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Meine Musterung (Erfahrungsbericht)

DkiscFouragxed8;8 hat die Diskussion gestartet


Vor gut drei Wochen flatterte mir also die Mitteilung ins Haus,ich solle doch bitte bei der Musterung auftauchen.Dass ich sämtliche Post von der Bundeswehr/vom Kreiswehramt ignoriert habe,die ich VOR dem Musterungsbescheid erhielt,hatte keine Konsequenzen.Ich wurde nicht mal drauf angesprochen.

Naja,wie auch immer,antanzen musste ich zur Primetime um 7:30. Ich hatte noch Glück gefahren wurden zu sein,ansonsten hätte ich die 7 Kilometer (googlemaps sei dank) mit den super verlässlichen Buslinien zurücklegen müssen. So traf ich gut fünf Minuten vorher ein.Wurde dann auch an der Rezeption recht freundlich begrüsst von einem Typen, der kaum älter als ich war und Bundeswehr-ähnliche Kleidung in den grünen Tarnfarben anhatte.Nachdem er lediglich nach meinem Namen gefragt hat, sollte ich doch Platz nehmen.

Dass die Bude da eingerannt wurde,kann ich nicht gerade behaupten.Als ich Platz nahm war nur ein Typ vor mir dort;einen oder zwei Andere sah ich die Flure entlang huschen.Als ich komplett fertig war,waren vielleicht fünf dort,höchstens.Aber nicht so schnell.

Ich nahm,wie bereits erwähnt Platz,und es dauerte keine fünf Minuten,bis ich von einer jungen,recht attraktiven Frau hereingebeten wurde.Sie war ebenfalls recht höflich und hat mir sogar Fahrtkosten in Höhe von 1,60€ erstattet.Yeeeha.Davor hat sie mich nach meinem Personalausweis gebeten und mich nach meinem Familienstand, meiner momentanen beruflichen Situation ausgefragt.Ebenfalls gefragt wurde ich,ob ich Kriegsdienst oder Wehrdienst ableisten wolle.Das hat mich überrascht,da ich immer gedacht habe,dass die Möglichkeit einer Kriegsdienstverweigerung oft unter den Tisch gekehrt wird.Ich hab schon das meiste vergessen,was gefragt wurde,das war aber auch grösstenteils irrelevant. Da ich direkt gesagt habe,dass ich Zivildienst ableisten möchte ,wurde mir gesagt,dass ich dadurch irgendso einen Computertest nicht absolvieren muss.Ich hab sie dann gefragt,wie lang das ungefähr dauert,bis ich hier durch bin,und sie antwortete " circa 1 1/2" Stunden. Damit lag sie auch verdammt gut;ich hatte erst Befürchtungen,dass ich dort sechs Stunden verweilen muss,wie es im Anschreiben hiess.Auf diesem Anschreiben stand übrigens auch,dass ich Badelatschen und ne kurze Hose mitnehmen soll;das war genau so eine Fehlinformation wie die Sache mit der Dauer dieses Eignungsverfahrens.

Als nächstes sollte ich in den nächsten Gang gehen und dort Platz nehmen.Nach circa zehn Minuten wurde ich dann in den nächsten Raum gebeten (ebenfalls von einer sehr freundlichen Mitarbeiterin). Als erstes musste ich eine Urinprobe abgeben.Natürlich in nem Nebenraum.Den Becher sollte ich dann in so ne Klappe reinstellen.Dann bin ich zurück zur Mitarbeiterin gegangen,wo ich gebeten wurde mich bis auf die Unterhose (und Socken durfte ich auch anlassen) ausziehen.Dort wurde meine Größe gemessen (immerhin zwei CM grösser als ich gedacht hatte) und mein Gewicht (Leider fast 10 Kilo mehr als erwartet,ARGH) und dann war ich dort auch schon fertig.

Dann kam auch die längste und letzte Wartephase. Umgefähr 20-25 Minuten musste ich im Gang warten,bis ich zur Ganzkörperuntersuchung gerufen wurde.Genau diese war der Teil,vor der ich am meisten Bammel hatte.In dem Raum saßen zwei Frauen mittleren Alters an zwei gegenüber liegenden Schreibtischen.Die eine Frau war Urologin,die andere wohl nur ein Schreibling;von ihr hab ich gar nichts mitbekommen.

Ich wurde dann ausgefragt,über Krankheiten aller Art (auch Kinderkrankheiten),Allergien und co. Das einzige was ich zu beichten hatte,war mein Asthma,welches gelegentlich durch Hundehaare und Milben ausgelöst wurde.Dann wurde ich gefragt,ob und welche Medikamente ich dagegen nehme. Ich hatte keine Ahnung wie genau diese Medikamente hiessen,aber "Asthmaspray halt" lies die Frau durchgehen.Auch nach Operationen wurde ich gefragt.Da hatte ich eine am Bein,das ich mir vor gut zehn Jahren gebrochen hatte.Ebenfalls wurde ich gefragt,ob es irgendwelche Chronischen Krankheiten in meiner Familie gibt.Das war dann auch glaub ich das wesentliche.Dann ging es ums ganze.

Ich musste eine schwarze Brille aufsetzen und bekam so nen Taschenbuch großen Rahmen in die Hand gedrückt.Dort waren sechs Quadrate mit Punkten drinne zu sehen.Im jeden Quadrat war ein Punkt deutlich hervorgehoben.Anfangs deutlich sichtbar,später gar nicht zu erkennen.Ich musste also der Doktorin sagen,um welchen Punkt es sich handelt.Ich bin bis Quadrat 4 gekommen,dann war aber Schluß.Ich wurde trotzdem aufgefordert zu sagen,was ich bei den letzten schätzen wurde.Hab dann mehr oder weniger geraten und Quadrat 5 war richtig,Quadrat 6 nicht. Dann bekam ich nochn Bilderbuch mit diesen vielen Punkten,wo Zahlen drin versteckt sind.Die hatte ich alle richtig. Wenn ich mir im Vorhinein Sorgen gemacht hab,dann dass meine Augen nicht in Ordnung sind. Ich weiss nicht warum,aber ich hatte es irgendwie im Urin,dass da was nicht stimmt.Aber ich lag falsch.

Was allerdings nicht in Ordnung war,waren meine Ohren,bzw. eins davon. Ich musste danach einen Hörtest machen,wo ich einen dicken Kopfhörer aufsetzen musste und auf nen Schalter drücken musste,sobald ich ein Geräusch wahrnehmen konnte. Diesen Test musste ich aber locker 3,4 mal machen,weil ich so grottig schlecht abgeschnitten hab.Die Vorraussetzungen waren aber auch nicht besonders gut,ich hatte stets das Gefühl,dass der enganliegende Kopfhörer mir irgendwelche Nerven abdrückt,weil ich ständig ein Pochen (mein Herz?) gehört hab,sodass ich oft überhaupt kein Geräusch wahrnehmen konnte.So kam es dazu,dass die Assistentin ziemlich genervt rüberkam.Dazu kam,dass die Ärztin neben mir unentwegt auf der Tastatur rumgehämmerte ,was ich natürlich ebenfalls gehört hab.Naja,als ich dann von den Kopfhörern erlöst wurde,wurde mir son Holzstiel in den Mund gesteckt ( "AH" sagen) und mir wurde ins Ohr geguckt,wo auch der Übeltäter für mein Versagen beim Hörtest festgestellt wurde : Ist wohl irgendwie Schmalz oder so was in einem Ohr;nämlich auf dem,wo auch aus dem Kopfhörer Töne kamen,die ich nicht registriert habe.Und ein Blick auf meine Zähne wurde auch geworfen,wo festgestellt wurde,dass mir wohl ein Zahn fehlt.

Ich wurde dann gebeten mich bis auf die Unterhose auszuziehen und mal im Raum entlang zu gehen. Dort wurde wohl meine Gangart inspiziert und es hiess,ich hätte leichte X-Beine.War mir auch gänzlich neu war.Daraufhin wurde noch mein Rücken inspiziert,der in Ordnung war und ich musste ein paar simple "Stretch-Bewegungen"machen.Dann sollte ich mich auf die Liege legen. Dort wurde an meiner Brust gehorcht,ob mein Herzschlag normal ist.Hier war nichts zu beanstanden,dann wurde mein Puls gemessen,mit so einer Binde die man an den Arm kriegt und die dann immer enger wird.Ich hab da jedes mal das Gefühl,dass mein Arm jeden Augenblick zermatscht wird.Wie auch immer,der Puls war auch in Ordnung und dann wurde mir überall an Oberkörper und an den Beinen rumgeknetet und ich wurde gefragt ob mir das weh tut,tats aber nicht.Dann wurde an meinen Beinen rumgefuchtelt;sie wurden angewinkelt,und einfach hin und hergeschoben.Da sollte wohl geprüft werden,wies um die Gelenke steht.Hier war ebenfalls nichts zu beanstanden.

Antworten
DGiscGoura gedx88


Was aber zu beanstanden war,war die Tatsache,dass mein eines Bein rund 5 CM länger ist als das andere.Das habe ich ebenfalls zum ersten Mal gehört.Ebenfalls vermerkt wurde,dass ich sehr empfindliche Haut mit Sommersprossen habe.Ein Blick wurde auf meine Hände geworfen und ich wurde gefragt,ob ich Fingernägel kaue,was ich bejahte.Wie ich später herrausfand,wird dies im Bund als Zeichen von Nervosität aufgefasst.(NAJA)

Tja,was soll ich sagen,und dann kam auch der ominöse Teil mit der Genitaluntersuchung.Ich ging hinter die Trennwand,wo mich nur die Urologin sah und ich musste die Hose runterlassen.Dass es die Möglichkeit gibt,diese Untersuchung zu verweigern,wurde natürlich unterschlagen,aber da ich gute Laune hatte und alle auch recht freundlich waren (auch wenn die Ärztin dort mich ständig unterbach) wollte ich dies auch gar nicht.Auch wenn ich das Anfangs in Betracht gezogen habe,weil ich ekelhafte Dehnstreifen in dem Bereich habe,die mir echt peinlich sind.Aber irgendwie war mir das zu dem Zeitpunkt egal. Was ich viel schlimmer fand,war dass mein Freund da unten so klein war wie noch nie.Lag wohl daran,dass ich über der ziemlich eng anliegenden Boxershort , noch die geforderte Sporthose hatte und darüber eine nicht zu breite Jeans,sodass alles ziemlich eng saß und sich das auf meinen Schniedel ausgewirkt hat. Naja,wie auch immer,das ging alles zu schnell um sich zu schämen. War mir aber auch egal, ich meine ich muss ja nicht mit dieser Frau schlafen und unter normalen Umständen habe ich keine Problemem mit meinem Freund da unten. Mir wurde dann halt kurz an die Hoden gefasst (hat übrigens so hautdünne Handschuhe angezogen), und ich wurde aufgefordert zu husten,während ich meine Hand vor dem Mund halte. Hodenkrebs und ein Leistenbruch konnte so ausgeschlossen werden. [...] Die Intimuntersuchung hat höchstens ne Minute gedauert.Dann wurde ich aufgeklärt,was die Vorhautverengung angeht,dass z.B. gar keine komplette Beschneidung notwendig ist,was ich immer annahm.

Dann wurde mir der ganze Kram,den ich vor der Intimuntersuchung mit ihr besprochen habe,ausgedruckt. Als letztes erhielt ich noch eine Überweisung zu einem Ohrenarzt,der mein Problem mit dem Schmalz oder wie sie das nannte lösen soll.Genau aus diesem Grund habe ich noch keine Meldung über meine Tauglichkeit erhalten.Diese bekommen ich dann,wenn die Untersuchung beim Arzt erfolt ist (muss spätestens bis zum 20.Februar erfolg sein,also gut einen Monat Zeit habe ich dafür). Aber die Geschichte mit meinen Ohren ist ohnehin wohl keine große Sache,sodass ich wahrscheinlich als tauglich eingestuft werde,womit ich gut leben kann,solange ich Zivildienst leisten kann.Sobald dieser Arzt das Kreiswehramt bezüglich dieser Sache informiert hat,kriege ich meinen Tauglichkeitsgrad per Post mitgeteilt.Dann habe ich genau ZWEI Wochen Zeit,den Antrag zu stellen.Mit Anschreiben,Lebenslauf,und Begründung.Ein polizeiliches Führungszeugnis ist nicht notwendig.

Danach musste ich nur noch mal zur Rezeption,wo ich eine Bescheinung erhielt,DASS ich aufgekreuzt bin und wie lange ( 1 Stunde und 28 Minuten).

Das war es dann auch,es war auf jeden Fall nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe. Das mir einfach einer am Pillemann rumspielt ohne das vorher anzukündigen ist nicht vorgekommen genau so wenig,wie die Aufforderung nackt rumzulaufen oder Kniebeugen zu machen.Die totale Erniedrigung ist mir somit ausgeblieben.Wenn es noch Fragen gibt,schreibt ruhig ich werde dann versuchen,diese so gut wie möglich zu beantworten.

Gruss

FFixur


Das war es dann auch,es war auf jeden Fall nicht so schlimm wie ich es mir vorgestellt habe.Das mir einfach einer am Pillemann rumspielt ohne das vorher anzukündigen ist nicht vorgekommen genau so wenig,wie die Aufforderung nackt rumzulaufen oder Kniebeugen zu machen.Die totale Erniedrigung ist mir somit ausgeblieben.Wenn es noch Fragen gibt,schreibt ruhig ich werde dann versuchen,diese so gut wie möglich zu beantworten.

Das hat nix mit Erniedrigung zutun sondern damit das die Bw dich auf Einschränkungen und Krankheiten (Stichwort: Hodenkrebs, Hämoriden etc.) untersucht. :-/

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