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Essen "wie ein Spatz" - kontinuierliche Gewichtsabnahme im Alter

k7rilRle2 hat die Diskussion gestartet


Unsere 83-jährige Nachbarin ist unsere adoptierte Oma und in letzter Zeit mache ich mir zunehmend Sorgen um sie.

Sie war schon immer eine schmale, zarte Person, aber durchaus agil und fit. Gesundheitlich hat sie einige Problemchen, aber zum Glück nichts Großes oder Schlimmes.

Was mir in den letzten Jahren allerdings auffällt und nun auch Anlass für diesen Faden ist: sie nimmt zunehmend ab.

Es ist nicht so, dass sie viel Gewicht in ganz kurzer Zeit verliert, aber es wird einfach stetig immer weniger. Man sieht es an der Kleidung und mittlerweile auch am Körper deutlich. Sie geht sehr gewissenhaft und regelmäßig zum Arzt, um sich durchchecken zu lassen und dadurch wissen wir konkret, dass sie im halben Jahr wohl 2 bis 4kg verliert. Klar, das ist in der Zeit wirklich nicht die Welt, aber da sich das schon seit einer ganzen Weile so entwickelt und sie grundsätzlich so ein kleines Persönchen ist, mache ich mir Sorgen.

Woher die Gewichtsabnahme kommt, ist im Übrigen klar: sie isst wie ein Spatz. Wenn ich ihr eine (!) Portion von unserem Mittagessen rüberbringe, kann es gut und gerne vorkommen, dass sie fünf Tage daran isst. Wenn wir zusammen essen, sind es kaum mehr als ein paar Bissen, mehr schafft sie nicht. Ja, und an manchen Tagen trinkt sie überhaupt nur Kaffee und isst gar nicht.

Wie gesagt, ihr geht es bis auf altersbedingte Kleinigkeiten und Wehwehchen gut, aber ich mache mir schon Gedanken. Neulich waren wir zwei Wochen weg und ich bin richtig erschrocken, als ich sie danach wieder gesehen habe und sie schon wieder nach "weniger" ausgesehen hat.

Wir haben sie sehr gern und wünschen uns einfach, dass sie möglichst lange gesund und fit bleibt. Ich mache mir auch Sorgen, dass sie - sollte sie doch einmal krank werden, eine hartnäckige Darmgrippe reicht ja oft schon - keine Reserven hat.

Daher würde ich mich über eure Einschätzungen freuen! Danke! @:)

Antworten
Y*a"Hbb


Hmmm, Magersucht ist bei ihr kein Thema oder? Ich frage das weil meine Oma Magersüchtige war und weiß, dass diese Krankheit auch in Alter vorkommt. Leider sind Ärzte darauf hin nicht geschult und denken selten daran, sodass die Krankheit noch länger unerkannt bleibt, als bei vergleichsweise jungen Mädchen und Frauen.

Ansonsten kenne ich noch aus dem Verwandtenkreis, das man sich selbst nichts gönnt, und mit dem Essen sehr sehr(zu) sparsam umgeht. Meistens sind das die Generation die wirklichen Hunger durchgemacht haben, und psychisch nie wirklich in der Wohlstands und Überfluss Gesellschaft angekommen sind.

Wie wäre es wenn du sie vorsichtig darauf ansprichst?

EShemaligert Nutzer _(#5;73227x)


Wie wäre es wenn du sie vorsichtig darauf ansprichst?

Ich würde auch sagen, dass du das Gespräch mit ihr suchen und ihr sagen solltest, dass ihr euch Sorgen macht, etc. Aber nicht so, dass sie sich bevormundet fühlt.

Ansonsten gibt es auch hochkalorische Nahrung, vielleicht wäre das eine Alternative. Ich glaube aber auch gehört zu haben, dass es normal ist, dass ältere Menschen weniger essen, einfach, weil der Appetit nicht mehr so groß ist, wie früher. Gut ist das natürlich aber nicht und die Gewichtsabnahme wird bei älteren Menschen häufig ein Problem.

Rxye


Sehr wenig zu essen finde ich weniger bedenklich als kaum etwas zu trinken. Betagte Menschen sind oft nur noch zaundürr; der Appetit und auch der Bedarf sinkt immer mehr, und per se ungesund scheint das seltsamerweise nicht zu sein.

So eine alte Dame würde ich nicht zum Essen nötigen - ist eh zwecklos; außerdem ist sie für sich verantwortlich, solange sie geistig auf der Höhe ist. Bloß liegt gerade da eine Gefahr: Eventuell kann man ihr vorsichtig klarmachen, dass sie ohne ausreichend Flüssigkeit dehydriert und dass das zu Verwirrtheitszuständen führen könnte! Sie sollte sich ruhig zum Trinken selbst zwingen! Vielleicht hört sie auf den Arzt? Ist er informiert über ihr Ess- und Trinkverhalten?

UmrsiBna


Genau das selbe beobachte ich bei meiner Mutter; sie ist 85-jährig, seit 2 Monaten im Altersheim, zuvor zu Hause. Mit knapp 40 Kilo (über Jahre sind die Kilos weg) ist sie wirklich spindeldürr. Ich denke, es gibt viele Faktoren; der Geschmack lässt im Alter nach, somit schmeckt das Essen mehr oder weniger nach nichts, der Hunger stellt sich nicht ein, weil die älteren Leute sich meist nicht mehr gross bewegen, eine leichte Depression könnte auch dahinter stecken, der Magen verkleinert sich immer mehr, sodass keine normal grossen Portionen mehr reingehen etc. etc.

Schwierig ist es auch beim Trinken, da kann man noch so viel appellieren, mehr als drei Schlückchen auf einmal gehen nicht rein. Wie schon geraten, wären ein/zwei (vom Arzt verordnete) Kaloriendrinks täglich eine gute Idee. Ansonsten denke ich auch, dass man nicht viel machen kann. Im Altersheim sind fast alle Frauen dünn, d.h. es gibt entweder dicke oder ganz dünne, etwas dazwischen habe ich nicht gesehen.

Kannst du deine Nachbarin darauf ansprechen; sag ihr, du machst dir Sorgen und du würdest ihr gerne helfen, indem du ihr vielleicht wöchentlich was vom Einkaufen bringst, etwas kochst etc. Suppen finde ich auch ganz praktisch; es rutscht gut runter, Flüssigkeitshaushalt wird ausgeglichen und gesund ist es erst noch. Die meisten älteren Leute mögen Suppen.

keroill|e2


Hallo zusammen und danke für eure Antworten!

Wie wäre es wenn du sie vorsichtig darauf ansprichst?

Ich würde auch sagen, dass du das Gespräch mit ihr suchen und ihr sagen solltest, dass ihr euch Sorgen macht, etc.

Sie weiß bereits, dass ich mir Sorgen mache. Anfangs tat sie meine Beobachtung, dass sie immer weiter an Gewicht verliert, aber eher augenzwinkernd ab ("Ach, was, das bildest du dir nur ein."). Im letzten Jahr hatten wir dann gemeinsam ein Auge darauf. Da waren es innerhalb eines halben Jahres 4kg, die sie abgenommen hatte, und weitere sechs Monate später nochmal 2,5kg. Für eine ohnehin schon kleine, zarte Frau ist das innerhalb eines Jahres schon viel, finde ich.

Sie ist aber trotzdem recht unbekümmert. Im Sommer hatte sie noch nie viel Appetit und im Winter kann man schon mal ein paar Pfunde abnehmen, wenn man fies erkältet ist - das sind so ihre Erklärungen. Sprich: sie macht sich keine Sorgen.

Magersucht kann ich mir nicht vorstellen. Darauf wäre ich selbst nie gekommen und gefühlsmäßig passt es nicht.

Übermäßig sparsam ist sie nicht. Sie ist nicht verschwenderisch und würde niemals Lebensmittel wegwerfen, aber gönnt sich auch gute Produkte, wie teuren Kaffee, Brot vom Bäcker, Bonbons, Gemüse ab Hof, ihr wöchentliches Erdbeertörtchen in der Konditorei, usw.

Grundsätzlich genießt sie Essen also durchaus, aber es sind wirklich ganz, ganz kleine Portionen, die sie zu sich nimmt. Mehr schafft sie nicht. Sie sagt dann, ihr würde es schmecken, aber mehr geht wirklich nicht rein. Dann freut sie sich, dass sie für später noch etwas übrig hat.

Mir liegt es wirklich fern sie zu bevormunden oder mich aktiv einzumischen. Natürlich ist sie für sich selbst verantwortlich und es geht auch nicht darum, ihr meine Sorgen aufzudrängen. Sie weiß, dass ich mir Gedanken mache und ich werde ihr sicher den Vorschlag machen, es bei ihrem Hausarzt noch einmal konkret anzusprechen, aber inwieweit das etwas bringen wird?

Über Ideen wie hochkalorische Nahrung würde sie bestimmt nur milde lächeln. Sie sieht das wirklich sehr gelassen.

Ich glaube, es ist wirklich ein Kreislauf wie von Ursina beschrieben: das Essen schmeckt weniger, der Appetit und Hungergefühl lassen nach, der Magen verkleinert sich mit der Zeit und man fühlt sich schon nach ein paar Bissen pappsatt. Blöd... :-/

Wenigstens das Trinken scheint bei ihr zum Glück kein Problem zu sein. Wir bringen ihr wöchentlich zwei Kisten Mineralwasser mit und die braucht sie über die Woche auch auf. Dazu trinkt sie viel Tee und Kaffee. :)^

MSitt6ern8chxt


Was mir so spontan einfiele wäre vielleicht, wenn du mit ihr zusammen ab und zu mal kochst/sie zum Essen bzw kochen einlädst?

Vielleicht konnte der Appetit dann eher wenn man in Gemeinschaft kocht, isst und schon währenddessen riecht/sieht was man da so kocht.... ":/

Schwierig wenn jemand noch selbstbestimmt und "klar" ist....wie hier auch schon geschrieben wurde ist noch viel schlimmer als wenig zu essen zu wenig zu trinken!

Aber wie gesagt, wenn ihr nicht verwandt seid, sie noch klar und selbstständig ist (isst ;-) ) ist es schwierig....was mir jetzt noch beim Schreiben einfällt...wenn du sagst sie isst von manchen "normalen" Portionen quasi 5 Tage lang...kannst du irgendwie "kontrollieren" wie lange sie ihre Mahlzeiten aufhebt?

Nicht, dass sie kocht/Essen von dir gebracht bekommt und das so lange aufbewahrt bis sie es aufgegessen hat und nicht darauf achtet wie frisch das noch ist? Ich kenne das von ein/zwei Bewohnern bei uns im Heim, als alte Kriegskinder schmeißen die nichts weg und essen auch lieber mal angegammelte Sachen, anstatt sie weg zu schmeißen :-/

Vielleicht führt dann sowas bei ihr auch zu Gewichtsabnahme, weil schlechte Lebensmittel essen -> Durchfall/Magenschmerzen -> Gewichtsverlust?

k3rwillxe2


Was mir so spontan einfiele wäre vielleicht, wenn du mit ihr zusammen ab und zu mal kochst/sie zum Essen bzw kochen einlädst?

Vielleicht konnte der Appetit dann eher wenn man in Gemeinschaft kocht, isst und schon währenddessen riecht/sieht was man da so kocht...

Gemeinsam kochen werde ich mal vorschlagen. Zum Essen ist sie bei uns regelmäßig, aber gekocht haben wir in letzter Zeit nicht zusammen. Früher hat sie sehr viel und sehr gerne gekocht, gebacken, eingekocht, usw., aber das wurde über die Jahre auch immer weniger - sie sagt selbst, sie fühlt sich zu alt und außerdem: für wen, soll sie groß aufkochen, sie lebt ja alleine. Aber früher hatte sie schon viel Freude daran, vielleicht ist das ja ein Knackpunkt.

wenn du sagst sie isst von manchen "normalen" Portionen quasi 5 Tage lang...kannst du irgendwie "kontrollieren" wie lange sie ihre Mahlzeiten aufhebt?

Nein, kontrollieren kann (und will) ich das nicht. Mir fällt das eher zufällig auf. Wenn ich ihr zum Beispiel montags eine Portion Auflauf rüber bringe und wir am Donnerstag dann gemeinsam die mitgebrachten Einkäufe in den Kühlschrank räumen und da noch immer gut ein Viertel von übrig ist. Oder neulich brachte ihr mein Mann auf ihren Wunsch hin einen Eisbecher mit einer (!) Kugel Erdbeereis mit. Sie hat sich sehr darüber gefreut, aber nach ein paar Löffeln wanderte der Eisbecher in den Gefrierschrank, weil sie genug hatte. Oder: an meinen freien Tagen kommt sie, sobald ich die Kinder aus dem Haus habe, zu mir zum Frühstück. Ich hole dann immer frische Brötchen vom Bäcker und weiß, dass sie früher mindestens eines gegessen hat und danach gerne noch etwas Süßes, wie ein Croissant. Jetzt isst sie vielleicht ein halbes Brötchen, beteuert, dass es ihr schmeckt, aber sie wirklich satt ist.

Nicht, dass sie kocht/Essen von dir gebracht bekommt und das so lange aufbewahrt bis sie es aufgegessen hat und nicht darauf achtet wie frisch das noch ist? Ich kenne das von ein/zwei Bewohnern bei uns im Heim, als alte Kriegskinder schmeißen die nichts weg und essen auch lieber mal angegammelte Sachen, anstatt sie weg zu schmeißen

Nein, das überhaupt nicht. Wegschmeißen würde sie zwar nur sehr ungerne etwas, aber sie verschenkt dann, was sie nicht selbst essen kann, friert viel ein, verarbeitet es irgendwie weiter (alte Brötchen zu Paniermehl, altes Brot für die Enten,...).

Aber sie kauft halt auch ihrem Spatzenhunger gemäß ein. Beim Bäcker genau zwei Scheiben Brot, am Hofladen zwei Eier, beim Metzger ein kleines Medaillon, usw.

TChal\inxa


Das kenne ich leider auch, von meiner Mutter. Sie war früher leicht übergewichtig, jetzt isst sie oft so wenig dass ihr im Winter eine Magen-Darm-Grippe fast gefährlich wurde. Dazu trinkt sie wirklich viel zu wenig.

Sie ist auch ehemaliges Kriegskind und auch wenn Dritte das nicht so mitbekommen kauft sie zum Beispiel zwar auch "gute " Sachen - aber immer "bloß nicht zuviel, es könnte ja was schlecht werden". Das führte dann dazu, dass sie auch saure. Milch getrunken hat oder eben eher immer zu wenig gekauft hat.

Ich habe Ihr dann Lebensmittel in den Kühlschrank gestellt, und sie bekocht, gemeinsam mit meinem Sohn in ihrer Wohnung. Und seit der MDG sieht sie auch ein das sie ihr Sättigungsgefühl täuscht, genauso wie das Gefühl nie Durst zu haben.

Was bei ihr echt gut klappt ist wenn man zusätzlich zu viel Gemüse und Fleisch immer auch Sahne benutzt, und dafür sorgt dass sie immer Schokopudding im Kühlschrank hat und ich bringe jetzt auch unter der Woche öfter Forte bzw Kuchen mit.

Die Portionsgrößen sind nur leicht größer, aber sie isst jetzt wieder häufiger.

LG

Thalina

TOhal.in#a


Das kenne ich leider auch, von meiner Mutter. Sie war früher leicht übergewichtig, jetzt isst sie oft so wenig dass ihr im Winter eine Magen-Darm-Grippe fast gefährlich wurde. Dazu trinkt sie wirklich viel zu wenig.

Sie ist auch ehemaliges Kriegskind und auch wenn Dritte das nicht so mitbekommen kauft sie zum Beispiel zwar auch "gute " Sachen - aber immer "bloß nicht zuviel, es könnte ja was schlecht werden". Das führte dann dazu, dass sie auch saure. Milch getrunken hat oder eben eher immer zu wenig gekauft hat.

Ich habe Ihr dann Lebensmittel in den Kühlschrank gestellt, und sie bekocht, gemeinsam mit meinem Sohn in ihrer Wohnung. Und seit der MDG sieht sie auch ein das sie ihr Sättigungsgefühl täuscht, genauso wie das Gefühl nie Durst zu haben.

Was bei ihr echt gut klappt ist wenn man zusätzlich zu viel Gemüse und Fleisch immer auch Sahne benutzt, und dafür sorgt dass sie immer Schokopudding im Kühlschrank hat und ich bringe jetzt auch unter der Woche öfter Forte bzw Kuchen mit.

Die Portionsgrößen sind nur leicht größer, aber sie isst jetzt wieder häufiger.

LG

Thalina

RAye


und an manchen Tagen trinkt sie überhaupt nur Kaffee und isst gar nicht.

Oh, dann hatte ich das ja zum Glück falsch verstanden! :)^ Wenn sie so viel trinkt, ist eigentlich alles in Ordnung. Dünn kann sie gut weiterleben; wir beobachten das bei der 97jährigen Verwandten, die vor etlichen Jahren auf einen Schlag ungewollt 10 kg abnahm und gut weiterlebt! Positiv betrachtet: Vielleicht wirft ja der alt werdende Organismus lediglich alles Überflüssige und Belastende ab, und das kann mehr sein, als unser analytischer Verstand so meint?

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