrfach geradezu angefeindet, weil sie das ultimative Reizthema Übergewicht thematisiert, die Ratschläge gehen bis dahin, die Freundin dann eben fallen zu lassen-was ein weiterer Schups in deren Isolation bedeutet- und an dem Wort "wohl" wird ihre Eignung als Freundin in Frage gestellt?.........

mkond+ustexrne


@ DieKruemi

Das war etwas ungeschickt formuliert. Ich hätte es vielleicht besser so geschrieben: Deshalb frage ich mich, ob Eure Freundschaft Bestand haben wird.

und an dem Wort "wohl" wird ihre Eignung als Freundin in Frage gestellt?

Nein.

Coaramlal-a


Und genau an diesem Gesprächspunkt bricht sie dann in Tränen aus und sagt, dass sie es nicht kann, dass sie nicht weiss wie. Und das jedes mal.

Wenn jemand so reagiert, dann erwartet derjenige auch Hilfe, sonst würde sie nicht jemand anderen damit auf diese Weise konfrontieren. Da kann man ruhig sagen, man hat dieses und jenes gehört und gelesen und ob sie sich darin wiederfinden kann. Es sind manchmal nur Kleinigkeiten, wo dann plötzlich ein Aha-Erlebnis ist, wo man von selbst nicht hätte draufkommen können, weil man schlichtweg noch nie davon gehört hat. Wer weiß denn schon genau wie Verstand und Gefühle zusammenarbeiten und was mit einem passiert, wenn alte Verletzungen und alte Hilflosigkeit einen im Hier und Jetzt lahmlegen. Da kann man fragen, wen man will, dies wissen leider die Wenigsten.

Ich finde es eher bedenklich jemandem keine Antworten zu geben, wenn derjenige so sehr danach verlangt. "Sie weiß nicht wie sie es schaffen kann." Genau das ist der Punkt. Ihre Gefühle stehen gegen den Verstand.

Missionieren ist für mich das: "Du musst halt verstehen, dass du nur abnehmen musst". Aber eine Lösung anbieten, von der man gehört hat, dass sie in dem Falle helfen kann, ist wie ein Gegenstand den man herüberreicht. Derjenige kann danach greifen oder es lassen.

Ich kenne selbst zwei Fälle von 150 bis 200 kg, aber ich habe auch Magersüchtige gekannt. Die Gründe dafür sind so vielfältig, wie die Menschen selbst. Bei manchen sind es nur antrainierte Gewohnheiten und ein verzerrtes Selbstbildnis bei anderen steckt mehr dahinter, wie verletzte Gefühle und Hilflosigkeit. Und wie gesagt, mehr wie Hilfe zur Selbsthilfe ist nicht möglich, wenn jemand fragt. Ansonsten muss man für sich selbst schauen, denn zusehen und immer eingebunden sein in das Gefühlsleben anderer tun einem nicht gut, denn diese bringen einen sonst selbst in eine Art Opferrolle und Hilflosigkeit, sofern man das nicht erkennt und entsprechend darauf reagieren kann. Wenn man selbst auf seine Bedürfnisse achtet, dann passiert das aber auch nicht. ;-)

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