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Wissenschaftliches Buch über gesunde Ernährung gesucht!

Nr-er&gy hat die Diskussion gestartet


Servus,

ich Ernähurungstipps (Verweise auf Bücher, Links, etc). Vom Frühstück bis Abendessen ;-)

Dabei lege ich auf die Gesundheit, weniger auch den Geschmack, wert.

Wenn das ganze dann noch günstig wäre, ists perfekt. Muss aber nicht sein ;-)

Wenn man Ernährungs googelt wird man vollgespammt mit Productplacements und co. Ich suche einfach nur ein wissenschaftliches Buch, was ich dennoch verstehe, was mir sagt wie ich mich gesund ernähren kann ohne tausend sau teuere pillen zu schlucken :D

Bin gespannt auf euren Input & verbleibe mit vielen Grüßen

Antworten
jIust_IlooWking?


Ich fürchte das ist so ähnlich wie die Bitte nach "einem wissenschaftlichen Buch über die einzige richtige Religion".

Ndumberc Of +The Bexast


Die China Study von T. Colin Campbell.

P-lKaneteXnwixnd


Bloß nicht die China Study! Wissenschaft geht anders. Korrelation und Kausalität.

AcleDonoxr


In welche Richtung soll es denn gehen?

Vegetarisch, vegan, omnivor, Rohkost, Paleo?

aPvbg


Dieses Buch in der Form gibt es leider fast nicht. Die meisten Autoren bestimmter Kostformen blicken mehr oder weniger pseudowissenschaftlich auf ihr Werk. Sicher sind dafür teilweise die Autoren selbst verantwortlich, aber auch Verlage, die einen wissenschaftlichen Anstrich wünschen.

Zudem ist Ernährungslehre eben keine Wissenschaft, sondern eher eine empirische Lehre und sehr stark Moden und politischen Haltungen unterworfen.

Ein Beispiel: Veganer und Anhänger der Paleo-Ernährungsweise (Steinzeitdiät) reklamieren für sich jeweils sehr ähnliche gesundheitliche Verbesserungen: Bessere Haut, besserer Schlaf, Gewichtsreduktion, frischeres Lebensgefühl, bessere Verdauung, bessere Blutwerte etc. Dabei ist deren Ernährungsweise völlig gegensätzlich. Aber offenbar lohnt alleine die Beschäftigung mit dem Thema und auch ein Glaube daran. Placebo-Effekt heisst ja nicht, dass etwas nicht wirkt. Dieser Effekt kann sehr positiv und hilfreich sein und hat auch nichts mit "Spinnerei" zu tun.

Was "gesund" ist, sagt Dir Dein Körper. Was bekommt Dir gut und was nicht? Wonach fühlst Du Dich müde und wonach eher fit? Das schwankt auch, Tag für Tag und sicher auch je nach Jahreszeit und damit Licht und Bewegung. G. Frank hat es in "Lizenz zum Essen" versucht zu beschreiben. Darin hat es sehr viele Literaturstellen und Zitate. Vielleicht hilft Dir das. Am Ende steht aber auch die Aussage, dass Du dies für Dich selber entscheiden musst.

Wenn Du hier im Forum viel liest, wirst Du merken, manche vertragen Eiweiss sehr gut und Kohlenhydrate weniger, dafür brauchen andere viele Kohlenhydrate und haben Probleme mit Fett. Andere versuchen krampfhaft auf jeden Zucker zu verzichten (Gute Vorsätze zum neuen Jahr) und schon Ende Januar kommen immer mehr Ausnahmen und Umgehungsstrategien (Süsstoffe etc.) zum Einsatz. Letztlich braucht es also auch einen Glauben daran, dass etwas "gesund" ist. Viele der Verfechter der Vollwertlehre haben viele Jahre Blähungen, Darmprobleme u. ä. ausgehalten und auf die Gewöhnung daran gewartet. Nicht umsonst ist diese Ideologie wieder stark zurückgegangen.

Andere Themen "Veganismus, Paleo, Clean Eating" sind auch wesentliche Verkaufsmaschen. Hier stecken handfeste kommerzielle Interessen dahinter mit teils sehr stark verarbeiteten Produkten und hohen Preisen pro Kilogramm oder Liter. An der Idee der Ernährung wäre nichts auszusetzen. Auf dem Hype einer Modewelle ist es aber immer schwer eher neutral beraten zu werden.

Daher auch mein Rat: Die Literatur wird es Dir nicht beantworten. Sie kann etwas helfen, aber wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Zu Ende muss man sehen, dass es eben keine präzise Wissenschaft ist.

Werner Bartens von der Süddeutschen Zeitung schreibt in "Der Terror der Gesundesser: Schluss mit den falschen Ernährungsvorschriften" recht amüsant über das Thema. Vielleicht hilft Dir auch das bei der Suche nach dem ein oder anderen Seitenblick auf dieses komplexe Thema.

alvbg


Ggf. könnte auch von M. Sheatreat-Klein "Darm heilt Hirn heilt Körper" interessant sein. Zwar ist die wissenschaftliche Basis auch hier höchstens empirischen Ursprungs, wenn man das ganze Konzept aber durchsieht, kommt zumindest plausible und wohl für die meisten gut verträgliche Kost heraus.

Wenn es Dir etwas ums Abnehmen gehen sollte, so hat V. Schusdziarra mit "Satt essen und abnehmen" ein langjährig erprobtes Konzept vorgestellt, das keine Dogmen kennt und sehr auch auf individuelle Gewohnheiten eingeht.

D. Pape schliesslich kreierte mit Kollegen die schon berühmte "Schlank im Schlaf"-Ernährungsweise. Zwar ist auch hier die wissenschaftliche Basis eher dürftig, aber es kommt ebenfalls eine umsetzbare und ausgewogene Mischkost heraus, die aber im Gegensatz zu V. Schusdziarra wesentlich mehr Disziplin benötigt.

N,-ergxy


Wow avbg, vielen vielen herzlichen Dank für die aushführliche Antwort! Das wird mein Leben nachhaltig beeinflussen. Alle empfohlen Bücher auf die Leseliste geschrieben. Abnehmen brauche ich durch viel Sport zum Glück nicht aber die anderen Quellen sind supi! Genau das habe ich versucht!

Darf ich abschließend Dich fragen, wie Du dich selbst ernährst? Scheinst ja Ahnung zu haben :)

Beste Grüße!!!

a9vWbg


Hallo N-ergy,

danke. Freut mich, dass Du keine Beschwerden hast, wegen derer Du das machen willst, sondern eher einfach so.

Morgens esse ich gewöhnlich Haferflocken mit Leinsamen und zwei Äpfeln. Am Wochenende dazu vielleicht noch ein Marmeladenbrot. Sehr selten auch mal eine Brezel. Butter verwende ich dafür nicht, mir liegt fettarm eher besser.

Mittags kocht meistens Mensa/Kantine. Demnach ist das Angebot sehr gross, was schön ist. Da ich von schwerem Essen aber nachmittags recht müde werde, bleibe ich mittags unter der Woche bei Salat, ggf. Suppe und manchmal einem Dessert (eigentlich nur am Freitag).

Abends koche ich dann. Aus Zeitgründen nicht sehr kompliziert, aber sehr unterschiedlich. Fisch mag ich sehr gern.

Am Wochenende koche ich auch mittags und das sehr ausgiebig. Da gibt es dann nach dem Essen auch ein Stück Kuchen. Ich backe auch sehr gern, das trifft sich so gut. Ich mache auch recht viel Sport, vor allem am Wochenende, dann geht das kalorienmässig recht gut.

Insgesamt muss man, wie ganz oben geschrieben, eben einen Weg finden, mit dem man sich wohlfühlt. Essen ist für mich auch Genuss und Lebensfreude. Da hat sicher jeder eine andere Einstellung. Ich mache mir dafür nichts aus Getränken ausser Wasser und ggf. Kaffee/Tee. Andere gehen gern etwas trinken, das hat für mich höchstens soziale Bedeutung, aber Alkohol an sich lag mir nie. Auch hier dürfte jeder Mensch etwas anders sein.

Ernährungsoptimierung mit Eiweisshakes u. ä. würde ich nur im Notfall machen. Es gibt Gründe im Kraftsport dafür, aber viele dagegen bei Blick auf die Zutatenliste. In kleineren Mengen ist das sicher problemlos, aber wie bei allem eben nicht übertrieben.

Ich wünsche Dir

N_ordih8x4


Aber offenbar lohnt alleine die Beschäftigung mit dem Thema und auch ein Glaube daran. Placebo-Effekt heisst ja nicht, dass etwas nicht wirkt. Dieser Effekt kann sehr positiv und hilfreich sein und hat auch nichts mit "Spinnerei" zu tun.

Ich würde das jetzt nicht nur auf einen Placebo-Effekt schieben sondern auch darauf das die Menschen sich mal mit dem beschäftigen was sie essen. Wenn ich vorher haufenweise Nudeln mit Tomatensauce, Pizza oder ähnliches in mich rein geschoben habe dann tut mir eine Ernährungsumstellung und ein bewussteres Leben einfach gut, egal ob ich jetzt extrem auf Fleisch setze oder ganz darauf verzichte. Von daher macht es schon Sinn das man die verschiedenen Richtungen einfach mal ausprobiert und das für sich wählt was einem am besten gefällt.

Ich kann mich daran erinnern als mein Vater vor einigen Jahren nach nem Herzinfarkt in der Reha war. Dort wurde "iss Beilagen, Nudeln, Reis und Co, Fleisch ist die eigentliche Beilage" vorgebetet, heute ist "Kohlehydrate sind schlecht, Proteine sind gut, iss mehr Fleisch" modern. D.h. selbst in medizinischen Einrichtungen kann sich die Vorstellung über gesunde Ernährung massiv verändern und das innerhalb weniger Jahre.

Ich selbst fahre mit der aktuellen Mode auch ganz gut und hab z.b. in den letzten 4 Wochen über 6kg abgenommen, muss aber für den nächsten wieder ganz und garnicht gelten.

avvbxg


Nordi84, Du hast vollkommen recht. Es ist nicht nur der Placeboeffekt, aber dieser spielt schon eine sehr grosse Rolle. Das "mit dem Essen beschäftigen" führt sicher einerseits zu mehr Zufriedenheit, andererseits vielleicht ändern mancher Gewohnheiten, aber eben auch dem Wissen "ich tue etwas gutes für mich". Und, wie geschrieben, der Effekt ist sehr mächtig und jedem sei diese positive Auswirkung auch auf die Psyche von Herzen gegönnt.

Man muss die Ernährungslehre beim Thema Infarkt, Cholesterin etc. insofern in Schutz nehmen, als anfangs die Umstellungen auf Beilagen statt Fleisch, Eier und Butter auch zu helfen schien. Langfristig aber eben dann doch nicht, bei vielen verschlimmerten sich die Wert später wieder. Ob es sich bei der geänderten Form (weniger Kohlenhydrate) langfristig so entwickelt, muss abgewartet werden. Aktuell sieht es so aus, als ob sehr viel Protein und weniger Kohlenhydrate vorteilhaft sein könnte für die Mehrheit der Patienten. Aber viele Körper gewöhnen sich auch an eine Umstellung und man müsste im Prinzip regelmässig wieder umstellen, um vom Umgewöhnungseffekt zu profitieren.

Abnehmen selber ist nicht so schwierig, das Problem kommt erst danach. Nur etwa 4-5 % der Patienten schaffen es nach 5 Jahren noch gleich viel zu wiegen. Fast alle sind 5 Jahre deutlich schwerer als vor der Diät bzw. Ernährungsumstellung. Sicher liegt hier auch viel an Gewohnheiten (Bewegung, Stress, Schlaf, Hormonhaushalt).

Twes>t_raxle


es gibt einfach keine "gesunde" Ernährung. Die leute wollen ganz einfache regeln, die es nicht gibt. Was genau versteht man z.b. unter "ungesunder Ernährung"? Was genau ist so schrecklich ungesund an einer Tafel Schockolade?, Welche schrecklichen Dinge passieren in meinem Körper, wenn ich eine tafel Schioki esse, oder mal ne Currywurst.?

Z.B ist frisch gepresster Fruchtsaft nicht "gesund" weil ein glas davon genau so viele Kalorien enthält, wie Cola!

Das morgendliche "supergesunde Müsli" ist ebenfalls eine reine kalorienbombe!

und grundsätzliche ist JEDE Nahrung Gesund, denn sie schützt uns vor dem verhungern!!!

NTordix84


Ja, am Ende lässt sich vermutlich besser sagen welche Dinge schlecht für einen sind und eher weggelassen bzw. nur selten konsumiert werden sollten (Stichwort Alkohol, Zucker, minderwertiges Fett, zuviele Zusatzstoffe). Wenn man den Rest ausgewogen und in vernünftigen Mengen konsumiert sollte es schon fast passen.

AJleopnoxr


Kalorien sind ja per se nichts schlechtes. Wenn wir komplett drauf verzichten, sterben wir.

Das Problem vieler Leute ist es auch nicht das "mal Schokolade oder Currywurst" gegessen wird. Sondern das ständig Sachen reingeschaufelt werden die, mit gesundem Menschenverstand betrachtet, nicht ok sind.

Rein von den Kalorien her betrachtet tun sich Cola und Saft nichts. Ich würde trotzdem den Saft (in Maßen genossen - Hauptgetränk ist Wasser) für die bessere Alternative halten weil da eben nicht nur Zucker und Chemie drin ist.

Was mich auch nicht davon abhält dann und wann Cola zu trinken..

D>impxle


Um mal sachlich Fakten zu sammeln, empfehle ich das Kapitel Ernährung aus diesem Buch:

Körper-Menschen-Einführung-Bau-Funktion

Allein die Beschreibung der Kalorienbilanz etc. ist schon sehr hilfreich.

Mit diesen Grundlagen und der Idee, möglichst Lebensmittel zu verbrauchen und selbst zu verarbeiten, welche nicht vorbehandelt sind, fahre ich gut (okay, momentan sündige ich ein wenig zuviel... ]:D )

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