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Artikel: Adhs gibt es nicht

dFoomHhid)e hat die Diskussion gestartet


Howdy,

ich habe gerade einen interessanten Artikel bezüglich ADHS gefunden. Ich misstraue dem Kram schon länger gerade auch weil ich in meinem Umfeld immer häufiger überlastete Eltern mit Kindern sehe die plötzlich daran leiden sollen. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen. Siehe:

[[http://www.solinger-tageblatt.de/solingen/kinderarzt-adhs-gibt-nicht-7181310.html Click]]

Antworten
RQegenxpfeAif1er


Der Artikel kann getrost ignoriert werden.

Liebe ADHS-Betroffene bzw. Eltern von betroffenen Kindern, lasst euch durch solche Artikel nicht verunsichern.

Kein verantwortungsvoller Arzt, der eine vernünftige (wochenlang andauernde) Diagnose gestellt hat, wird einem Kind "abhängig machende Drogen" verabreichen.

Genauso wenig wird ein verantwortungsvoller Arzt einem Kind das Medikament vorenthalten, wenn es benötigt wird. Das wäre nämlich ein ärztlicher Kunstfehler, die benötigte Medikation zu verwehren.

Eine adäquate ADHS-Behndlung beinhaltet im Übrigen auch eine Verhaltenstherapie, in die die Eltern idealerweise mit einbezogen werden.

Aber es gibt bei diesem Thema eben genauso Skeptiker, wie man sie eigentlich in jedem Bereich des täglichen Lebens findet.

S*heimlagh


Diese Auffassung herrscht seit langer Zeit in Lehrerkollegien. :)z

Ich kann als Pädagogin die Aussage des zitierten Kinderarztes, dass ADS oder ADHS hausgemachte und multifaktoriell verursachte Syndrome sind.

Meistens sind die Faktoren:

• schwache oder konflikreiche Familienstruktur bzw. soziales Umfeld

• mangelnde Zeit und Aufmerksamkeit

• fehlende oder falsche Erziehung

• falsche Ernährung

• Bewegungsmangel

• starke Nutzung moderner Medien

• fehlende Familien- bzw. Freizeitunternehmungen

...

Es ist so bitter und traurig. :°(

Und dann werden die Kinder medikamentiert und die Eltern erwarten, dass dies eine Verbesserung oder gar "Heilung" darstellt.

Mittlerweile haben wir auch schon die ersten Zombies in den höheren Klassen an den Schulen sitzen - die Jugendlichen die seit Jahren auf Ritalin oder Medkinet o.ä. sind.

Man erkennt sie unter anderem an völliger emotionaler Abgestumpftheit, fehlender Impulskontrolle, Depression oder Manie...diese Liste ist sehr Variantenreich.

Diese Jugendlichen zahlen meist lebenslänglich mit ihrer psychischen und körperlichen Gesundheit für das Fehlverhalten/Versagen ihrer Eltern während ihrer Kindheit, und der oft langjährige Medikamentengabe.

RAegen#pLf?eifer


Ich stelle mal die Frage in den Raum, warum immer wieder solche Artikel von Menschen herausgesucht, verbreitet und in einer sehr herablassenden Weise kommentiert werden.

Hast du, TE, selber mit dem Thema direkt zu tun?

Ich habe immer öfter den Eindruck, dass speziell zu diesem Thema sehr respektlos den Betroffenen gegenüber argumentiert wird um sich selber als besonders kompetent und informiert dastehen zu lassen.

cyarinax_9


Selbst ich als Laie weiß dass es im Gehirn von ADHS Kranken sehr wohl Besonderheiten gibt, somit hat der Herr Kinderarzt ja den vollen Durchblick.

Und dass sich Lehrer herausnehmen beurteilen zu können was eine Krankheit ist, und was nicht, ist schon ein starkes Stück.

Smi[lb5ermon7dauxge


Früher gabs den "Zappelphilip" und wenn das Kind nicht gehorcht hat, gabs halt eine Ohrfeige. War das besser ?

Sicher mag es die eine oder andere Fehldiagnose geben, es gibt ja auch desinteressierte Ärzte die halt mal einfach verschreiben. Aber dass Eltern grundsätzlich einfach so zum Arzt gehen können "verschreiben Sie bitte dies und das" halte ich für ein Gerücht.

Und: man kann mit der Dosis "rumspielen". Man kann das Medikament in den Ferien weglassen. Wie schon jemand schrieb: eine Verhaltenstherapie gehört dazu (so es Therapeuten gibt...) Ich kenne übrigens einen Jungen mit ADHS, der WILL das Ritalin weil er selber merkt dass es ihm so besser geht. Und da wird 1x pro Jahr ein "Auslassversuch" gemacht.

Aber zu schreiben, dass es ADHS nicht gäbe, ist ein starkes Stück.

MPinn?al+y


Ich weiß es nicht. Ich glaube, dass heutzutage zu viele in diese Schublade "ADHS" gestopft werden, weil es halt bequem ist.

Der Kinderarzt hat einen meiner Verwandten auch mal so eingestuft und Ritalin vorgeschlagen. Seine Lehrerin sah dass anders, übernahm (sehr jung und engagiert) etwas die Erziehung mit, wirkte auf eine Medienreduktion hin und den Eintritt in einen Sportverein. Siehe da, drei Jahre später von ADHS keine Rede mehr. Vom Arzt wird es nicht mehr diagnostiziert.

Medizinisch einschätzen kann ich den Vorgang nicht. Mir als Laien gibt er zu denken. Sicher bin ich mir, dass die spezielle Lehrerin einen sehr guten Durchblick hatte und in dem Fall sehr geholfen hat.

swensib!elOmann9x9


Kein verantwortungsvoller Arzt, der eine vernünftige (wochenlang andauernde) Diagnose gestellt hat, wird einem Kind "abhängig machende Drogen" verabreichen.

Genauso wenig wird ein verantwortungsvoller Arzt einem Kind das Medikament vorenthalten, wenn es benötigt wird.

Das hat wenig mit verantwortungsvol oder nicht verantwortungsvolll zu tun, sondern mit "gutem Glauben an die Richtigkeit der Diagnose". Die meisten Ärzte glauben an offizielle Lehrmeinungen, die zwar in den meisten Fällen richtig sind, aber in zahlreichen Fällen eben mehr oder wenig umstritten- insbesondere wenn man organisch nichts messen kann. Gerade im psycholgischen Bereich erscheinen mir manche "Erkenntnisse" eher einem bestimmten Ziel (Pharmazeutische Unternehmen), einer statistischen Korellation ohne hinreichende Kausalität, oder einer Art Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom zu folgen- die "Erfindung" von Krankheiten ist nicht neu- [[http://www.zeit.de/2014/24/blutdruck-cholesterin-grenzwerte es hat Ähnlichkeiten hiemit]].

Und ja, die Faktoren die Sheilagh aufschrieb, dürfte wohl deutlich überwiegende Ursache für Verhaltensauffälligkeiten der Kinder sein (auch aus meiner Erfahrung als Elternvertreter schreibe ich das).

Oft beginnt die Produktion von Verhaltensauffälligkeiten schon im frühen Kindesalter. Ich vermute sogar, dass Ursachen schon im Vorgeburtlichen bestehen können, wenn z.B. die Lebensweise der Mutter nicht angemessen ist (ungesunde Ernährung, Rauchen, Alkohol, Stress/hohe psychische Belastung der Mutter/zu wenig Ruhe und Entspannung als Schwangere).

Klar kann man ein fehlentwickeltes Kind mit Psychopharmaka ruhigstellen (mit zahlreichen Nebenwirkungen). Ich bezeichne das als typisches Herumdoktoren an Symptomen.

Verantwortungsvolles Handeln im Sinne: "Ich will Gutes tun" ist leider nicht unbedingt deckungsgleich mit "ich tue Gutes"- der Wille in allen Ehren- oft reicht dieser aber nicht.

SZheilaxgh


Selbst ich als Laie weiß dass es im Gehirn von ADHS Kranken sehr wohl Besonderheiten gibt, somit hat der Herr Kinderarzt ja den vollen Durchblick.

Natürlich gibt es in den Gehirnen dieser Kinder/Jugendlichen diagnostizierbare Veränderungen im MRT z.B.

Dem habe ich mit meinem Beitrag nicht widersprochen. *:)

Die Frage ist hier jedoch:

Was ist die Ursache dieser Veränderungen?

Endogene Krankheit oder das problematische Umfeld?

Meine Ansicht dazu steht oben.

Und dass sich Lehrer herausnehmen beurteilen zu können was eine Krankheit ist, und was nicht, ist schon ein starkes Stück.

...und was qualifiziert DICH zu Deiner Meinung? ;-)

Meine steht wie gesagt oben, und begründet sich in der Praxis und Erfahrung an verschiedenen Schularten (u.a. auch Sonderschulen für Erziehungshilfe und psychisch Erkrankte, der intensiven, langjährigen Zusammenarbeit mit dem Schulpsychologischen Dienst und verschiedenen Therapeuten.

Außerdem auch als Erweiterung (seit einigen Semestern) auf der Arbeit als Dozentin in Forschung und Lehre an der allg. Päd. Fakultät einer süddeutschen Uni.

Es bleibt jedem unbenommen eine konträre Meinung zu vertreten - aber meine möchte ich ernsthaft und nachdrücklich stehen lassen und unterstreichen.

sKensNibeHlmannx99


Und dass sich Lehrer herausnehmen beurteilen zu können was eine Krankheit ist, und was nicht, ist schon ein starkes Stück.

Manchmal ist es vermutlich auch nur die persönliche Erfahrung und umfangreicheres Wissen um das Verhalten, die "Erziehung" der Eltern und das Freizeitverhalten des Kindes, was ein Arzt in der Regel nur unzureichend wahrnimmt. Und ärztliche Irrtümer gibt es hinreichend viele. Das bedeutet nicht alles von vornherein in Frage zu stellen, was der Arzt sagt, aber manche Dinge erscheinen nicht richtig nachvollziehbar. Gesunder Zweifel ist keineswegs schlecht- darauf zu verzichten eher sogar Dummheit. Ganz abgesehen davon gibt es auch besondere Interessen bestimmter Personengruppen, die nicht nur darin liegen, Menschen gesund zu bekommen.

cbriec_harlxie


@ sheilagh

nur Dein "meistens" relativiert Deine Aussage, besser wäre es gewesen, den sozio- bzw. schichtspezifischen Kontext herzustellen, so hört es sich ehrlich gesagt nicht an, als ob Du viel Ahnung davon hast.

Und rein beruflich: der Status einer abgeordneten Lehrerin ist nicht gleichbedeutend mit Qualifikation, bitte sauber trennen.

c+rieicharSlie


Mittlerweile haben wir auch schon die ersten Zombies in den höheren Klassen an den Schulen sitzen - die Jugendlichen die seit Jahren auf Ritalin oder Medkinet o.ä. sind.

Man erkennt sie unter anderem an völliger emotionaler Abgestumpftheit, fehlender Impulskontrolle, Depression oder Manie...diese Liste ist sehr Variantenreich.

und das ist einfach nur dumm, sorry. Vielleicht schaust Du Dir mal an, was MPH eigentlich ist.

Sgheirlagxh


criecharlie

Ich habe es vorgezogen den "sozio- bzw. schichtspezifischen" Kontext auszuklammern, und den Focus auf die verschiedenen, maßgeblichen Einflussfaktoren zu legen.

Wie kommst Du darauf, dass ich abgeordnete Lehrkraft bin? Da führen mehrere "Wege nach Rom" bzw. zur Arbeit an einer Uni.

Dein weitere Kommentar ist mir zu unsachlich, um ihn hier zu bedenken.

Un das Ganze abzuschließen, wie ich oben schon schrieb:

Es bleibt jedem unbenommen eine konträre Meinung zu vertreten - aber meine möchte ich ernsthaft und nachdrücklich stehen lassen und unterstreichen.

*:)

S.heiJl3agxh


Hier noch der Link zu einem [[https://www.google.de/amp/m.faz.net/aktuell/politik/inland/ritalin-gegen-adhs-wo-die-wilden-kerle-wohnten-11645933.amp.html?client=safari Artikel der FAZ, zum Thema]].

Hier ein paar der wichtigsten Inhalte des Artikels:

Für ein schwieriges Kind gibt es Gründe: überforderte Eltern, eine kaputte Familie, unfähige Lehrer, zu viel Computerspiele und zu wenig Kletterbäume. Wenn ein schwieriges Kind für krank erklärt wird, braucht sich niemand verantwortlich zu fühlen: Krankheiten können genetisch veranlagt sein oder Schicksal oder beides. Keiner kann etwas dafür. Nicht der Junge, nicht Eltern, nicht Lehrer, nicht Umstände. Wer krank ist, bekommt Medizin. Eine Pille, die gesund macht. Für die wilden Jungs gibt es eine Pille, die sie still und aufmerksam macht: Ritalin.

Der Spandauer Kinderarzt Ulrich Fegeler kennt das aus seiner Praxis: Oft kommen Eltern mit ihren Kindern zu ihm und wollen die ADHS-Diagnose. Er selbst stellt sie als Kinderarzt nicht aus, sondern schickt Verdachtsfälle zu den Kinder- und Jugendpsychiatern der großen Krankenhäuser. "Ich habe noch niemanden erlebt, der ohne Diagnose zurückgekommen ist", sagt der Kinderarzt. Noch niemanden.

Noch radikaler sah es der Erfinder von ADHS: der amerikanische Psychiater Leon Eisenberg. In den späten sechziger Jahren hatte er dafür gesorgt, dass die Hippeligkeit und Konzentrationsschwäche, die er bei einigen Kindern feststellte, unter dem Namen ADHS als psychische Erkrankung klassifiziert wurde. Doch als die ADHS-Diagnosen wucherten und die Ritalin-Verschreibungen explodierten, kamen ihm Zweifel. Vierzig Jahre später, kurz vor seinem Tod, gestand Eisenberg dem Wissenschaftsjournalisten Jörg Blech, dass er nicht mehr an ADHS glaubt. ADHS, sagte er, sei "ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung".

Professor Glaeske spricht bei ADHS von "Zuschreibungsdiagnosen". Sie werden unter gesellschaftlichem Druck ausgestellt, um die Gabe leistungssteigernder Mittel zu legitimieren. Bei ADHS heißt das in der Regel Ritalin, das aus dem Wirkstoff Methylphenidat (MPH) besteht. Seit Anfang der neunziger Jahre hat sich die in Deutschland verschriebene Menge von MPH explosionsartig vervielfacht: von 34 Kilo im Jahr 1993 auf fast 1,8 Tonnen im Jahr 2010. Das ist mehr als die fünfzigfache Menge.

Professor Glaeske schätzt, dass etwa 250 000 Kinder in Deutschland Ritalin einnehmen. Andere Therapien werden vernachlässigt. ADHS sei eine Domäne der Arzneimitteltherapie, warnte Glaeske schon vor vier Jahren. Vier von fünf Kindern mit ADHS würden ausschließlich mit Medikamenten therapiert. Dabei sehen die medizinischen Leitlinien begleitende Verhaltenstherapien vor, mit deren Hilfe die Kinder weitgehend auf Ritalin verzichten könnten. Spätestens nach einem Jahr soll versucht werden, das Medikament abzusetzen: ein sogenannter Auslassversuch.

Doch das ist nicht so einfach. Ritalin, das in hoher Dosierung ähnlich wirkt wie Kokain, macht psychisch abhängig. Wenn Paul die Tablette vergisst, kommt er von der dritten Stunde an nicht mehr mit. Für solche Fälle hat er immer eine Notration Ritalin in seinem Schulranzen. Andere Ritalin-Kinder können ohne Medikament den Stress nicht mehr ertragen. Sie ziehen sich zurück, isolieren sich von ihrer Umwelt. "Wir wissen nicht genau, wie es auf das Gehirn wirkt", sagt Frau Lehmkuhl. Methylphenidat gilt nicht als Rauschmittel, unterliegt aber dem Betäubungsmittelgesetz, weil es als leistungssteigernde Droge missbraucht werden kann.

IUsabegll


Ich grätsche schon jetzt mal hier rein, denn es ist absehbar, dass dieses sensibel und strittige Thema zu sehr kontroverser Diskussion führen kann. Dürfte ja auch Jedem klar sein.

Ich möchte darauf hinweisen:

- bitte im Rahmen der Netiquette zu bleiben

- ich bitte zu differenzieren. Medikamente bedeuten (teilweise massive) Einflüsse in den natürlichen physischen Haushalt und somit sollte auch klar sein, dass sie nicht bei Jedem gleich wirken.

- selbiges gilt auch für Diagnosen. Egal von wem sie nun gestellt werden. Im Zweifel hat auch eine erfahrene Lehrerin (Pädagogin) dieselben Kompetenzen wie ein Arzt, der vielleicht bis dato nicht so viel mit betroffenen Kindern zu tun hatte wie die Lehrerin (sorry, gilt natürlich auch für Lehrer) und umgekehrt.

- darüber, dass auch mal Fehldiagnosen gestellt werden, zu schnell (ab)geurteilt/diagnostiziert wird, dürfte ebenso kein Zweifel bestehen.

Als Letztes möchte ich noch darauf hinweisen, dass Beiträge die Gewaltverherrlichung verharmlosen oder als Mittel darstellen - in diesem Fall als Erziehungsmöglichkeit gegenüber Kindern - ohne weiteren Kommentar gelöscht werden. Denn dieses fällt in den Bereich einer illegalen (strafbaren) Handlung und kann vom Forum nicht getragen werden.

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