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Artikel: Adhs gibt es nicht

OgneFzlowexr


nicht erwünschte (z.B. aggressive) Verhaltensweisen zurückzufallen.

es ist natürlich so, dass ein Kind einfach mal ohne Grund aggressiv ist ...

Tabletten für erwünschtes Verhalten...

Also, viele menschen denken da einfach nur von der Wand bis zur Tapete.

ja, herzlichen Dank auch... man sieht immer nur den Splitter im Auge des anderen ...

Rpegen,pfe:ifexr


M.E. ist die Ursache häufig Trauma. Und zwar nicht nur das "schwere" sondern eben auch die kleinen Dinge, die die Körperwahrnehmung beeinträchtigen. Das kann schon im Mutterleib passieren oder bei einer brachialen Geburt...

...und das ist dann auf das Versagen der Eltern zurückzuführen oder was?

Soll das Kind sein ganzes Leben lang unter sowas leiden?

Natürlich ist es sinnvoll, zu schauen, WARUM das Kind überhaupt erst das Problem hat.

Aber dann muss es auch entsprechend Hilfe bekommen.

balue )herxon


Die einzige Frage, die sich mir hier beim Lesen stellt: Was bringt diese Diskussion?

Was haben nicht-Betroffene davon, dermaßen wertend über Therapiemaßnahmen zu urteilen? Sollte man die Entscheidung, ob der Leidensdruck zu groß oder zu gering für Medikation ist, nicht bei den Menschen lassen, die den Leidensdruck haben? Ich kenne Fälle mit absolut idealem Elternhaus und totalen Tablettengegenern, wo letztendlich nichts anderes mehr ging und ein Umschwenken quasi lebensrettend für Betroffene wurde. Aufgrund dieser (überall und tausendfach geführten) Diskussionen stellen sich Betroffene aber noch viel mehr die Frage, ob es nicht eigenes Versagen ist, ob wirklich schon alles andere versucht wurde etc etc, was dann wieder dazu führt, dass sich Betroffene noch schuldiger, unfähiger, gescheiterter fühlen, als sowieso schon. Was dazu führt, dass man sich die Hilfe verweigert, die es eigentlich gäbe, weil die Gesellschaft sie einem als Schwäche auslegt. Die Folgen für Betroffene sind mehr als unschön. Jetzt kauen wir das gleiche bei jeder psychischen Krankheit durch, bloß weil sie nicht messbar ist und Betroffene keinen Gips tragen?

Natürlich gibt es sicherlich auch Fälle, wo zu schnell auf Ritalin ausgewichen wird, natürlich gibt es oft auch andere Möglichkeiten zu therapieren. Und wie bei allen psychischen Geschichten gilt: beim einen hilft es und beim anderen nicht. Da hilft keine Gleichmacherei. Warum immer dieser Anspruch auf Absolutheit, auf "ganz-oder-gar-nicht", warum diese Wertung? ":/

RPegenp`feifexr


es ist natürlich so, dass ein Kind einfach mal ohne Grund aggressiv ist ...

Tabletten für erwünschtes Verhalten...

Ich hatte "z.B." geschrieben, es gibt doch noch ganz viele andere ja, ausdrücklich "nicht erwünschte" oder "gesellschaftlich nicht akzeptierte" Verhaltensweisen.

Ja, manchmal sind betroffene Kinder einfach mal so aggressiv. Weil sie Informationen im Kopf ganz anders verarbeiten, als nichtbetroffene. Da kann schon eine lapidare Bemerkung eines anderen Kindes, welche gar nicht als Angriff gemeint war, vielleicht z.B. die Aussage, dass man den Pulli des Betroffenen doof findet, dafür ausreichend sein, um völlig auszuflippen.

...von der Wand bis zur Tapete, deine Aussage bestätigt das doch geradezu noch.

OZne Flmowexr


...von der Wand bis zur Tapete, deine Aussage bestätigt das doch geradezu noch.

[...]

Schade, dass Du nicht fragst, welche alternativen Therapieformen möglich sind.

Ich hatte "z.B." geschrieben, es gibt doch noch ganz viele andere ja, ausdrücklich "nicht erwünschte" oder "gesellschaftlich nicht akzeptierte" Verhaltensweisen.

Woher kommen diese Verhaltensweisen? Aus dem Nichts? Aus einem "fehlregulierten" Gehirnstoffwechsel etwa?

Warum ist der Gehirnstoffwechsel "fehlreguliert"? Einfach aus dem Nichts heraus?

...und das ist dann auf das Versagen der Eltern zurückzuführen oder was?

"Versagen" ist relativ. Und wenn man tatsächlich versagt hat, ist es auch kein Drama. Jeder versagt ständig und täglich bei irgendwas.

Manchmal ist das "Versagen" auch unbewusst. Oder unverschuldet. Was kann die Mutter für eine komplizierte Geburt? Was können Eltern dafür, wenn sie ungeduldig oder inadäquat reagieren? Was können Eltern dafür, wenn das Kind unter einen Einfluss gerät, den sie nicht gut kontrollieren können, z.B. "schwierige" Lehrer, andere Kinder usw. Was wenn komplizierte Lebensumstände es schwierig machen, auf das Kind einzugehen, oder es zu "sehen" oder zu lieben? Was, wenn die Eltern selbst nicht gesehen wurde und einfach funktionieren mussten und dieses Muster an das Kind weitergeben? Meiner Ansicht nach ist eine "Verhaltensauffälligkeit" nicht gleich das Signal, Tabletten zu geben. Das moderne Vorgehen bei ADHS halte ich für bedenklich.

Nur eben auch die Frage: ist es nicht besser, dem Kind eine kausale Therapie zugänglich zu machen, als mittels Neuropharmaka psychosomatische Symptome dauerhaft zu "verschleiern".

Kurzfristiger Einsatz: geschenkt. Unkritischer Einsatz: bedenklich. Mögliche Fehldiagnose: fatal.

Kind fühlt sich nicht wohl, wird nicht akzeptiert, kommt nicht klar: Tablette ... :-X

Nu3stoHrxys


Huhu,

@ bellagia

Danke |-o So Disskusionen find ich immer schwierig, da es viele Leute die von ADS gehört haben, aber eben wenig oder gefährliches Halbwissen haben. Deswegen wollte ich meine eigene Geschichte beisteuern.

@ chriecharlie

Jetzt ergeben für mich deine Art zu schreiben viel Sinn :-) Ich würde mich jetzt nicht aufregen. Ich denke du tust als Mutter alles mögliches für dein Kind. Deswegen würde ich weniger Eskalieren sondern mehr deskalieren ^^ Mir wurde damals gesagt: Es gibt für jedes Problem drei Arten zu reagieren. Und die erst Beste Lösung ist meist nicht die beste.

@ Oneflower

Ist doch super wenn du für dich ohne Medikamente auskommst. Stell dir vor mittlerweile komme ich auch ohne aus. Allerdings ist das ADS an sich in sehr vielen Spektren vorkommt. Zu jeder Therapie zum Umgang mit ADS gehört jedenfalls die Verhaltenstherapie dazu mit dem Ziel dass du irgendwann mit der Medikation runter gehen kannst. Aber bei manchen dauert es eben eine Weile, andere kriegens nicht Ohne hin. Du darfst übrigens MPH auch nur nehmen, wenn du nebenbei in Therapie bist. Ach und du bekommst MPH nicht einfach so verschrieben. Wie gesagt bei musste man ein EEG erst machen. Das Medikament stand (weiß nicht obs noch so ist) unter dem Betäubungsmittelgesetz^^.

@ Ursache

Solange die Wissenschaft nicht genau weiß woher ADS kommt würde ich hier im Faden nicht spekulieren ob die Ursache rein Psychologisch ist oder Genetisch. Meiner Meinung ist AD(H)S genetisch veranlagt, da es sich bei uns durch die Familie zieht und ich auch Cousins habe die es ebenfalls haben.

@ sensibelmann99

Über deine Beiträge habe ich echt nachgedacht. Das ADS rein daher kommt dass bei der Erziehung als Kleinkind was schief lief (so hab ich es jetzt interpretiert, wenns nicht stimmt dann berichtige mich). Das glaube ich nicht. Aber das Erziehung ein starker Faktor ist da stimm ich dir zu. Denn wenn man die nicht im Griff hat, dann hat man mit einem ADSler einfach viel mehr Probleme. Beim AD(H)Sler um so mehr.

Wusstest du das es Internate und auch Schulen für AD(H)Sler gibt? In meiner Praxis gab es eine Notschule für AD(H)Sler die in der normalen Schule nicht zurechtkamen. Es gab auch eine Hausaufgabenbetreuung ab der 1.Klasse. Was ich aber gut finden würde, wäre dass Lehrer an Schulen sensibilisiert werden würden. Weil aus meiner Sicht von damals wäre kleine Seperate Klassen für nur ADSler kontraproduktiv.

Ich sage dir auch gerne warum: Wenn du eh anders bist, die anderen Mitschüler dich Mobben, ist das letzte was du willst auf eine spezielle Schule gehen zu müssen. Du möchtest keine Extrawurst bekommen, sondern genauso behandelt werden wie die anderen. Wenn man eben dafür MPH braucht, weil es damit funktioniert, dann ist das so. Weil alles andere verstärkt nur das Gefühl nicht zum Rest dazu zu gehören.

@ blue-heron

Ich sehe es genauso wie du :)z

@ all

Wir sind alle keine Wissenschaftler :)_ sondern Laien. Es gibt immer Leute die Kritisieren werden, dass es ADS nicht gibt. Oder das die Medikamente unnötig sind. Denn die Meinung kann man haben. Aber ich würde niemals über die Leute urteilen, wenn man nicht selber in der Situation steckt.

Eigentlich finde ich das bisher mir eine Ursache für die vielen Diagnosen gefehlt hat.(Anfangs wurde es zwar angeschnitten, aber nicht weiter verfolgt.) Die Umwelt um uns herum trägt ja ebenso dazu bei, dass viel mehr Leute mit ADS auffallen. Aufgrund der Leistungsgesellschaft wo die Noten und Erfolg anstelle von Glück und Zufriedenheit im Vordergrund stehen, passt ein ADSler nicht ins Schema F dazu. Ich meine Früher war es doch anerkannter über Ausbildung, Techniker und Meister seinen Weg zu gehen. Heute muss jeder aufs Gymnasium, Abitur machen und anschließend studieren.

Als ADSler leidet man auch darunter nicht ins Schema F passen zu können. Man versteht die anderen einfach nicht, warum sie einen nicht akzeptieren wie man ist.

Für mich hat das Leiden in dem Moment aufgehört, als ich Leute kennen gelernt habe die mich schätzen wie ich bin mit meinen Macken. Und das es für mich nicht wichtig ist in ein Schema zu Passen mit dem ich eh nichts anfangen kann.

Das Wort zum Samstag @:)

(*Xx_X)


Gibt meiner Meinung nach viele Krankheiten, die gar keine sind.

Schwulsein galt früher auch als Krankheit.

OIneF}l~owxer


Selbstregulation lernen kann (im Verlauf) Medikamente obsolet machen und ist sicher nachhaltiger,

die Menschen können unabhängig von Medikamenten und damit von der Pharmaindustrie werden (ist das gewollt?)

Ist es nicht günstiger, Menschen Fähigkeiten zur Selbstregulation von Emotionen / Aggressionen zu geben?

[[https://www.youtube.com/watch?v=FkBFJN5vRTw]]

- interessantes Interview -

er ist übrigens sehr diplomatisch in seinen Aussagen :=o

RPegen3pfei9fxer


Schade, dass Du nicht fragst, welche alternativen Therapieformen möglich sind.

Brauche ich nicht zu fragen, ich behaupte mal, der Großteil davon ist mir bekannt. ;-)

Woher kommen diese Verhaltensweisen? Aus dem Nichts? Aus einem "fehlregulierten" Gehirnstoffwechsel etwa?

Warum ist der Gehirnstoffwechsel "fehlreguliert"? Einfach aus dem Nichts heraus?

Gegenfrage: Woher kommen überhaupt Stoffwechselstörungen?

Warum haben unterschiedliche Menschen unterschiedliche Werte z.B bei Blutuntersuchungen und reagieren verschieden auf diese Werte? Warum kann der eine mit 39 Grad Fieber noch arbeiten und warum liegt der andere schon mit 37 Grad flach?

Warum kommen Menschen mit Behinderungen auf die Welt?

Warum bekommt ein Kind schon mit 3 Jahren Diabetes und das andere nicht?

Der Mensch ist nicht von einer Maschine nach einer bestimmten Norm gefertigt worden, daher gibt es soviele Abweichungen, wie es eben Menschen gibt. Es gibt bestimmte "Richtwerte",bei z.B.. Blutwerten, EEG-Werten, Schilddrüse, usw. die "normal" sind und es gibt nun mal Abweichungen, die unter Umständen auch mal behandelt werden müssen.

Und ja, laut Forschung ist bei ADHS-lern der Gehirnstoffwechsel von der Norm abweichend, in vielen Fällen wird diese Störung vererbt, wie. z.B. andere Stoffwechselstörungen oder die Veranlagung zu anderen Verhaltensauffälligkeiten, und psychischen Krankheiten auch.

Selbstverständlich kann bei psychischen Auffälligkeiten und auch bei ADHS die "richtige" Erziehung durch die Eltern in manchen Fällen einem sehr schweren Verlauf vorbeugen. Aber da ist es ja nun mal so, dass erst in den letzten Jahren die Forschung dahinter gekommen ist, dass das eben vererbbar ist. Viele Eltern bekommen durch die Diagnose ihrer Kinder überhaupt erst mit, dass sie selber ADHS haben.

Die nächste Generation wird es da wahrscheinlich schon wieder etwas "einfacher" haben, da sie sich ja eventuell in ihrem eigenen Kind wiedererkennen und wissen, was ihnen damals geholfen hat und auch frühzeitig durch entsprechende Erziehung positiv aufs Kind einwirken können.

R<egenpfZeifxer


Ist es nicht günstiger, Menschen Fähigkeiten zur Selbstregulation von Emotionen / Aggressionen zu geben?

In diesem Fall stimme ich dir absolut zu.

Jedoch ist dies aufgrund von einer abweichenden Informationsverarbeitung in Gehirn nicht immer ohne weiteres möglich.

Gerade Kinder haben da Schwierigkeiten, da sie sowieso erst einmal ganz viel lernen müssen, da wird das dann viel zu viel, sie sind schon mit der "normalen" Erziehung durch die Eltern überfordert. ADHS beinhaltet oft auch ein Fehlen von bestimmten Filtern, die die "unwichtigen" Dinge herausfiltern, z.B. das Müllauto inklusive Straßenlärm draußen, wenn eigentlich Deutschunterricht angesagt ist. Das Kind versteht nicht, warum es nicht zum Fenster laufen darf um dem Müllauto zuzuschauen, sondern auf dem Platz sitzen und das ABC lernen soll. Es findet das Müllauto gerade viel wichtiger, weil es doch die Stadt sauber hält. Dies mal als Beispiel für die Denkweise eines ADHS-betroffenen Kindes.

Ich wiederhole nochmal den Punkt, dass auch viele Depressions-Erkrankte erst durch ein Antidepressivum in der Lage sind, eine Therapie zuzulassen.

RiegeNnpffeifexr


@ blue heron

Da stimme ich dir absolut zu!

Dieses Thema bietet Platz für sehr viel Emotionalität.

[...]

OcneF^lo^wer


Jedoch ist dies aufgrund von einer abweichenden Informationsverarbeitung in Gehirn nicht immer ohne weiteres möglich.

Warum ist im Gehirn die Informationsverarbeitung gestört und woher kommt das? Aus dem Nichts?

ie sind schon mit der "normalen" Erziehung durch die Eltern überfordert.

was ist "normale" Erziehung?

ADHS beinhaltet oft auch ein Fehlen von bestimmten Filtern, die die "unwichtigen" Dinge herausfiltern,

Wer sagt, was "unwichtig" ist?

Warum sind diese Filter "defekt"? Traumarisierte Menschen sind leichter irritierbar, ablenkbar, da "unwichtige" Reize als potenzielle Bedrohung gesehen werden können.

z.B. das Müllauto inklusive Straßenlärm draußen, wenn eigentlich Deutschunterricht angesagt ist.

Warum wird das Müllauto als Irritation wahrgenommen? Nur, weil es so interessant ist? Das Kind spürt doch, dass es sich sozial unerwünscht verhält. Etwas im Kind ist stärker, das über die Peinlichkeit, sozial unerwünscht dazustehen, hinausgeht. Warum?

Ich wiederhole nochmal den Punkt, dass auch viele Depressions-Erkrankte erst durch ein Antidepressivum in der Lage sind, eine Therapie zuzulassen.

Wenn man so krank ist, dass man gar keinen Antrieb mehr hat, ist das leider so. Aber was ist eine Depression? Was passiert im Körper? Warum ist der Antrieb so gering? Ist es der fehlende Antrieb oder ist es eher eine unbewusste Hemmung? Woher kommt diese "gefrorene Energie"? Vielleicht ist auch dies eine Form der "Angststarre". Vielleicht. Vielleicht auch eine Traumafolge?

Wir wissen es doch alle nicht so genau.

Brauche ich nicht zu fragen, ich behaupte mal, der Großteil davon ist mir bekannt.

Der Großteil ist nicht alles, oder? Was, wenn eben genau das wichtige Puzzleteil, die wichtige Information fehlt, um weiter zu kommen?

Wenn Du alle kennst, dann ist es ja supi. Dann müsste Dir auch klar sein, dass eine Dauermedikation eher nicht sinnvoll ist und es andere Methoden gibt, die wesentlich nachhaltiger sind, wenn man den Zugang zu einem einfühlsamen Therapeuten hat ... das ist meist das Hauptproblem ... :)*

s@ensibxelmanxn99


Das ADS rein daher kommt dass bei der Erziehung als Kleinkind was schief lief (so hab ich es jetzt interpretiert, wenns nicht stimmt dann berichtige mich).

Nein, ganz so habe ich es nicht geschrieben und gemeint. Es spielt keineswegs nur die Erziehung eine Rolle (es sind mehrere mögliche Faktoren schon am Anfang des Threads aufgeführt worden- dabei schließe ich genetische Faktoren keineswegs aus. Überwiegend das Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Erziehung (auch die Lebensweise und persönlichen Wahrnehmungen der Mutter während der Schwangerschaft dürfte hier eine Rolle spielen.

Leider fällt es auf, dass zahlreiche Eltern mit "schwierigeren" Kindern überfordert sind (mitunter werden diese Kinder schon sehr früh durch elterliche Beeinflussung zu "Problem"indern. Oft wissen sie nicht, was sie mit ihrem Kind machen sollen. Überzogene Strenge und permanente Gängelei kann da genauso negativ wirken wie das "in Watte Packen" durch übertriebene Fürsorge oder eben auch starke Inkonsequenz oder fehlende Aufmerksamkeit fürs Kind und Vernachlässigung der tatsächlichen Bedürfnisse des Kindes in Verbindung mit zwangsweiser Aufoktruierung der Vorstellungen der Eltern.

Auch die Vernachlässigung umfangreicher geistiger Anregungen und Wahrnehmungen (die Sinne des Kindes müssen angeregt werden) für das Kind kann negativ wirken. Aufmerksamkeit kann und muss antrainiert werden- bei einem Kind fällt dies leichter, beim anderen Kind fällt dies schwerer.

Manche Eltern machen schon vor ihrer Erziehung den folgenschweren Fehler, indem sie sagen: Kinder sind nun mal so und pflegen dann auch einen entsprechenden Umgang mit dem Kind.

Richtiger ist, dass Kinder zwar eine bestimmte genetische Veranlagung mitbringen, diese aber durchaus mehr oder weniger leicht an neue Bedingungen anpassbar sind- z.B. an das soziale Zusammenleben. Manche Kinder benötigen dafür mehr Aufwand, manche weniger. Am Ende ist auch die Frage des Zieles in der Erziehung.

Um es mal an einem anderen Beispiel zu illustrieren:

Meiner Frau und mir war es immer sehr wichtig, unsere Kinder zu friedfertigen, hilfsbereiten, rücksichtsvollen Menschen zu erziehen. Leider kommen unsere Kinder dadurch öfter in Konflikte mit Kindern, die nach dem Motto erzogen wurden; "Du musst dich durchsetzen"- was dann zum Teil eben auch aggressives, gewaltbereites und rücksichtsloses Verhalten dieser Menschen nach sich zieht- der Umgang unserer Kinder mit diesen Kindern gestaltet sich dann mitunter als schwierig. Dadurch dass meine Kinder diese anderen Kinder mieden und meiden, wird das in der Öffentlichkeit (z.B. manche Lehrkraft) als sozial problematisch gewertet- wenn ich dann die Frage aufwerfe, wer denn hier sozial problematisch wäre (nachdem ich diverse Verhaltensweisen aufführe), kommen oder kamen die betreffenden Lehrkräfte schnell ins Rudern ...

Leider habe ich mitunter den Eindruck, dass so manche Lehrkraft auf pädagogischer Schiene eher unbedarft ist- und nein, Kinder durch Strenge und Konsequez ruhigzustellen ist noch keine Pädagogik, insbesondere weil das Verhalten nicht von den Kindern ausgeht (aus innerem, eigenem Antrieb), sondern durch die Lehrkraft dressiert (mit Unterdrückungsmaßnahmen) wird. damit will ich nicht sagen, dass Strenge und Konsequenz in jedem Fall unsinnig ist- manchmal ist es in gewissen kurzen Phasen notwendig ...

Manche Eltern merken mitunter nicht, wie stark und nachhaltig manche lapidare Bemerkung wirken kann- wird das nicht korrigiert oder wiederholt, kommt es beim Kind zur Verfestigung von Denk- und Verhaltensstrukturen.

Sehr niedlich finde ich diesbezüglich [[https://www.youtube.com/watch?v=YDhSK0cwa1g diesen kurzen Film]]

Dabei gibt es durchaus Extreme an Kindern, die nur durch ein sehr professionellen und durchdachten Umgang mit dem Kind bei der Betreuung wenigstens stärker gemildert werden können. Zudem gibt es Kinder, die nicht in einer "normalen" und größeren Kindergruppe betreut werden können, sondern die eine sehr spezielle und individuelle Betreuung benötigen- das funktioniert dann nur in kleineren Gruppen oder in größeren Gruppen mit mehreren Betreuern. Günstiger halte ich sogar die Variante mit größerer Gruppe und mehreren Betreuern, so dass die "problematischen" Kinder auch den Kontakt zu "normalen" Kindern haben können und sollten.

Und wenn ich mir Mitschüler meiner eigenen Kinder ansehe, dann stelle ich fest, dass keineswegs nur Kinder mit ADHS besondere Probleme bereiten- ob man das nun als Krankheit oder sonstwie bezeichnen möchte ist sehr frei definierbar. Letztenendes bekommt man mit irgendeinem Medikament nahezu jedes Kind in bestimmte Richtungen gelenkt (besonders aggressive Kinder bekomme ich auch hormonell ruhiggestellt- unabhängig davon, wie stark das erzieherisch beeinflusst wurde oder nicht).

Sehr oft wird bei Medikamentengaben die Nebenwirkungen in den Hintergrund gedrängt- mit Medikament ist es ja auch scheinbar viel einfacher- Eltern beruhigt, Kind beruhigt, Arzt hat Symptome bekämpft, Arzt bekommt gutes Geld- alles scheint auf den ersten Blick wunderbar gelöst ...

REeg5enpfei)fxer


Warum ist im Gehirn die Informationsverarbeitung gestört und woher kommt das? Aus dem Nichts?

Durch den abweichenden Gehirnstoffwechsel. Woher der kommt? Weiß ich nicht, ich hab den Menschen mit seinen ganzen Normen und Abweichungen nicht erfunden, die Ursache für diese Abweichungen herauszufinden ist die Aufgabe wesentlich klügerer Leute, als ich es bin.

was ist "normale" Erziehung?

Das übliche halt, beim Essen Gabel und Messer zu benutzen, Bitte und Danke zu sagen, sich pünktlich für Kindergarten und Schule fertigzumachen, au der Straße aufzupassen..... ich weiß, es gibt Leute, die halten nichts davon, sich konform zu verhalten und sich anzupassen, aber bestimmte Regeln müssen eben eingehalten werden, damit das Miteinander funktioniert und damit man sich nicht selbt in Gefahr bringt. ( ADHS-ler haben ein wesentlich höheres Risiko für Unfälle aller Art!) Das ist für mich "normale" Erziehung. Ich denke, du weißt schon, wie es gemeint ist. Und das ist bei ADHS-lern eben schon schwer genug, weil die Aufmerksamkeitsspanne sehr verkürzt ist und sie wesentlich länger für Lernprozesse und deren Festigung brauchen.

Wer sagt, was "unwichtig" ist?

Warum sind diese Filter "defekt"? Traumarisierte Menschen sind leichter irritierbar, ablenkbar, da "unwichtige" Reize als potenzielle Bedrohung gesehen werden können.

Die "böse" Gesellschaft sagt das, z.B. die Lehrkraft in der Schule, oder die Mutter beim Mittagstisch, die drauf besteht, dass jetzt gegessen und mit dem Hund gespielt wird.

Oder die Ampel, die "Rot" zeigt, obwohl doch auf der anderen Straßenseite schon der Spielplatz wartet. usw, usw, usw.

Warum die Filter defekt sind? Siehe oben, weiß ich nicht, muss noch erforscht werden.

Warum wird das Müllauto als Irritation wahrgenommen?

Nicht so sehr als Irritation oder Bedrohung, sondern weil es interessant ist in dem Moment und die Filter das eben nicht einfach beiseite schieben können.

Wenn Du alle kennst, dann ist es ja supi. Dann müsste Dir auch klar sein, dass eine Dauermedikation eher nicht sinnvoll ist und es andere Methoden gibt, die wesentlich nachhaltiger sind, wenn man den Zugang zu einem einfühlsamen Therapeuten hat ... das ist meist das Hauptproblem ... :)*

Ich maße mir nicht an, alle Methoden zu kennen, aber das meiste schon, wie ich oben schrieb.

Es gibt eben auch beim ADHS verschiedene Formen und Abstufungen, da sind natürlich auch verschiedene Behandlungsansätze angezeigt.

Ich habe nie behauptet, dass eine Dauermedikation sinnvoll ist. Aber in vielen Fällen hilft die Medikation überhaupt erstmal dazu, ein (ich wiederhole mich), "normales, gesellschaftlich akzeptiertes und selbstreflektiertes" Verhalten zu erlernen. Da die Aufmerksamkeitsspanne eines ADHS-lers kürzer ist und die Festigung des Erlernten Verhaltens länger dauert, ist es MANCHMAL sinnvoll, die Medikamente über einen längeren Zeitraum zu geben.

Wie ich auch schon schrieb, sind regelmäßige Auslassversuche sehr sinnvoll um zu überprüfen, wie das Erlernte ohne Medikation umgesetzt werden kann.

s-ensib{elmaGnn9x9


Aber in vielen Fällen hilft die Medikation überhaupt erstmal dazu

ich würde das gerne korrigiert wissen: "In wenigen Fällen ist die Medikamentation das einzige Mittel ..."

Das was man als ADHS bezeichnet, ist wissenschaftlich betrachtet genaugenommen eine Folge nicht eindeutig zuordbarer Ursachen. Vermutlich ist es ein Sammelsurium an möglichen Ursachen und damit nicht als Krankheit klar definierbar. Wieviel der an ADHS diagnostizierten "Patienten" tatsächlich krank im Sinne von genetischen/organischen Ursachen ist ist ebenso unklar.

Bekannt ist gerade beim menschlichen Gehirn, dass zahlreiche genetisch bedingte Defekte über besonderes Training korrigiert werden können und von anderen Gehirnarealen übernommen werden können, bzw. dass eine Überführung unbewusster Steuerungen in bewusste Steuerungen auch die Hormonproduktion im Gehirn ändern kann.

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