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Vorsorge kritisch

lMampefter hat die Diskussion gestartet


Hallo,ich gehöre zu denen (wenigen?),die insbesondere die gyn. Vorsorge äußerst kritisch sehen.Dass man,wenn man Beschwerden hat zum Arzt geht,ist logisch.Doch wo liegt der Sinn 1X im Jahr kontrollieren zu lassen,ob alles "in Ordnung" ist?Gerade die PAP-Abstriche weisen eine hohe Fehlerquote auf.Ich kenne das aus eigener Erfahrung(habe fast 20 Jahre als Krankenschwester gearbeitet).Auch das Abtasten der Brust vom FA. hat wohl wenig Sinn:viele unserer Patientinnen mit Brustkrebs waren regelmäßige Vorsorgegängerinnen und oft kurz vorher noch beim Arzt gewesen,der keinen Knoten gefunden hatte.

Ich will hier keinen auffordern nich t zur Vorsorgr zu gehen.Aber Fakt ist:die Gyn-Praxen sitzen voll mit gesunden Frauen,die einfach mal eben zu Patientinnen gemacht werden.Eine Frau mit Beschwerden hat dann Probleme kurzfristig einen Termin zu bekommen.Und,geht man nicht regelmäßig zur Vorsorge,fliegt man irgendwann aus der Kartei und muss sich dann u.U. einen neuen Arzt suchen.

Ich weiß auch nicht,wie man sich das vorstellt mit dem Mammographie-Screening.Ich hatte Beschwerden(Absonderung aus der Brust) und sollte 5!!!! Wochen auf einen Termin warten.Erst ein Anruf aus der Gyn-Praxis und einer Lüge meinerseits(habe behauptet,die Absonderung sei blutig gewesen)bekam ich einen früheren Termin.

Wäre schön,wenn hier ein paar Leute ihre Erfahrungen berichten würden,weil ich denke,irgendwas läuft in unserem Gesundheitssystem quer.Sorry für den langen Text!

Antworten
l@ampexter


RE.Vorsorge

Anscheinend bin ich wirklich auf Seite der Minderheit-keine Kritiker?Angeblich nutzen doch nur 42% der Frauen die jährliche Vorsorge.Mädels,wo seid Ihr?

Sfuryxa


Hi lampeter,

ich sehe es ähnlich wie du was die Besuche beim Gynäkologen betreffen. War da auch schon Jahre nicht mehr. Brust taste ich selber ab.

Ich geh einmal im Jahr zum check up bei meinem Hausarzt alle Werte kontrollieren. Mehr nicht.

w(hat Iis t3rue


Sehr guter Beitrag!

Hallo lampeter,

sehr schöner Beitrag! Ich selbst frage mich auch schon seit einiger Zeit, was gerade im Bereich "Vorsorge-Untersuchungen" los ist.

Du triffst den Nagel genau auf den Kopf: Gesunde Frauen werden zu Patientinnen "gemacht". Und zwar nicht erst in der Praxis, wo sie sich dann alle mit schöner Regelmäßigkeit "durchchecken" lassen, sondern davor:

Nämlich durch die Gesellschaft, in der sich das "Du-solltest-jetzt-aber-mal-zum-Frauenarzt" wie eine angebliche Selbstverständlichkeit etabliert hat. Wer nicht geht, wird schon fast schief angeguckt.

Hast Du den Artikel im "stern" gelesen über die Gynäkologen? Wenn man da den ersten Absatz liest - journalistisch toll formuliert - merkt man, wie "pervers" das Thema Frauenarztbesuch bereits ist:

Das "erste Mal" beim Frauenarzt wird hier - provokativ natürlich - indirekt verglichen mit dem "ersten Mal" Sex haben: Es heißt: "Jetzt bin ich Frau".

Übrigens: Lampeter, vielleicht würden hier mehr Beiträge kommen, wenn du das Thema nochmal direkt unter Gynäkologie reinstellst.

"Gesundheitswesen" als Rubrik spricht die Leute wohl weniger an. Dein Thema ist aber auch brandaktuell unter "Gynäkologie" - dort wahr neulich sogar ein Beitrag "Aufruf zur Krebsvorsorge".

Lieben Gruß,

l0ampetxer


@what is true

Schön,dass sich doch noch jemand meldet.Ich denke,Du hast Recht,der Beitrag fällt hier nicht auf.

In welchem "stern" stand der Artikel?Ich kriege die Zeitschrift immer Second Hand von meinen Eltern.Würde mich sehr interessieren!

Kennst Du das Buch "Mythos Krebsvorsorge"?Mir fällt jetzt der Autor nicht ein,er war früher Medizinjournalist beim "stern".Ich war schon immer sehr kritisch,was Vorsorge betrifft,aber das Buch hat mir wirklich die Augen geöffnet.

Ich wurde auch schon komisch angeguckt,wegen meiner Meinung.Erschwerend hinzu kommt,das wir aud dem Land leben und da sind die Leute eben noch sehr Obrigkeits-hörig:was der Pfarrer,der Lehrer und der Arzt sagt ist richtig.Und so rennen sie dann auch alle Jahre wieder wie treue Lämmer zu ihrem Gynäkologen.

Ich MUSSTE im Dezember zum FA,wegen Beschwerden(Absonderung aus der Brust)Der Azubi kam mir dann bis ins Treppenhaus nachgerannt,wegen VU-Termin.Das ist doch nicht mehr normal!

S~urxya


Naja, die Gynäkologen müssen ja

von irgendwas leben ;-)

Auch in anderen medizinischen Bereichen habe ich den Eindruck, dass man als kranker hingestellt wird als man ist. Das ist mein subjektives Gefühl.

l!a mpexter


@Surya

Genauso sehe ich das auch.Ohne Vorsorge hätten die vielen gyn.Praxen gar keine Daseinsberechtigung und müßten schließen.Das ist da ja schon wie bei einem Event:zuerst zahlt man Eitrittsgeld(10 Euro Praxisgebühr) und dann bekommt man eine Menükarte (Infozettel für die IGEL-Leistungen) und kann sich da noch was "Schönes" aussuchen,gegen Bezahlung natürlich.

Zxygomxa


...die Gesellschaft, in der sich das "Du-solltest-jetzt-aber-mal-zum-Frauenarzt" wie eine angebliche Selbstverständlichkeit etabliert hat. Wer nicht geht, wird schon fast schief angeguckt.

Das stimmt leider. Ich habe nie verstanden, warum man ab Alter x (damals hieß es, mit 16) zum Frauenarzt "muss". Warum, wenn man keine Beschwerden zu beklagen hat? Zeitvertreib? :-/

Ich bin dann erst knapp 4 Jahre später freiwillig gegangen, als es für mich einen greifbaren Grund gab. Und es stimmt, ich wurde - sowohl von der Sprechstundenhilfe als auch von der Ärztin etwas schräg von der Seite angeguckt und angesprochen: "Wie, das ist ihr erster Besuch? In Ihrem Alter?! Sie waren noch nie beim Frauenarzt?

Als ich dann später einen Termin für die besagte Vorsorgeuntersuchung bekommen habe, war ich - ehrlich gesagt - ganz schön aufgeregt und beunruhigt. Vorsorge, warum? Ist das mit Anfang 20 notwendig? Was kommt da auf mich zu, was wird da gemacht? Eine Aufklärung fehlte völlig.

ich denke, irgendwas läuft in unserem Gesundheitssystem quer

Das denke ich auch. Versteht mich nicht falsch, ich will hier weder die medizinische Versorgung noch die Möglichkeit auf Vorsorgeuntersuchung in Frage stellen. Aber die Handhabung finde ich schon sehr merkwürdig. Diese Art der Vorsorge wird - auch ohne konkreten Verdacht oder entsprechende Vorgeschichte - von der Krankenkasse übernommen, auch in jungen Jahren. Wenn ich aber beim Hautarzt meine Muttermale untersuchen lassen möchte (weil eine Gewebeprobe vor 2 Jahren einen negativen Befund hatte), muss ich diese Vorsorge selbst bezahlen (oder eben darauf verzichten). :-/

lZam*pe\ter


@zygoma

Danke für Deinen Beitrag.

Ich habe für mich entschieden,NICHT mehr zur Vorsorge zu gehen.Wenn ich irgendwelche Beschwerden habe werde ich zum Arzt gehen,keine Frage.Aber diese unaufgeforderte Fremdüberwachung meines Körpers möchte ich nicht mehr haben.

Ich finde es auch unnötig mit 16 oder gar 14 Jahren zum FA zu gehen,nur um mal zugucken,ob"alles in Ordnung ist".Was soll denn da nicht in Ordnung sein.Inzwischen ist es ja schon so,dass in Schulen Flyer zum FA-Besuch verteilt werden.Ich finde das UNMÖGLICH!!!!

S7ilbyermUondlauge


Oh je du fröhliche...

...ich bin 35 und war noch nie beim Frauenarzt. Der/die fällt ja dann in Ohnmacht wenn ich sage ich war noch nie beim FA...in MEINEM Alter...

Eine Zeitlang war es ja "modern" jedes Jahr eine Mammographie zu machen. Busen quetschen, Röntgenstrahlen...ich frage mich: "Züchtet" man so nicht erst den Krebs heran ???

l3ampe2ter


@silbermondauge

Herzlichen Glückwunsch ,Du hast´s drauf.Ich war das 1.Mal beim FA mit 15 oder 16,weil ich 1.unerträgliche Regelschmerzen hatte

2. die Pille wollte.

So war ich dann drin in der Spur.Dann natürlich in beiden Schwangerschaften.Dann habe ich keinen Sinn mehr darin gesehen,weil ich nicht mehr hormonell verhütete und keine Beschwerden hatte.

Naja,das andere siehst Du,wenn Du die Beitäge alle gelesen hast.

Ich habe auf jeden Fall auch kein schlechtes Gewissen,wenn ich nicht mehr zur Vorsorge gehe.

Du hast Dir viel erspart:Ängste,Peinlichkeiten,schlaflose Nächte,hohen Blutdruck,u.s.w.

dRacalidnchexn


ich sehe an vorsorgeuntersuchungen nichts schlimmes. man geht ja auch zum check-up zum arzt?! Also ich zumindest. Zu meiner FÄ muss ich eh 2 mal im jahr, wegen meiner Spirale. Und stellt euch vor, ich zahl das auch noch selber! Die 15 Euro sind mir die Gewissheit wert. Bin übrigens auch sehr zufrieden mit der Behandlung. Krebsvorsorge, Abtasten, meine FÄ hat letztens einen Hormonspiegel gemacht mit großem Blutbild und Diabetis-test, weil ich unter schlimmen Stimmungsschwankungen gelitten hab. Das finde ich in Ordnung. Man kümmert sich um mich und ist für mich da. Auf Termine muss ich auch keine etlichen Wochen warten, und dass, obwohl meine FÄ in der Stadt sehr bekannt ist. Also für mich schaut das alles bisher nur positiv aus. :-)

lpamp/eter


@dacalinchen

Wenn ich noch irgendwie verhüten müsste,würde ich auch regelmäßig zum FA gehen,aber mein Mann hat sich schon vor Jahren sterilisieren lassen,weil unsere Familienplanung abgeschlossen war x:).

Ich fühle mich gesund und habe keinerlei Beschwerden.Der PAP-Abstrich zeigt doch nur einen winzig kleinen Bereich meines Körpers auf.Nicht mal einen Gebärmutterkrebs oder Eierstockkrebs würde er erkennen,sondern wirklich nur Veränderungen am GebärmutterHALS.

Frauen,die das beruhigt und denen die Untersuchung nichts ausmacht mögen davon profitieren,mich verunsichert es,weil bei diesen Untersuchungen dann oft noch so Zufallsdiagnosen gestellt werden,die man gar nicht wissen will.(In meinem Fall war es ein Myom,das ich allerdings schon ca.8Jahre beschwerdefrei habe,und wo die FÄ meint ,es müsse alle 3 Monate kontrolliert werden)Das sehe ich als Geschäftemacherei an.

Swuryxa


Ich frag mich auch

warum Männer nicht zu ihrem Urologen regelmäßig müssen. Das beste Stück des Mannes wäre es doch wert ;-)

Das ist eine fette Marktlücke. Vielleicht wird sie demnächst von geschäftsfreudigen Ärzten entdeckt. Denn auch in Bezug auf Mode, Kosmetik und Körperpflege haben die Männer lange auch sich warten lassen ;-D

dBacali?nchexn


wenn mein Mann ab und zu mal hingegangen wäre, dann wär mir eine schlimme zeit mit blasen- und anderen entzündungen erspart geblieben :-/. Männer merken meisst nichts von ihren Erkrankungen, bis die Frauen nur noch am Rad drehen. Gibt dazu auch einen Faden in Gynäkologie.

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