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Ärztliches Gutachten von Arbeitsagentur/Jobcenter?

eDsgehNtXwiexder hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Gibt es etwas bei den ärztlichen Gutachten, die vom Jobcenter in Auftrag gegeben werden, zu beachten? Geht darum, dass ich ALG2 beziehen möchte (als Übergang zwischen Studium und Arbeitsplatz - Eltern sind finanziell am Ende, Kurzarbeit etc.), vorübergehend aber nicht arbeitsfähig bin (was mein "Betreuer" leider in Frage stellt). Krankmeldung vom Arzt liegt vor, laut Arzt würd ich auch für die nächsten ca. zwei Monate Folgekrankmeldungen bekommen. Hintergrund sind starke Depressionen, hab mich das letzte Jahr über mit aller Kraft in mein Studium gehängt und kaum mehr Zeit/Geld gehabt, mich um meine Gesundheit zu kümmern. Vorgeschichte über mehrere Jahre existiert (Panikattacken, Tod des Bruders durch Neuroleptika).

Ich hab nun von meinem Betreuer so einen Fragebogen bekommen, wo ich meine Beschwerden eintragen soll, und am Ende meinen Arzt angeben und diesen von der Schweigepflicht entbinden ??? Wie persönlich sind die Daten, die an den Jobcenter übermittelt werden? Steht es ihnen zu, die Diagnose meines Hausarztes in Frage zu stellen, bzw. mich zu einer Untersuchung durch ihre eigenen Ärzte zu zwingen? Meine Mutter wurde vor etwa zwei Jahren vom ärztlichen Dienst als arbeitsfähig in ihrem Beruf befunden, obwohl sie nicht mehr stundenlang stehend arbeiten kann (starke Rückenbeschwerden, Fußbeschwerden, Diagnosen von den anderen Ärzten sind eindeutig). Hat die Leute dort gar nicht interessiert.

Tja, ich bin mit meiner Belastbarkeit gerade ziemlich am Ende. Würde schon gern eine angemessene Arbeit finden, aber wenn ich in meinem jetzigen Zustand bei einem Bewerbungsgespräch auftauche... und die Frage kommt: "Warum sind Sie hier?" ... dann wäre eben mein erster (und ziemlich intensiver Gedanke): Ich will gar nicht hier sein, sondern irgendwo weit weg wo mich keiner findet und wo man mich in Frieden sterben lässt und nicht auch noch dafür Geld von mir will (Hintergrund: Hatte in den letzten Jarhen meines Studiums Krankenkassengebühren auf Kredit bezahlen müssen, dadurch nicht die Möglichkeiten, mit Heilpraktiker/Therapien zu leisten, die mir tatsächlich weiterhelfen können hätten - und hab nun dafür den Schuldenberg). Ist hoffentlich nachzuvollziehen, dass ich so keine richtige Arbeit finden kann.

Hab in den letzten Jahren schon an meiner Gesundheit gearbeitet, und kann mich relativ gut selbst "therapieren" - wenn mit eben die nötige Zeit und Ruhe dafür gelassen wird. Letzten Freitag aber hatte mein Betreuer im Jobcenter meine Krankmeldung angezweifelt (meinte zwar sie gilt, aber ich würde mir das nur ausstellen lassen weil ich keine Lust zum Arbeiten hab). Hatte davor (bevor ich wusste, ob mich mein Hausarzt wegen einer psychischen Erkrankung so lange krankschreiben kann/darf) gefragt, ob ich satt eines 1-Euro-Jobs auch eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem gewissen Stundenumfang ausüben kann (wäre für mich zumindest eine Alternative gewesen wenn mir sonst nur das Anhäufen weiterer Schulden geblieben wäre.. ist eben ein übles Gefühl, wenn man zur Krankenversicherung gezwungen wird und dafür mehr ausgibt als für seine Ernährung etc.). Naja, diese Frage war dann wohl ein Fehler *seufz* auf Verständnis hoffen braucht man bei dem Mann nicht, er meint andere Leute würden 8 Stunden am Tag arbeiten und sich noch nebenher bewerben, warum ich dann nichtmal 3 Studnen pro Tag können würde... wie auch immer, nach dem Gespräch war ich so am Ende, dass ich erstmal eine Stunde in meinem Auto gesessen bin bevor ich mich getraut hab, loszufahren. Hatte aber zeitweise den Gedanken, einfach trotzdem loszufahren, vielleicht würde es ja zu einem schweren Unfall kommen, dann hätte ich vielleicht meine Ruhe... :-/

Die Vorstellung, dass ich am Tag vorher noch enem Arzt gesagt hatte, ich habe zwar manchmal Todessehnsucht, würde es aber nie tun - und einen Tag später bin ich mir da nicht mehr so sicher... das macht mir Angst. Und ich hab Sorgen, dass sich mein Zustand noch weiter verschlimmert, wenn die mir weiterhin sagen ich würd das alles nur erfinden und würd nur nicht arbeiten wollen... (hey, ich will arbeiten, nur eben nicht als psychisches Wrack und mein Leben lang in einem 1-Euro-Job von ALG2 abhängig...)

Hmm, ist nun etwas länger geworden, weiß nicht wie viele hier noch beim Lesen angekommen sind... aber vielleicht hat ja jemand einen Tip für ich, was bzw. wie viel Feingefühl ich vom ärztlichen Dienst des Jobcenters erwarten kann und was nicht... worauf ich achten muß, und vor allem wie ich vermeiden kann, dass mich diese ganze Sache noch mehr in mein Tief stürzt...

Vielen Dank schonmal im Voraus...

Antworten
Tuikkxa


Steht es ihnen zu, die Diagnose meines Hausarztes in Frage zu stellen, bzw. mich zu einer Untersuchung durch ihre eigenen Ärzte zu zwingen?

Soviel ich weiß, leider ja. Stell dich darauf ein, dass zunächst immer versucht wird, abzulehnen und du mindestens einmal Widerspruch einlegen musst. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass grundsätzlich erst Ablehnungen verschickt werden, weil davon ausgegangen wird, dass die meisten Leute das schweigend akzeptieren und so Geld eingespart wird. Also nicht von einer Ablehnung entmutigen lassen.

eVsgehutwmieder


Hallo Tikka, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Was ich mich frage ist eben, ob ich überhaupt eine Chance hab... ich meine wenn man einen Knochen gebrochen hat, kann man das auf einem Röntgenbild sehen, wer Grippe hat, hat auch eindeutige körperliche Reaktionen. Aber bei psychischen Themen... kann da nicht generell alles angezweifelt und nichts bewiesen werden? Oder muß ich erst mit aufgeschnittener Pulsader im Krankenhaus (oder Leichenhaus) liegen? ...

T=i)kxka


Warst du denn mal in der Psychiatrie wegen deiner Depression?

eIsgehtw=ied0exr


nicht diekt, war aber bei einem Psychotherapeuten, einmal vor ca. 9 Jahren (starke Panikattacken), und dann nochmal vor ca. 4 Jahren. Ergebnis war allerdings, dass ich weitgehend selber an meinen Problemen arbeiten muss und kann. Die Frage, die mir am meisten geholfen hatte war: Wie kann man lernen, Emotionen zu beherrschen bzw. mit ihnen umzugehen? Die Antwort darauf war: Da gibt es eigentlich nur eines, Meditation. Tja, aber dafür braucht man eben erstmal die Möglichkeit, innerlich Ruhe zu finden... und das geht schwer wenn von allen Seiten auf einen eingeredet wird, was "das Beste" für einen sei und was man nun machen "muß"... und ich selbst dabei vollkommen ignoriert werde ... (bezogen auf Eltern, Jobcenter usw. - mein Hausarzt und Psychotherapeut haben scheinen meine Situation besser nachvollziehen zu können...).

Was ich eben nicht will ist: 1.) mit Medikamenten vollgestopft werden und 2.) irgendwo stationär eingewiesen werden, wobei hier in erster Linie die Angst steht, wieder nicht ernst genommen zu werden und auf Leute zu treffen, die meinen, sie wüssten ganz genau was in mir vorgeht und ich angeblich "brauche"...

Ich habe generell sehr wenig Vertrauen in Menschen, und auch in der Vergangenheit ging es mir nur dann wirklich besser, wenn ich mich komplett von ihnen gelöst hatte... nicht mehr von ihnen "abhängig" war bzw. den Zwang verspürte, mich stänig rechtfertigen zu müssen (und dann doch wieder kritisiert zu werden)...

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