» »

Suche Gleichgesinnte, die bedürfnisorientiert "erziehen"

J}essS@lytthexrin


Dann lies es nicht.

Du kannst doch nicht furzen und dann sagen ich soll nicht hinriechen...... %-|

dPanaPeN8x7


Ich schreib nun nur noch kurz zu den Pferden und werde das ansonsten ruhen lassen. Das führt ja zu nichts.

Ich bezog mich auf unsere Stute und ihr Fohlen. Eigentlich sollte sie das Fohlen ja irgendwann absetzen, also das Säugen einstellen und ihn vertreiben. Tut sie aber nicht. Die andere Stute hat ihr gleichaltes Fohlen längst abgesetzt undzwar mit großem Nachdruck, eine weitere von unseren Nachbarn musste nicht, weil das Fohlen sich selbst abgesetzt hat.

Es gibt also selbst unter Pferden da offenbar charakterliche Unterschiede im Umgang und die langzeit gestillten Fohlen sind hier ganz klar nicht im Vorteil. Recht häufig verweigern sie bis zum eigenen Tode jede Nahrung, nachdem ihre Mutter verstorben ist.

Und wenn bei derart instinkgeleiteten Wesen schon solche Unterschiede bestehen und bei weitem nicht immer das für das Überleben günstigste entschieden wird, weiß ich wirklich nicht weshalb menschliche Wesen, deren Instinkte viel weniger stark ausgeprägt sind, da bessere Karten haben sollten intuitiv richtig zu liegen.

sjen]sibe[lmPann9x9


Und wenn bei derart instinkgeleiteten Wesen schon solche Unterschiede bestehen

Die genauen Hintergründe für unterschiedliches Verhalten der Fohlen sind uns nicht bekannt. Es ist nicht einmal bekannt, ob es tatsächlich rein instinktbegründete Gründe sind oder ob da nicht andere Gründe für existieren (gesundheitliche, Stute-Fohlen-Bezehung?, ...).

Und sich beim Stillen weitgehend auf das Bedürfnis des Kindes zu orientieren sehe ich nicht als schwerwiegendes Problem.

sdensi%belman)n99


Du kannst doch nicht furzen und dann sagen ich soll nicht hinriechen.....

Schlechter, ungeeigneter Vergleich ...

mQellpy21x0


Bei Dogmen ala "alle Kinder stillen sich von selbst ab" bin ich dagegen nicht dabei, dass klappt nichtmal bei den Pferden meiner Mutter, wie man gerade beobachten kann. ;-D ;-D

Nein das glaube ich auch nicht ;-D Viele Kinder ja, aber auch etliche nicht.

Diesen Fragen eben wird in Renz-Polsters "Born to be wild" auf der Basis vieler vieler soziologischer, ethnologischer und neurowissenschaftlicher Studien nachgegangen. Auch Primatenforschung wird mit einbezogen, unter anderem werden auch die oben zitierten Werke reflektiert. Fazit: Es gibt so gut wie nichts, was global vorkommt. Menschen haben so gut wie keinen Instinkt in Bezug auf ihren Nachwuchs, sie erlernen das aller aller meiste durch Abschauen im Kinder- und Jugendalter und durch eigene Erfahrungen als Kind

Ja ich bin da auch sehr bei Renz-Polster. Sagen wir, es gibt sehr wenige Gemeinsamkeiten. Eine wäre aber, daß die Kinder bis ca zum Alter von 3 quasi 1:1 oder max 1:2 von Erwachsenen betreut werden. Mitunter mit häufigem Wechsel der Betreuungspersonen. Und sonst eben, daß das um und auf ein stabiles Familiengefüge ist, in dem sich die Kinder geborgen und geliebt fühlen können.

gbir.lie0x9


Heyho,

also ich habs jetzt bisher nicht geschafft von den 10 Seiten alles nach zu lesen ;-), aber ein wow an euch für euren Input.

In 1. Linie suche ich erst mal Gleichgesinnte, die in ihren Augen bedürfnisorientiert erziehen. Dass das jeder etwas anders sieht habe ich herauslesen können und finde ich nicht schlecht. Denke so kann sich dann jeder das heraus ziehen, was auch am Besten zu einem passt. Denn auch nicht jedes Kind ist gleich.

Jyenxnsch


Gilde, Wie verstehst du denn die bedürfnisorientierte Erziehung? Was macht deine Erziehung zu einer bedürfnisorientierten?

JVennsxch


Gilde = girlie

Blödes Handy :_D

dsanae8r7


Sagen wir, es gibt sehr wenige Gemeinsamkeiten. Eine wäre aber, daß die Kinder bis ca zum Alter von 3 quasi 1:1 oder max 1:2 von Erwachsenen betreut werden. Mitunter mit häufigem Wechsel der Betreuungspersonen. Und sonst eben, daß das um und auf ein stabiles Familiengefüge ist, in dem sich die Kinder geborgen und geliebt fühlen können.

Mh, auch da gibts ja andere Konstrukte in dem die Babys von allen Frauen der Gruppe gestillt werden und so. Und komplett nur 1:1 ist ja, ausser ganz am Anfang, sogar eher selten. Da gibts Tanten, Großmütter, Schwestern, Cousinen, weitere Ehefrauen plus Anhang und soweiter. Gemeinsam ist allerdings so gut wie allen Modellen, dass die Kinder langfristig die selben Betreuungspersonen haben. Klar, auch da gibt es Ausnahmen, aber dann ist das in der Regel ein großer Umfeldwechsel in einem bestimmten Alter und dann kommt wieder eine lange Phase der Verlässlichkeit. Das ist etwas, dass in unserem System zur Zeit meiner Meinung nach nicht optimal läuft und wo wir dazulernen könnten.

Wir haben Kindergärten als Ersatz diese Umfeldes, soweit so schön, aber die Kinder erfahren da keine Beständigkeit der Betreuungspersonen. Selbst wenn die Erzieherinnen nicht wechseln (was ja ein Wunder wäre) so bleiben die Wechsel zu den Stufen. Also mit drei aus der Krippe, dann in die Schule mit 6 und da hat man die selben Lehrer ja auch nicht ewig sondern in der Regel so drei Jahre, bis zur nächsten Jahrgangsstufe. Und dann die Hortbetreuung. Da finde ich, könnten und sollten wir optimieren. Genau wie bei der Altersgemischten Betreuung. Denn Kinder nach Alter sortieren, dass tun in der Tat nur wir und das scheint wirklich nicht so super optimal zu sein, weil die Kinder dadurch feste Rollen ahben und sich nicht in verschiedenen Rollen erproben können und passende Vorbilder fehlen.

Allerdings zeigt für mich halt beispielsweise die Verweigerung des Kolluviums, dass nicht alles richtig sein muss, nur weil es irgendwo ein Stamm macht. ;-) Ich fänd es ja super wenn endlich Anleitungen bei der Entbindung mitgeliefert werden würden was genau dies Kind braucht. ;-D ;-D

mOe4lyly2x10


Danae, ich habe gemeint mindestens einen Erwachsenen pro Kind ;-) Nicht wie bei uns in den Krippen 3-5 Babies auf einen Erwachsenen. Klar können auch noch mehr Erwachsene da sein, das ist förderlich, weil die Kinder öfter mal von einem zum anderen wechseln können und dadurch die Betreuungspersonen entlastet werden.

dRanaex87


Ach so, na klar. :)z :)z Eigentlich sind sogar mehr Erwachsene pro Baby normal, hab gerade nochmal nachgesehen. Alles in allem mag unser System zwar sehr viel wirtschaftlicher sein, unter kapitalistischen Gesichtspunkten und damit kulturell passend, aber hinsichtlich des Kindeswohles dürfte da an dem einen oder anderen Punkt Luft nach oben sein. So wie anderswo es andere Punkte zu verbessern gäbe. Kindeswohl ist halt noch nie sooo lange oben auf der Agenda. Überleben first, Komfort second und so. ;-D

gsirzlie0x9


Gilde, Wie verstehst du denn die bedürfnisorientierte Erziehung? Was macht deine Erziehung zu einer bedürfnisorientierten?

Wir betreiben Familienbett, ich stille, ich trage, wenn sie es braucht. Versuche das "nein" sparsam zu nutzen, z.B. wenn ich denke, dass etwas gefährlich ist. Versuche ihr Bedürfnis nicht zu übergehen, wenn sie es gerade nicht möchte, falls es möglich ist. Ansonsten wird erklärt und durch den Frust begleitet. Ich sehe sie als einen gleichwertigen Menschen, auch wenn sie noch klein ist. Ich bin der Überzeugung, dass sie dadurch lernt, wie wir als ihre Eltern es vorleben. Von Strafen, Gewalt oder Erpressung (wenn du das nichts machst, dann,...) halte ich nichts. Sie würde dann vllt gehorchen oder damit aufhören, aber wohl eher, weil sie es muss und nicht aus Überzeugung bzw. weil sie es verstanden hat. Mit 15 Monaten klappt das vllt noch nicht, aber später schon. Regeln wird es bestimmt geben, aber nur, wenn ich denke, dass es wichtig ist und nicht, um mir das Leben einfacher zu machen.

Ich bin auch recht bedürfnisorientiert erzogen worden, daher haben meine Eltern auch Verständnis dafür und unterstützen mich hierbei. Manches möchte ich allerdings anders machen, denn leider wurde mir auch einiges anerzogen, was ich gerne los hätte, es bisher aber nicht geschafft habe. Das ist ein Grund, warum ich diese Erziehungsmethode gewählt habe, ich möchte vermeiden, dass meine Tochter die negativen Punkte meiner Erziehung auch abbekommt. Ich mache meinen Eltern deswegen keinen Vorwurf, sie wussten es damals nicht besser und dachten einfach, dass es das beste für mich ist.

Die meisten Eltern die ich kenne erziehen im für mich klassischen Sinn, weil sie es denke ich teilweise auch nicht besser wissen. Oder auch nicht wissen, was sie mit manchen Dingen dem Kind auf lange Sicht antun können. Bevor ich schwanger wurde habe ich auch gedacht, ich mach vieles anders, wie andere beim Thema Erziehung. Bis ich durch Zufall auf bedürfnisorientiert gestoßen bin und mich damit befasst habe. Das Ganze war schlüssig für mich, also habe ich es so für mich übernommen, wie ich dachte, dass es für mich passt.

Meinen Mann konnte ich noch nicht 100%ig davon überzeugen, daher wird es wohl einiges geben, was für mich nicht unbedingt bedürfnisorientiert ist. Ausser ich kann ihn noch davon überzeugen.

Ich finde es interessant zu lesen, wie andere bedürfnisorientiert leben und aus dem Ganzen nehme ich dann das mit, wie es für mich passt und schlüssig ist.

LWian-zJi8ll


Die meisten Eltern die ich kenne erziehen im für mich klassischen Sinn, weil sie es denke ich teilweise auch nicht besser wissen.

Meine Töchter sind 19 und 27 und zu der Zeit, in der sie Kinder waren, war in meinem Umfeld das, was du als bedürfnisorientiert beschreibst, die Regel und nicht die Ausnahme. Wie kommt es, dass sich das so gewandelt haben soll?

e%librxo


Schade eigentlich, dass bisher kaum auf die Frage der TE eingegangen wurde. Aber andererseits sind die unterschiedlichen Denkansätze auch sehr interessant, mir war nie klar, dass Sears auch durchaus sehr dogmatisch ausgelegt wird, habe mich selbst aber eher mit Renz-Polster und Juul auseinander gesetzt und das als durchaus bedürfnisorientiert verstanden.

Aus meiner Erfahrung mit noch sehr kleinen Kindern: meine beiden sind erst 14 und 28 Monate alt, also wirklich noch sehr klein. Der Kleine wird noch gestillt, die große hat sich zum 2. Geburtstag komplett selbst abgestillt, ansonsten hätte ich vermutlich beide irgendwann gleichzeitig abgestillt, denn auch meine Bedürfnisse sind wichtig. Wobei gerade Renz-Polster ja das natürliche Abstillalter zwischen 2 und 7 ansetzt!

Natürlich gibt es bei uns Regeln, eher wenige, aber diese werden gekannt und zumindest von der älteren gut akzeptiert. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben die Kinder viele Freiheiten und wir kommen sehr gut ohne schimpfen, bestrafen, drohen etc. aus. Trotzdem geht es bei uns schon jetzt relativ gesittet zu, beide Kinder essen eigenmotiviert mit Löffel und Gabel, sie gehen freiwillig zur immer gleichen Zeit ins Bett und die Große fährt mit dem Laufrad schon sehr zivilisiert. Wir loben eher selten, wertschätzen aber Erfolge. Ist ein Kind wütend, traurig oder hat es sich wehgetan, begleiten und benennen wir immer das jeweilige Gefühl, denn sie alle haben ihre Berechtigung. Wenn sich mein Kind wehtut, sage ich nicht, dass doch nichts passiert sei, so wie ich es hier sehr oft mitbekomme. Gewalt unter den Kindern wird unterbunden, sobald jemand weint, aber es wird nicht weiter thematisiert. Wir haben viel Spaß zusammen als Familie und sind als Eltern viel entspannter, als so manche, die ständig Machtkämpfe mit ihren Kindern austragen. Die Große ist sehr aufgeschlossen, sehr sozial und würde niemals ein fremdes Kind schlagen oder angreifen, was natürlich zum Teil einfach ihr Naturell ist. Das Leben mit zwei so kleinen Kindern ist streckenweise sehr anstrengend, zumal ohne familiäre Hilfe, aber das Vertrauen in unsere Kinder und die Freude an diesen vollkommenen Menschen ist riesengroß. Ich würde unsere Art der Erziehung durchaus als intuitiv bezeichnen, wobei ich das erst lernen musste, da ich selbst Eltern hatte, die zu der Das-tut-man-nicht-Fraktion gehören.

Abschließend haben wir auch getragen, der Kleine schläft noch mit im Bett und die Große will nicht mehr. Ich habe kein Kind jemals schreien lassen, außer es ging nicht anders. Aber ich muss mich dafür auch nicht verbiegen, es passt einfach zu uns und unserer Familie und fühlt sich sehr stimmig an.

d^ana}e87


Lian

Ich nehme es durchaus auch so wahr, dass diese Art der Erziehung wieder rückläufig ist, aber ich glaube, dass hat schlicht etwas mit der Lebenswirklichkeit der Meisten zu tun.

Wenn man um 8 Uhr auf der Arbeit sein muss, dann kann man nicht lange rumhampeln, bis die Klamotten an Ort und Stelle sitzen. Der Kindergarten ist selten direkt nebenan, Fahrzeit muss eingeplant werden. Fahrzeit, weil man von da aus ja direkt an den Arbeitsplatz weiter fährt. Vom Kindergarten zur Arbeit 30 Minuten ist schon so das Minimum gewesen, viele fahren länger und Stau muss auch eingeplant werden. Will heißen: Kind muss aller aller spätestens um 7:30 in der Gruppe abgegeben sein. Um das einigermaßen hinzubekommen muss man um 6 aufstehen, wenn zusammen was gegessen werden soll. Mit im-Auto-verpacken muss man so gegen sieben zur Tür raus sein. Eine Stunde für alles, vom aufstehen bis zum fertig angezogen sein, da bleibt einfach keine Zeit für Debatten.

Je enger die zeitlichen Korsetts angezogen werden, desto enger wird der Spielraum für die Eltern den Kindern Raum zu lassen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Erziehung oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Kindermedizin · Psychologie · Beziehungen · Kinder nach Geburtsmonaten


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH