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Wie verdient ein Gynäkologe an Verschreibung der Pille?

mNnb


Zur Ausgangsfrage

Ich bin neulich ein paar streikenden Ärzten in der Fußgägerzone über den Weg gelaufen und hab mich mal mit einem unterhalten. Nun ist mir auch klar, wie die Ärzte an der Pille "vedienen": Ärzte bekommen von den Kassen eine Pauschale pro Patient. Bei Gynäkologen war das glaub etwas über 15 Euro. Egal wie oft die Frau im entsprechenden Quartal kommt. Mit anderen Worten: Wenn möglichst viele Frauen/Mädchen kommen, die nur ganz kurz da sind und ihr Pillenrezept abholen, dann bekommt der Arzt 15 Euro im Quartel. Wenn eine andere Patientin da ist, die mehrere Male kommt, und womöglich auch noch langwierige Untersuchungen benötigt, dann bekommt er für diese auch 15 Euro.

Somit dürfte es offensichtlich sein, warum viele Ärzte ein Interesse daran haben, so oft die Pille zu verschreiben - in gewisser Weise ist es auch schlichtweg notwendig für sie, um finanziell zu überleben. Zum Vergleich: Ein Hausarzt bekommt etwa 35 Euro pro Patient. Bei den Gynäkologen wurde also schon eingerechnet, dass die meisten Frauen sowieso nur wegen der Pille kommen. Und ein Arzt, der von der Pille abrät und sich nur um "wichtige" untersuchungen/Krankheiten kümmert (die dann auch mehr Zeit in Anspruch nehmen), kann am Ende seine eigenen Kosten nicht mehr decken.

Gleichzeitig erklärt diese Abrechnungsmethode, warum so wenig Zeit für Information und Gespräch bleibt. Bei diesen niederen Beträgen (zum Vergleich: Ein Facharbeiter kostet zwischen 50 und 120 Euro pro Stunde!) müssen die Ärzte ihren Schwerpunkt auf Masse anstatt auf Qualität legen.... wenn dann eine kommt und wegen Nebenwirkugnen der Pille jammert, was bleibt da viel anderes übrig als das Thema möglichst schnell abzuarbeiten (anderes Präparat, Schuld auf andere Gründe schieben, Kleinreden)...

Inzwischen sehe ich die Situation zumindest aus einer etwas anderen Perspektive... was jedoch nicht bedeutet, dass ich es gutheiße, wenn Frauen die Pille unterschwellig aufgedrängt wird. Aber ich sehe etwas mehr, dass (und wie) die Ursache in unserem Gesundheitssystem verankert ist...

SKticeh1linxg


Solche Zahlen las ich auch in der Zeitung. Aber ich kann es einfach nicht glauben.

Wie kann ein Arzt davon die Gehälter, das Labor, Praxiskosten bezahlen und davon noch leben? In den Zeitungen konnte man lesen, wieviel ein Arzt vor bzw. nach Steuern verdient - durchschnittlich.

Es fließen -zig Milliarden in den Geundheitsfond. Wo versickern die?

Ich werde an meine Krankenkasse schreiben und Aufklärung verlangen. Denn langsam grenzt es von Volksverdummung, was uns von der Gesunheitsministerin und den Ärztenverbänden erzählt wird.

Werde Euch berichten, wenn ich Antwort bekommen habe. Übrigens fragt doch auch bei Eurer Krankenkasse nach, wir sind doch ein mündiges Volk und haben ein Anrecht zu wissen, was mit unseren Beiträgen geschieht.

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