» »

Artikel: Adhs gibt es nicht

AIprikosegnjoghuxrt


EDIT: Weil es ja gerade um Bildungsgrad der Familie geht (um der Diskussion nicht gaaaaanz fern zu bleiben ;-D )...

Ich selbst komme aus der gutbürgerlichen Mittelschicht, Vater Akademiker, Mutter aus Akademikerfamilie. Psychologische Probleme können jeden treffen. Und auch Kinder werden mit ihrem eigenen Kopf geboren, die Eltern geben der Rohmasse eben nur ihre Form ;-) In meinem Fall heißt das, dass ich einfach eine Veranlagung für bestimmte Dinge habe und anfälliger für Depressionen bin als beispielsweise meine jüngeren Geschwister, die einfach aus einem ganz anderen Holz geschnitzt wurden.

Verallgemeinerungen solltet ihr alle euch einfach sparen ]:D :-X . Bitte

ssenesibelm4annx99


Verallgemeinerungen solltet ihr alle euch einfach sparen

ich kann in keinem der in diesem Thread geschriebenen Beiträge erkennen, dass jemand genetisch bedingte Unterschiede hier negiert hätte. Vielmehr geht der Streit darum, inwieweit eine Vermeidung oder Verringerung/Dämpfung von ADHS-Merkmalen zwingend auf Medikamente als Behandlungsmethode angewiesen ist bzw. inwieweit ADHS und seine Ausprägungen durch Erziehung bzw. dem Kind angepasste Erziehungsmethoden vermieden bzw. verringert werden kann.

Auch bezüglich des Zusammenhanges zwischen der sozialen Herkunft und ADHS-Häufigkeit gab es hier keine Verallgemeinerungen. Ich selbst hatte nur die Ergebnisse einer wissenschaftlichen-statistischen Untersuchung über eine Sekundärliteratur zitiert. Das war also keine Meinung, sondern ein Messergebnis.

Psychologische Probleme können jeden treffen.

Dem würde hier vermutlich niemand widersprechen. Es geht hier aber vielmehr um die Ursachen.

Wir werden hier aber noch lange diskutieren können, da die Wissenschaft sich bezüglich dieser Frage uneins ist. Man weiß immer noch viel zu wenig über ADHS-Ursachen. Deswegen bitte ich, meine Aussagen als Hypothesen (begründete Vermutungen) zu verstehen und nicht als fixierten Wahrheitsanspruch.

meitt9elgfrob]#hrixg


Ja, ich würde eine medikamentöse Behandlung [von Depressionen] kategorisch ablehnen, obwohl Ärzte dazu raten würden.

- sensibelmann -

Da muss ich mich leider Schnecke anschließen: hattest du schon jemals eine richtige Depression (keine depressive Verstimmung), wo dein Hirn dir schlicht sagt: alles ist schlecht, alles hoffnungslos, wozu handwerklich betätigen, wozu Sport, wenn sowieso alles sinnlos ist? Wo du dich dann irgendwie zu etwas aufraffen konntest oder dich andere zu Aktivität geschleppt haben, nur um dann festzustellen, dass Dinge, von denen du weißt, dass du sie magst, dir ebenso sinnlos erscheinen wie alles andere? Du kannst sonst schlicht nicht beurteilen, ob es mit ein bisschen Handwerk getan wäre. Weißt du, wie es ist, seinem eigenen Hirnstoffwechsel und seinen Hormonen einfach ausgesetzt zu sein, zu wissen, dass nicht alles so scheiße sein kann, aber in dem Moment genauso wenig aus seiner Haut zu können, wie jemand einen Baum als grün sehen kann, dem man pinke Kontaktlinsen implantiert hat? Ich kann nur aus eigener Erfahrung davon sprechen, dass Medikamente sehr wohl einen Nutzen zu haben scheinen, die über ein "Dämpfen" weit hinausgehen. Weil nämlich plötzlich (bei saisonaler Depression) bei Wirkungseintritt das akute Bedürfnis verschwand, spontan an einer beliebigen Ampel in Tränen auszubrechen, weil sich alles so scheiße anfühlt, ohne irgendeinen konkreten Anlass? Ich hatte nichts, gar nichts an meinem Leben geändert und plötzlich konnte ich wieder klarer denken, ohne dass mein temporär aus den Fugen geratener Hirnstoffwechsel mich davon abhielt. Vielleicht können Frauen das ein bisschen eher nachvollziehen, da auch zyklusbedingte Hormonschwankungen zu deutlichen Unterschieden in der Wahrnehmung führen können und Männer im Normalfall keinen so extremen Schwankungen ausgesetzt sind, keine Ahnung.

Vor einigen Seiten wurde diese Frage bereits gestellt und ich möchte sie gerne wiederholen: was treibt dich (und die anderen hier im Thread) an? Seht ihr euch der Rettung all der unschuldigen, mit Medikamenten zugedröhnten Kinder verpflichtet? Ich verstehe die Motivation dahinter nicht, so vehement ohne eigene direkte oder nächste Betroffenheit gegen die Erfahrungen von direkt Betroffenen zu argumentieren und diesen die eigene, oft jahrelange Erfahrung einfach abzusprechen. Wie kommt man zu einer derartigen Arroganz, einem derartig unerschütterlichen Glauben daran, mehr zu wissen als direkt Betroffene?

cariec_harlixe


...und ergänzend, da ich die Frage ja auch schon gestellt hatte:

wieso glaubt man, aufgrund [der Beiträge] hier auf Qualität der Autoren als Erzieher schließen zu können?

Derartige Schlussfolgerungen sind auch in einem ordentlich geplanten Forschungsprozess (weil das immer wieder angeführt wurde) nur sehr schwer herzuleiten bzw. deren Mechanismen zu rekonstruieren. Der Nachweis ist nicht unmöglich zu erbringen, aber auf keinen Fall durch ein paar Äußerungen in anonymen I-Net Foren. Das ist einfach sinnbefreit und vor allem verletzend.

sCen2sibfelmanxn99


wieso glaubt man, aufgrund [der Beiträge] hier auf Qualität der Autoren als Erzieher schließen zu können?

Du hattest schon einmal einen Thread eröffnet, bei dem es um den schwierigen Umgang deinerseits mit Studiumanfängern beschrieben hattest. Ich halte den Zusammenhang zur Kindeserziehung nicht ganz abwegig.

Ganz allgemein ist es beispielsweise oft ein falscher Ansatz, wenn man aus einer Autoritätsposition heraus versucht, seinen eigenen Ansprüche auf andere Menschen aufzuoktruieren (in manchen dringenden Fällen ist dies sinnvoll- ich schließe das ja gar nicht gänzlich aus). Grundprinzip sollte immer sein, an die Selbstkontrolle und an die Eigenverantwortung der zu erziehenden Personen eindringlich zu appellieren und Situationen zu ermöglichen, bei denen die Selbstkontrolle der Personen gefördert wird- dabei sollten häufige Misserfolge vermieden werden. Kausalitäten zwischen Verhalten und Folgen sollten mit möglichst wenig Worten dargestellt werden, nicht zutexten.

hattest du schon jemals eine richtige Depression

Nein, ich bin nur aufmerksamer Beobachter- für Depressionen ist bei mir keinerlei Platz. Ich habe zwei Prinzipien: 1. Alle Probleme sind lösbar- wenn es nicht gelöst ist, macht man etwas falsch

2. Wenn ich keine Lösung finde, kann ich schon mal sagen: "ist doch scheißegal" und träume von Meeresrauschen und schönem Strand ...

Viele ärztliche Maßnahmen beginnen viel zu spät, weil das Hauptaugenmerk bei Ärzten und den anderen Bürgern viel eher auf Therapie denn auf Prophylaxe gelenkt ist.

Was im Übrigen auffällig ist, dass [[https://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_L%C3%A4ndern die Selbstmordraten]], die ja als Maßstab für schwere psychische Probleme angenommen werden können, von Land zu Land ziemlich unterschiedlich sein können. Es wäre interessant zu analysieren, was so unterschiedlich in der Lebensweise in Gesellschaften mit hoher Selbstmordrate und was so anders in Gesellschaften mit sehr niedriger Selbstmordrate ist.

c'riekcharlzixe


Wie gesagt:

ich halte das für pseudoempirische (und eitle) Glaskugelei.

R(egenpfsezifer


Nein, ich bin nur aufmerksamer Beobachter- für Depressionen ist bei mir keinerlei Platz. Ich habe zwei Prinzipien: 1. Alle Probleme sind lösbar- wenn es nicht gelöst ist, macht man etwas falsch

2. Wenn ich keine Lösung finde, kann ich schon mal sagen: "ist doch scheißegal" und träume von Meeresrauschen und schönem Strand ...

Da bleibt ja nur zu hoffen, dass in deinem näheren Umfeld niemand an Depressionen erkrankt. Die armen Menschen, die sich das dann auch noch anhören müssen, dass ja alles gar nicht so schlimm ist und man doch sich doch einfach etwas zurecht träumen soll.

Ich sag dir mal was: Seit eine Verwandte kürzlich ihren Partner aufgrund einer schweren Erkrankung verloren hat, ist sie sehr niedergeschlagen. Soll ich der mal mit deiner Aussage kommen?

Als mein Partner seinen Vater durch eine Krankheit im Alter von nur 65 Jahren verloren hatte, musste er psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, und als er vor kurzem an akuter Erschöpfung litt, auch nochmal. Hätte ich ihm da sagen solle: träum doch einfach etwas, dann wirds schon?

Und mein Partner ist normalerweise so jemand, der macht, was gemacht werden muss und sich nicht beklagt.

Schon mal dran gedacht, dass man auf solche Dinge keinen Einfluss hat? Ist es egal, wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt oder gar stirbt? Lies mal in dem Sternenkinderfaden, wie viele Mütter, die ihr Baby verloren haben, an einer Depression leiden!

Kannst du dich wirklich von sowas absolut freisprechen?

Deine überheblichen, selbstgerechten Aussagen hier machen mich gerade total sauer. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle seelisch Erkrankten! >:( >:(

R}eGgenCpf3eifxer


Niemand kann 100%ig sicher behaupten, dass ihm niemals im Leben etwas widerfahren wird, was ihn in eine Depression oder ein andere psychische Ausnahmesituation bringen kann.

s`ensibe3lmannn9x9


Hätte ich ihm da sagen solle: träum doch einfach etwas, dann wirds schon?

[...]

Deine überheblichen, selbstgerechten Aussagen hier machen mich gerade total sauer. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle seelisch Erkrankten!

[...] Je mehr man etwas, was änderbar ist, akzeptiert oder hinnimmt, umso mehr verstärkt man es.

... Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern

Des wütenden Geschicks erdulden oder,

Sich waffnend gegen eine See von Plagen,

Durch Widerstand sie enden? Sterben - schlafen -

Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Schlaf

Das Herzweh und die tausend Stöße endet,

Die unsers Fleisches Erbteil, 's ist ein Ziel,

Aufs innigste zu wünschen. Sterben - schlafen -

Schlafen! Vielleicht auch träumen! Ja, da liegts: ...

Niemand kann 100%ig sicher behaupten, dass ihm niemals im Leben etwas widerfahren wird, was ihn in eine Depression oder ein andere psychische Ausnahmesituation bringen kann.

Ich behaupte das zu 99%. Ich habe gelernt, zu kämpfen. Ich hatte einen sehr schlimmen Schicksalschlag in meiner Familie erleben müssen- es gibt sehr gute Gründe, warum ich Psychopharmaka- gerade auch Antidepressiva gegenüber sehr kritisch eingestellt bin ...

Deine überheblichen, selbstgerechten Aussagen hier machen mich gerade total sauer

Das war beabsichtigt. Gegen Personen gerichtete Kritik wird gerne als überheblich und selbstgerecht benannt, deswegen wird sie auch zu selten geübt und als böse ausgelegt, weil es nicht so leicht verdaulich ist. Mitleid halte ich in sehr vielen Fällen (wenn etwas änderbar ist, wenn es Funken von Hoffnung geben sollte) für kontraproduktiv und das Gegenteil von Hilfe.

Deine Aussagen machen mich im Übrigen nicht sauer. Soll ich sauer sein, nur weil du meiner Ansicht nicht folgst?

E@hepmaligerI Nutzeyr (B#42x1703)


Der Faden wird zur Überprüfung geschlossen.


Der Gewinn dieser Diskussion liegt meiner Meinung nach genau in dem Umstand, dass man hier zu einem "ungeklärten Krankheitsbild" viele verschiedene Meinungen lesen kann. Ob nun von Befürwortern oder Gegnern einer medikamentösen Behandlung, ob von Betroffenen oder Beobachtern. Jeder hat seine eigene Meinung und vor allem Erfahrungen - und jeder hat in diesem Fall die Pflicht, andere Meinungen neben der eigenen hier gelten zu lassen. Fakt ist: Mit persönlichen Angriffen macht ihr die Diskussion kaputt, genauso wie mit Verallgemeinerungen oder der Vermittlung des Eindrucks, man selbst habe die einzig wahre Lösung gefunden.

Ich kann hier keine für alle gleichermaßen zutreffenden richtigen Antworten sehen - und deshalb denke ich, ist es sinnvoll, weiterhin alle zu Wort kommen und die Wertungen außen vor zu lassen. Ein großes Dankeschön an der Stelle an die Nutzer, die mit der Diagnose AD(H)S konfrontiert wurden und ihre Gedanken und Erfahrungen hier mit uns teilen.

Es wurden einige regelwidrige Beiträge entfernt.

s@e8nsibXelmaxnn99


Jetzt kommt gerade eine Sendung (3sat) über die Biologie des Lachens.

Ich glaube, dass das Lachen sehr wichtig ist, um gegen Depression aber auch gegen ADHS anzugehen bzw. sehr früh eine entsprechende Entwicklung zu vermeiden oder zu verringern. Sehr wichtig dürften also schon solche Sachen wie Kitzeln und Spielen mit anderen Menschen sein- dass kann und sollte schon ein Baby möglichst häufig erfahren, eventuell schon im Bauch der Mutter, wenn die Mutter lacht. Eine lachende Schwangere ist vermutlich schon günstig für die Kindesentwicklung.

Klar ist die Ansprechbarkeit der Menschen auf Lachen genetisch unterschiedlich angelegt- ich glaube aber, dass sich über ein häufiges "Lachtraining" die Lachneigung verstärken lässt und man damit psychische Probleme verringern kann (sowohl ADHS als auch Depressionen). Anmerken möchte ich hierbei, dass in den 50-er Jahren des 20.Jhdts deutlich mehr gelacht wurde als heute.

Vermutlich kann man auch im Erwachsenalter psychische Probleme reduzieren, wenn man mehr zum Lachen angeregt wird- durch Kitzeln, durch gemeinsames Spielen oder durch gemeinsames Erleben von fröhlichen Dingen und auch durch einen geliebten Partner oder Familienmitgliedern mit denen man Lachen, Spielen und sich gemeinsam freuen kann. Fehlt das, dürfte sich die Wahrscheinlichkeit für psychische Problem erhöhen.

Interessant ist auch, wie unterschiedlich das Glücksempfinden der Menschen z.B. [[http://www.travelbook.de/welt/world-happiness-report-das-sind-die-gluecklichsten-laender-der-erde-754411.htmlin der Welt]], in Europa oder in [[http://www.gluecksatlas.de/ Deutschland]] ist. Da das stark von Land zu Land schwankt, ist anzunehmen, dass das kein vorrangig genetisches Problem ist, sondern ein vorrangig gesellschaftlich geprägtes. Herausragend hierbei sind die [[http://www.sueddeutsche.de/stil/lebensstil-das-daenische-gluecksrezept-heisst-hygge-1.3148698 Dänen]]. Ich glaube sogar, dass Ursachen von ADHS und Depression, zumindestens was die gesellschaftliche Beeinflussung betrifft, sehr ähnlich sind und im Prinzip nur zwei unterschiedliche Reaktionen darstellen.

H&annAa-Mahria


Ich habe davon gelesen, dass ADHS/ADS ein Teil der Symptomatik einer Legasthenie sein kann.

SWun[fl`owegr_7x3


@ sensibelman:

Grundlage ALLER Störungstheorien ist heutzutage ein sog. biopsychosoziales Störungsmodell: Genetik, Persönlichkeit, Umweltfaktoren, Lebensereignisse. Alles fließt ein, individuelle Kombinationen/Gewichtungen. Niemand sieht irgendetwas einseitig. Dementsprechend auch die "idealen" Behandlungsansätze: Therapie (= Veränderungen Denken, Verhalten; aber durch Lebensänderungen eben auch Änderungen im Umfeld) Medikamente. An der Genetik kann man bspw. noch nicht ansetzen.

sxensibqeGlxmann99


An der Genetik kann man bspw. noch nicht ansetzen.

Naja, vermutlich geht das am ehesten [[http://www.newsletter-epigenetik.de/epigenetische-veraenderung-loest-adhs-bremse-bei-ratten/ über die Epigenetik]] und diese halte ich auch für einen erfolgreichen Weg. Trotz allem bleibt anzumerken, dass die mediakmentöse Behandlung von ADHS in Deutschland wesentlich zu hoch sein dürfte und derzeit mehr schaden als nützen.

Passend dazu habe ich per PN einen Link bekommen:

[[https://www.welt.de/dieweltbewegen/sonderveroeffentlichungen/article123823722/Die-Fehldiagnose-ADHS-und-ihre-fatalen-Folgen.html]] der die Problematik mit zu schneller medikamentöser Behandlung beschreibt.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Erziehung oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Kindermedizin · Psychologie · Beziehungen · Kinder nach Geburtsmonaten


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH