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Behandlung verweigert trotz Notfall

B/inamFaus


Meines Erachtens krankt unser Gesundheitssystem schon ganz am Anfang...nämlich bei der Tatsache, dass es nicht EINE gesetzliche Krankenkasse gibt, sondern viele. Nach meinem Verständnis ist etwas, was gesetzlich ist, etwas, was man nicht wählen kann. Wer eben das nicht haben möchte, muss eben privat investieren...wobei es sich bei der Gesundheitspolitik von heutzutage schon eher lohnt, sich auch als Normalsterblicher privat zu versichern als gesetzlich versichert zu sein und letztlich doch alles selbst zahlen zu müssen. Wenn man überlegt, dass heutzutage keine Zahnspangen, Brillen, etc. mehr gezahlt werden...Unter der ärmeren Bevölkerung kann man sich dann eben keine Zahnspangen, Brillen, etc. leisten. Verwunderung wird dann in 20 Jahren wieder aufkommen, wenn die ersten Patienten mit Spätfolgen von unterlassenen behandlungen auf Grund zu hoher Kosten kommen und die Spätfolgen dann so gravierend sind und bei sovielen Menschen auftreten, dass es den Staat (oder je nachdem wie sich das Gesundheitssystem entwickelt auch den Einzelnen) noch viel höhere Summen kostet als eine Zahnspange oder Brille beispielsweise gekostet hätte...aber irgendwie ist unser Staat nun mal kurzsichtig...

B iwnasmaxus


Also 1700 - 1800 ist das, was der junge Arzt nach Steuern rausbekommt...wie es vor Steuern ist, habe ich nicht mehr im Kopf...ich rede jetzt von einem alleinstehenden jungen Arzt (unverheiratet, keine Kinder)...also entsprechende Steuerklasse

K amikgaziR0x815


Ganz nebenbei würde es mich einmal interessieren, wie alt ihr anderen seid und was ihr beruflich macht. :-)

Ich bin Mitte 20, habe keinerlei medizinische Ausbildung (einen 1. Hilfe Kurs mal ausgenommen) und habe schon öfter in Arztpraxen gearbeitet :-)

Da mir in der Stadt hier mindestens noch 10 weitere Praxen bekannt sind, deren Arzthelferinnen studentische Aushilfskräfte sind, und hier wohl niemand beurteilen kann, was für ein Fachpersonal bei mäuseprinzens Arzt hinter der Theke hockt, darf man wohl schon die Frage stellen, ob Arzthelferinnen die Situation immer so gut beurteilen können.

PPeddi


Gesundheitsreform, Ärzte, die nicht helfen, ja, da hab ich ne Story:

Im Februar letzten Jahres hatte mein Mann eine TBA Kopffraktur ( Kniegelenk zertrümmert) , war nach OP nach Hause, Bein in soner Schale, durfte nicht belasten, an Krücken.

Mitten in der Nacht auf Samstag kriegt er Schmerzen (und er ist nicht wehleidig) Ich wache auf, weil er schreit. zunächst rufe ich 112 an, und kriege eine Nummer eines Notarztes. Den rufe ich auch an.

Der Artz am Telefon hört sich meine Schilderung der Beschreibung der Schmerzen meines Mannes an: Der Kopf fühlt sich an, als ob er explodiert, die Augen tun weh, der Kiefer schmerzt unerträglich, die Zähne tun weh, sowie der Nacken. Der Arzt fragt, welche Tabletten mein Mann im Hause hat, wegen der TBA Kopffraktur. Er meint zu mir am Telefon, ich soll meinem Mann noch mal die doppelte Menge an Schmerztabletten geben. Zwieschenzeitlich fragt er immer wieder, was ich grade sage, weil mein Mann so laut vor schmerzen schreit. Mittlerweile hat mein Mann ein Geschirrhandtuch nass geweint. Ich frage den Notarzt, nein ich bitte ihn sehr nachdrücklich, zu uns zu kommen.

Dieses lehnt er ab. Er meint, wegen sowas kommt er nicht.

Ich rufe wieder 112 an und bitte um einen Krankenwagen, mein Mann atmet schon sehr hektisch wegen der schmerzen. Hier wird mir nun gesagt, ich solle nochmals den Notarzt anrufen, dieser müsste erst eine Einweisung schreiben, damit der Krankenwagen käme. Oder ich solle meinen Mann eben ins Krankenhaus fahren, dieser ist aber nicht in der Lage, an Krücken zu gehen.

Ich fange an, in den Hörer zu schreien, dass ich langsam am Ende bin und meinen Mann nicht tragen kann.

Nun endlich und sehr mürrisch schicken die doch einen RTW. Dieser kommt auch sehr schnell, das ist auch gut so, denn ich halte meinem Mann ein Tuch dicht vor den Mund, weil er echt schnell atment.

Die Sanitäter raten mir, in solch einem Fall zu sagen, mein Mann hätte einen Herzinfarkt.

Im Krankenhaus vermutet die Ärztin eine Trigeminusneuralgie, diese wird auch später bestätigt. Die Ärztin ist auch sehr erbost dass uns niemand helfen wollte, denn wegen sowas sind schon Leute aus dem Fenster gesprungen vor schmerzen.

Ich war damals echt sauer.

C"at P$oxwer


Habe mich mit meinem Hausarzt, nachdem ich mit meiner dringlichen Überweisung nirgends bei einem Facharzt in meinem Umkreis reinkam (wir sind voll bis nächstes Jahr, nur Privatpatienten, keine Notfälle), über das Thema unterhalten und er hat offen zu mir gesagt, dass er auch sauer auf die Fachärzte ist, weil die Patienten immer zum Hausarzt abgeschoben werden und die ihren Job dann noch mit erledigen dürften. Sogar, wenn der Patient akute Herzrhythmustörungen aufweist und überwiesen wird, aber die Kardiologenpraxis sagt: keine Platz mehr bei uns, eine eiskalte kapitalistische Welt :(v {:(

WPolfigxang


Ein Fachmann möge mich korrigieren, wenn ich irre:

Eingang: Privatsprechstunde.

Ein "Privatarzt" kann doch gar keine Kassenpatienten behandeln, jedenfalls kann er sie nicht abrechnen, wenn er keine Kassenzulassung hat bzw. diese zurückgegeben hat. Hat Mäuseprinz erwartet, dass sie aus blanker Nächstenliebe behandelt wird?

Ja klar, unser Gesundheitssystem ist ein Klassensystem. Warum aber wundert das die Leute? Unsere ganze Gesellschaft ist eine Klassengesellschaft und ich bin froh, dass das klassenlose System des Arbeiter-und Bauernstaates, in dem angeblich alle gleich waren, vor ca. 20 Jahren zugrunde ging. In allen Lebensbereichen gibt es Unterschiede: Der eine hat eine Villa am Stadtrand, der andere wohnt in der Sozialwohnung im Hochhaus. Der eine fährt das Auto mit dem Stern, der andere fährt Fahrrad. Warum aber erwartet man, dass im Gesundheitswesen alle gleich behandelt werden?

P?e5ddi


Warum aber erwartet man, dass im Gesundheitswesen alle gleich behandelt werden?

Weil wir Kassenbeiträge bezahlen.

Allerdings geh ich nicht zu einem Arzt, der nur private nimmt. Das ist mir schon klar, dass der mich nicht abrechnen kann.

Aber völlig abgewiesen werden, das finde ich nun schlimm.

DRieTra0madol_igxe


Egal was andere sagen, es ist die Unwissenheit, die es von ihnen fordert.

Nicht jeder Arzt (Hautarzt zB sicher nicht) aber die Ärzte, die bei Notfällen gebraucht werden wie zB Chirurgen, sind verpflichtet. Wers nicht glaubt, kann gerne bei der KV nachfragen.

Wenn er dieser Pflicht nicht nachgeht, kann er sich Strafen einhandeln. Solange ein Arzt auf hat, wird jedes KRankenhaus rumzicken, wenn man dort in die Ambulanz kommt.

WAolhfgaLnxg


Kassenpatienten werden alle gleich behandelt. (Wobei die verschiedenen Kassen durchaus verschieden vergüten.)

Privatpatienten werden anders behandelt. Privatpatienten haben keineswegs nur Vorteile: Versuche mal deine Privatkasse zu einer billigeren Privatkasse zu wechseln, wenn du mal ca. 50 Jahre alt bist. Das Lachen der Sachbearbeiterin wird dir noch lange in den Ohren klingen. Privatpat. müssen die Kosten erst mal vorschiessen. Brille und Zahnprothetik? Glaube bloss nicht, dass ich das von meiner Privatkasse ersetzt bekomme!

Wie soll dich ein Privatarzt denn behandeln, ausser er verzichtet auf jede Bezahlung und macht es für dein nettes Lächeln (wenn auch etwas schmerzverzerrt ;-) ) oder du bist einverstanden, dass er dir eine Privatrechnung schreibt.

mGausegp0rinz


Egal was andere sagen, es ist die Unwissenheit, die es von ihnen fordert.

:)^

@ wolfgang

ich schrieb nicht "Privatarzt", sondern Privatsprechstunde. Feiner Unterschied. Zu einem ausschliesslich privat behandelnden Arzt hätte meine HA mich als Kassenpatientin wohl kaum geschickt.

Unsere ganze Gesellschaft ist eine Klassengesellschaft und ich bin froh, dass das klassenlose System des Arbeiter-und Bauernstaates, in dem angeblich alle gleich waren, vor ca. 20 Jahren zugrunde ging

Du machst es dir zu einfach. Davon abgesehen, hast du im "klassenlosen System des Arbeiter-und Bauernstaates" gelebt, dass du solche Aussagen treffen kannst? Falls nicht, ist jede Diskussion darüber müßig.

Warum aber erwartet man, dass im Gesundheitswesen alle gleich behandelt werden?

Weil wir in einem angeblichen Sozialstaat leben, in dem Menschen mehr zählen sollten als materielle Dinge. Stell dir vor, es gibt Leute, für die sowas wie Solidarität kein Fremdwort ist. Was glaubst du, warum ich als Selbständige gesetzlich versichert bin? Einen Vorteil hab ich davon mit Sicherheit nicht.

Leute wie du sind einfach nur ätzend, sorry.

DQieTzr^amadoli*ge


So stimmt das nicht.

Ich musste mal von der BG aus in ein MART, das war nicht dringend, diente nur zu ner Diagnostik die länger im Raum stand. DEn Termin hatte ich binnen 2 Tagen.

Kurz darauf war bei mir Verdacht auf Hirnhautentzündung, also wirklich sehr akut, da Lebensgefahr. Habe bei sämtlichen Radiologie Praxen angerufen und alle hebane gesagt, sie hätten 2 MOnate wartezeit. Keine war bereit, einen Akutfall mit Verdacht auf Meningitis dazwischenzuschieben. Nach langem hin und her habe ich endlich eine KLinik gefunden, die bereit war, am nächsten Tag ein MRT zu machen.

Da sieht man schon sehr den Unterschied zwischen Privat und Kasse

nhancPhehn


Ich denke Privatversichert oder nicht, es kommt auf das eigene Erscheinungsbild an. Geh ich zum Arzt und lass den reden und therapieren wie er will, bin ich selbst gear***t, weil ich den schön arbeiten lassen kann ohne die KK zu doll zu strapazieren.

Geh ich zum Arzt und schieb "da nen Lauten" oder geh verdammt oft hin, wegen Pipifax, werd ich gleich in eine andere Schublade gesteckt.

Geh ich hin und kann mit bestimmten klaren Aussagen mitteilen, was ich meine was man machen könnte, was ich gerne gemacht haben möchte, ist es schon wieder etwas ganz anderes.

Man muss schon zum Arzt gehen und wissen was man hat. Aber irgendwo finde ich das in einem gewissen Maß auch richtig, weil man ja auch verpflichtet ist, seiner Gesundheit/Krankheit selbst zu helfen.

Kleine Situation: Letzten Monat hatte ich ne Knie-OP, Metallentfernung, sollte stationär gemacht werden. Vorgespräch beim Stationsarzt (er hatte selbst KB-Plastik) hab gesagt, dass geschaut werden soll, weil ich ein Streckdefizit habe. Arzt sagte dass ich mich damit abfinden sollte. Hab ihm aber gesagt, von wegen das ich ja noch jung bin und das doof wegen meinem Beruf ist. Dann am OP-Tag habe ich aber glücklicherweise die Visite mitgemacht, wo auch mein operierender Arzt bei war, der sagte zu mir, dass er auf jeden Fall ins Knie schauen kann. Hinterher sagte er mir, dass sie Verwachsungen entfernt haben -> Streckdefizit ist weg. Fazit: Man muss eine gewisse Portion Selbstbewusstsein mitbringen, kurze klare Aussagen treffen und aber den studierten Mediziner ernst nehmen.

k]unferNkeit


@ Rumo-w

:)^ :)^ :)^ :)^ :)^ :)^

WIolfMg:anxg


Was glaubst du, warum ich als Selbständige gesetzlich versichert bin?

Ich glaube, weil's billiger ist und alle Leute nur das Billigste wählen und sich dann wundern, wenn anderes besser ist.

Es bringt hier gar nix über die DDR zu diskutieren. Ich will sie nie wieder haben, egal ob ich in Ost oder West lebte.

WeolfNgaxng


Ein Sozialstaat ist kein Gleichheitsstaat. Wer kommt denn auf diese abwegige Idee?

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