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Internat?

EHhema7lige:r NuPtzer (#&15x) hat die Diskussion gestartet


Angeregt durch eine grade stattgefundene (real) Unterhaltung/Diskussion:

Was haltet Ihr davon ein Kind auf ein Internat zu schicken?

Wann wäre es für Euch überhaupt eine Option?

Hat Jemand ein Kind welches auf ein Internat geht?

Wenn ja, warum?

Wer war selbst auf einem Internat und wie hat er es empfunden?

Was für Vor- und Nachteile seht Ihr darin?

Ich will erst mal mit meiner Meinung außen vor bleiben, einfach erst mal ein paar "Inputs" sammeln.

Und den finanziellen Aspekt mal ganz weglassen, es soll rein um die Sache an sich gehen.

Antworten
lVe s+ang rxeal


Ich halte es grundsätzlich für keine Option, zumindest nicht, bevor das Kind nicht alt genug (~9. Klasse) ist oder es wirklich schlimme Umstände daheim gibt.

Es gibt Vorteile und Nachteile, aber für mich überwiegen die Nachteile. Man sieht die Eltern kaum, seine Freunde aus der Grundschule nicht mehr. Jemand anderes erzieht das Kind, die enge Bindung zu den Eltern kann m.E. nicht entstehen.

Fjantas'ie2x1


Ich denke das kommt auf das Kind an. Für manche Kinder ist Internat bestimmt nicht schlecht, weil sie dort selbstständiger werden und besser lernen können und neue Freundschaften schließen, viele profitieren davon, andere Kinder würden vielleicht am Internat zerbrechen, sich einsam fühlen und sich zurückziehen. Ich würde glaube ich sehr junge Kinder nicht ins Internat schicken, sondern erst so 12-14jährige. Erstens weil sich Kleinere vielleicht eher unwohl fühlen und zweitens weil ich möchte, dass meine Kinder die grundlegende Erziehung von mir mitbekommen, aber ansonsten finde ich Internat nicht schlecht. Zu überlegen wäre das zum Beispiel, wenn beide Eltern ganztags berufstätig sind.

Dank Fernsehserien wie Schloss Einstein und Büchern wie Harry Potter, gibt es sogar etliche Kinder die gerne ins Internat wollen.

mXalagxena


Hallo zusammen

Eine meiner Töchter ist in einem Mädchen-Internat. Sie hat sich vorher in ihrer Klasse sehr unwohl gefühlt und wollte sehr gern in ein Internat gehen. Sie hat es dort sehr gut. Da es unheimlich teuer ist, darf sie nur für ein Jahr dorthin. Am Freitag um 12 haben sie die Schule aus, müssen das Zimmer putzen und dann dürfen sie heim. Entweder am Sonntag Abend oder am Montag früh, müssen sie wieder dort sein.

Sie kommt sehr gerne heim am Wochenende, ist aber allgemein sehr zufrieden dort. Übrigens ist sie 15

V>ass%ilixssa


Ich war auf einem Mädchen-Internat und ich mochte es. Ich fand das schön da. Ich bin auf eigenen Wunsch dahin. Bei mir in der Familie ist alles in Ordnung, aber ich war auf der Schule vorher sehr unterfordert (NRW) und hab mich in der Klasse überhaupt nicht wohl gefühlt. Deshalb wollte ich freiwillig in ein Internat (Bayern). War ab der 8. Klasse da. In dem Alter (12) war es toll. Man wurde ohne Ende gefördert (hab sogar Porzellanpuppen gießen und bemalen gelernt und eine eigene Tiffany-Lampe gelötet und so) künstlerisch und sportlich auch (segeln, Leichtathletik). War schön.

Ich werde meine Kinder auch ab 12 auf ein Internat schicken. Vor allem das Mädchen.

m!alafgenpa


Das Vorurteil mit den schlechten Familien, die ihre Kinder ins Internat stecken, hat wenig mit der Realität zu tun. Gerade ein gutes Internat ist oft sehr teuer (Franken 3500.-, umgerechnet 2800 Euro), hat das nichts mit einer einfachen Lösung zu tun... Ich wär als Mädchen auch gern ins Internat gegangen

VWassi#l|issa


Malagena :)^

Bei uns gab es aber auch die Sozialen, deshalb sag ich das. Schülerinnen, die durch die Stiftung aufs Internat durften. Bei einer war die Mutter an Krebs gestorben und der Vater konnte (Alkoholiker) nicht für sie sorgen und bei einer weiteren waren beide Eltern tot.

m}alagnena


Ja, o.k. das ist wohl was anderes. Wenn ich mal meine Tochter besuche oder sie zur Abwechsung bringe, seh ich nur Edelmarken-Autos dort stehen. Meines ist die grosse Ausnahme. Natürlich hat es auch Nachteile, dass sie mit verwöhnten Mächen zusammen ist, doch sie kann gut damit umgehen und versteht sehr gut, dass es bei uns keine Markenklamotten und so weiter gibt

BFirk,enbklatt1x0


Ich denke, dass Kinder schon einige Voraussetzungen für einen Aufenthalt im Internat mitbringen müssen, um das Leben dort bewältigen zu können. Z.B. Offenheit, Anpassungsfähigkeit, sie müssen schnell Anschluss finden – und Kontakte knüpfen können, selbständig lernen können, diszipliniert – und verhaltensunauffällig sein.

Ich glaube, dass Kinder, die Lernschwierigkeiten haben, und/oder verhaltensauffällig sind (z.B. ADHS usw.) für ein Internat ungeeignet sind, weil sie viel mehr Aufmerksamkeit und Betreuung brauchen, als ihnen ein Internat bieten kann. In einem Internat kümmern sich ein paar Erzieher um hunderte Kinder, daher müssen sie schon von Anfang an gut "funktionieren" – und Regeln befolgen können.

m'alagxena


Naja, das ist wohl nicht überall gleich. Dort wo meine Tochter ist, kümmern sich sehr viele Betreuerinnen um die Mädchen... und meine Tochter ist ein ADS-Kind

MsiRxoLi


Ich will es mal überspitzt formulieren: Internatsschüler sind entweder schwer erziehbar oder reich ohne eigenes Zutun oder beides.

Ich habe mal eine Repotage über Salem gesehen – großer Gott!

Den Pennälern dort war ihre eigene Beschränktheit nicht mal bewusst. Die haben sich für die "Verantwortungselite" gehalten obwohl sie einen brauchbaren Schulabschluss nur unter Aufbieteung sämtlicher pädagogischer Ressourcen geschafft haben. Die Idee, dass der Rest der Menschheit an dieser Sorte "Elite" vielleicht keinen Bedarf hat, kam ihnen gar nicht in den Sinn.

Warum sollte man seinen Kindern sowas antun?

m4alagZena


Hey MiRoLi, was hast du für ein Problem?

Ich bin definitiv nicht reich und meine Tochter nicht schwer erziehbar. Doch wir haben zusammen entschieden, dass ihr ein Jahr Internat gut tun könnte. Und es war eine gute Entscheidung

VCas4silisxsa


schwer erziehbar: nein

reich: nein (Mittelstand, Vater Verterter Mutter zuhause)

Salem ist nicht "Internat" - Salem ist ein einziges Cliché. Du denkst doch auch nicht, dass die Sorbonne die einzige Uni ist oder man nur in Cambridge studieren kann.

Ich war auf einem Internat von einem kirchlichen Träger, dass Interne und Externe Schüler hatte. Die Mädchen in meiner Gruppe / Klasse gingen viel liebevoller miteinander um, als auf einer normalen Schule. Niemand wurde gehänselt und es gab keine Jungs wegen der man sich irgendwie "aufführen" gemusst hätte. Kleine Gruppen führten zu einem sehr guten SChulerfolg (Abi mit 1,4) und ich kam aus dem Internat selbst bewusst und als fertige Frau raus.

mGalagexna


Genau, das seh ich auch so. Für meine Tochter ist es eine grosse Chance, ein Jahr so verbringen zu dürfen. Salem sagt mir nichts, aber es ist sicher nicht so wie du schreibst.

m"alaGgena


Noch was, um dein Vorurteil abzubauen: Ich bin alleinerziehend mit 5 Kindern, Musikerin, berufstätig. Meine Tochter hat schon immer viel Verantwortung übernommen zuhause und auch für sich selbst. Jetzt hatte ich die Möglichkeit, für diesen Zweck einen Erbvorbezug zu machen und sehe es einfach als Chance für meine Tochter, mal eine andere Umgebung zu erleben :-)

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