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Artikel: Adhs gibt es nicht

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Ihr redet wir Blinde von den Farben.

Vielleicht gehöre ich auch nur zu den Sehenden. Da ich einige Eltern kennenlernen durfte, die mit ihrem Kind enorme Probleme hatten, bei deren Kind dann später ADHS prognostiziert wurde- konnte ich in den meisten Fällen feststellen: So wie diese Eltern mit dem Kind umgehen, kann das nie was Vernünfiges werden, vielmehr wurden die Verhaltensweisen des Kindes und deren Aufmerksamkeitsdefizite zunehmend verstärkt (mitunter kann ich auch einfach mal nach der Ernährungsweise oder den Tagesablauf des Kindes fragen (leider wird man dann als Elternvertreter auch relativ schnell als der "Böse" angegriffen- konstruktive Kritik verboten...) Da passiert ja sehr viel im Kopf durch das, was an das Kind herangetragen wird oder was nicht herangetragen wird.

Auffallend ist ja bei zahlreichen sogenannten ADHS-Kindern, dass die Wahrnehmungsfähigkeit verstärkt ist- dafür eher unterbrochen wird (vermutlich schlafen, entspannen und ruhen sie wesentlich schlechter), sie sind ja oft nicht unbedingt dumm oder kognitiv minderbemittelt ... Eltern nehmen diese Besonderheit bei ihrem Kind oft nicht wahr oder reagieren falsch darauf.

Bedauerlicherweise nahmen die Eltern zwar Hinweise an, setzten diese aber nicht um. Da kann man lange herumdoktorn ... Mich erinnert das immer an die Aussage: "Ich habe ja schon alles ausprobiert". Wenn ich das höre, denke ich zuallererst- "nicht alles ausprobiert- das Richtige fehlt".

Mit Diabetikern ist das nicht vergleichbar- Insulinmangel kann man nicht psychisch ausgleichen- wenn die Bauchspeicheldrüse nicht richtig funktioniert, dann funktioniert sie nicht- die Folge: Zuckerprobleme. Da kann man ziemlich klare kausale Zusammenhänge ableiten- bei ADHS funktioniert das nicht. Das Gehirn ist zudem wesentlich flexibler, wesentlich komplexer und wesentlich anpassbarer, fehlertoleranter und trainierbar. Es ist geradezu eines der wichtigsten Unterschiede zwischen Gehirn und anderen Organen: Es ist unwahrscheinlich gut trainierbar und auch noch hinsichtlich unterschiedlichster Funktionalitäten ausgleichend über verschiedene Hirnregionen ...

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Ich behaupte mal, dass gleichzeitig auch mehr Menschen an einer entsprechenden Therapie teilnehmen, sofern Plätze frei sind, die Wartelisten bestätigen ja den immer höher werdenden Bedarf.

Das liegt aber meiner Meinung daran, dass heute einfach die Diagnosestellung im Vergleich zu früher fortschrittlicher ist.

Das liegt aber auch am modernen Lebenswandel. Zum Beispiel erst gerade in der Zeitung gelesen, wie viele Menschen in ihrer Freizeit / Krankheitszeit für den Arbeitgeber verfügbar sind / sein müssen. Handy sei Dank, kann man sich Freitag nicht einfach ins Wochenende verabschieden und am Montag wieder am Arbeitsplatz auftauchen (nicht immer, aber häufig so). Oder dass es im modernen Leben deutlich schwieriger ist, mit psychischen Auffälligkeiten / Einschränkungen zu leben. Das fängt ja schon bei der geforderten Mobilität an (Panikerkrankte / Angsterkrankte haben ganz häufig das Problem, dass sie im Auto / Öffi totale Panik empfinden, aber man MUSS irgendwie zur Arbeit), bei dem dicht diktierten Programm im Job, ständige Bedrohung des Arbeitsplatzes, Ansprüche der Öffentlichkeit (wer nicht xy hat oder seinem Kind "bieten kann" ist ja schon per se als Asi abgestempelt) - kurzum: weniger Möglichkeiten, den Beeinträchtigungen durch eine psychische Belastung / Erkrankung aus dem Weg zu gehen. Man muss ja irgendwie alles können und für alles bereit sein. Für individuelle Disposition ist wenig Platz, außer eben in der Ecke der Behandler, die solchen Menschen eine Teilhabe am Leben ermöglichen müssen.

Ich hätte zum Beispiel gar kein Problem, wenn ich nicht arbeiten müsste (in meinem derzeitigen Job allerdings auch wenig Probleme, zu arbeiten), ich könnte mein Leben trotzdem reich füllen. Übrigens wäre eine Beschäftigung vor der richtigen Medikation bei mir auch einfach nicht möglich gewesen. Zu viele Ängste, Panik, zu wenig Selbstvertrauen, gar kein Antrieb. Ich bin sicher kein schlechter Mensch und auch nicht dumm, ich bin aber an den "normalen" Herausforderungen eines Alltags komplett und auf voller Linie gescheitert. Und irgendwann verzweifelt man komplett an sich selbst, weil man ja ganz klar weiß, was zu tun wäre, man aber gedanklich so blockiert ist wie es ein Querschnittsgelähmter halt auf der physischen Ebene erlebt. Anders sein ist fein, wenn es eine freiwillige Entscheidung ist. Ansonsten ist man der einsame Außenseiter und muss sich nebenher nicht nur mit "freundlichen" Ratschlägen, sondern auch mit der kompletten Ignoranz der gesamten Problematik an sich herumschlagen. Kein Wunder, dass beeinträchtigte Menschen den Weg in die Isolation gehen... um sich eben diese ganze Scheiße nicht auch noch zusätzlich geben zu müssen.

Ich leide ja an Borderline, einer "neuen" Krankheit, die eben auch eine Diagnose-Hochzeit vor einigen Jahren hatte. Und ich habe mir bzgl. meiner Krankheit auch den ganzen Käse anhören müssen, sofern sich überhaupt jemand für irgendwas michbezüglich aufrichtig interessiert hat. Wenn dann Sprüche kommen wie "Selbstmörder sind feige und laufen weg" oder "Medikamente sind halt der einfache Ausweg, gell?". Wo ich mir denke: Wer von diesen Leuten sieht denn mein alltägliches Leiden? Wer von den Urteilenden kann mir denn die verlorenen Jahre zurückgeben, wenn ich dem Motto "Hauptsache keine Medis" folge. Warum sollte ich mir selber einen kaum erträglichen Zustand antun, wenn es doch anders geht? Und: Warum gibt es gerade bei psychischen Beschwerden diese starke Dichotomie zwischen "guten" (und medikamentenfreien) Patienten und den "Total-Losern", die eben Tabletten nehmen (weil das ja auch so einfach und physisch unbedenklich ist)?

Warum lassen wir die Menschen nicht endlich selber berurteilen, ob und wo sie Leidensdruck verspüren und wie sie ihre Schmerzen am besten loswerden? Und die Parameter für die Feststellung einer psychischen Krankheit sind für mich erschreckend einfach: Wo es Leiden / Leidensdruck gibt, und der Patient nicht anders kann, da ist eben die psychische Krankheit. Ich meine, die Stärke von Kopfschmerzen kann man ja auch nicht messen, trotzdem wird es niemand in Frage stellen, wenn jemand Schmerzen als stark empfindet und eine medizinische Behandlung in Anspruch nimmt.

cHriecNha1rlixe


@ sensibel

Du liest aber schon alle meine Beiträge, oder?

Wenn ja und Du antwortest trotzdem noch so, dann bist Du nicht nur blind für Farben, sondern auch für das Leiden Deiner Mitmenschen. Alles Gute, in Deinem perfekten Leben.

LXinxe85


@ Sensibelmann

Mit Diabetikern ist das nicht vergleichbar- Insulinmangel kann man nicht psychisch ausgleichen- wenn die Bauchspeicheldrüse nicht richtig funktioniert, dann funktioniert sie nicht- die Folge: Zuckerprobleme.

Adhs hat als Ursache u.a. eine Gehirnfunktionsstörung, Dopaminmangel. Solche Aussagen wie deine tragen zur Stigmatisierung von psychischen Krankheiten bei. Wenn man körperlich krank ist, darf man Medikamente nehmen, aber psychisch Kranke müssen sich ja einfach nur etwas anstrengen? Oder haben halt Pech gehabt, dass sie doofe Eltern hatten? Deine Stichprobe ist leider zu klein, als dass deine Aussagen beruhend auf ein paar dir bekannten Familien auf alle generalisiert werden könnte.

Und Medikation sollte ja nicht allein erfolgen, sondern begleitend zu einer Therapie. Das ist harte Arbeit!

Rqal\ph_HxH


Warum? Ein Vater, der sein Kind mit Diabetes Insulin gibt, schämt sich auch nicht. Du hast keine Schuld.

Ein schöner Vergleich. Mein Bruder ist Arzt.. Was der so erzählt von Eltern, deren Kinder fettleibig, übergewichtig sind, einen Diabetes entwickelt haben und wo die Eltern das Kind aber ungerührt weiter mit Süsskram vollstopfen, es Cola und Limo trinken lassen, Salat ein Fremdwort... Es ist abstoßend. Im Gegensatz zu ADHS gibt es aber seltsamerweise keine Menschen, die dann der Pharmalobby unterstellen, nur Insulin verkaufen zu wollen und behaupten, Diabetes gäbe es gar nicht.

RYalp?h_HH


@ Oneflower

Dein letzter Beitrag klingt schon deutlich entspannter. Ja, die Einzelfälle, die Du da beschreibst, gibt es mit Sicherheit, und sie sind furchtbar. Dein Beitrag weiter oben klang so, als wenn das die Regel wäre und es vernünftige Eltern und Therapien quasi nicht gäbe.

:)_

Den Absatz zur Pharma Mafia würde ich übrigens so unterschreiben. Aber ich hoffe, dass sich die Ärzte bei der Verordnung ein Stück weit frei machen können von der Lobbyarbeit. Ich denke, die Pharmaindustrie beeinflusst ganz wesentlich die Medikamenten Zulassungsbedingungen, Impfempfehlungen, Apotheken Gesetzgebung etc.

srensib0elmPann9x9


Adhs hat als Ursache u.a. eine Gehirnfunktionsstörung, Dopaminmangel.

Das ist nicht eindeutig geklärt- offenbar muss so manche psychische "Krankheit" für Dopaminmangel herhalten. Ich betone nochmal,das der Dopaminmangel genausogut Folge von äußerlich hervorgerufenen Umwelteinflüssen verursacht sein kann- das bedeutet.

Solche Aussagen wie deine tragen zur Stigmatisierung von psychischen Krankheiten bei. Wenn man körperlich krank ist, darf man Medikamente nehmen, aber psychisch Kranke müssen sich ja einfach nur etwas anstrengen?

Darum geht es nicht. Die Funktionsweise des Gehirns ist wesentlich komplexer als die aller anderen Organe und kann auch nicht so behandelt werden. Hinzu kommt, dass Ursache-Wirkungsbeziehungen eher erahnt denn bekannt sind. Das Gehirn ist in der Lage, , wesentlich stärker und flexibler auf Umweltreize zu reagieren, als dies andere Organe können. Es ist beispielsweise die Arbeit des Gehirns keine Einbahnstraße: Du kannst es mit einem ganz einfachem Experiment ausprobieren:

Wenn ein Mensch heiterer Stimmung ist, zieht er in der Regel seine Mundwinkel mimisch nach oben. Komischerweise funktioniert auch der andere Weg: Wenn du willentlich mit deinen Fingen die Mundwinkel nach oben ziehst, kannst du eine heitere Stimmung bekommen. Meines Wissens lässt sich das sogar messen.

Auch wenn meine wie deine Aussagen sehr vage sind, halte ich die Ritalinvergabe in den allermeisten Fällen für überflüssig und für die individuelle Entwicklung der Person für schädlich, weil da zahlreiche Funktionen des Gehirns gedämpft werden.

Und nochmals: Ich habe öfter die Erfahrung machen dürfen, dass Eltern, die über ihre ADHS-Kinder klagten, auffällig starke Erziehungsfehler machten- nicht selten begann der schlimme Entwicklungsweg schon im Baby- und Kleinkindalter. Später lassen sich Erziehungsfehler schwer korrigieren.

Wenn ja und Du antwortest trotzdem noch so, dann bist Du nicht nur blind für Farben, sondern auch für das Leiden Deiner Mitmenschen.

Klar. Was für ein Desaster.

sCensiPb:el3mannx99


Alles Gute, in Deinem perfekten Leben.

Mein Leben ist alles andere als perfekt- aber ich sehe nicht alles als Schicksal- in der Regel beuge ich vor- das nicht durch sinnloses Herumstochern, sondern durch gezieltes Übernehmen des Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen kluger Menschen und durch gezielten Umsetzens selbigen. Wenn etwas schief lief, überlege ich immer zuerst: "Was habe ich falsch gemacht".

Um mit dem Diabetikerbeispiel zu kommen: Wenn ich weiß, wie bestimmte Nahrungsmittel auf den menschlichen Organismus wirken, kann ich durchaus sehr viel dafür tun, Diabetes zu vermeiden. Wenn ich weiß, wie ein bestimmtes zwischenmenschliches Einwirken auf ein Individuum wirken kann (der Beginn aller Erziehung), dann vermeide ich Vorgehensweisen, die einem Kind Aufmerksamkeitsfähigkeiten rauben- das beginnt mit der Art und Weise des Spielens/Angebote der Spiele, aber auch mit der Art und Weise des "Ermahnens" oder der Kritikübung (zusätzlich muss das auch noch individuell unterschiedlich angepasst werden). Genetische Veranlagung für ADHS halte ich nicht für ausgeschlossen, aber in der gegenwärtigen Quantität des "Ausbrechens in Krankheitsform" wie in Deutschland alles andere als schicksalhaft.

Und Medikation sollte ja nicht allein erfolgen, sondern begleitend zu einer Therapie

Ja, wenn die Therapie an den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen des "Patienten" vorbeigeht, weil der Therapeut sich nicht die Bohne um die realen, objektiven Bedürfnisse des Patienten kümmert- weil er sich nicht in den Patienten hineinversetzen kann, dann kann man es ja einfach z.B. mit Ritalin versuchen- das klappt- der Patient ist ruhiggestellt- und schon ist die Welt in Ordnung. [...]

R0egeMnpfeixfer


Ich habe einen interessanten, neutralen, nicht wertenden Artikel zum ADHS gefunden:

[[http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugend-psychiatrie/erkrankungen/aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitaets-stoerung-adhs/ursachen/]]

Der Vergleich zum Diabetes hinkt ein wenig wie ich finde, und zwar aus folgendem Grund:

Diabetes Typ 1 ist auch bei Kindern insulinpflichtig und nicht durch entsprechende Ernährung allein zu behandeln.

Bei Nicht-Gabe des nötigen Insulins drohen schwere Komplikationen bis hin zum Tod.

Bei Nicht-Gabe des Ritalins besteht keine direkte ernsthafte Gesundheitsgefahr (die Folgen einer Depression mit Suizidgedanken z.B. lasse ich hier mal außen vor, da dieses nicht zwingend bei jedem ADHSler vorkommt. Indirekt kann eine Medikation in solchen Fällen natürlich schon ein "Leben retten". Siehe Beispiel von criecharlie 's Kind).

Dass ein Kind am Typ 1 Diabetes erkrankt, kann man nicht verhindern. Oft spielt dort auch die genetische Veranlagung eine Rolle, oft wird die Bauchspeicheldrüse durch eine Vorerkrankung, z.B. eine starke Grippe geschädigt, sodass dann in der Folge ein Diabetes entsteht.

da zahlreiche Funktionen des Gehirns gedämpft werden.

Nochmal: Ritalin ist eine Stimulanz, da wird im Normalfall, wenn das Kind tatsächlich an ADHS leidet, nichts gedämpft oder ruhiggestellt.

Im Gegenteil, das Kind ist ruhiger, weil es die ganzen Eindrücke, denen es ausgesetzt ist, endlich filtern und sortieren kann. Es ist also eigentlich wacher und aufmerksamer und nicht mehr wegen der Reizüberflutung (damit meine ich NICHT die bösen Medien, das kann auch ein einfacher Ausflug und ein anderer Tagesablauf als gewohnt sein) völlig überdreht.

Wie bei anderen Medikamenten kann es natürlich auch bei Ritalin und co. IN EINZELFÄLLEN zu paradoxer Wirkung kommen.

RKeg|en7pfxeifer


Beim Lesen des verlinkten Artikels bitte auch auf der rechten Seite die blaugrau unterlegte Auswahl zu den einzelnen Punkten wie Diagnostik, Verlauf usw. beachten. Ich hatte nur die Seite "Ursachen" verlinkt, da es gerade zum Thema hier passte!

snensi|bel_mannx99


Ich habe einen interessanten, neutralen, nicht wertenden Artikel zum ADHS gefunden:

[[http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugend-psychiatrie/erkrankungen/aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitaets-stoerung-adhs/ursachen/]]

Den Artikel halte ich für sehr wichtig, will man sich dem Problem "ADHS" nähern. Gute Zusammenfassung.

Man sollte den Artikel wirklich zuende lesen- sonst wird der Abschnitt der psychosozialen Einflüsse verpasst ...

O~neF'loxwer


Dein letzter Beitrag klingt schon deutlich entspannter. Ja, die Einzelfälle, die Du da beschreibst, gibt es mit Sicherheit, und sie sind furchtbar.

Ich sehe es aber nicht entspannt. Ich sehe es extrem kritisch. Wenn es denn Einzelfälle wären.

Auffallend ist ja bei zahlreichen sogenannten ADHS-Kindern, dass die Wahrnehmungsfähigkeit verstärkt ist- dafür eher unterbrochen wird

(sensibelmann)

- Genau deswegen ... in dem Interview, das ich gepostet habe, muten dem erfahrenen Therapeuten die mit ADHS diagnostizierten Kinder an, wie Trauma-Kinder, bevor es die Diagnose ADHS gab.

Übererregbarkeit, leichte Irritierbarkeit sind ebenfalls Zeichen von Trauma.

Ärzte arbeiten 60 - 80 h pro Woche. Sie "glauben" meistens an das, was ihnen in Fortbildungen erzählt wird. Die Fortbildungen auch noch zu hinterfragen, ist ein Aufwand, den man kaum schafft, wenn man auch noch Familie hat. Die Lobbyisten sind perfekt organisiert. Die Ärzte sind somit nicht "böse" oder Handlanger der Pharmaindustrie sondern eben so normal kritisch, wie jeder aber eben häufig nicht so "überkritisch" oder "paranoid", wie sie sein müssten. Was in Fachzeitschriften und auf Fortbildungen vermittelt wird, wird erstmal so angenommen. Aber das ist alles extrem pharmainfiltriert.

Der Vergleich mit dem Diabetes hinkt. Ohne Insulin ist man eventuell tot. Ohne Ritalin nicht.

[[http://www.arznei-telegramm.de/html/2000_08/0008065_01.html]]

[[http://www.arznei-telegramm.de/html/1996_04/9604038_04.html]]

Hier kritische Artikel zum Thema. Und die sind steinalt ...

[[https://www.zentrum-der-gesundheit.de/adhs.html]]

und diese Zusammenfassung finde ich auch interessant, ist halt viel zu lesen.

Aber wie gesagt, die Pharma-Lobby hat gute Arbeit geleistet, weil der überwiegende Teil der Menschen glaubt, dass ADHS eine eigenständige Diagnose ist.

Ich sage auch nicht, die Eltern sind schuld. Wir haben eine etwas seltsame gesellschaftliche Struktur. Wir müssen funktionieren. Der überwiegende Teil ist im Laufrad und kann sich nicht leisten, auszusteigen und hat auch keine Zeit, nachzudenken.

Würde mich mal interessieren, wie alt die "Diagnose" ADHS ist und seit wann man dagegen Ritalin gibt.

Rjegenpfxeifer


Die Entwicklung und der Verlauf von ADHS kann durch familiäre und schulische Einflüsse beeinflusst werden. Familiäre Bedingungen, Bedingungen im Kindergarten und in der Schule sind zwar nicht die ausschließliche Ursache der Störung, sie können aber in einem erheblichen Maße die Stärke der Probleme und ihren weiteren Verlauf mitbestimmen. Weisen Eltern Betroffener selbst psychische Probleme auf (z.B. ADHS-Probleme) oder gibt es in der Familie viele Streitereien oder starke finanzielle Belastungen, können dadurch die ADHS-Symptome des Kindes oder Jugendlichen verstärkt werden. Auch hierbei muss von einem Wechselspiel zwischen den Faktoren der familiären und schulischen Umwelt, der genetischen Ausstattung des Kindes und möglichen Belastungen während Schwangerschaft oder Geburt ausgegangen werden.

[[http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugend-psychiatrie/erkrankungen/aufmerksamkeitsdefizit-hyperaktivitaets-stoerung-adhs/ursachen/ Quelle]]

Dann aber bitte auch richtig lesen. @:)

Es steht auch in diesem Artikel nichts davon, dass die ADHS-Symptomatik durch die genannten Faktoren (Erziehung, Trennung, beengtes Umfeld, usw.) ausgelöst werden, sondern dass diese Faktoren den Verlauf beeinflussen können.

Ich behaupte mal, dass die genannten Faktoren auch "gesunde" Kinder negativ beeinflussen, nur haben diese halt andere Verarbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung, sodass es bei ihnen erst einmal weniger auffällt.

s|ensib_el m7anna9@9


da zahlreiche Funktionen des Gehirns gedämpft werden.

Nochmal: Ritalin ist eine Stimulanz

Da muss ich nochmal besser darstellen: Ritalin unterdrückt u.a. Müdigkeit, Hemmungen, Schmerz, Erschöpfungsgefühl und hemmt den Appetit.

von Wikipedia:

Methylphenidat hemmt die Funktion von Transportern für die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin.

O~neiFlowexr


Mich gruselt es ehrlich gesagt bei der ganzen Sache. Kinder bekommen massenweise psychiatrische Diagnosen und Psychopharmaka.

Erwachsene können sich kritischer auseinandersetzen und haben vor allem eine Wahl!!!

Kinder bekommen Psychopharmaka und haben keine Wahl.

Jedes "neuronale Defizit", jeder "Neurotransmitter-Ungleichgewicht" hat eine Ursache. Und zwar nicht die Ursache "Neurotransmitter-Ungleichgewicht".

Mit diesen hyperwissenschaftlichen Erklärungen will man die Leute glauben machen: das versteht ihr eh nicht, aber so isses. Neurotransmitter messen ist keine Ursachenforschung von Verhaltensauffälligkeiten. Neurotransmitterungleichgewicht ist eine Folge einer Ursache und nicht die Ursache.

Gibt es Studien, die nachweisen, wieviele ADHS-Kinder Probleme hatten in der Schwangerschaft, im Neugeborenenalter, in der Kindheit, Studien zu großen und kleinen Traumata?

Ich finde wie gesagt, dass alle so hörig sind, ist ein Beweis dafür, dass die Lobbyarbeit erfolgreich war.

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