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Nahrungsmittelunverträglichkeit - aber welche, Diagnostik?

m>uhkFuh2k hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

vor gut sieben Jahren habe ich leider zu Beginn meines Studiums einen über den Durst getrunken (ohne Erbrechen). Danach ging es mir monatelang nicht gut (starkes Völlegefühl und Magenschmerzen), bis schließlich eine Magenspiegelung gemacht wurde, bei der eine Magenschleimhautentzündung festgestellt wurde und ein kleiner Zwerchfellbruch. Es wurden Magensäureblocker verschrieben und damit sollte sich das Problem von selbst erledigen. Naja geholfen haben die leider gar nicht, die Symptome verringerten sich erst, nachdem ich mein Bett hochgelagert und fast 20 kg abgenommen hatte. Ein normales Essen war auch gar nicht mehr möglich, da mir normalgroße Portionen bereits Magenschmerzen bereitet haben.

Vor gut einem Jahr habe ich dann den gleichen Fehler gemacht: Abends deutlich zu viel getrunken, in den nächsten Tagen ging es mir ziemlich schlecht. Zwei Wochen später kam auch noch plötzlich eine Art Benommenheitsschwindel hinzu, der offenbar durch eine Verspannung der unteren Halsmuskulatur kommt. Gut möglich, dass auch hier der Magen der Auslöser ist.

Zur jetzigen Situation:

Vor ca. zwei Wochen hatte ich eine erneute Magenspiegelung, da ich weiterhin und trotz 40 mg Pantoprazol deutliche Magenprobleme habe. Dies äußert sich vor allem so, dass ich nach den Mahlzeiten ein starkes Völlegefühl und leichte Magenschmerzen bekomme, die auch über eine lange Zeit anhalten und somit auch eine deutliche Sättigung bewirken. Die Magenspiegelung ergab, dass der Zwerchfellbruch offenbar gar nicht für meine Beschwerden verantwortlich ist. Das ist sehr interessant, denn damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Nun habe ich in den letzten Tagen darauf geachtet was ich esse. Und tatsächlich eine starke Abhängigkeit gemerkt. Nur leider ist es mir bisher nicht gelungen eine Gemeinsamkeit auszumachen.

Im Verdacht habe ich bisher:

- Gluten

- Histamin

- Lactose

- Fructose

Durch das Weglassen von Lactose und Fructose konnte ich bisher keinen positiven Effekt bemerken. Bei Gluten und Histamin bin ich mir nicht sicher. Insbesondere Gluten habe ich im Verdacht, da es nach dem Essen von Nudeln mal deutlich schlechter wurde und mir auch allgemein Getreideprodukte nicht besonders gut bekommen.

Was für einen Test kann man denn machen um einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen? Macht ein IGG4-Test Sinn? Gibt es eventuell noch weitere Unverträglichkeiten, die interessant sein könnten, bzw. kann man da irgendwie allgemein drauf prüfen?

Antworten
m$u9hkEuh2k


Achja den deutlichsten Einfluss merke ich allerdings nicht über die leichten Magenschmerzen oder das Völlegefühl (vermutlich weil ich es fast gar nicht mehr anders kenne) sondern an der Änderung von Benommenheit und Schwindel. Beides ist so ein Gefühl, als wäre man Betrunken und es ist dauerhaft vorhanden, seitdem ich darauf achte was ich esse schwankt es jedoch recht stark (sowohl zum Guten als auch zum Schlechten).

A1pyrelna


IgG-Tests sind umstritten und werden selten von der Kasse bezahlt. Manche halten etwas davon, manche nicht. Die würde ich jedenfalls nicht am Anfang machen.

Ein Zusammenhang von Magen und HWS ist ziemlich unwahrscheinlich, ich habe davon noch nie gehört. Vermutlich hast du zwei Baustellen am Laufen. Das HWS-Problem mit dem Schwindel würde ich beim Orthopäden abklären lassen. Schwindel als Folge von HIT habe ich auch noch nicht gehört, dazu gehören vor allem Herz-Kreislaufprobleme, Haut, Magen-Darm.

Ein Zwechfellbruch hat sicher auch nichts mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien zu tun.

Das Säure- und Entzündungsproblem des Magens aber mit hoher Wahrscheinlichkeit.

Wenn du selbst testen möchtest, an was es liegen könnte, musst du ca. 3 Wochen strengste Karenz für ein einziges Problem einhalten. Also z.B. drei Wochen keine Milchprodukte und keine Produkte, in denen Milch etc. weiterverarbeitet ist. Unbedingt die Zusatzstoffen JEDES Nahrungsmittels lesen, das du isst.

Das dauert natürlich lange, bis du durch die verschiedenen Unverträglichkeiten und Allergien durch bist.

Ich würde dir daher eine Reihe an Standarduntersuchungen empfehlen, damit du einen besseren Anhaltspunkt hast. Kein Test gibt 100% Sicherheit, du musst hinterher immer schauen, ob es auch wirklich so ist. Aber du kannst wenigstens im Vorfeld einige Sachen abhaken.

Empfehlen würde ich dir:

Haut/Bluttest auf Weizen, Milch, Soja, Ei, Nüsse und Frühblüher/Gräser (wegen den Kreuzallergien)

Atemtests auf Fruktose, Laktose (evtl. Sorbit)

Blut-Stuhl-Test auf Histamin

Dann weißt du sicher mehr.

mAuhkfuAh2k


Achso ok, ich dachte ein IGG Test wäre vor allem am Anfang sinnvoll, da er nahezu alles abdeckt, falsch gedacht :-)

Der Zusammenhang zwischen Halswirbelsäule und Magen besteht übrigens über den N. Phrenikus, der das Zwerchfell innerviert. Haben mich mehrere Orthopäden drauf hingewiesen, ovn dem Dutzend bei dem ich mittlerweile bestimmt war ;-)

Stimmt, vermutlich hat der Zwerchfellbruch nahezu nichts mit meinen Beschwerden zu tun. So habe ich bspw. das Pantoprazol 40 mg von heute auf morgen abgesetzt, hatte zwei Tage leichtes Sodbrennen un dann war es wieder genau wie vorher.

Danke für die Tipps! Kann man denn auch durch die Hauttests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten testen? Soweit ich weiß besitze ich keine Allergien.

A_pyrexna


Aha, aber welche Auswirkungen haben HWS und Magen, also welche Symptome würden bei diesem Zusammenhang auftreten? Schwindel? Entzündungen etc. doch eher nicht, oder?

Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose, Fruktose und Sorbit kann man ausschließlich per Atemtest testen. Jeder, der dir was anderes erzählt, erzählt 100% Mist. Das machen die Gastro-Entero-Spezialisten.

Histamin ist auch eine Unverträglichkeit und geht per Stuhl und per Blut. Beides wäre zur Absicherung ganz gut. Ich weiß nicht, was bei dir bereits gemacht wurde. Histamin kommt von deinen Beschwerden noch am nähesten.

Die Getreidesache könnte schon auf eine Allergie hinweisen. Allergien kann man auch erst erwerben, sie kommen oft später. Aber die Tests kannst du ja nachschieben, wenn du merkst, dass es doof bleibt. Bei Getreide gibt es mehrere Möglichkeiten: nur Weizen, das andere geht oder Gluten, dann geht alles "übliche" nicht. Gluten, d.h. Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit. Die kann per Blut "verdächtigt" werden, es ist aber immer eine Darmspiegelung und Biopsie notwendig.

IgG-Tests geben einen Hinweis, mit was sich das Immunsystem beschäftigt hat. Ist der Wert hoch, KANN das ein Anhaltspunkt sein, dass eine Allergie oder Unverträglichkeit vorliegt, weil das Immunsystem damit viel rumgemacht hat. MUSS aber nicht.

BreniUtaBx.


Man muß eigentlich gar keine Tests machen lassen.

Mensch kann doch einfach mal einen Monat komplett auf jegliches Getreide verzichten. zumal Test auch ein falsches Ergebnis bringen können. War bei mir der Fall. Nee, ich habe keine Glutenunverträglichkeit, so die Ergebnisse der Dünndarmprobe.

Sowas aber von falsch. Der Zufall heilte mich, weil ich konsequent Getreide weglies. Und alle vermeintlichen und verdächtigen Unverträglichkeiten erwiesen sich als Irrtum... Die kann ich essen, seitdem Getreide konsequent verbannt ist.

Getreide wird heute nicht mehr nach Verträglichkeit gezüchtet sondern einzig auf Ertrag. Ob das den Menschen bekommt, ist der Industrie so was von Banane.

In Italien, wo Pasta und Co so herzallerliebst auf den Tisch kommen, war die Auswahl an glutenfreien Produkten vorherrschend in Europa. Warum wohl nur?

Man lese mal Weizenwampe....

Und mal ehrlich: welcher Arzt testet das Zusammenspiel von Mehlprodukten mit Geschmacksverstärkern, den Verdickern in Eis, Soßen und dem Süssstoff im Kaugummi ???

Einzelne Komponenten auszutesten wird dem Patienten keine Zusammenhänge eröffnenen....

Aber das Denken, Herr Doktor muß ist groß. Statt selbst aktiv zu werden und einfach mal eine Auslaßdiät zu starten....

m[uhkuCh2xk


Danke für eure Rückmeldung!

@ Benita

Hehe ich unterstütze deine Meinung vollkommen. Dass es nicht der Zwerchfellbruch ist weiß ich seit zwei Wochen, seit 1,5 Wochen habe ich diverse Lebensmittel weggelassen, um zu testen was den größten Einfluss hat. Damit wollte ich dann anfangen. Hab ich dann auch (mit Gluten) bis mir mein Arzt gesagt hat, dass ich bis zum Zöliakie-Test Gluten essen muss, da er ansonsten falsch negativ sein kann. Somit esse ich seit heute wieder Gluten, obwohl ich es eigentlich viel lieber sein lassen würde. Aber ich denke es ist auch nachvollziehbar, dass man nach 1 Jahr diffuser Beschwerden sehr auf eine greifbare Diagnose aus ist. Auch wenn ich selbst vermute, dass der Zöliakie-Test negativ sein wird und mir das Weglassen von Gluten dennoch hilft. Aber die paar Tage bis zum Test werde ich jetzt wohl auch noch überstehen ;-)

@ Apyrena

Ne Entzündung glaube ich eher nicht. Vielleicht ist es auch nur die simple Tatsache, dass man mit dauerhaften Magenschmerzen leicht nach vorne gebeugt steht/geht/sitzt und dadurch irgendwann Probleme an der HWS bekommt. Wobei ich da eher so etwas wie Nacken- oder Rückenschmerzen erwartet hätte. Beides habe ich nicht.

A'pyirenxa


Du hattest doch aber eine Magenschleimhautentzündung. Die kann schon von Nahrungsmittelproblemen kommen.

muuhkuxh2k


Oh dann hatte ich dich falsch verstanden, ja die hatte ich.

Eine Möglichkeit wäre, dass durch den einmaligen Alkoholexzess eine Unverträglichkeit entstanden oder verstärkt wurde, die dann schließlich zu den Problemen geführt hat. Vorher hatte ich nämlich nie Magenprobleme.

Glaube so etwas gibts bei Gluten oder?

Bei Histamin müsste ich auf Traubensaft bspw. reagieren oder? Habe jetzt drei Abende nacheinander ca 300 ml Traubensaft getrunken, ohne dass ich danach etwas bemerken konnte.

ADpRyrenxa


Wegen Histamin: Ja und nein. Man reagiert selten auf alle Nahrungsmittel, die Histamin beinhalten, freisetzen oder das Enzym zum Abbau hemmen. Dann ist es ja eine Unverträglichkeit und es kommt immer auf die Menge an.

Je nachdem welcher Alkohol es war, hat das auch mit Histamin zu tun. Manche Sorten von hochprozentigem Alk gehen, fast alle Bier- und Weinsorten sind tabu.

Hier ist die beste Vereinigung, die es zu Histamin gibt und deren Internetseite. Da kannst du dich bzgl. der Nahrungsmittel mal durchwühlen.

[[http://www.histaminintoleranz.ch/einleitung.html]]

Bei Gluten kann es durchaus zu Entzündungen kommen, sogar oft.

m_uhk9uh2k


Interessant, danke für den Tipp! Vor allem die chronische Verlaufsform dürfte ja nur schwer zu ermitteln sein. Was allerdings nicht so ganz passt ist die gesteigerte Infektanfälligkeit, denn die haben ich ziemlich sicher nicht. Hatte im gesamten letzten Jahr nur eine Erkältung und auch sonst nichts besonderes.

Ich kann für mich leider auch die Fructose-Unverträglichkeit nicht gänzlich ausschließen. Ich hoffe mal, dass mein Arzt mich diesbezüglich ernst nimmt und allgemein nach Unverträglichkeiten schaut.

ADpyrexna


Ja ich glaube auch, dass es sinnvoll ist, die Standard-Diagnostik zu machen, um einen besseren Anhaltspunkt zu haben. Das selbst suchen ist oft schwer.

A+pytrenxa


@ Benita

Das stimmt schon, was du schreibst. Aber du bist in dem Thema schon lange drin und wer das nicht ist, ist oft überfordert. Du hast ja mit diesem Wissensstand auch nicht angefangen. Man wächst damit.

Ich kann übrigens auch kein Getreide essen, auch kein Ersatzgetreide und habe angeblich keine Zöliakie.

m}uhkuxh2k


So ein paar Neuigkeiten gibt es von mir:

Der Hausarzt sagte, dass die Proben auf Zöliakie von der Magenspiegelung negativ waren, somit wäre das ausgeschlossen. Ich dachte zwar man braucht auch noch eine Blutprobe, aber naja.

Gemacht werden sollen jetzt nocht Lactose, Fructose und Sorbit und dann mal weiterschauen. Histamin hält er für unwahrscheinlich, da ich dies deutlich merken müsste.

Aipyr~ena


Ehrlich gesagt: naja...

Der Hausarzt ist in seltenen Fällen der richtige Ansprechpartner. Die Aussage mit dem Histamin finde ich fragwürdig. Beim Gatro-Entero-Internisten oder bei einem Allergologen wärst du besser aufgehoben. Dem würde ich das Histaminthema nochmal hinlegen. Wenn Blut für Allergien abgenommen wird, kann man es sowieso mit bestimmen.

Die Blutprobe bei Zöliakie gibt nur einen Anhaltspunkt. Aussagekräftig ist nur die Spiegelung. Wenn da nichts war, stimmt das.

Einen Haken kannst du also schon machen :)^ .

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