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Stützräder beim Fahrrad, wirklich sooo schlimm?

s3chumsevt`ier25 hat die Diskussion gestartet


Hey! *:)

Mein Sohn (fast 4) liebt sein Puky Fahrrad. Allerdings fährt er nur mit Stützrädern, anders bekommt er Panik, wenn er aufs Rad soll. Er fährt jetzt seit 6 Wochen damit. Täglich darf er flitzen. Von den Stützrädern will er aber nicht runter. Muss dazu sagen, es ist sein erstes Fahrgerät. Laufräder hat er leider nie angenommen und will sie auch heute nicht.

Eigentlich hab ich nie ein Problem in den Stützrädern gesehen, weil ich denke, dass sich das irgendwann von alleine legt und er dann, wenn er dazu bereit ist, von alleine fahren wird.

Nun ist es aber so, wenn wir unterwegs sind fangen wir uns häufig eher verächtliche Kommentare von anderen Eltern oder alten Leuten.

Beispiel, wir gehen an einer Mutter mit Kind im selben Alter vorbei.

Kind: Guck mal Mama! Der Junge hat auch mein FAhrrad.

Mutter (extra laut während ich vorbei gehe): Ja, aber DU hast zum Glück keine Stützräder NÖTIG.

Wenn wir an alten Leuten vorbeikommen, halten sie ihn manchmal an und fragen: Na junger Mann, die Stützer machen wir aber mal ab, oder? Du willst doch schließlich richtig fahren lernen.

Gestern kamen wir an zwei Frauen vorbei, die dann meinten: Guck dir das an...das Kind fährt noch mit Stützrädern, das ist doch total daneben!

Solche Reaktionen gibt es häufiger und ich schließe daraus, dass Stützräder ein No Go zu sein scheinen...

Jetzt die Frage: Gibts irgendwas, was aus pädagogischer Sicht GEGEN diese Dinger spricht? *:)

Antworten
S*choko3l-adensxüch?tixge


Aus pädagogischer Sicht spricht nichts dagegen. Warum auch.

Aber Radfahren lernt man so - meiner Meinung nach - nicht. Meine Kids lassen bei sowas selbst immer Sprüche los.

Meine Kids haben jeweils mit knapp 4 Jahren Radfahren gelernt, auf einem 16er Puky ohne Stützräder. Ich persönlich bin absoluter Gegner davon, aus den genannten Gründen. Ich hab mir immer gesagt, wenn es nicht geht (also ohne), dann steht das Rad halt noch etwas länger in der Garage und wir versuchen es später nochmal. Aber meine beiden waren auch beide Laufradfahrer, mit einer absoluten Leichtigkeit und einem sehr guten Gleichgewichtsgefühlt (ich schwöre auf die Dinger...). Meine Kleine hat sich mit dem Laufrad auch erst schwer getan, weil es eben wackelig war. Aber als wir einmal unterwegs waren (wir zu Fuß, der Große mit Rad) hatte sie die Wahl, auch zu laufen oder eben das Laufrad zu nehmen. Der Hinweg war noch anstrengend, weil sie sich "angestellt" hat, auf dem Rückweg hatte sie den Dreh raus.

Wenn Du es für richtig hälst, dann nimm die Stützräder. Aber ich würde immer wieder mal Versuche ohne Starten. Denn da die Dinger einen abfangen und die Kids damit meist auch leicht hin- und her schwanken, ist es schwieriger, das mit dem Gleichgewicht zu lernen. Letztlich ist es aber so, daß jeder seinen eigenen Weg finden muß. Ich persönlich würde niemanden dafür verurteilen, aber MEIN (bwz. unser - mein Mann sieht es genauso) eigener Weg war es eben nicht.

CYharlxy_X


Eigentlich hab ich nie ein Problem in den Stützrädern gesehen, weil ich denke, dass sich das irgendwann von alleine legt und er dann, wenn er dazu bereit ist, von alleine fahren wird.

:)^ :)z :)^

Er ist 4 Jahre. Wozu der Stress ??? Wieso müssen immer alle Kids in Schubladen gezwängt werden? Der eine lernt eher laufen, der andere eher Radfahren, der nächste eher schwimmen. Das hat auch ganz oft etwas mit den koordinativen Fähigkeiten zu tun. In ein paar Wochen wird er selber wollen, dass du sie abbaust. Wetten?

b]ellxagia


Hallo Schmusetier, ich gehöre noch zu denen, die mit Stützrädern gelernt haben. Am Ende konnte ich es auch ;-)

Heute lernen die Kinder ganz oft anders. Erst ein Laufrad für das Gleichgewicht, dann benötigen sie fürs Fahrrad meist tatsächlich keine Stützräder mehr, denn das Gleichgewicht sollte schon da sein.

Würde man dann welche anschrauben, geht angeblich das gelernte vom Laufrad wieder verloren, was völlig unnötig ist.

Zudem besteht eben die Gefahr, dass die Kids sich so an die Stützräder gewöhnen, dass das Gleichgewicht eher langsam erlernt wird.

Dein Sohn hatte diesen Schritt mit dem Laufrad nicht.

Meiner mochte sein Laufrad auch nicht so sehr, er ist aber im halben Jahr vor dem ersten Fahrrad viel Roller gefahren, das erfüllte den gleichen Zweck.

Er wollte dann auch immer ein Rad mit Stützrädern haben, was ich ihm verweigert habe. Denn Gleichgewicht war ja da.

Wir kauften eines Tages spontan ein gebrauchtes Rad ohne Stützräder. Aus "wir probieren es mal auf der Straße aus" wurde innerhalb von 10 Minuten Radfahren.

Eigentlich geht es die Leute gar nix an, wie dein Sohn fährt. Wenn er allerdings den Ehrgeiz entwickelt und die Dinger loswerden will, dann lass ihn doch einfach mal probieren.

Klappt das nicht, dann kauf ihm einen Roller, dann wird das schon. :)*

bdellSagia


Ach ja, eine Erzieherin im Kiga hat uns übrigens abgeraten zu früh aufs Rad umzusteigen, einfach weil die Knirpse damit zu schnell werden und man als Mutter zu Fuß nicht nachkommt. ;-D

Bei uns war es dann mit etwa 4,5 Jahren soweit, dann hat er auch bald schon kleine Rad- Ausflüge mit uns machen können.

NHord+ix84


Er ist 4 Jahre. Wozu der Stress ??? Wieso müssen immer alle Kids in Schubladen gezwängt werden? Der eine lernt eher laufen, der andere eher Radfahren, der nächste eher schwimmen.

Schuss ins Blaue: Die Eltern kompensieren damit was, wenn der Nachwuchs früh irgendwas kann dann haben die Eltern "gute Arbeit" geleistet. :|N Ich würde auch sagen mit 4 muss er noch nicht ohne Stützräder fahren können, das wird schon kommen.

boel-lagxia


Schuss ins Blaue: Die Eltern kompensieren damit was, wenn der Nachwuchs früh irgendwas kann dann haben die Eltern "gute Arbeit" geleistet. :|N Ich würde auch sagen mit 4 muss er noch nicht ohne Stützräder fahren können, das wird schon kommen.

Woraus schließt du das?

Ich würde eher darauf tippen, dass die ungefragten Kommentare nerven.

Das ist übergriffig und völlig unnötig.

Ich möchte auch nicht, dass mein Kind auf der Straße von Fremden darauf angesprochen wird, dass es irgendwas nicht gut genug macht :(v

XTirmain


Ich hatte auch Stützräder und fands garnicht schlimm in der Reihenfolge zu lernen...

Wenns Erwachsene sind, die allein unterwegs sind, würd ich nen flotten Spruch raushauen, dass sie später ihren Rollator auch ohne Rollen kriegen, wenn sie so weiter machen. :)D

Bei Eltern mit Kind, würd ich mich zurückhalten, da eben beide Wege richtig sind.

Ansonsten würde ich daraus ein Papa/Mama Event machen es eben doch mal zu probieren. Freie Straße suchen hinten erst ein bisschen festhalten und loslassen. Das sind tatsächlich schöne Erinnerungen für mich. Klar bin ich auch hingefallen, aber mit Fahrradhelm ist mir nichts passiert. Hinterher gabs Eis. :p>

t?he_br:ain


Das die anderen sich über die Stützräder lustig machen ist nicht toll. Wenn das Kinder machen ist es ja noch nachvollziehbar, aber Erwachsene sollten das in Gegenwart des Kindes doch eher lassen... Das macht nur unnötig Druck und die Erwachsenen machen die Kinder damit nur emotional runter.

Generell allerdings halte ich von Stützrädern nichts. Ich habe damals auch mit solchen Dingern Fahrradfahren gelernt und habe es hinbekommen. Allerdings mit mehr Mühe als meine Kinder heutzutage. Meine Kinder hatten ein Laufrad und konnten damit das Gleichgewicht und vor allem das Kurvenfahren lernen. In Kurven wird das (Lauf-)rad immer ein wenig schräg gelegt, sonst funktioniert das Kurvenfahren nicht richtig. Sollte jeder vom Fahrradfahren kennen. Meine Kinder mussten dann nur noch treten lernen. Das klappte innerhalb von ca 15 Minuten und der Umstieg vom Laufrad zum Fahrrad war erledigt.

Bei der Verwendung von Stützrädern funktioniert die Schräglage nur in dem Bereich in dem die Stützräder etwas höher angebracht werden (beim Geradeausfahren sollten die Stützräder ja minimal in der Luft sein). Für eine Kurve reicht das aber nicht aus. Die Kinder fahren also mit Stützrädern in Kurven eher aufrecht fast wie bei einem Dreirad. Nebeneffekt: Bei einer schnellen Kurvenfahrt kippen die Stützradkinder zum Kurvenäußeren weg, da sie die Fliehkräfte durch die passende Kurvenlage nicht kompensieren können.

Werden dann die Stützräder entfernt muss das Kind die Kurvenlage und generell das Gleichgewichtsgefühl erst wieder erlernen und auch die Zuversicht haben dass es klappt. Das ist - zumindest aus meiner Sicht - viel schwerer als vorher ein Laufrad gehabt zu haben welches sich wie ein echtes Fahrrad verhält.

PxIA


Wir haben die Stützräder zuerst immer "normal" angebaut, mit Bodenkontakt.

Wenn die "Fahrt" dann einigermaßen koordiniert war haben wir die Stützräder immer höher gestellt um das 2-Rad-Gefühl zu bekommen und das Gleichgewicht zu trainieren.

Dann wurden die demontiert...

UND mann muss den Kindern auch mal etwas zutrauen - aus Fehlern lernt man sehr schnell :=o

Nlofrdid84


Ich würde eher darauf tippen, dass die ungefragten Kommentare nerven.

Das war auf diese Kommentare bezogen, ich denke das diese Art Eltern irgendwas damit kompensieren müssen das ihr Kind früher laufen, schwimmen oder radfahren kann als andere. Denn scheinbar ist die Situation den Erwachsenen ja wichtig genug das sie unbedingt nen albernen Spruch bringen müssen und nicht einfach kommentarlos vorbei gehen "können".

biellagLixa


Das war auf diese Kommentare bezogen

Ach so, jetzt hab ich es kapiert ;-D @:)

LSucix32


Pädagogisch gesehen ist das Kind zu jung. Radfahren ist erst ab 5 J empfohlen, da vorher haben Kinder kein ausgebildeter räumliche Vermögen. D.h. sie können Entfernungen nicht ausreichend einschätzen.

Zu Stutzräder. Hochschrauben damit das Kind ein Sicherheitsgefühl hat, ohne das die Räder dem Boden berühren. Sonst wird "falsch" gelernt.

SjhoXjo


Unser Kind ist sechs und fährt noch nicht Fahrrad. Alle anderen schon, er nicht, ist ihm suspekt. Wenn er Lust drauf bekommt, wird er es lernen. Momentan nimmt er manchmal noch sein geliebtes Laufrad, was ein bisschen aussieht wie Affe auf Schleifstein, denn er ist ihm natürlich ganz solide entwachsen, und das hat auch schon immerhin ein paar Mal zu Kommentaren geführt. Neulich ein alter Mann: "Na, du bist ja viel zu groß für das Laufrad, wie sieht das denn aus! Kannst du etwa noch nicht Fahrrad fahren?" Da sagte das Kind vergnügt: "Nö." Kam die Frage: "Warum nicht?" Kind zuckte mit den Schultern und fuhr weiter. Mann guckte mich vorwurfsvoll an. Ich sagte (eher grinsend als unfreundlich): "Was denn? Wenn er wollte, könnte er Fahrrad fahren. Will er aber nicht. Wenn Sie wollten, könnten Sie die Klappe halten und sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Wollen Sie aber nicht. Also sind doch alle glücklich."

Solche Reaktionen gibt es häufiger und ich schließe daraus, dass Stützräder ein No Go zu sein scheinen...

Japp. Und was Du auch noch daraus schließen kannst, ist, dass die Leute sich lieber um anderer Leute Angelegenheiten kümmern als um die eigenen. Besonders die Mutter mit ihrer Bemerkung - unreflektiertes, ätzendes Miststück, würde ich nicht zur Mutter haben wollen, igitt. Da doch viel lieber eine vernünftige Mutter und Stützräder. Nö, Stützräder sind nicht nützlich, eher im Gegenteil. Praktisch gesehen. Aber wenn sie deinem Kind Sicherheit vermitteln und es ihm so angenehmer sind, erfüllen sie eben doch einen Zweck, wenn auch keinen praktischen, sondern einen psychologischen. Irgendwann wird er sie abmachen wollen, und das wahrscheinlich deutlich vor Erreichen des achtzehnten Lebensjahrs. Bis dahin kann man prima gemeinsam üben, auf das Getröte fremder Leute nichts zu geben.

KsleineHieZxe2j1


Die Kinder hier im Freundeskreis lernen alle mit ca. 3,5 Jahren Fahrradfahren. Der eine etwas früher, der andere etwas später. Allerdings sind alle vorher mit den kleinen Laufrädern gefahren. Also vom Gleichgewicht her war das für kein Kind kein Problem. Sie sind quasi einfach los gefahren. Da musste nicht wirklich geübt werden. Das ist allerdings wirklich den Laufrädern geschuldet.

Wenn dein Sohn das nie fahren wollte, braucht er natürlich erst einmal ein Gefühl für die Balance, für das Lenken, etc. Deshalb hätte ich in dem Fall auch mit Stützrädern angefangen. Wichtig ist, dass er Spaß dabei hat. Ich denke, dass er euch selber signalisieren wird, wenn er bereit ist, es auch ohne Stützräder zu lernen.

Wir hatten anfangs übrigens 12zoll-Fahrräder für die 3jährigen. Damit werden die Kinder nicht so schnell. Alle Räder hatten Rücktrittbremse weil die kleinen Hände die Handbremse nicht gut genug bedienen konnten. Natürlich sind mit diesen Rädern keine Ausflüge machbar. Die Kinder kommen da gar nicht hinterher.

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