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Internat?

F>acnt@asixe21


wie fühlt sich wohl ein Kind weniger bemittelter Eltern, das mit Leistungsstipendium im Internat ist und weiß, dass die bemittelten Eltern der Klassenkameraden für es zahlen?

mYalaYgenxa


Fantasie21. Was stört dich an diesem Prinzip? Ist doch gut, wenn die mehr zahlen, die mehr Geld haben und es dafür Schülern mit weniger bemittelten Eltern ermöglichen, auch von dieser Förderung zu profitieren, nicht?

E+hemalig\er Nu~tzer (#15x)


malagena

Also vorab (auch wenn es vielleicht teilweise nicht so scheint ;-)): Ich will nicht werten oder urteilen. Ich will nur meine eigene Sichtweise einbringen. Wirklich werten und urteilen kann ich sowieso nicht! @:)

Weil ich das Angebot meiner Eltern hatte, einen Erbvorbezug zu diesem Zweck zu machen, konnten wir überhaupt die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sie in ein Internat geht.

Dann müsst Ihr doch schon im Vorfeld darüber nachgedacht haben – sonst wäre das Angebot zu diesem Zweck doch gar nicht gekommen, oder habe ich das mißverstanden?

Wir haben zwei Schulen angeschaut und sie war (ich auch) begeistert von einer davon. Also ist sie gegangen und es gefällt ihr und tut ihr gut.

Das wage ich überhaupt nicht mal ansatzweise zu bezweifeln, also dass es ihr gut tut. Aber wie kam die Idee überhaupt auf?

Naja, wenn es für jede Entscheidung einen absolut relevanten Grund bräuchte, wüsste ich kaum jemals, wie entscheiden.

Hmmm...also meine Entscheidungen meine Kinder betreffend hatten immer einen relevanten Grund.

Mal als Beispiel:

Meine Tochter kam mit 11 von der Grundschule auf die Gesamtschule. Hier gab es die Möglichkeit einer Mittags- und Hausaufgabenbetreuung, was schon einer Ganztagsschule gleichkommt. Naja, wie man es sieht, sie ist um 15:30 Uhr jeden Tag zu Hause ;-).

Ihr Vater war (ist) bereit dazu das zu zahlen. Nun haben wir darüber diskutiert, ob es für sie "gut" ist oder "nicht nötig" – ich habe schließlich eingesehen, dass es zwar nicht nötig ist – aber auch nicht verkehrt. Der Grund dafür: Soziale Verbindungen mit denen sie im Vorfeld Schwierigkeiten hatte. Der ist für mich absolut relevant als Begründung.

Wenn ich das Angebot mit dem Geld nicht gehabt hätte, hätten wir nie von einem Internat gesprochen und sie hätte wohl auch keinen Schaden deshalb... Es ist einfach eine Möglichkeit, die gerade sehr gut gepasst hat

Somit passt das, was ich auch geschrieben habe und ich verstehe es auch. Nur ist ein Internat für mich dann doch wieder (also ich bin noch IMMER bei dem "Gedankenmachen" noch nicht bei einer MEINUNG!!!) ein ziemlich harter Schnitt.

Also um es mal krass auszudrücken: Eine Abnabelung die klarer und härter erfolgt als dann, wenn das Kind dann doch jeden Tag zu Hause ist.

Ist das besser? Schlechter? Ist es eine Option?

Einer meiner ersten Gedanken war, ganz lapidar gesagt: "Worin unterscheidet sich ein Internatsaufenthalt von einem (Waisen)Heim-Aufenthalt?". Da habe ich aber auch ganz schnell den starken Unterschied gesehen: Ein Internatskind HAT definitiv ein zu Hause. Ein Heimkind nicht. Ein Internatskind kann JEDERZEIT zu Hause anrufen wenn es verzweifelt und traurig ist – es hat IMMER die Rückendeckung der Eltern. Deshalb fällt dieser Vergleich völlig flach.

Wie gesagt. Ich als bekennendes früher sämtliche Enid Blyton Bücher lesendes ("Hanni und Nanni", "Dolly", "Abenteuerbücher" oder "Fünf Freunde") Kind welches auch dann auf ein Internat wollte (bei Harry Potter z.B. wiederholt sich das Ganze ja auch noch, für Harry selbst ist es eine ungleiche Verbesserung – aber für die Anderen??) – es wird aber niemals in diesen Büchern thematisiert, wie sich die Beziehung zu den Eltern entwickelt, ob und wie sie anders ist. Ob die Abnabelung als Solches ander ist.

DAS ist es, was mich an dem Ganzen interessiert.

mXala+genxa


Gut, ich kann nicht mitreden, wie es bei einem 12-jährigen ist, aber mit 15 ist das kein Problem. ich würde mal behaupten, dass meine Beziehung zu meinen Kindern so stark ist, dass sie durch ein Internat nicht in Frage gestellt wird.

Der Vorschlag kam tatsächlich von meinen Eltern, die tatsächlich der Meinung sind, Kinder wären grundsätzlich in Internaten besser aufgehoben (als bei mir). Das finde ich nicht. Doch in jener Situation haben wir auf dieses Angebot zurückgegriffen.

Wenn ich frei hätte wählen können zwischen 40 000 (etwa 30 000 Euro) oder einem Internat, weiss ich nicht, wie ich entschieden hätte. Aber das Angebot stand nur für ein Internat.

F_antansie2,1


Was stört dich an diesem Prinzip? Ist doch gut, wenn die mehr zahlen, die mehr Geld haben und es dafür Schülern mit weniger bemittelten Eltern ermöglichen, auch von dieser Förderung zu profitieren, nicht?

Ich gehe von mir aus. Ich würde mich sehr sehr seltsam fühlen, wenn ich wüsste, dass ich nur auf die Schule gehen kann weil die Eltern meiner reichen Mitschüler zahlen. Ich hätte irgendwie das Gefühl nicht richtig dazuzugehören.

CuaBoixmhe


Man kann jeden Monat 200-2535 Euro extra zahlen, zusätzlich zum Schulgeld fürs eigene Kind um weniger bemittelten zu helfen.Quelle freiwillige Mehrzahlungen

Glaube mir, die Eltern haben in der großen Mehrheit kein Bauchweh, wenn sie den Extrabeitrag zahlen ;-)

F(antRasixe21


Glaube mir, die Eltern haben in der großen Mehrheit kein Bauchweh, wenn sie den Extrabeitrag zahlen ;-)

davon bin ich ausgegangen, mich erinnert das nur an irgendeinen Film, keine Ahnung welchen, wo's auch immer einige reiche Menschen gab, die in Charity Events für die armen armen Minderprivilegierten gesammelt haben und damit war die normale Mittelschicht gemeint. Ich fand das in dem Film damals sehr seltsam, weil so wie die über die Leute geredet haben, kams so rüber als ob es um 3. Welt Kinder geht, die absolut arm sind. Das war so herablassend großzügig.

Klar ist es andererseits toll, wenn es solche Stipendien gibt.

m8alague,na


Mit dieser Situation mussten meine Kinder auch lernen zu leben: Ich konnte Beitrag an Skilager nicht bezahlen. So wurde das Geld aus einem Fonds genommen. Manchmal haben sich die Kinder dafür geschämt, oft haben sie es gar nicht gewusst, geschweige denn die Kollegen. Dann müsste ich ja ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich öffentliche Anlagen benutze, obwohl ich weniger Steuern bezahle als andere...

NPine=tte


Ohhh, ein super interessantes Thema!

Wir denken ja auch häufig darüber nach... Auch wenn der Große "erst" 10 wird und die Kleinste gerade ihren 1. Geburtstag hinter sich hat....

Ich selber bin auf ein ganz normales, städtisches, koedukatives Gymnasium gegangen. Um 14 Uhr wieder daheim, bekocht werden, in der Pubertät schön mit den Eltern gezankt. Ich habe es in guter Erinnerung, es ist eben der normale Weg.

Mein Mann ist Internatskind. Im 8. Schuljahr wurden die Noten schlechter (Hallo Freunde, Hallo Mädels... Schule spiele da eine sekundäre Rolle, man kennt das Spiel). Meine Schwiegereltern ergriff die Panik und sie schickten Sohnemann auf ein deutsches Internat, 300km entfernt. Er wollte nicht, doch er ist gegangen und nun dankt er seinen Eltern dafür. Lt. ihm war es die beste Zeit seines Lebens, es hat ihm viel ermöglicht, viel eingebracht – sowohl auf intellektueller als auch auf sozialer Ebene.

Ich persönlich bin eher pro Internat. Ich finde, in dieser Gemeinschaft von Gleichaltrigen gibt es einen unglaublich starken Gruppenzusammenhalt, enge Freundschaften werden geschlossen, die ein Leben lang halten können, Sozialverhalten wird geschult.

Dann alles Schulische: Kleinere Klassen, Leistungen werden überwacht, Defizite früh erkannt, gezielte Förderung ist gewährleistet.

Meist bietet sich ein großes Angebot an sportlichen Aktivitäten bzw Instrumentalunterricht.

Und dann, last but not least: (und bitte, versteht mich jetzt nicht falsch) "Disziplin" !! Ich bin ein Freund von klaren Regeln und Strukturen. Internatsschüler haben einen durchstrukturierten Tagesablauf, feste Zeiten für alles, Aufstehen, Speisen, Freizeit, Sperrstunde usw. Es gibt Regeln, die eingehalten werden – da wird nicht großartig diskutiert (wie ja so gerne mit den eigenen Eltern).

Von Internat zu Internat verschieden gibt es vielleicht noch Pflicht-Leckerlis wie Morgensport, Gottesdienst, Hausaufgabenzeit, etcpp

Ich möchte nicht sagen, dass es nicht möglich ist, ein pflichtbewusstes, "diszipliniertes" Kind ohne Internat großzuziehen! Quatsch.

Doch mein Mann und ich arbeiten relativ viel. Und selbst wenn wir mehr Zeit hätten: Wer bekommt sein Kind dazu überredet, Morgensport zu machen, um den Kreislauf vor der Schule ein bisserl in Gang zu bekommen? :D

Salem ist mir gut bekannt und nunja, es ist eine teure Schule und damit gehen wie immer sowohl Vor- als auch Nachteile einher. Es ist nicht das einzige Internat der Welt (es gibt ja noch Eton haha).

Sollten wir für unsere Kinder ein Internat wählen, würde ich so oder so eher zu den Englischen Bording Schools tendieren. Bringt eben neben den üblichen Vorteilen noch ein geschliffenes Oxford-English und ein international anerkanntes "Abitur" hervor.

Aber ich rede und rede :-D Wir werden sehen, wie sich Leander auf dem Gymi macht. Auch ich möchte meine Kinder ja eigentlich weiterhin schön um mich herum haben. Wir würden ihm zumindest mit Freuden ein Auslandsjahr in England ermöglichen, welches sich ja nach Belieben verlängern ließe.

Auf 4 Kinder gerechnet, kommt beim Gedanken an die Finanzierung Freude auf , ach ja ;-)

UTlWaE1


Hallo Isabell und alle, die sich hier Gedanken machen!

Ich war selbst 22 Jahre lang Internatsleiter und berate noch heute (ehrenamtlich, gemeinnützige Bildungsberatungsstelle) Eltern und Schüler(innen) in Fragen der Internatsauswahl und Internatserziehung.

"Mal für ein Jahr ins Internat" scheint so eine Art neuer Trend zu sein. Alle Internatspädagogen sind sich allerdings einig, dass Internatserziehung erst nach zwei bis drei Jahren überhaupt eine nachhaltige Wirkung erzielt. Diese Mal-für-ein-Jahr-Haltung führt in den Internaten zu einer nur sehr schwer erträglichen Schülerfluktuation, die zusätzlich mit der enormen Fluktuation des Erziehungspersonals interferiert.

Ich wundere mich zudem, wie idyllisch das Thema Internat hier auch von solchen Diskussionsteilnehmern behandelt wird, die selbst Internatserfahrung haben. Erinnerungsoptimismus? Ich zitiere mal aus der Untersuchung von Michael Ley und Herbert Fitzek ("Alltag im Wunschformat - Über Internatserziehung im Blick der Eltern", Bonn 2005):

"So berichten unsere Interviewpartner durchgängig von einem nervenaufreibenden Kleinkrieg, der sich vor allem an den banalen Aufgaben des Alltags entzündet: Scheinbar einfache Handlungen wie Aufstehen, Aufräumen, Hausaufgaben-Machen lassen sich nur mit viel Geschrei, mit wechselseitigen Drohungen und Erpressungen durchsetzen. Nicht selten werden gewalttätige Handgemenge erwähnt, die bei den Beteiligten körperliche Verletzungen zur Folge haben.

Gewalttätiges findet sich auch im sozialen Umgang außerhalb der Familien: Gewalt in Schulen, Schlägereien, Einbrüche und Diebstähle. Gleichzeitig stellen wir fest, dass sich frühkindliche Symptombildungen verschärfen: Versinken in unentschiedenen und vorgestaltlichen Zuständen, Drogen und Süchte tauchen als Problem auf, unter Mädchen ist Magersucht weit verbreitet.

Die Krisen und Konflikte, die durch die Pubertät zugespitzt werden, bestimmen zugleich die

Erwartungen an die Internatserziehung. Es ist eine ausgesprochene Notsituation, in der sich die Familien an die Internate wenden. Sie kommen nicht freiwillig oder weil sie ihren Kindern etwas Gutestun wollen, sondern weil sie in einer erheblichen Klemme stecken, aus der sie durch eigene Kraft nichtmehr heraus können."

Viele Grüße

Ula1

GHourmOetxa


Mich stört an der Sache, dass ich die gesamte Erziehung meines Kindes in andere Hände gebe.

EPhemal)ige*r Nutzer7 .(#242230x)


Ich war auch auf einem Internat! mit 6 Jahren wurde ich dort eingeschult und mit 16 hab ich dort meine mittlere Reife gemacht.

Also ich war ganze 10 Jahre dort.

Mir hat das nur gut getan.

Gut, ich bin schwerhörig und war aufgrund dessen dort, da war der Unterricht angepasst, soll heißen, nur höchstens 10 Schüler in einer Klasse, damit jeder was mitbekommt. Sind im Halbkreis gesessen. Schwere Vorhänge und in der Rückwand Löcher, damit eben die Akkustik so optimal wie möglich für die Schüler dort ist.

Es ist ein staatliches Internat, meine Eltern haben, soweit ich weiß, monatlich 300 DM dazu gezahlt.

Das war mal so die zusammenfassung was den Schulunterricht anging. (Übrigens hatten wir an 3 Nachmittagen ebenfalls Schule, Freitags durften wir um 13 Uhr auf unsere Busse, die uns nach Hause gefahren haben.

in den Heimen an sich waren pro Gruppe auch höchstens 12 Schüler mit jeweils 2 Erzieher. Das hat gereicht! Immerhin sind já nicht alle lernschwach gewesen. Da hat man dann schon entsprechend gut reagieren können, als Erzieher bzw. was die Heimleitung anging. Da haben alle zusammen gearbeitet und ich wage es zu behaupten, dass ich aus dem Internat noch Werte vermittelt bekommen habe, die ich so in der normalen Regelschule nicht erfahren hätte. Klar, meine Eltern hätten das dann übernommen, aber halt doch wieder nicht nach einem Plan, wie die Erzieher sicherlich irgendwie haben, sondern einfach im laufe des "Lebens". Ob das so gut geklappt hätte.

Anfangs, mit 6 Jahren war es schon schwierig, aber das hat sich innerhalb von nem Jahr gelegt, ich hab gemerkt, dass alle die gleiche Behinderung haben und das demnach gar kein Thema istl. Wir saßen alle in einem Boot und heute. Klar, meine ganzen Freunde aus dem Internat sind zwar in ganz Deutschland verteilt, da ist nicht einfach mal so mit "rübergehen und die Freundin besuchen" sondern, da setzt man sich eben regelmässig in den Zug und fährt erstmal 4 Stunden, um die KOntakte ordentlich pflegen zu können.

Aber letztendlich ist es eben alles Ansichtssache: Ich kenne es nur so, also habe ich keine Probleme damit.

Achja, meine Eltern sind auch aus dem "Mittelstand" also keineswegs reich. Und abgeschoben haben sie mich auch nicht. ;-)

E7hem,aliger/ Nuttzer e(#24z2230)


Bzgl. Ula 1 möchte ich noch dazu sagen:

An unserer Schule gab es keine Gewalt auf dem Schulhof. Oder Drogen. Sicher es gab einzelne Schüler, die aus der Reihe getanzt sind.

ich habe das erste mal was von Drogen auf der SChule mitbekommen, da war ich 15, in der 10. Klasse erst. Da finge es an, dass die Leute sich im Raucher-Eck zu nem Joint getroffen haben. Aber in diesen typischen Ausmaßen, gabs das zumindest bei uns auf dem Internat nicht.

Also ich kann wirklich nur gutes erzählen, was meine Zeit dort angeht.

Aber letztendlich, wenn man ein gesundes Kind zu Hause hat, dann sollte man sich auch darum kümmern, immerhin hat man ja als Eltern irgendwann mal geplant, dass man Kinder haben möchte. Diese dann ohne Grund (ganz wichtig) in ein Internat zu setzen ist auch in meinen Augen eine falsche Lösung. Da sollte es sich schon um eine Behindeurng gehen, oder um eine spezielle Ausbildung.

U3lxa1


Hallo Gourmeta,

die g e s a m t e Erziehung gibt man auch bei einem Internat nicht in fremde Hände. Im Ideal- aber eben leider nicht im Normalfall arbeiten Elternhaus und Internat Hand in Hand, bleiben in ständigem Kontakt. Eltern sind gut beraten, neben den Schilderungen des eigenen Kindes immer auch die Meinung des Internats(-erziehers/-leiters) zu berücksichtigen. Leider fehlt es hier aber häufig an Offenheit und Kooperationsbereitschaft.

Die "fremden Hände" des Erziehers sind im Internat auch nicht das Problem. Berechtigte Ängste sollten Eltern gegenüber den Einflüssen haben, die von den Subkulturen der Jugendlichen in den Internaten kommen und die vollkommen unkontrollierbar sind (Drogen, Mobbing, sexuelle Verwahrlosung usw.).

Und noch'n Zitat zu dem Thema: Wer kommt heute in die Internate?

Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter des "Elite-Internats" Schule Schloss Salem in seinem Bestseller "Lob der Disziplin":

"In den letzten Jahren hat sich ein Typus von Verwahrlosung verbreitet, der sich vor allem in einer schwer erträglichen, ich-zentrierten Anspruchshaltung äußert. Diese Kinder erfahren [...] zu viel Liebe und zu wenig Disziplin. Sie erwarten ständig Zuwendung, emotionale und materielle, und sie haben nicht gelernt zu verzichten. Sie leben nach der Formel "Ich. Alles. Sofort", wie es der Pädagoge Wolfgang Harder anschaulich formuliert hat. Diese Kinder wachsen in ganz geordneten Verhältnissen auf, es mangelt ihnen nicht an liebenden Eltern; aber sie kennen keine Grenzen und keine Forderungen, sie erleben nicht die wohltuende Wirkung von Disziplin und klarer Führung. Die Eltern, oft die überbetreuenden Mütter, ebnen den Kindern alle Wege und sind immer für sie da.

Die sehr narzisstisch gefärbte Anspruchshaltung vieler Kinder und Jugendlichen ist eines der großen pädagogischen Ärgernisse der letzten Jahrzehnte. Mangelnde Anstrengungsbereitschaft, Spaßhaltung, Selbstmitleid und eine unstillbare Konsumgier prägen das Leben eines großen Teils der heranwachsenden Jugend.

Alkohol, Drogen und Rauchen gehören zum Aufwachsen selbstverständlich dazu und tragen das Ihre zur weiteren Verwahrlosung bei. Der Gesetzgeber erlaubt Alkohol und Zigaretten ab sechzehn. Warum eigentlich? Ich habe noch nie eine plausible Erklärung für diese Gesetze gefunden außer unsere puddinghafte Pädagogik. Amerika, das Land der Freiheit, besitzt eine jugendgerechtere, nämlich schützende Gesetzgebung. Viele Kinder und Jugendliche würden vergnügter und zukunftsfroher aufwachsen, wenn sie in einem Ambiente aktiver Erziehung, die die Mittel der Disziplin nicht scheut, lernen und arbeiten dürften."

G9ourcmeta


die g e s a m t e Erziehung gibt man auch bei einem Internat nicht in fremde Hände.

Für mich wäre es zu viel fremder Einfluss.

Die "fremden Hände" des Erziehers sind im Internat auch nicht das Problem. Berechtigte Ängste sollten Eltern gegenüber den Einflüssen haben, die von den Subkulturen der Jugendlichen in den Internaten kommen und die vollkommen unkontrollierbar sind (Drogen, Mobbing, sexuelle Verwahrlosung usw.).

Dies alles schloss meine Aussage ein.

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