» »

Esssucht

f"roeschhchen97


werden die irgendwann einfach weniger, wenn man sich innerlich nicht immer fertig macht deswegen? wenn man sich endlich nicht mehr so viel versagt nachdem man einen fa hatte? oder soll man jedes mal dagegen kämpfen?

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die FA leichter zu ertragen sind, wenn man versucht, sich nicht allzu sehr deswegen fertig zu machen und man am nächsten Tag nicht versucht wieder einzusparen (davon wird es bei mir schlimmer). Ich probiere, es zu akzeptieren und überlege, woran es gelegen haben könnte und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Im Grunde fühlt es sich für mich so an, als würde ich "schweben" - ich hab einfach keinen sicheren Grund unter den Füßen. Vielleicht klappt es heute gut, aber morgen kann's schon wieder ganz anders aussehen. Auch wenn ich FA mit sicheren Lebensmitteln zu dämpfen versuche, weiß ich, dass ich grade dabei bin die Kontrolle zu verlieren.

Die letzten zwei, drei Tage liefen bei mir essenstechnisch echt beschissen. Ich hoffe, dass es heute wieder besser klappt und quäl mich auch mit den letzten Tagen rum, aber davon wird's halt nichts zwangsläufig besser langfristig hilft wohl wirklich nur ne Therapie und die ein oder anderen Skills, um kritische Situationen nicht zu sehr an sich und sein Essverhalten ranzulassen. Wie siehts im Moment bei dir damit aus?

DJé.l3iée


Ich bin durch Medikamente und wahrscheinlich auch andere psychische Ursachen in der Klinik auch in so eine Heißhungerschleife gerutscht, dadurch dann phasenweise in die Bulimie.

Wenn du merkst, dass der Heißhunger kommt, kannst du da tief in Dich gehen und herausfinden, was Dir genau in dem Augenblick fehlt?

Bei mir war es ganz stark Nähe. Ich war da in der Klinik manchmal so schrecklich einsam und überfordert und dann die Verstärkung durch die Medikamente und Bam, Heißhunger, Fressanfall. Ich habe mich dann ganz oft gezwungen, nicht zu erbrechen und dadurch natürlich dann auch zugenommen.

Zusätzlich war es einfach nur Überforderung, glaube ich. Egal, in welchem Bereich, wurde mir irgendwas zu viel, bin ich wie ferngesteuert und mit unstillbarer Gier zum Essen marschiert, teilweise extra losgefahren, um was einzukaufen und habe es regelrecht verschlungen.

Ich konnte manchmal an nichts anderes mehr denken, als an Essen. Meine Therapeutin meinte dann, ich sollte mal üben, an nichts zu denken. Ich kanns schwer erklären, ich kanns selbst auch nicht so gut, aber sie meinte irgendwie, einfach mal loszulassen. Zuerst geht das nur für ein paar Sekunden, aber das soll angeblich immer mehr werden (ich übe ja gerade selbst) und damit kann man den permanenten Gedanken an Essen auch mal loslassen und dadurch vielleicht dann auch hinterfragen, was gerade dahinter steht, wenn man nicht nur eins im Kopf hat.

Wenn du jemandem sagst, dass er nicht an einen rosa Elefanten denken soll, dann denkt er erst recht daran.

Damit will ich sagen, umso mehr du Dir verbietest an Essen zu denken, umso stärker brennt es sich in Deine Gedanken und macht Dich innerlich rasend.

Ich bin momentan für ein paar Wochen aus der Klinik Zuhause, weil mir alles zu viel wurde und ich das erst wieder in den griff kriegen wollte, bevor ich da noch mehr in mich rein stopfe und gar nicht mehr klar komme.

Ich muss sagen, mir tut das gut.

Ich versuche für mich Ablenkung zu finden, die mich vom sinnlosen Essen abhält. Sei es auch mal nur TV schauen oder in med1 rumhängen. Dabei ist für mich mittlerweile eine der größten Regeln (und ich übe hartnäckig): bewusst essen. Nicht vorm TV, nicht vorm PC oder vor einem Buch. Bewusst am Tisch sitzen und jeden Bissen essen.

Habe ich wirklich Hunger oder was ist da in mir los? Diese Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn mich die Lust auf was Süßes überkommt.

Soolamxie


Ich hatte nie eine richtige schlimme Essstörung, daher ist es mit mir vielleicht nicht wirklich vergleichbar, aber was ich schon kenne, sind wohl sowas wie leichte FA - also ganz klar aus emotionalen Motiven raus gegessen und viel mehr, als ich gebraucht hätte, aber eben auch keine wirklichen Unmengen. Ich kann nur sagen, dass bei mir alles viel besser ist, seit ich nach dem Konzept "intuitiv essen" einfach nach Hunger esse und mir auch Süßigkeiten gönne ohne ständig zu denken, dass ich das eigentlich nicht dürfte. Das ist nämlich ein ganz schlimmer Kreislauf, der einen echt fertig machen kann. Bei mir hat die Gesundung angefangen, als ich ein Kind bekommen habe und damit auch einfach einige Zeit einfach gegessen habe, was ich wollte. In der Schwangerschaft habe ich zwar sehr viel zugenommen, dabei aber gemerkt, dass mein Essverhalten (also Häufigkeit, Bedürfnis nach Süßem etc.) viel gesunder ist, keine ständigen Diätversuche, die dann ins Gegenteil umschlagen. Daher habe ich mich dann mit "intuitiv essen" beschäftigt - hier geht es ja auch in erster Linie darum, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln und erst in zweiter Linie, auch irgendwann abzunehmen. Sicherlich ist dafür aber eine gewisse Grund-Gesundheit Voraussetzung, daher hohl Dir Unterstützung! :)z

cHherr4y07


hallo zusammen *:)

@ Solamie

ich denke, auf dem gebiet haben wir gleiche und auch ganz verschiedene hintergeründe. ich hatte auch eine richtig schlimme essstörung, die mit einer verhaltenstherapie behandelt wurde. nur leider ist es mittlerweile nicht mehr so, dass meine essanfälle physisch oder psychisch durch irgendeinen "mangel" hervorgerufen werden. klar habe ich auch viel diätet, vieles versucht weil ich so unglücklich war, und war auch schon an dem punkt "intuitiv essen" angelangt. das ging einige tage/wochen gut, bis sich alles mit den süßigkeiten verschlimmert hat. ich habe in einem halben jahr zusätzlich zu meinem NG im mittelbereich nochmal 15-20kg zugenommen, und so sehr ich mir das auch einreden wollte - das war nicht die anfangsphase der normalität, die sich irgendwann wieder egalisiert. es ist alles nur noch viel schlimmer und krasser geworden. teilweise hat mein hirn ausgesetzt , ich hatte keine kontrolle mehr, ich hab mich selbst nicht mehr erkannt. ich leide darunter, meine mitmenschen leiden darunter, mein sozialleben leidet darunter... ich kann einfach nicht so weitermachen und denken "ich will unbedingt zucker...tja, ist wahrscheinlich intuition!". da geb ich mir noch 5 jahre und ich bin eine adipöse eigenbrötlerin mit diabetes und anderen netten begleiterscheinungen. ich freue mich sehr für dich, dass du deinen weg gefunden hast, dass es dir gut geht. dass es wohl so gelaufen ist, wie es laufen sollte nach einer schweren zeit der essstörung. wirklich schön zu hören, dass es so etwas gibt! :)*

und an die anderen: vielen dank für eure aufmunternden und verständnisvollen worte! :)

ich weiß eigentlich, wann die esssatacken kommen. zu 99% auf der arbeit. ich habe nacht- und 24 stunden schichten, bin viel alleine, viele leerläufe gepaart mit ständiger habachtstellung, habe viel mit sehr schwierigen jugendlichen zu tun und bin eben auch oft unter stress. dazu kommt, dass die arbeitszeiten so wechseln, dass ich gar keinen rhythmus mehr habe ... jetzt nicht falsch verstehen, das sind meiner meinung nach keine gründe für meine esssucht, aber faktoren, die mir das "aufhören" sehr sehr schwer machen. zudem schäme ich mich eben, weil ich manchmal denke, dass ich echt der einzige mensch in diesem kosmos bin, der schlichtweg zu blöd ist, um normal und bedarfsorientiert zu essen. eigentlich habe ich es ja gut und ich mache mir alles kaputt. mein vater sagte einmal zu mir "du hast nur zu wenige probleme, deswegen terrorisiert du dich und dein umfeld mit ausgedachten wehwehchen"... ich habe bis heute das gefühl, sie habens nicht verstanden. in der magersucht war ich halt "zu dünn", jetzt habe ich halt "keinen gescheiten essensrhythmus". da kommen dann sätze wie "du hast es in der hand!", "es liegt nur an dir!", "dann iss halt einfach weniger". wenn ich nicht mehr arbeiten gehen muss, will mein vater mit mir eine woche wandern gehen, damit ich mal wieder einen "richtigen essensrhythmus" kriege. weil "im wald stehen keine kühlschränke".... ich konfrontiere sie weiter mit teilen meiner krankheit, alles weiß er bei weitem nicht. aber es beleidigt mich, dass er denkt, dass nach all den jahren in denen ich wirklich offensichtlich gelitten habe, ein spaziergang durch den wald die wende bringt. das tut mir schon weh.

gestern hatte ich übrigens wieder einen üblen fresstag.

ich hatte ja erzählt, dass ich mir 2 bücher gekauft habe. eines heißt "essanfälle ade" und beschreibt sehr schön die gefühlswelt, wie es in einem dann aussieht. sehr schön geschrieben. in diesem buch geht es darum sich ALLES zu erlauben, ähnlich wie beim intuitiven essen. nur dann essen wenn man hungrig ist, was man will. mein problem ist, dass ich bewusst auch esse, wenn ich nicht hngrig bin und dagegen meistens schlecht was tun kann, wenn es passiert. sich alles erlauben in der hoffnung auf besserung macht es alles nur noch schlimmer. dieser weg isdt gut und klar. er kann funktionieren. für mich momentan aber leider nicht, ich stecke da im hamsterrad fest. trotzdem tut es gut sich mal verstanden zu fühlen.

das andere buch heißt "frei von zuckersucht" und beschreibt ein 10-schritte-programm, in dem komplett auf zucker verzichtet werden soll. evtl. ein leben lang. das ist sehr radikal, aber da sich meine anfälle ausschließlich auf zucker beziehen und ich da auch wirklich nicht aufhören KANN, seh ich das momentan als meine einzige chance. ich weiß, dass ich den zucker benutze, um anderes zu verdrängen, wenn ich nun hingehe und sage "ich darf alles essen!", dann wird dieses muster niemals aufhören. ich muss mich konfrontieren, ich muss viel aufschreiben,ich muss mich selbst endlich mal kennenlernen, mit all meinen abgründen. vielleicht, hoffentlich, kann ich das machen und kriege dann evtl. unterstützung. möchte mich nächste woche mal in einer psychosomatischen klinik melden, mit der ich schon e-mail-kontakt aufgebaut habe. dort wird man bis zu 3 wochen stationär behandelt. das löst in mir gerade freudensprünge aus, wenn das klappen würde @:)

wie gehts euch? :)

czhoerrbym0x7


hallo zusammen,

melde mich mal wieder. also, der zuckerverzicht klappt überraschend gut. seit freitag hab ich außer obst nichts süßes gegessen oder getrunken und momentan fehlt es mir auch noch überhaupt nicht - auch von den kcal her läuft es ganz gut, schaffe es momentan sogar abends auf kohlenhydate zu verzichten. nichts desto trotz kann ich die uhr danach stellen dass nach 3 guten tagen einer kommt an dem ich einfach zu viel esse. war letztes mal am gestern so. da ist mir das mittagessen einfach aus den händen geglitten, weil die ganze zeit so ein appetit in meinem magen nagt, fühlt sich fast wie ein leichtes brennen an, schwierig zu beschreiben. dadurch, dass ich keine süßigkeiten mehr esse war es zwar a) schneller vorbei und b) vom kcal überschuss her wahrscheinlich auch nicht sooo dramatisch wie sonst, aber trotzdem nervt mich danach dieses vollgefressen-gefühl und dass ich es immer noch nicht im griff hab. werde mal beobachten wie sich das die nächsten wochen entwickelt, ob es besser wird. viele berichten ja bei zuckerverzicht viel vitaler und energiegeladener zu sein, davon merke ich momentan noch nix. aber ist ja nicht mal ne woche her und villeicht liegt es generell an meiner schichtarbeit. werde weiter beobachten und berichten *:)

fyroeCscDhchexn97


Berichte doch mal wieder wie's läuft! :)D

DOé.5liée


:)*

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Ernährung oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Übergewicht · Unter­gewicht · Magen und Darm · Zahnmedizin · Suchtprobleme


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH