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Sehr scharf essen (un)gesund?

cJaluab$exer hat die Diskussion gestartet


Werte Community,

ich weiß: zu diesem Thema findet man unzählige Artikel im Internet, aber in keinem davon (zumindest von denen, die ich gefunden habe), wird konkret auf das obige Thema eingegangen. Da wird einerseits von der gesunden Wirkung des Wirkstoffs Capsaicin in Chilis berichtet und andererseits von "schweren gesundheitlichen Gefahren" bei übermäßigem Verzehr, wobei dann meist Schleimhautreizungen, Übelkeit und Bluthochdruck angeführt werden; jedoch nicht, wie lange nach einer "übermäßig" scharfen Mahlzeit diese Symptome bestehen oder ab welchem Schärfe-Level sie denn eigentlich auftreten.

Dann gibt es noch viele Foren die eindeutig einschlägig sind (z.B. wo sich Chiliheads darum streiten, wer die schärfere Schote probiert hat), was dann meines Erachtens zu einer starken Trübung der Objektivität führen kann. Darum habe ich mich dazu entschieden, hier mal ein Topic dazu zu starten.

Warum ich überhaupt frage? Ich esse extrem gerne sehr scharf. Ich habe mich über Jahre hinweg an immer schärfere Soßen herangetastet (anfangs Tabasco, dann diverse Chili-Pulver, bis hin zu Extraktsoßen mit 100.000-1.000.000 Scoville). Ich hatte dabei nie Probleme. Weder Magenschmerzen, noch Übelkeit, etc, obwohl ich diese Scharfmacher mehrmals wöchentlich (einmal täglich zu Mittag) benutze.

Außer, dass ich beim Essen des öfteren mal zum Schwitzen anfange, wenns wirklich scharf ist oder mir bis zu zehn Minuten nach der Mahlzeit der Mund etwas nachbrennt nichts.

Nur einmal nach der Einnahme von ca. sechs kleineren Tropen einer 1.000.000 Scoville Soße in ein Teller Chili Con-Carne (war außer der Soße extra NICHT scharf zubereitet, weil meine Freundin keine Schärfe verträgt) konnte ich die Nacht darauf nicht gut schlafen. Ich konnte nicht wirklich einschlafen und war irgendwie unruhig. Zudem hatte ich leicht erhöhten Puls. Übel war mir nicht und heiß war mir auch nicht. Die Symptome waren am nächsten Morgen zur Gänze verschwunden.

Nun meine Frage: Ist scharfes Essen, wenn man eine starke Toleranz und keine Allergie dagegen hat, wirklich sehr ungesund oder sind dies eher kurzfristig zu erwartende Symptome? Natürlich rede ich jetzt nicht vom wirklich übermäßigem Verzehr von Extraktsoßen. Wenn man ein Fläschen trinkt ist mir klar, dass man kollapieren kann! ;-)

und 2.

Glaubt ihr hingen die Symptome, die ich oben beschrieben habe, mit dem Verzehr dieser Soße zusammen?

Vielen Dank schon mal für Eure Antworten!

LG

Calua

Antworten
a#vbog


Eine interessante Frage. Auf jeden Fall schön, dass Du diese Leidenschaft hast.

Gift ist natürlich immer dosisabhängig. Demnach kann man Deine Frage nicht genau beantworten. Und es lässt sich nur der Stand von heute heranziehen. Bei heissen Getränken entstand auch erst vor einiger Zeit die Erkenntnis in der Literatur, dass diese u. U. einige Krebsarten (Speiseröhre, Zunge) fördern können. Erklärt wurde dies mit Mikroverletzungen. Gesichert ist die Erkenntnis nicht.

Bzgl. den scharfen Gewürzen: Die Schärfe kommt oft von Capsaicin. Hier gibt es vom Bundesamt für Risikobewertung eine offizielle Äusserung: [[http://www.bfr.bund.de/cm/343/zu-scharf-ist-nicht-gesund-lebensmittel-mit-sehr-hohen-capsaicingehalten-koennen-der-gesundheit-schaden.pdf]]

Grundsätzlich ist sicher Augenmass hilfreich. Ähnlich wie man sich an extreme Zuckermengen gewöhnen kann, geht dies auch mit Schärfe. Manchmal hilft dann ein paar Tage (oder mehr) Verzicht und man schmeckt wieder etwas "normaler". Dann genügen auch kleinere Mengen für ein ähnliches Geschmackserlebnis.

cSazluaxbeer


@ avbg

Vielen Dank für deine rasche Antwort! Den Artikel des BfR kannte ich allerdings bereits. Auch in diesem Artikel ist das Ganze leider ziemlich "schwammig" beschrieben. Es wird nur konkret aufgeführt, dass es zum einen extrem schädlich für Kinder sein kann, wenn diese mit sehr scharfen Soßen oder Schoten in Berührung kommen und diese verzehren und dass ein wirklich übermäßiger Verzehr (v.a. bei diesen "Scharfesswettbewerben") im schlimmsten Falle mit einem Kreislaufkollaps enden kann.

Beides ist mir jedoch bewusst. Ich würde selbstverständlich niemals meinen Kindern diese Soßen zum Verzehr geben (sie haben sogar allesamt einen Sicherheitsverschluss, sodass sie Kinder sehr schwer öffnen können) und halte auch absolut nichts von diesen Wettbewerben (ebenso, wie ich generell von Esswettbewerben - allein schon aus ethischen Gründen - nichts halte).

Wenn es aber um den mittleren bis hohen Verzehr sehr scharfer Gewürze, respektive Soßen geht, sagen sie nur "kann bei übermäßigem Verzehr zu Übelkeit, Schleimhautentzündung oder Bluthochdruck führen".

Weder wird aufgeführt, welche Menge ungefähr einen "übermäßigen Verzehr" darstellt, noch wie lange diese Symptome - sollte man z.B. einmal zuviel erwischen - anhalten, bzw. wie stark sie auftreten.

Mir ist natürlich klar, dass die Menge vor allem von der Person abhängt (Alter, Gewicht, ev. Toleranz) und daher schwer bestimmbar ist. Dennoch hilft mir der Bericht - genauso wie alle anderen, die ich auf meiner Suche gefunden habe - leider nur sehr wenig, bis gar nicht.

Aber ich denke/fürchte einmal, dass es einfach (noch) zu wenig Erfahrungswerte, bzw. Tests in Bezug auf die Capsaicin-Verträglichkeit beim Erwachsenen gibt.

Auch die Sorge darüber, dass große Mengen davon karzenogen wirken könnten habe ich bereits einmal gehört. Auch dies wird aber von genauso vielen Menschen widerum bestritten (wie bei sovielen Dingen)...

Ich denke dennoch mal, dass diese Essgewohnheiten - selbst wenn manche von diesen Bedenken stimmen sollten - noch ein für den Körper erträgliches "Laster" sind, im Gegensatz zu manch anderen Lastern.

Deinen Tipp werde ich mir aber zu Herzen nehmen. Du hast jedenfalls recht, dass sich die Rezeptoren, welche den Schwerzimpuls im Gehirn auslösen, wieder regenerieren, wenn man über längeren Zeitraum nicht, bzw. wenig scharf isst. Deshalb werde ich einfach mal (schweren Herzens) ein paar Wochen Pause machen und dann wahrscheinlich wieder beim "normalen" Chilipulver aus dem Supermarkt ins Schwitzen kommen! :D

Danke jedenfalls nochmal für deine Antwort!

Und falls du (oder natürlich auch noch jemand anders) noch etwas darüber in Erfahrung bringst, oder jemand anders selbst (vor allem lange) Erfahrung mit scharfem Essen gemacht hat, bitte melden!! :-)

LG

Calua

aVvxbg


Hallo Calua,

leider gibt es auch in der Literatur kaum übereinstimmende Grenzwerte, schon gar keine Langzeiterfahrungswerte. Es ist eben wie bei vielem: Individuelle Verträglichkeit. Mit dem "Laster" hast Du das gut beschrieben. Dein Körper signalisiert normalerweise recht zuverlässig, ob er etwas aushält oder nicht. Zu sehr überreizen würde ich es aber auch nie. Eben: Augenmass.

Viel Spass und vor allem - guten Appetit.

N'ordUi8x4


"Schärfe" ist ja auch etwas sehr relatives bzw. hängt stark von der Gewohnheit und Kultur ab. Wenn ein Standard Nordeuropäer ein Standard Curry in Indien isst werden dem vermutlich die Gedärme in Flammen stehen einfach weil er sowas nicht kennt. Dementsprechend heftige körperliche Reaktionen bekommt man. Ist man dagegen daran gewohnt (wie z.B. die Einheimischen dort) dann kann man das alles ziemlich Problemlos essen. Von daher würde ich mir keine Sorgen machen, der Körper zeigt schon wenn es ihm zu heftig wird.

Was ich mich allerdings Frage: Wie sieht es mit dem Geschmackssinn aus ? Stumpft der mit der Zeit ab oder bleibt der auch für subtile und feine Aromen empfänglich ?

BDenitxaB.


Man betrachte Inder und andere asiatischen Menschen, die selbst als Baby schon scharf essen. Völker mit Millionenpublikum. Die haben sich noch nicht ausgerottet.

Und nebenbei finde ich es wirkliche Angeberei (man gibt an, so und so viel Artikel zu lesen, man gibt an, so und so viel Schärfe ins Essen zu tun etc. ....).

Kann man machen. Klar. Und wenn einem dann übel ist, ist das dann genau so als wenn jemand zu viel Alkohol zu sich genommen hat.

Kann man alles machen, kann man aber auch lassen. Solche Soßen sind außerdem im hohen Bereich der Schärfe recht was teuer, wozu also das Ganze wirklich?

Warum muß man seinem Körper das überhaupt antun?

Und was nützen einem nun eigentlich Erfahrungsberichte anderer, die das vielleicht vertragen? WEnn man selbst Probleme hat, sollte man das einfach lassen....

Irgendwie fehlt hier der Smilie mit Kopp vor die Wand schlag.

Selbstgemachtes Problem hoch 3. Glückwunsch.

kDleinerl_dravchensaterxn


Ich sehe das ähnlich wie Nordi:

Natürlich ist so etwas wie Scharfwettessen total dämlich und kann gefährlich werden. Ich wurde selbst mal Zeuge wie ein Jugendlicher in so einer Tausend-Soßen-Currywurstbude umgefallen ist, als er so einen Wettbewerb mit seinen Kumpels veranstaltet hat. Aber da hören die Jungs ja auch nicht auf, wenn ihnen schon schlecht ist und alles brennt ... also fast genau so idiotisch wie Wettsaufen u.ä. Ich habe früher gerne scharf gegessen, vertrage es aber mit meiner CED heute gar nicht mehr, also lasse ich es.

Weiterhin habe ich festgestellt, dass das, was wir als Mitteleuropäer als scharf empfinden, in anderen Kulturen lediglich ein müdes lächeln hervorruft. Eine thailändische Freundin hat mal bei einem Abendessen, eines der vielen Gerichte traditionell scharf gekocht, das ist nicht essbar für uns, ebenso die afrikanische Frau eines Freundes, die teilweise bei Einladungen für sich und ihre Familie einen Topf kocht und für die Gäste, ihren Mann und die Kids einen anderen. Bei Jamaikaner hab ich gesehen, dass sie sich zwei extrem scharfe Jalapenoschoten aufs Käsebrot gelegt haben wie wir Essiggurken.

Also wenn es dir gut geht mit dem scharfen Essen und du z.B. am nächsten Tag nicht heulend auf dem Klo sitzt, denke ich nicht, dass es dir schadet...

MfeisJterP_Glaxnz


Ich esse auch sehr gerne scharf. Und mit der Zeit gewöhnt man sich tatsächlich dran, muss also, um das Prickeln zu erleben, dann und wann schärfere Saucen, resp. schärfere Schoten einsetzen.

Meine Grenze ist dann erreicht, wenn ich merke, dass es mir nicht gut tut. Ich denke nicht, dass es zu bleibenden Schäden führt, wenn man sich "überscharfe" Speisen gönnt. Aber es hat halt Auswirkungen auf den Kreislauf, die sich in entsprechenden Symptomen äussern. Da würd ich mal eher eine Stufe runterschalten.

Ab einer gewissen Schärfe leidet ja der Geschmack der Speisen, dann find ichs auch nicht mehr spannend.

Aber es ist eine Sache der Gewöhnung. Ich hab mal eine Zahnstocherspitze einer sehr potenten Blair-Sauce probiert, worauf meine Zunge etwa eine halbe Stunde an der Stelle taub war. Ein anderer daneben hat sich damit das Brot gewürzt.

afuchs>oeine


Ich melde mich mal als bekennender und trotzdem vernünftiger Chilihead zu Wort :-)

Diese Wettessen, wer noch mehr Schärfe in noch größeren Mengen verträgt, halte ich für totalen Schwachsinn. Ich esse Chilis, weil ich den Geschmack mag, und nicht, weil ich mir oder irgendwem was beweisen will. Es gibt unzählige Videos im Internet, in denen zu sehen ist, wie Leute sich irgendeine x-Millionen-Scoville-Schote in den Mund schieben und kurz darauf zusammenbrechen oder sich die Seele aus dem Leib reihern - klar ist Schärfe da nicht mehr gesund. Der Körper zeigt halt, wann er genug hat.

Bei mir persönlich hört es mit Extraktsaucen auf, die mag ich nicht mehr. Wenn reiner Scoville-Extrakt nur noch mit einem Geschmack gepanscht wird, der gar nicht mehr dazu passt, dann schmeckt es mir nicht mehr. Allerdings ist eine sogenannte "Superhot" - also eine Frucht mit einer natürlich hohen Schärfe - was Feines, in entsptechend kleinen Mengen genossen!

Ich denke, daß der Körper einem schon zeigt, wann es zu viel ist. Schweißausbrüche können ein Anzeichen sein, müssen es aber nicht - alles, was darüber hinaus geht, sollte als Warnzeichen verstanden werden.

Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, daß mein Geschmackssinn keinesfalls abstumpft. (Im Gegenteil, ich bin für kleinste Spuren meiner Lieblingschili empfänglich... ;-D ) Allerdings kann ich mit der Zeit immer mehr Schärfe ab. Unter Chiliheads wird das gerne als "Lederzunge" bezeichnet. ;-)

Ich denke nicht, daß Du eine Chili-Pause einlegen mußt, solange Du keine gesundheitlichen Beschwerden hast, die nach "Absetzen" des Chilis wieder abklingen.

Also, laß es Dir schmecken (und falls Du Dich in einer Chili-Community ein bißchen austauschen möchtest, schick mir ne PN... ;-D )

Die Risikobewertung kannte ich noch nicht, sie entspricht aber voll und ganz meiner Meinung und Erfahrung!

aVucohsoe:inxe


Ich hab mal eine Zahnstocherspitze einer sehr potenten Blair-Sauce probiert, worauf meine Zunge etwa eine halbe Stunde an der Stelle taub war. Ein anderer daneben hat sich damit das Brot gewürzt.

...ähm... das war bestimmt ich... :=o ]:D

cPlaixret


@ BenitaB.

Mit dem Argument "Kann man alles machen, kann man aber auch lassen." könnte man auch jegliche Hobbytätigkeit sein lassen, ist ja alles nicht notwendig. Manche Leuten lieben halt Schärfe und experimentieren damit, andere schlauchen sich beim Marathon oder verletzen sich beim Rosenzüchten. @:)

Nur einmal nach der Einnahme von ca. sechs kleineren Tropen einer 1.000.000 Scoville Soße in ein Teller Chili Con-Carne (war außer der Soße extra NICHT scharf zubereitet, weil meine Freundin keine Schärfe verträgt) konnte ich die Nacht darauf nicht gut schlafen. Ich konnte nicht wirklich einschlafen und war irgendwie unruhig. Zudem hatte ich leicht erhöhten Puls. Übel war mir nicht und heiß war mir auch nicht. Die Symptome waren am nächsten Morgen zur Gänze verschwunden.

Das finde ich jetzt nicht gerade besorgniserregend. Vielen Leuten habe Schlafprobleme nach schwerem Essen oder zuviel Essen oder ungewohntem Essen. Das kann halt mal vorkommen.

Ich denke nicht, dass scharfes Essen ungesund ist, solange man auf den Körper hört und nicht übertreibt.

Z1wergoelf2


Kann man von scharfem Essen auch Sodbrennen bekommen?

MheistePr_Glaxnz


...ähm... das war bestimmt ich...

Dann trägst du einen adretten Damenbart. ;-)

a*uchvsoexine


@ Zwergelf2:

Ja, habe ich recht häufig erlebt, allerdings nicht bei mir. Der Mage reagiert halt auf das, was man in ihn reinfüllt.

EmhemaplZig$er NuXtzer (R#528x611)


Ich würde einfach eine Pause machen. Dann brennt es wieder.

Mal eine Frage: es heiß ja immer "Chili brennt 2 Mal!".

Ist das echt so?

Egal was ich esse, ich merk davon nix...

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