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Was sagen Vegetarier zu künstlichem Fleisch?

LtentiKrugegexr


Bei der Klärung von Guinness wird Fischblase verwendet.

KwurpFäplzxer


Also ich bin erst seit einem knappen halben Jahr Vegetarierin und muss sagen, dass es schon eine Umstellung ist, von heut auf morgen keines mehr zu Essen, wenn

man es Jahre zuvor gewohnt war.

Der moralische Aspekt hat mich dazu bewegt, ich mag Tiere einfach sehr - komplett vegan zu leben, hat mich noch nicht "gewonnen" aber zwischendurch vegan zu essen finde ich toll.

Die Vorstellung künstliches Fleisch zu konsumieren ekelt mich ehrlich gesagt an. Und so schroff und profitgierig die Menschheit heutzutage ist, werden sicherlich auch hier Tierquälereien o. ä. stattfinden.. ich bleibe da skeptisch.

Und wie viele hier schreiben - es gibt so tolle Alternativen, da braucht man sowas nicht (oder vielmehr ich nicht).

N4ad2e'nixa


Ich bin Vegetarier, muss sagen beim Gedanken an dieses "Labor Fleisch" ekelt es mich mind. genauso wie bei richtigem Fleisch.

m|enaeas


mich eckelt es gar nicht, wenn man weis, das man Fleisch essen kann, OHNE das dafür Tiere getötet werden, ist das ein gutes gefühl

EphemaliageVr Nuptzer Q(#45887x1)


Veganen KÄse habe ich auch in unserem Edeka bei dem Käse gesehen. Auch zum überbacken schon gerieben. Also ich habe keine Ahnung wie sowas schmeckt aber das gibt es doch alles.

Dieser Sojakäse ist wirklich ganz furchtbar.

S~unfMlowser_7x3


Ich war vor ca. 16/17 Jahren mal Vegetarierin; für ca. 3 Jahre. Auslöser war ein Schlachthofbesuch mit der Oberstufe; dabei hatte ich als Kind schon zugesehen, wie ein Schwein geschlachtet wurde (Landkind halt). Letzteres hat mich damals nur fasziniert; ersteres schockiert.

Grund für den Rückkehr zum Fleischkonsum (sehr selten und immerhin zu 50% Bio oder Produkte vom Metzger, der noch selber schlachtet):

1. Mir fehlte etwas, v.a. im Sommer beim Grillen (damals gab es kaum diese Ersatzprodukte, bisschen Tofu ggf.)

2. Ich habe damals bei einem Biobauern gejobbt (Eier/Getreide/Milch). Der mir zeigte, dass man Tiere auch mit Anstand schlachten kann. Und auch zeigte, dass man auch im Biobereich mit möglichst kompletter Erzeugungskette auch mal Tiere opfern muss, wenn man davon als Mensch finanziell überleben möchte. Die Hühner wurden geschlachtet, wenn die Legeleistung nachließ. Aber dann nur als komplettes Huhn verkauft, nicht nur die Brustfilets und der Rest Müll oder halt Expoert in afrikanische Länder, wo die lokale Landwirtschaft leidet. Und er hat pro Jahr 1-2 Rinder geschlachtet, aber auch nur im Mischpaketen vermarktet. Auch hier: Vermeidung, dass die Edelteile rausgepickt werden und der Rest zum Müll verkommt.

Sorry, bin abgedriftet...

Fleischersatz:

Bin ich strikt gegen. Zum einen muss man mal schauen, wer davon profitiert (die großen Fleischerzeuger!). Zum anderen führt es bei vielen zu so einer Pseudo-Vegetarier-Ernährung: Fleisch weg, Ersatz rein, der Rest bleibt ungesund. Zum anderen muss man sich nur mal die Zutatenliste anschauen. Mit Ausnahme von Tofu-Produkten ist das nur Industriepampe, die da als "Wurst" verkauft wird. Absurde Zutatenlisten, wo so zieimlich NICHTS Gesundes drin ist.

g<a?l'axys


ad "veganes Bier": das gibt es deshalb, weil Bier in einigen Brauereien durch Gelatine geklärt wird.

ad "Laborburger": ich bin selber keine Vegetarierin, aber auch keine begeisterte Fleischesserin. Fleisch gibt es bei mir maximal 2-3 mal die Woche, oft auch nur einmal wöchentlich und dann qualitativ hochwertiges Biofleisch. Aber ich möchte doch etwas dazu beitragen und ein paar Dinge in die Runde schmeißen. Da ich beruflich mit einem ähnlichen Gebiet zu tun habe, wollte ich gerne ein paar Dinge richtigstellen bzw Fragen klären:

Es werden dafür KEINE Stammzellen im ursprünglichen Sinne verwendet. Das heißt, es sind dafür keine Embryos faschiert worden, wie sich das manche vorstellen. Stammzellen findet man im ganzen Körper eines ausgewachsenen Menschen/Tieres. Zudem sind die Regulierungen bei tierischen embryonalen Stammzellen viel lockerer, im Vergleich zu menschlichen embryonalen Stammzellen. Diese Muskelstammzellen sind Zellen die sich im Muskel befinden, die können gar nichts anderes mehr werden als Muskelzellen, es sind eigentlich Vorläuferzellen, keine Stammzellen wie es embryonale Stammzellen sind. Es werden dafür also keine Kälberföten getötet um an die Zellen zu kommen.

ABER: es werden weiterhin Tiere dafür verletzt und/oder getötet! Irgendwie muss man ja an die Zellen kommen. Eine Kuh die an Altersschwäche stirbt ist dafür ungeeignet, die Zellen würden sich nicht mehr vermehren. Daher muss von einer jungen Kuh ein Stück Muskelgewebe entnommen werden -> Verletzung, für die meisten Vegetarier/Veganer auch nicht vertretbar oder eine ganze Kuh wird getötet um möglichst viel Ausgangsmaterial zu bekommen. Tiere müssen weiterhin gehalten werden, nur weniger und manche von ihnen sterben vielleicht nicht, aber es wird immer wieder ein Stück Muskeln entnommen werden. Außerdem braucht man für die Zucht von Zellen Serum. Also Blutserum. Das gängigste in der Zellkultur verwendete Serum ist fetales Kälberserum. Dafür werden Kuh und Kalb getötet. Da braucht man relativ viel davon. Zur Zeit zahlt es sich also bei weitem noch nicht aus das Fleisch zu züchten, da dafür vergleichsweise mehr Tiere leiden/sterben müssen, als wenn man stattdessen einfach eine Kuh schlachtet.

Zur Fischfrage: Ja, Fisch kann man damit auch züchten, wurde schon vor beinahe 15 Jahren erstmals gezüchtet, erlangte aber nicht viel Aufmerksamkeit. Fischzellen sind prinzipiell leichter zu züchten als Säugetierzellen, der Energieaufwand ist auch niedriger, da sie bei geringeren Temperaturen wachsen. Wurde angeblich damals auch verkostet, ich habe aber nie etwas darüber gelesen, wie es geschmeckt hat ;-D

Prinzipiell ist das ganze nicht krank oder Geldverschwendung, sondern ein extrem wichtiges Forschungsgebiet. Menschliche Gewebe werden genauso gezüchtet, mit dem Ziel irgendwann ganze Organe zu züchten. Also nicht auf die Wisschenschaftler schimpfen, die sie "krankes" Zeug machen, das kann irgendwann Leben retten. ;-)

Ich bin prinzipiell aber auch kein Fan vom Laborfleisch, weil es einfach überhaupt nicht ausgereift ist, die Leute dadurch immer mehr den Bezug zum Essen verlieren werden (es gibt schon genug Kinder und Jugendliche, die nicht wissen wo das Essen her kommt), es momentan sehr energieaufwändig ist (das lässt sich angeblich noch sehr stark reduzieren) und weil ich denke, dass wir allgemein den Fleischkonsum reduzieren sollten. Aus ökologischen, wie auch aus gesundheitlichen Gründen. Die Menschen essen einfach viel zu viel Fleisch, weil es viel zu billig angeboten wird, ohne Subventionierung der Landwirte von Seiten des Staates wären diese Preise niemals möglich. Ihnen noch mehr Fleisch noch billiger "nachzuzüchten" halte ich für falsch

EAhemali~ger Nutazer &(#4588?71)


Die Menschen essen einfach viel zu viel Fleisch, weil es viel zu billig angeboten wird,

Volle Zustimmung.

Ihnen noch mehr Fleisch noch billiger "nachzuzüchten" halte ich für falsch

Und wenn das Zuchtfleisch deutlich billiger wäre, man die Preise für Fleisch aus Massentierhaltung dafür deutlich anheben würde?

Mal so am Rande: Fleisch ist auch nur in Deutschland so billig..

Ich glaube ja, dass man nur übers Geld an die Leute rankommt. Sowohl, was den Fleischkonsum als auch die Autonutzung angeht. Mit dem Appellieren ans Gewissen erreicht man doch i.d.R. nur einen einstelligen Prozentsatz..

gPalaxxys


In Österreich ist es mitunter auch sehr billig. Ich glaube, dass wir das Glück haben, dass die Landwirtschaft sehr großzügig subventioniert wird. Ein Liter Milch ist mehr wert als 90 cent, ein Kilo Hühnerbrust (dafür wird ja logischerweise mehr als ein Huhn gebraucht), kostet in der Zucht mehr als 5€. Und die Landwirte müssten ja auch noch Gewinn machen. Das geht ohne Geld vom Staat nicht. Ich weiß nicht, wie das in anderen Ländern gehandhabt wird, aber zumindest in Österreich haben die Landwirte eine gute Lobby ;-D ich sage nicht, dass es schlecht ist. Aber ich denke, dass die Förderungen bei Massentierhaltung gekürzt werden sollten, für Biobetriebe aber angehoben werden sollten um es für die Landwirte reizvoller zu machen. Ich bin zwar dagegen, dass der Staat sich in alle Entscheidungen einmischt, aber wenn es nicht irgendwann gesetzlich vorgeschrieben Mindestpreise gibt, dann wird man einen Kilo Fleisch bald um 2 € bekommen. Und das ist nur mehr krank.

Sorry, das ist jetzt etwas off topic |-o

EhhemaligerO Nuutzer (#4858871x)


Sorry, das ist jetzt etwas off topic

Nö, finde ich gar nicht @:)

Man kann das Thema "künstliches Fleisch" ja nicht völlig unabhängig vom Preisniveau diskutieren.

pPrins\essQallxe


Zur Verteidigung der Ersatzprodukte mag ich kurz mal einwerfen, dass es auch Ersatzprodukte gibt, die keine "Industriepampe" sind.

Lange Zutatenlisten sind sowieso kein Anzeichen dafür, dass etwas ungesund ist. Überall sind Chemikalien drin, daraus ist jedes Lebensmittel. Ich kenne auch nicht alle Verbindungen, die in einer Blaubeere vorhanden sind.

Weiß gerade nicht die Marke, aber eine Veggieboulette schmeckt mir ganz gut. Die besteht größtenteils aus (Wasser,) Haferflocken und Weizenproteinen.

Momentan ist das Problem bei Laborfleisch auch noch das Material, in dem die Kulturen angelegt werden. Das wird teilweise aus Tierembryos gewonnen.

g}a6badxei


Wenn es nur um das Töten des Tieres ginge, wäre die Diskussion doch schnell beendet, das im Labor gezüchtete Fleisch ethisch völlig einwandfrei. Viel mehr sollte man sich aber darüber unterhalten (und da scheiden sich die Geister), ob es ethisch vertretbar ist, Tierteile im Labor zu züchten und ob man diesen Forschungsaufwand nicht in andere alternative Ernährungsmodelle stecken könnte...

g[alaxWys


gabadei, wie ich bereits geschrieben habe, es wäre nicht ethisch einwandfrei, wenn dies bedeutet, dass es ohne Tierleid oder dem Töten von Tieren auskommt. Zellkulturen brauchen tierisches Serum um zu wachsen, dafür werden weiterhin Tiere getötet. Und wie ich geschrieben habe, die Forschung in dem Bereich ist sehr wichtig, es ist ein wichtiger Teil in der regenerativen Medizin um Hauttransplantate und irgendwann vielleicht ganze Organe herstellen zu können

g:abaxdei


...da war ich wohl etwas zu voreilig, galaxys. Ich muss über genau diesen Kommentar drübergelesen haben. Ein Unterschied zwischen der künstlichen Zucht von Muskelzellen und Zellen, die sich schlussendlich zu Organen entwickeln ist doch erheblich, nehme ich an. Trotz deinem wesentlichen Einwand, fände ich es ebenfalls wichtig mehr Fokus auf die Forschung an alternativen Ernährungsmodellen zu legen.

gValgaUxyxs


Sicher ist der Unterschied zwischen der Zucht von Muskelzellen und Organ- oder Gefäßzellen erheblich. Jede Zellart braucht sehr unterschiedliche Bedingungen und muss unterschiedlich stimuliert werden. Jedoch sind Muskelzellen und deren Training medizinisch sehr relevant. Nicht nur um sie Patienten einzusetzen, auch für die Forschung an "Modellen". Das heißt, Tierversuche werden hinfällig und man kann direkt an menschlichen Modellen forschen, wenn man einen Muskel oder ein Organ im Labor hat. Das Gebiet kann sehr viel von diesem Laborfleisch profitieren. Ob man es dann nun isst, an ihm forscht oder es jemandem einpflanzt, ist dann ja egal.

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