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Bio = Besser?

S\eb7astian_HCixnkler hat die Diskussion gestartet


Bioprodukte bietet mittlerweile jeder Supermarkt an, manche sagen, dass Bio besser für die Gesundheit ist, besser schmeckt und auch Umweltfreundlicher ist.

Doch, stimmt das wirklich? Was steckt genau in einem Bio Apfel oder in einem Saft?

Durch den Bio Anbau wird der natürliche Geschmack des Produktes behalten und nicht durch Zusatzstoffen, Pestiziden und Geschmacksverstärkern verfälscht.

Nutztiere aus Biologischen Betrieben leben besser als Tiere aus einem konventionellem Betrieb.

Sie haben mehr Platz als vorgeschrieben, bekommen ausgewogenes und gesünderes Futter und dürfen sich auch mal auf einer Wiese frei bewegen.

Ausserdem ist die Ökologische Landwirtschaft, mit der man den Anbau der Bio Produkte betreibt, wesentlich Umweltschonender als herkömmliche.

Es werden keine giftigen Pflanzenschutzmittel verwendet und auch kein schädlicher Mineraldünger, dadurch wird der Boden geschont und es kommt kein Gift in das Grundwasser.

Klingt ja alles soweit Positiv, doch was für Schattenseiten haben Bio Produkte?

Bio ist teuer, so kann schon mal eine Bio Papaya aus dem Bio Markt 14 Euro kosten. (Spreche aus Erfahrung)

Im allgemeinen können sich die meisten Menschen auch nur dann Bio leisten, wenn sie ein höheres Einkommen haben. Für den Normal Bürger gehören Bio Produkte

deswegen nicht in die Einkaufstasche oder wenn selten.

Dadurch, dass keine Konservierungsstoffe den Bio Produkten zugefügt wird, verderben Bio Produkte um einiges schneller. Druckstellen sind für Pilze ein gefundenes Fressen.

Lange Transportwege von Import Bio Waren schaden der Umwelt, durch die Treibhausgase die das Flugzeug beim Transport ausstößt. Ich empfehle daher Bio Produkte Regional zu kaufen.

Das Bio Siegel ist leider auch einfach zu bekommen, durch verschiedene Tricks. Beispielsweise, wurde von manchen Firmen das Bio Siegel nachgebaut und leicht geändert.

Man sollte sich vergewissern ob wirklich das Bio-Siegel von der EU ist.

Was landet in Eurer Einkaufstasche? Gehören Bio Produkte selbstverständlich in Eure Einkaufstasche oder eher selten?

Und warum kauft Ihr Bio Produkte?

Antworten
Ethemali^gedr Nutz6edr (#54x5421)


Ich kaufe keine sog Bio-Produkte, das ist Geldschneiderei.. mehr nicht. Und wie gesagt.... die Bio-Banane aus Südamerika und die Bio-Erdbeere zu Weihnachten sind ein Witz !!

aeugK233


TE, wenn ich ein Bio-Produkt kaufe, dann nur eines aus der nächsten Nachbarschaft. In dem Fall besteht wenigstens die kleine Hoffnung, dass mit dem Kauf ein Bio-Bauer unterstützt wird.

Nach deinen Ausführungen würde sich der Kauf einer Papaya ohnehin ausschließen. Wenn ich es konsequent durchziehen will, dann muss ich auch auf Banane, Rosine, Cranberry im Müsli verzichten, die Dinger sind alle nicht von hier.

mfadonnhacNyrus


Demeter :)^

elosps~oxe


Saisonale und regionale Bioprodukte sind nicht unbedingt teurer als konventionell erzeugte Lebensmittel.

Den Bioprodukten aus dem Discounter traue ich nicht.

FWizzlyp0uzzglxy


Ich empfehle daher Bio Produkte Regional zu kaufen.

Wenn die Bio Produkte wirklich aus deinem Umfeld kommen und Du das genau weisst, ok.

Regional heisst sonst auch aus einer anderen Region, also von Nord nach Süd, Ost nach West.

Da wird der Verbraucher ganz schön an der Nase herum geführt.

Die Vorzüge und Nachteile von Bio Ware wurden schon genannt. Und leider wird immer noch vieles unter Bio verkauft, was kein Bio ist. Hier in Deutschland oder innerhalb der EU kann man ja den Herstellern noch auf die Finger klopfen. Deshalb Bio für mich nur direkt vom Erzeuger. Und dann nach Möglichkeit die alten Sorten.

L4aRucxola


Aber auch "Bio"-Produkte vom Discounter sind mit Sicherheit besser als nicht-Bio-Produkte vom Discounter.. also, ja, Bio=besser.

eZoYssxoe


Den Begriff "regional" finde ich eigentlich nicht irreführend. Er bedeutet, aus der näheren räumlichen Umgebung stammend. Da ich diese kenne, lässt sich das doch leicht überprüfen.

MrannJ042


Eine kleine Geschichte zu Bio.

Ich habe eine gute Bekannte, deren Rente so niedrig ist, dass sie wirklich keine großen Sprünge damit machen kann. Sie kauft schon ab und zu mal was als Bio, aber meistens eben konventionell und so günstig als möglich. Wenn ich dann meine pro Bio-Argumente bringe, dann kommt sie mit ähnlichen Ausreden wie hier schon genannt: Nur teuerer, nicht besser, Nepp etc.

Nun liefere ich immer Äpfel bei der Mosterei in ihrem Ort ab und bekomme dann eine Gutschrift und kann den Apfelsaft dann günstiger bei dem Erzeuger kaufen. Da ich eine realtiv hohe Gutschrift habe und soviel Apfelsaft von meiner Familie gar nicht getrunken wird, habe ich ihr auch eine Karte machen lassen, damit sie auch den Saft günstiger bekommt.

Letzten Herbst habe ich sie dann gefragt ob sie mal zum Äpfelsammeln mitkommt. Klar, hat sie gerne gemacht. Als wir beim Auflesen waren kam einer der Bauern vom Nachbarfeld daher. Trecker mit Spritze hinten dran. Der hat da seine Ausleger entfaltet. Ich habe sie dann auf diesen Vorgang hingewiesen. Sie fragte dann: "Was macht der da?" Ich sagte der spritzt seinen Acker. "Wie spritzen? Mit was?" Na mit giftigen Pestiziden und/oder Fungiziden. "Wie, was, der bringt hier Gift aus? Das gehört doch verboten!" Ich: Nein, das ist konventionelle Landwirtschaft.

Mir wurde dadurch erst klar, wie viele Leute keine Ahnung von der Landwirtschaft haben. Was es praktisch bedeutet, wenn die Bauern mit hauptsächlich im Frühjahr und Herbst mit ihren Spritzen über ihre Äcker fahren. Die meisten Leute sehen da keinen Zusammenhang.

Mein Vater war Nebenerwerbslandwirt und hielt auch nichts von Bio, bzw. bei uns wurde mit Spritzmitteln und Kunstdünger gearbeitet. Als Kind mußte ich den Trecker über die Obstwiesen lenken während mein Vater mit der Lanze auf der Spritze stehend die Bäume eingenebelt hat. Klar hat man sich bemüht immer mit dem Wind zu arbeiten, trotzdem habe ich auf dem Trecker auch immer wieder mal einen Schwall abbekommen. Und schon als Kind wußte ich instinktiv, dass das eine ganz große Schei.. ist, was wir da machen.

Später hat mein Vater die Obstbaumspritzerei aus Zeitgründen einfach gelassen. Er kam einfach nicht mehr dazu. Trotzdem hatten wir Jahre, da sind wir fast im Obst erstickt. Ernten und Verkaufen hat nicht gelohnt, der Verbraucher hat schlicht weg zu wenig bezahlt.

Mein Vater ist vor ca. 18 Jahren bei einem Betriebsunfall (auf unserem Hof) kurz vor der Rente tödlich verunglückt. Allerdings sagte meine Mutter mal, dass eigentlich keiner der anderen Bauern in seinem Alter viel älter geworden sind. Die meisten sind in den nächsten 5 bis 10 Jahren ebenfalls gestorben. Soweit es meine Mutter mitbekommen hat, die meisten an irgendeinem Krebs. Meine Mutter führt das auf die Spritzmittel zurück.

Wenn man nämlich mal die Verarbeitungshinweise der entsprechenden Mittel anschaut, dann sollte dort immer mit Atemschutzmaske beim Anrühren und Ausbringen gearbeitet werden. Wie die Bauern in unserer Gegend ihre Brühe anrühren weiß ich nicht, aber beim Ausbringen habe ich noch keinen mit Maske gesehen.

So viel zu Bio und Nicht-Bio.

M&anTn04x2


Ach so noch was zu den Preisen und sich Bio leisten können.

Ich sehe an meiner Bekannten schon, dass es bei niedrigem Budget nicht geht sich ausschließlich nur durch Bio-Produkte ernähren zu können. Aber dann reicht es ja, wenn man sagt, ich kann mir Bio nicht leisten. Man muß dann aber Bio nicht schlecht machen um sich zu rechtfertigen, dass man sich kein Bio leisten kann.

EDhemalhiger Nut,zer (#5x83442)


Gerade bei tierischen Bioprodukten kann der Schein was Tierhaltung angeht sehr trügen. Ich selber brauch aber kein Biosiegel, sondern gucke selbst was vernünftig produziert wurde. Das ist mal Zeug vom Bauern und mal was aus dem Supermarkt. Hängt dabei ganz vom Produkt ab. In vielerlei Hinsicht ist das nette Biosiegel aber großer Beschiss.

bBellTagia


Ich versuche so bewusst wie möglich einzukaufen. Bio sooft es geht. Dass ich möglicherweise auch mal betrogen werde, nehme ich billigend in Kauf.

Natürlich hoffe ich auf weniger Antibiotika im Fleisch, weniger Pestizide und auf ein erträglicheres Leben der Nutztiere.

Ich sehe den Kauf aber auch als Statement, dass ich genau dies möchte und bereit bin auch mehr dafür zu zahlen.

Mit dem Kauf von Billigprodukten gebe ich dem Preiskampf des Handels ganz nebenbei recht. Da ich in der glücklichen Situation bin eine Wahl zu haben, nutze ich diese Möglichkeit.

MtaEnn0x42


@ imwinddurch,

ein großes Jein. Wenn ein konventionneller Bauer beschließt in Bio zu machen und der einzige Gedanke ist, dass bei Bio der Profit etwas höher sein könnte und das die einzige Motivation ist, dann ja.

Aber die Bio-Bewegung hat u.a. mit engagierten tierlieben Bauern angefangen. Sofern ein Mäster eben tierlieb sein kann, schließlich steht auch bei Bio-Mast-Tieren am Ende deren Tod zur Ernährung von uns Menschen.

Geh' mal in eine der "Eierfabriken" mit Bodenhaltung. Gut, da kommst du legal gar nicht rein. Aber schau dir nur einmal ein Video an das Tierschützer nachts illegal gedreht haben, an. Und dann schau mal wie die Hühner bei einem Bio-Eierzeuger, der mit einem Hühner-Mobil unterwegs ist, leben.

[[http://huehnerhof-zimmermann.de/huehnermobil/ Mobiler Hühnerstall]]

Und noch was. Es gibt auch "tierliebe" Bauern unter den Konventionellen, und es gibt Tierschänder unter den Bio-Bauern. Ob, ein Mensch seine Tiere liebt, oder ob er sie schlecht behandelt, das hat's zu allen Zeiten gegeben. Da wo ich her komme, hat jeder gewußt wie den Tieren auf dem Hof geht und wie's den Tieren auf jenem Hof ergeht. Aber das sind alles keine Argumente gegen Bio.

@ alle,

bzw. Bio-Schlecht-Redner:

Ich habe halt so den Eindruck, es fällt den Leuten leichter weiterhin konventionell zukaufen, wenn sie Bio schlecht machen. Darum bin ich dafür, ja kauft weiterhin konventionell erzeugte Produkte, warum nicht. Aber redet Bio nicht einfach schlecht nur damit ihr einen Grund habt euer Verhalten nicht ändern zu müssen. Einfach mal zugeben, ich kaufe konventionell, weil's billiger ist. Wie gesagt warum nicht?

Bei den Autos gibt's zeigen manche Leute ein ähnliches Verhalten. Weil man sich kein Auto einer Premium-Marke leisten kann, werden diese Autos halt schlecht gemacht. Das ist dann der Grund warum man einen neuen "mmmhhhmmmh" für 16.000,- EUR kauft. Man kann das doch auch machen ohne das, was man sich nicht leisten kann, schlecht zu machen. Ich habe einen neuen "mmmhhhmmmhh" gekauft. Fertig, aus.

M}ann904x2


Noch was zur Eingangsfrage:

Bio = Besser?

Rein vom Geschmack her nicht. Ich war vor kurzem auf einer Geburtstagfeier und der Gastgeber hatte Fleisch von einem Fleischgroßhändler. Eine der Gäste arbeitet dort. Gut, der Gastgeber verstand auch sein Grillhandwerk bestens, und das Fleisch war wirklich vom Feinsten. Und die Stücke schrumpelten auch nicht zusammen.

Was keiner von uns wirklich nachprüfen kann, ist, was z.B. die Antibiotika-Rückstände in unseren Körpern anrichten. Wir können uns nicht zweiteilen und die eine Hälfte mit Bio ernähren und die andere Hälfte nur konventionell und dann schauen welche Hälfte ist gesünder und lebt länger. Also darüber möchte ich keine Diskussion anfangen, weil ich schlicht nichts beweisen kann.

B1enitxaB.


Meine Rente ist auch nicht hoch.

Aber mit fast 70 muß ich mir doch Dreck nicht antun.

Ich kaufe, allerdings in der Großstadt, in Biosupermärkten.

Und zwar auch dort nie fertige Lebensmittel. Sondern Naturware pur. Und die kann ich mir auch leisten.

Ich esse pro Monat 4 Kilo Hack. Jede Woche eine Forelle. 1 Kilo Käse. Verbrauche 6 Packungen Bacon. Pro Woche 1Glas

Leberwurst, 2 Packungen Landsalami.

Möhren und Kohlrabi sind günstig, die gibt es oft.

Ich brauche keine Erdbeeren im Winter. Ich muß auch nicht mit Smoothies rumeiern.

Ich verbrauche allerdings gutes Öl für 20 € im Monat.

Brot backe ich ohne Getreide selbst, einmal die Woche.

Ich gebe bummelige 150 € pro Monat für Lebensmittel aus.

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