» »

Schulzeugnis - Belohnung ja oder nein?

t]inxka hat die Diskussion gestartet


Unser Sohn wurde letztes Jahr eingeschult und hat jetzt sein erstes Zeugnis bekommen. Bereits beim ersten Elternsprechtag im November wurden wir mit negativen Nachrichten des Lehrers überrascht. Es hieß, dass er unruhig ist, viel Bewegung braucht und im Unterricht auch mal stört. Wir haben dann mit ihm gesprochen, versucht ihm klar zu machen, dass er sein Verhalten ändern muss. Beim nächsten Elternsprechtag im Mai wurde uns dann gesagt, dass es besser geworden sei, aber noch immer nicht gut. Die Worte des Lehrers waren aber immer "es sei nicht bedenklich". Auch was die Lerninhalte angeht ist er eher im unteren Drittel. Er stehe sich selbst im Weg, weil er sich nicht so lange auf eine Sache konzentriert. Wir üben mehrmals in der Woche mit ihm Schreiben und Lesen und auch Rechnen. Immer abwechselnd. Er macht auch freiwillig Übungen. Er hatte sich dann eine Belohnung für sein Zeugnis gewünscht und wir haben zugestimmt, wenn das Zeugnis gut ist.

Jetzt unser Problem: das Zeugnis ist schlecht. Der Lehrer hat alles verklausuliert... es liest sich wie ein Arbeitszeugnis. Wäre das Zeugnis mit einer Schulnote versehen, würde ich eine 4 vermuten. Es steht überhaupt nichts positives drin.

Hier ein paar Inhalte:

- liest leicht stockend und soll mehr üben, damit es fließend wird

- rechnet den Zahlenraum bis 20 nicht sicher

- benötigt immer viele Übungsaufgaben, bis er eine Sache sicher kann

- hat auch Konflikte mit Schülern und Lehrern

- kommt mit der Lineatur nicht klar

- schreibt fast ausschließlich mit Großbuchstaben

- schreibt manche Zahlen spiegelverkehrt (das ist bei der 6 und der 9 so)

- macht nur mit, wenn ihn Unterrichtsinhalte interessieren, sonst ist er passiv oder sucht sich eine andere Beschäftigung

- hält sich im Sportunterricht nicht an Spielregeln

- es wird empfohlen, dass er lernt sich länger auf etwas zu konzentrieren

Nur in Sachkunde ist er wohl interessiert und bringt auch gute Beiträge. Kann da die Zusammenhänge gut erkennen und auf andere Sachen übertragen.


Er ist echt unglücklich über das Zeugnis. Und ich auch :-/ Ich bin mit ihm jeden Satz durchgegangen und habe ihm erklärt was dort steht und was von ihm erwartet wird. Das positive aus dem Sachkundebereich habe ich natürlich auch gelobt.


Aber was ist denn jetzt mit der in Aussicht gestellten Belohnung ??? Wir können ihn doch nicht für das Zeugnis belohnen? Wobei ich deshalb total Mitleid habe, weil ich es eigentlich geahnt habe, dass das Zeugnis nicht toll wird. Es ist doch eher meine Schuld, dass ich ihm eine Belohnung überhaupt in Aussicht gestellt habe. %:|

Antworten
LNayyla10x1


Du warst halt sehr optimistisch und bist davon ausgegangen, dass er ein gutes Zeugnis bekommt. Belohnungen würde ich ihm für Zeugnisse im Voraus nicht mehr versprechen. Ich würde ihm erklären, dass du halt einen Fehler mit der voreiligen Versprechung gemacht hast und im selben Atemzug die Belohnung für den Zeitpunkt versprechen, wenn er sich in der Schule bessert.

k&oko.+lore]s9x2


Oh je, das ist natürlich eine blöde Situation. Habt ihr denn ausgeschlossen, dass er unterfordert ist in der (1.) Klasse und es deswegen vielleicht nicht so läuft?

Zu der Belohnung: du hast zugestimmt, wenn das Zeugnis gut ist, schreibst du. Das ist es aber leider nicht. Also würde ich ihm das so auch erklären, dass es Belohnungen wirklich nur für gute Zeugnisse gibt, wenn Lob und Positives in der Bewertung steht. @:)

Vxerrücktr-nUach-xSC


Hat er sich was konkretes gewünscht? Wenn ja, dann könntest du das downgraden. Ich kenne jetzt den Betrag nicht, den du ausgeben wolltest, aber du könntest entweder eine kleine Belohnung für die gute Bewertung in Sachkunde gestatten (z.B. ein kleines Schleichtier, Matchboxauto etc.) oder ihr sucht gemeinsam ein neues Erstleserbuch zum Üben aus.

oznHodisxep


Hallo! Was Du versprochen hast, musst Du auch halten. Allerdings war Dein Versprechen ja auf ein gutes Zeugnis beschränkt. Damit hast Du ihn auch unter einen gewissen Leistungsdruck gestellt. Das ist durchaus sinnvoll, weil er spätestens im Beruf auch diesem Druck begegnen wird. Aber das muss ganz langsam gesteigert werden, er muss es auch erst erlernen. Deshalb bin ich unbedingt für eine Belohnung, denn er hat immerhin das erste Schuljahr absolviert, und mal unter uns, als Eltern ist man doch stolz, wenn das Kind in die Schule kommt - was leider nicht jedes Kind schafft.

Das er jetzt nicht Klassenbester ist, verdient einige Gespräche mit ihm ganz abseits vom Lernen. Ist er Zuhause auch so? Mit was beschäftigt er sich, mit was spielt er? Ist er oft allein? Hat er Freunde, wenn ja welche? Er zeigt mehr Aktivität als andere, was mit schwacher Konzentration einhergeht. Das würde ich mit ihm üben, dass er bei einer Sache bleiben kann bis sie fertig ist und nicht in Gedanken schon woanders ist. Das benötigt kleine Lernschritte, die er auch schaffen kann. Das erfordert eine gewisse Organisation und Struktur des Tagesablaufs. Spielen wenn es die Spielzeit ist, Essen zur Essenszeit, Lernen in der Lernstunde. Alles nicht zu streng und Ausnahmen bestätigen die Regel. Wie gesagt, er muss sich erst daran gewöhnen.

Dann gibt es auch gute und schlechtere Lehrer und mit manchen kommt 1 Schüler besser oder schlechter zurecht. Auch die Klassenkameraden spielen eine Rolle. Alles viele Dinge, die man nach und nach erfragen muss.

Also gib ihm bitte eine Belohnung und sag ihm, dass es besser werden muss. Und was genau besser werden muss. Die ersten beiden Schuljahre sind zur Eingewöhnung in den Schulbetrieb da, weniger für Leistung. Er soll jetzt nicht superkonform und angepasst werden, aber auch nicht mit Escapaden sich besonders hervortun. Ganz neue Ideen für den Unterricht hat ein Erstklässler noch nicht und seine Versuche bringen ihm nur Schwierigkeiten, was ihn dann wieder frustet.

In diesem sehr frühen Stadium würde ich keinesfalls von Hyperaktivität oder Unterforderung reden, aber vielleicht doch seinen Kinderarzt /-in darauf ansprechen, dass sein Lehrer mit ihm "nicht zufrieden" ist.

hkag--tKysjxa


streng genommen hat er kein gutes zeugnis, daran war die bedingung geknüpft.

weniger streng: was hat er sich denn gewünscht?

wie wäre, wenn ihr abseits von dem zeugnis feiert, dass er das erste schuljahr geschafft hat? ne runde eis essen gehen, ein besuch in einem zoo oder ein anderer familienausflug, der ihm spaß macht?

L-ayl|a101


In diesem sehr frühen Stadium würde ich keinesfalls von Hyperaktivität oder Unterforderung reden

Das würde ich auch nicht. Ich war genauso ein ''Problemfall'' in der Grundschule. Mein Problem war, dass niemand mir gezeigt hat, wie man lernt - ich wusste einfach nicht, wie ich das alleine tun kann.

GBold.ene[rFilz


Naja dein Sohn hat jetzt 1 Jahr Schule hinter sich. Also wird er zwischen 6 und 7 sein richtig? In dem Alter schon ein Zeugnis auszustellen, dass sich mehr wie ein Abschlussbericht ließt find ich ganz schön makaber. Klar habe ich auch in dem Alter schriftliche Zeugnisse bekommen, die das Betragen, Leistungen, Lernfortschritt usw. angesprochen haben, aber in einem Deutsch, dass ich es auch mit 6 Jahren verstehen konnte.

Sich in den Lernprozess einzugliedern kann ein, zwei Jährchen dauern, Schulnoten gibt es ja oft erst ab der 3. oder sogar erst 5. Klasse.

Finde ihn da jetzt maßregeln zu wollen und auf den "Berufsalltag" vorzubereiten etwas fehlgeleitet, er ist halt immer noch ein sehr junges Kind. Würde das zweite Schuljahr abwarten und etwas Wind aus den Segeln nehmen, bessert sich das Verhalten dort auch nicht merklich ggf. mal einen Klassenwechsel überlegen (es steht und fällt ja oft mit dem Lehrer) oder gucken ob er andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Aber bitte auf gar keinen Fall so "störendes" Verhalten direkt mit ADHS oä. pathologisieren.

Also das erste Schuljahr hinter sich zu bringen finde ich sollte man schon irgendwie belohnen. Hier wurden ja schon Ausflüge und so angesprochen. Immerhin musste euer Sohn nun sich das erste Mal der "Erwachsenenwelt" fügen und sich Strukturen unterordnen, die er bis dahin nicht kannte bzw. auch noch gar nicht vollkommen versteht.

Förderung funktioniert immer besser mit Anreizen als mit Bestrafung.

jQexri


Er hat sich in Sachen Verhalten angestrengt. Er übt willig mit euch. Seine Leistungen sind ja nicht mäßig, weil er euch ärgern will oder faul ist.

Ich würde ihm eine kleine - aber nicht zu kleine - Belohnung dafür geben, dass er so fleißig war.

Was noch rauszufinden wäre, ist, warum er immer wieder in Konflikt mit Klassenkameraden und Lehrern kommt.

joeri


- kommt mit der Lineatur nicht klar

- schreibt fast ausschließlich mit Großbuchstaben

- schreibt manche Zahlen spiegelverkehrt

Ich habe die Beiträge hier auf dem Handy nur flüchtig gelesen, hoffe, ich stelle keine Fragen, die schon gestellt worden sind , habt ihr das schon beim Kinderarzt angesprochen? Vielleicht passt da irgendwas mit der Wahrnehmung nicht. Und wie sagen die Lehrer, soll er lernen, sich länger zu konzentrieren? Haben die da Vorschläge?

t2inkxa


Vielen Dank für eure Beiträge. Ich habe bewusst gewartet, bis verschiedene Meinungen zu lesen waren, um jetzt zu antworten.

Für mich steht fest, dass ich Hyperaktivität oder ADHS oder was auch immer gar nicht erst in Erwägung ziehe. Er ist ein ganz normales Kind. Er spielt am liebsten mit Freunden draußen, egal bei welchem Wetter. Er macht Sport (Leichtathletik) seit er 4 Jahre alt ist. Jetzt ist er 7. Er geht gerne schwimmen und hat enge Freunde, die bei uns wohnen und gute Freunde, die mit ihm vom Kindergarten in die Schule gewechselt haben. Der Lehrer ist insgesamt kein schlechter. Ich finde, dass er den Unterricht schön gestaltet - mit viel Musik - und meinem Sohn macht das auch Spaß. Ich sehe auch, dass es einzig und allein an seiner fehlenden Konzentration liegt, dass er Lernprobleme hat. Texte lernt er übrigens sehr schnell auswendig. Er singt auch im Schulchor. Da er in bei allen Lehrern negativ auffällt - was diese Unruhe und seine Spontanäußerungen betrifft - liegt es an ihm. Wir müssen einfach sein Verhalten "üben". Er ist "privat" ein lieber Kerl. Er ist höflich bei anderen, sagt immer Danke, Bitte, Gerne... Hilft mit... Kümmert sich lieb um kleinere Kinder... Aber: er kennt immer alle Regeln und weist auch andere darauf hin, dass sie eingehalten werden müssen, hält sich dann aber oft selbst nicht dran.


Sein Wunsch war, dass er eine kurze Hose von Engelbert Strauss bekommt.

Mein Mann und ich haben gerade besprochen, dass er die Hose bekommen wird. Und wir werden es umwandeln in eine Belohnung für den Abschluss des 1. Schuljahres und nicht als Belohnung für das Zeugnis. Wäre es eine Playmobil- oder Lego-Sache gewesen, hätte man die verkleinern können. Aber da es sich um Kleidung handelt, belassen wir es dabei.


Nochmal: Danke für eure Antworten! Sie waren wirklich hilfreich!!! @:)

t}inkxa


jeri: Er schreibt die Zahlen nur manchmal spiegelverkehrt. Nicht immer. Beim Kinderarzt habe ich das noch nicht angesprochen, werde das aber noch tun wenn wir das nächste Mal sowieso dort sind. Was die Konflikte mit Lehrern und Klassenkameraden angeht, bin ich überfragt. Er selbst fühlt sich manchmal ungerecht behandelt, er sagt, dass er für Sachen Ärger bekommt, die andere auch machen, aber bei den anderen würde der Lehrer halt gerade nicht hinschauen... Er diskutiert oft... versucht er zu Hause auch. Vielleicht sind diese "Widerworte" der Konflikt... Er ist sich natürlich keiner Schuld bewusst. Ich selbst mag den Lehrer nicht mehr so, seit er beim ersten Elternsprechtag so viel negatives über N. gesagt hat. Deshalb habe ich einfach keine Lust das zu hinterfragen. Ist falsch, ich weiß... aber ich bin sehr emotional und wenn jemand was gegen mein Kind sagt, dann kommt die Löwenmama raus. Selbst mein Mann darf nix gegen ihn sagen :=o Ich muss einen guten Tag haben, um das Gespräch mit dem Lehrer zu führen. Dafür müssen meine Emotionen ein wenig runterkommen... Nach den Ferien werde ich das Gespräch mit dem Lehrer suchen. Im November mache ich eine Mutter-Kind-Kur und mein Sohn ist Begleitkind. Aber ich versuche noch ihn als Therapiekind mit reinzubekommen und Grund werden die schulischen Probleme sein. Dafür muss ich noch zur Kinderärztin.

Im Zeugnis steht übrigens, dass wir zu Hause darauf achten sollen, dass er Spiele zu Ende spielt... als Konzentrationsübung. Aber das macht er sowieso...

g]ustavq_klimxt


Ich würde eine Belohnung dann geben, wenn das Kind sich bemüht hat, ungeachtet des Ergebnisses. Keine Ahnung, ob das pädagogisch richtig ist, nach Gefühl würde ich so handeln. Da sich dein Sohn wohl bemüht hat, würde ich ihm auch die versprochene Belohnung geben, egal was der Lehrer ins Zeugnis geschrieben hat.

g.agrnaxnt


Belohne ihn für Sachkunde! :)*

g,agnaxnt


Was gustav sagt, hört sich auch gut an!

Wenn das Kind sich bemüht, soll es dafür belohnt werden.

Vielleicht kann es alles derzeit noch nicht besser, ist vielleicht ein Spätzünder.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Erziehung oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Kindermedizin · Psychologie · Beziehungen · Kinder nach Geburtsmonaten


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH