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Schulzeugnis - Belohnung ja oder nein?

wxintersronne 0x1


Er hat ganz offensichtlich noch Probleme, sich im Unterricht angemessen zu benehmen, aber das wird schon. @:)

nee meistens nicht von allein, steckt im Charakter, ob Kinder sich trauen frech zu sein, nicht zuhören, rumzukaspern.

Wenn ihr da nicht erziehend eingreift, kann sich das durch die ganze Schulzeit ziehen und seine Leistungen sehr negativ beeinflussen.

Vielleicht suchst du Anfang des Schuljahres mit dem Lehrer das Gespräch und du vereinbarst eine wöchentliche Rückmeldung vom Lehrer (kleines Heft, kurze Bemerkung rein) und das wertest du dann mit deinem Sohn aus - ihr arbeitet dann quasi beide daran, dass er lernt .....

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@ tinka:

Er soll ja nicht sitzen bleiben. Ich finde das klingt immer so böse.

Hier kann man auch nicht sitzen bleiben. Aber man kann gemeinsam entscheiden dass die Wiederholung sinnvoll ist.

PQen9nyx03


Kann er es oder kann er es nicht?Eventuell liegt eine Lese- und Rechenschwäche vor oder auch eine auditive Wahrnehmungsstörung.Das sollte getestet werden.Man kann das mit Ergo beseitigen.

o"bstga?rtenx123


Hallo,

ich kann dein Dilemma gut verstehen und es tut mir leid, dass du in dieser misslichen Lage bist. Ich an deiner Stelle würde deinem Sohn jetzt nicht unbedingt die Belohnung für sein Zeugnis geben. Was du aber vielleicht tun kannst ist, ihm eine "kleine Belohnung" geben, dafür, dass er so brav geübt hat, sozusagen als Trostpreis und Motivation zum Weiterüben. Das wichtigste ist ja, dass er lernen möchte und sich bemüht. Wenn das Zeugnis dann trotzdem nicht so wird wie gehofft, dann hat er wenigstens sein bestes gegeben.

Liebe Grüße

W0atevrlIi2


Also wegen der Belohnung kannst du vielleicht einfach anpassen, wofür du ihn belohnst. Vielleicht nicht für die Noten, aber frag ihn doch mal, ob er sich denn angestrengt hat und belohne ihn dann halt dafür, dass er sich wenigstens Mühe gibt (kannst du selber ja am besten einschätzen, ob er beim Üben zuhause eher den Eindruck macht, dass er generell kein Bock hat - es gibt durchaus Erstklässler, die diese Haltung sehr offensichtlich zeigen und ständig äußern - oder ob er sich anstrengt und es einfach noch nicht alles schafft).

Oder einfach generell: dein Kind kapiert das Zeugnis und die Formulierungen doch eh nicht und hat sicher auch kein besonderes Interesse dran, aber dass es mal eine kleine Belohnung bekommt, wirkt sich auf jeden Fall positiv auf die weitere Motivation aus.

Die "negativen" Punkte im Zeugnis sind für einen Erstklässler völlig normal. Meine Güte, sogar ca. 50% der 5.Klässler lesen nicht "flüssig" (auch am Gymnasium!). Nach der ersten kann man froh sein, wenn die überhaupt schon irgendwie lesen können, die lernen ja lediglich alle Buchstaben und lesen ganz kurze Texte.

Das Alter ist auch ein Faktor, es gibt ja Kinder, die werden am Ende der ersten grad mal 7. Da kann man kognitiv eben nix erwarten.

Bewegungsdrang und Konflikte sind bei ALLEN Kindern an der Tagesordnung und auch Lerngelegenheiten. Da könntet ihr vielleicht zuhause etwas "üben", also z.B. stillsitzen für 20 Minuten üben und dann belohnen oder draußen spielen gehen und bei Konflikten mit anderen Kindern einschreiten und bessere Verhaltensweisen vorschlagen/einfordern. Das muss das Kind üben, es reicht nicht nur Mathe und Deutsch zu üben.

Wegen der Lineatur: Muster malen üben, Stifthaltung etc. , auch Ausmalbilder etc. helfen da.

Wegen ausschließlich Großbuchstaben und verdrehten Zahlen mache ich mir etwas Gedanken. Ist Deutsch die Zweitsprache und die Erstsprache hat ein anderes Schriftsystem? Oder trägt dein Kind ne Brille oder hat sonst irgendwelche Augenprobleme? Das "könnte" etwas in Richtung LRS sein, aber ich finde, das müsste man erstmal weiter beobachten, denn es kann auch einfach gar nix sein und einfach eine völlig normale Entwicklung. Dein Kind ist ja auch fit in Sachunterricht und kann Transfer leisten (das ist ehrlich gesagt eine absolut großartige Leistung für ein so kleines Kind!), vielleicht sind dann einfach die graphomotorischen Fähigkeiten, die Impulskontrolle etc. noch nicht zu gut entwickelt wie die kognitiven Fähigkeiten, logisches Denkvermögen usw.

Nach Klasse 1 braucht man jedenfalls meiner Meinung nach noch kein LRS diagnostizieren, weil da irgendwie alle Kinder noch "LRS" haben... :=o

Wtatefrli2


P.S.

Hab noch vergessen: dein Kind wird immerhin in Klasse 2 versetzt. Da liegen also keine gravierenden Probleme vor.

Nur so zum Vergleich, ich hab für Zeugnisse bei manchen Kindern dieses Jahr u.a. sowas geschrieben:

"Das Kind spricht Ein-Wort-Äußerungen und nimmt Blickkontakt auf (zum Thema "Deutsch")" oder

"Das Kind bewegt sich noch unsicher im Zahlenraum bis 5."

Die bleiben nicht alle sitzen, sind aber natürlich die extremen Sonderfälle. So selten ist das aber insgesamt nicht, bei vielen ist es dann halt "noch nicht sicher bis 10" etc.

K0amika%zi08x15


Ein paar Gedanken aus Pädagogen-Sicht:

Belohnung für schulische Leistung, völlig unabhängig ob Geld oder nicht Geld, find ich heikel. Es setzt die Kinder mehr oder minder unter Druck, vor allem wenn die Leistungen im Kern nicht von Faulheit abhängen. Oft sind die Ziele vage oder viel zu hoch gesteckt (du schreibst ja selbst, du bist eigentlich nicht von einer wirklichen Besserung ausgegangen) und die Kinder werden bei ausbleibendem Erfolg doppelt bestraft, indem dann auch noch die Belohnung wegfällt oder aber die Belohnung wird trotzdem gegeben und verfehlt dann völlig ihren Zweck.

Abgesehen von den vorhandenen Rechen- und Lese-/Schreibleistungen, die in dem Alter auch einfach sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und bei manchen etwas brauchen, bis die vom Kopf soweit sind, solltet ihr meiner Meinung nach vor allem das Sozialverhalten eures Kindes thematisieren.

Dabei ist mir folgende Aussage von dir aufgefallen:

Selbst mein Mann darf nix gegen ihn sagen :=o Ich muss einen guten Tag haben, um das Gespräch mit dem Lehrer zu führen. Dafür müssen meine Emotionen ein wenig runterkommen...

Das merkt dein Kind selbstverständlich auch und das ist vom erzieherischen Standpunkt her nicht optimal. Es muss möglich sein, sowohl als außenstehende Lehrkraft, vor allem aber auch innerhalb der Familie, das Verhalten deines Kindes zu kritisieren. Ansonsten wundert es nicht, wenn dein Sohn seinen persönlichen recht großen Ermessensspielraum dessen hat, was er an Regeln befolgen will oder nicht.

Dazu gehört auch zu verstehen, dass dein Sohn bestimmte Regeln schlicht zu akzeptieren hat, ohne die Situation (häufig? überwiegend? immer?) ausdiskutieren zu müssen und unabhängig davon, was die 20+ anderen Kinder gerade tun.

Bei sämtlichen anderen Punkten (mögliche LRS etc) würde ich zwar nächstes Jahr weiterhin ein gutes Auge drauf haben, aber ansonsten die Kirche im Dorf lassen. Ich schließ mich da vielen anderen hier an: er hat gerade das erste Schuljahr hinter sich. Da wird sich noch viel tun. @:)

PIeWn|ny0x3


Kamikazi0815

Du hast das sehr gut geschrieben.Sehe das auch so.Man sollte auch mal testen,ob auch an was anderem liegen kann.Vielleicht kann er es einfach nicht.Da kann er sich anstrengen wie er will.Er kann es nicht (besser).

tZinkxa


Danke für die große Resonanz! Ich denke auch, dass das Sozialverhalten auf jeden Fall geübt werden muss. Seine Hemmschwelle ist da einfach zu niedrig. Ihm fehlt es an der Geduld Dinge zu tun, die er langweilig findet.

Wir sind übrigens durchweg deutsch, kein Migrationshintergrund und keine Zweitsprache.

Er gibt sich Mühe, steht sich durch die fehlende Geduld aber selbst im Weg. Das einzige wofür er Geduld aufbringt, ist Lego. Da baut er die tollsten Sachen ohne Anleitung. Sachen mit Anleitung baut er auch.

Wenn ich mit ihm schreiben übe, soll ich lt. Lehrer einen Satz in den Linien vorschreiben und er schreibt ihn ab. Und da gibt er sich dann oft schon keine Mühe die Linien zu treffen. Er schreibt groß und klein ab, aber nicht in die Lineatur. Da wird es dann stressig...

t'inxka


Kamikaze0815

Dazu gehört auch zu verstehen, dass dein Sohn bestimmte Regeln schlicht zu akzeptieren hat, ohne die Situation (häufig? überwiegend? immer?) ausdiskutieren zu müssen und unabhängig davon, was die 20+ anderen Kinder gerade tun.

Du hast Recht. Ich arbeite da auch stark an mir. Und es ist natürlich nicht so, dass ich alles durchgehen lasse. Ich schimpfe natürlich auch mit ihm.

K2amiukaDz*i0815


Wenn ich mit ihm schreiben übe, soll ich lt. Lehrer einen Satz in den Linien vorschreiben und er schreibt ihn ab. Und da gibt er sich dann oft schon keine Mühe die Linien zu treffen. Er schreibt groß und klein ab, aber nicht in die Lineatur. Da wird es dann stressig...

Wie reagierst du in dem Fall, wenn du das beobachtest?

Ich arbeite da auch stark an mir. Und es ist natürlich nicht so, dass ich alles durchgehen lasse. Ich schimpfe natürlich auch mit ihm.

Das dachte ich mir @:)

Ich meinte damit aber auch, dass dein Kind sehr wohl weiß und gelernt hat, dass es in den meisten (allen?) Fällen, in denen Kritik nicht von dir kommt, er in dir eine Fürsprecherin hat. So ein Wissen gibt einem auch viel Mut, sich an anderer Stelle durchsetzen zu wollen, wo es für ihn in seiner Position (z.B. Lehrer-Schüler-Interaktion) nichts durchzusetzen gibt. Verstehst du, was ich meine?

Wenn ich gelernt habe, dass eigentlich nur meine Mutter die Entscheidungsgewalt darüber hat, was richtig und was falsch ist, wozu sollt ich mich bei anderen dann groß an die Regeln halten? Das ist jetzt nur eine blanke Theorie, würde aber vielleicht auch erklären, warum er sich bei dir zu Hause viel eher an Regeln hält und, wie du sagst, ein lieber Kerl ist.

Irgendwo ein paar Seiten vorher schrieb jemand, dass Kinder außerhalb von zu Hause größere Hemmungen haben, sich gegen die Regeln zu verhalten. Das ist meiner Erfahrung nach anders. In privaten Kreisen vielleicht, aber im Rahmen von Schulunterricht, in dem gleich sehr viele Kinder auf einem Haufen sind, ist die Hemmschwelle sich auch mal außerhalb des Regelrahmens von zu Hause zu bewegen eher niedriger. Möglicherweise auch deshalb, weil es viel häufiger Gelegenheiten und Konfliktpunkte gibt, als zu Hause.

tDi+nk\a


Gefällt mir, was du schreibst. Du hast wohl Recht was das angeht

Ich meinte damit aber auch, dass dein Kind sehr wohl weiß und gelernt hat, dass es in den meisten (allen?) Fällen, in denen Kritik nicht von dir kommt, er in dir eine Fürsprecherin hat. So ein Wissen gibt einem auch viel Mut, sich an anderer Stelle durchsetzen zu wollen, wo es für ihn in seiner Position (z.B. Lehrer-Schüler-Interaktion) nichts durchzusetzen gibt. Verstehst du, was ich meine?

Ich glaube, du bringst es auf den Punkt %:| Das Problem haben wir zu Hause schon. Er nimmt meinen Mann weniger ernst als mich |-o Habe das garnicht gemerkt, dass das an mir liegt |-o OH je... Wie kann ich das nur ändern ??? Ich gebe meinem Mann auch oft Recht, wenn er schimpft und unser Sohn dann bei mir Unterstützung sucht. Sage dann, "Papa hat Recht, du darfst das nicht..." oder so. Aber mein Mann und ich ziehen oft nicht am selben Strang... da liegt sicher der Knackpunkt. ":/ Ich sage unserem Sohn auch, dass er auf jeden Fall auf die Lehrer hören soll. Aber das allein reicht wohl nicht. :-/

Da habe ich jetzt aber was zum Nachdenken. Danke, dass du es so auf den Punkt gebracht hast.

Wie reagierst du in dem Fall, wenn du das beobachtest?

Ich sage ihm, dass das falsch ist und er es genau so machen soll, wie ich es vorgeschrieben habe. Dann bockt er rum und macht es noch einmal. Aber er gibt sich nie richtig Mühe. Irgendwie ist es ihm einfach egal. :-(

K}amaikazi0}8x15


Ich sage ihm, dass das falsch ist und er es genau so machen soll, wie ich es vorgeschrieben habe. Dann bockt er rum und macht es noch einmal. Aber er gibt sich nie richtig Mühe. Irgendwie ist es ihm einfach egal. :-(

Ihr könnt ja mal überlegen, ob in solchen Übungszusammenhängen ein Belohnungssystem nicht deutlich sinnvoller wäre, als z.B. für so ein Event wie das Zeugnis. Vorstellbar wäre z.B. ihm für einer zeitlich klar eingegrenzten Übung, in der er eben die Vorgaben auch deutlich bemüht umsetzt, einen Belohnungspunkt erhält (kann man ja mit Stempeln, Stickern, was auch immer umsetzen) und sobald er eine bestimmte Anzahl zusammen hat, geht ihr mit ihm ein Eis essen oder unternehmt eine Kleinigkeit zusammen. Das kann man ja auf eine Woche oder zwei Wochen anlegen, damit das nicht zu inflationär ist.

Die Belohnungen würde ich da auch nicht zu hoch ansetzen, also nichts, was komplett aus eurem sowieso vorhandenen Arsenal heraussticht.

Das wäre für ihn erreichbar, auf lange Sicht gesehen, erhält er ja auf jeden Fall eine Kleinigkeit. Die Übung selbst sollte man vielleicht zeitlich so eingrenzen, dass es dein Kind nicht überfordert aber dass dennoch ein Übungseffekt vorhanden ist.

Kgamikapzi08x15


Aber mein Mann und ich ziehen oft nicht am selben Strang... da liegt sicher der Knackpunkt. ":/

In welchen Erziehungsaspekten unterscheidet ihr euch denn stark?

tkinjka


Das Belohnungssystem für Üben hatten wir schon. Wir hatten es mit fernsehen gemacht... also wenn er vernünftig übt, darf er eine Folge seiner Lieblingssendung schauen. Aber das war irgendwie nicht effektiv und dann haben wir das irgendwann gelassen und ich habe gesagt, dass er üben soll, weil er etwas noch nicht so gut kann und nicht, um eine Belohnung zu bekommen. Und die Belohnung sei dann, dass er es irgendwann gut kann und gelobt wird. Das hat beim Lesen üben gut geklappt. Bis Dezember hatte es da richtig gehakt und in den Winterferien haben wir dann intensiv geübt und Anfang Januar hat es dann richtig gut geklappt.


Es geht bei den unterschiedlichen Ansichten meines Mannes und mir hauptsächlich darum, dass mein Mann immer zuerst "Nein" sagt, wenn unser Sohn etwas möchte. Er sagt ganz selten mal sofort ja. Unser Sohn muss irgendwie immer bitte, bitte sagen... Und das nervt mich. Mein Mann benimmt sich, als würde er ihn dressieren und nicht erziehen... %-|

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