» »

Organspendeausweis

KCadhxidya


Hasenreich:Denn es werden, falls KEINE Willenserklärung vorliegt, in unserem Land trauernde Angehörige befragt, bzw sogar bedrängt - da ich persönlich selbst Menschen kenne, die in dieser Hinsicht bedrängt wurden, möchte ich auf Fremdorgane verzichten, um diesen Menschen meine Solidarität zu zeigen.

"In unserem Land" - ist das Schweiz, Deutschland....? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie bedrängt werden zu spenden. Sondern dass man höchstens beharrlich eine Entscheidung erwartet. Wenn die Richtlinien in einem Land vorsehen, dass die Angehörigen "ja" oder "nein" sagen, dann mussman eben eine Antwort bekommen, egal welche.

rosa_schaefchen:Für die meisten gilt Hirntod=Tod, für mich ist aber ein Mensch erst "richtig" Tod, wenn das Herz auch nicht mehr schlägt.

Ich habe in einem Artikel das Gegenteil gelesen, dass ein Herztoter in Frankreich zur Organspende vorbereitet wurde obwohl er noch nicht Hirntod war, und solche Fälle (soundsoviel Minuten herztot) sind durchaus noch auf die Beine zu bringen. Also mache ich mir eher Sorgen, dass jemand bei bloßem Herztod als Spender klassifiziert wird (ist in jedem Land unterschiedlich).

Wenn jemand Hirntod ist, dann dürfte das Herz u.ä. Dinge sowieso nur durch Maschinen angetrieben werden, oder irre ich mich da? Das Hirn ist doch die Steuerzentrale des Körpers!

Hasenreich: Das Schlimmste ist, dass im Ausweis der Hirntod noch nicht einmal erwähnt wird und still vorausgesetzt wird, dass für jeden der Hirntod der Tod des Menschen zu sein hat. Das entspricht vielleit Deinem, aber NICHT MEINEM Todesverständnis

Wie oben gepostet, es ist unterschiedlich, in einem Fall in Frankreich nahmen sie schon den Herztod.

Ich habe daher auf meinem Organspendeausweis extra mit rosa Textmarker hervorgehoben "HIRNTOD nicht Herztod" vermerkt.

orrybeach: Glauben Ärzte etwa, sie wissen, wann der Mensch Tod ist? Nur weil Gehirnströme nicht mehr messbar sind? Die Zeit zwischen Organentnahme und Wiedereinpflanzung in den neuen Körper muss so kurz wie möglich sein, deshalb wird das Herz des "Toten" oft noch künstlich in Gang gehalten und schlägt bei der Entnahme dann auch noch!!!!!!!!

Der "Tote" in Anführungszeichen ist lächerlich. Der Körper lebt nicht mehr, Punkt. Ob man daran glaubt, dass der Mensch eine unsterbliche Seele besitzt und wielange die braucht, bis sie sich gelöst hat, ist eine andere Sache. Aber der Körper ist definitv tot, er fängt nicht an wieder aufzustehen nur weilman ihn in Ruhe lässt!

Lancis: Ausschlaggebend für meinen Sinneswandel war aber letztlich genau die fordernde Haltung, die die Fadenerstellerin hier aufweist. Es ist mein Körper, es ist mein Leben, es sind meine Organe. Ich bin nicht verpflichtet, irgendetwas davon zu geben.

Letztends beim Einkaufen forderte die Kassiererin meine Postleitzahl, was ich höflich verneinte. Soll ich jetzt nicht mehr einkaufen gehen deswegen? ich habe kein Problem mit einer fordernden Haltung, ich bin alt genug, um zu wissen was ich will. Und was ich nicht will. Von einer fordernden Haltung lasse ich mich nicht beeinflussen.

Wenn ich das gut finde, sage ich "Hey, toll, füllen Sie mir das aus, ich unterschreibe."

Wenn ich das schlecht finde, verneine ich einfach.

Ich würde nie etwas, was ich prinzipiell gut finde, wegen einer "fordernden Haltung" auf einmal aufgeben; das hat was von Trotzreaktion auf dem Kinderspielplatz für mich.

Peddi: Dieser Meinung bin ich. Niemand sollte überredet werden, ein Organspender zu werden. Ich würde aber auch niemanden überreden, kein Organspender zu sein, der es möchte.

Von überreden hat hier bisher, abgesehen Hasenreich, niemand etwas gesagt. Eine bloße Frage ist für mich kein Überreden. Wenn meine Hautärztin fragt, ob ich schonmal meine Neurodermitis durch Ernährungsumstellung bekämpfthabe, ist das kein Überreden. Dann sage ich "Nein, wie wäre das?" oder "Nein, ich will ein richtiges Medikament" oder "Ja, machen wir mal." Organspende ist dasselbe Prinzip in grün.

Wenn man die bloße Frage schon als Überredung empfindet, läuft in der eigenen Wahrnehmung etwas grandios schief.

Sandra2006: Wir sind doch nicht mehr im Mittelalter, oder im alten Ägypten, wo man denkt, man müsse etwas ins Jenseits mitnehmen.

Entschuldigung wenn das Off-Topic wird, aber die Ägypter wären sehr wohl für Organspende gewesen. Wenn z.B. einem Menschen ein Zeh oder mehrere Zähne fehlte, bekam man ein künstliches. Das galt als das normale Körperteil (möglicherweise wurde es bei der Heilung "besprochen" a la "Dies ist Dein Zeh" und durch die Zauberkraft ersetzt es dann spirituell den verlorenen Körperteil.) Also die Mitnahme ins Jenseits ist differenzierter zu betrachten, es reicht auch ein Stellvertreter.

mraiwuol\ke


also ich habe mir schon mit 17 einen Spendeausweis machen lassen. MIr wäre ein frühzeitig Tod sowieso lieber, als ewig lange "lebenserhaltende Maßnahmen"...uh...schon alleine dieses Wort klingt schlimmer, als alles was ich mir für meine Zukunft jemals vorstellen will!

tjheT >realh nok`i


Setzen6

Dank diesem Thread bin ich dran erinnert worden, dass ich mich mal drum kümmern muss

Ich auch. :-D Ich hab meinen vom Blutspenden, der lag da an der Anmeldung aus. Ich trag den auch schon ne Weile mit mir rum, allerdings nicht ausgefüllt. :=o

Ich habe jedoch die Augen und die Haut ausgeschlossen auf dem letzten Ausweis, da ich äußerlich "intakt" bleiben will.

So hab ichs jetzt auch gemacht. :)z :)_ Über die anderen Gewebearten werd ich mir noch mal Gedanken machen.

[[www.organspende-info.de/]]

Ich finde, auf der Seite ist schwer ersichtlich, was nun alles gespendet werden kann. >:( Ich habs dann doch noch irgendwann gefunden, aber das ist mehr oder weniger nebenbei nur kurz aufgelistet. ":/

Kadhidya

Hornhäute, ist da auch die Augenfarbe bei? Ich glaube meine wären durch die Transplantation dann eh zu schlecht, aber eine Bekannte wollte nicht, dass jemand mit "ihren Augen" rumläuft und stellt sich das so vor, dass auch die Augenfarbe etc, dabei ist...

Ich hab auch gerade extra noch gesucht, was da alles dazu gehört. [[http://www.vitanet.de/f/13169 Hier]] sieht es so aus, als ist es wirklich nur die äußere Schicht, ohne Augenfarbe. Und sonst würden die ja nicht nur "Hornhaut" schreiben, oder? ??? Ich dachte auch erst, meine sind bestimmt zu schlecht (bin auch stark kurzzsichtig), aber die Kurzsichtigkeit kommt ja eher von der Linse, oder? ":/

KDadhxidya


Warten wir auf Anval und Hyperion, die haben Ahnung. :)z

t$he r2ealx noki


Ach, was ich noch vergessen hab: Ich finde die Organspende ist eine gute Sache. :)z Meine Oma ist an Nierenversagen gestorben :)-, mein Onkel hat bereits eine neue Niere bekommen :)- und ich bin Motorradfahrer (zumindest zükünftig ;-D, aber den Führerschein hab ich schon mal *g*). Außerdem würde ich ja wollen, dass mir auch geholfen würde, wenn ich schwer krank bin.

Abnval


Warten wir auf Anval und Hyperion, die haben Ahnung. :)z

Naja mehr als Grundkenntnisse habe ich in dem Bereich auch nicht.

Aber die Hornhaut ist eigentlich nur die äußerste Schicht und hat mit denn schönen Augen nicht viel zu tun.

H]aseMnreicxh


Kadhidya

in unserem Land, damit ist D gemeint (bzw. alle Länder mit erweiterter Zustimmung). Und ja, ich finde es einfach pietätlos und geschmacklos, Trauernde Angerhörige im Schock nach Organspende zu befragen.

Auf anstehende Zeugenaussagen bei Unfällen wird Rücksicht genommen "er ist noch nicht verhehmungsfähig" - aber Angehörige im Unfallschock sind genauso befragungs- und vor allem entscheidungsunfähig.

Und ja, ich kenne persönlich Betroffene die man überredet hat - und die diese übereilte Entscheidung im Nachhinein bitter bereut haben.

Ich kann es bei jedem nachvollziehen, wenn er sich für Organspende ausspricht, weil er Bekannte oder Verwandte auf der Warteliste hat.

Bei mir ist dies umgekehrt. Deshalb verzichte ich, um diesen Menschen meine Solidarität zu zeigen - und wenn ich verzichte, ist es wohl auch logisch, dass ich nicht spende.

Lerche

Und ob das jetzt der Bericht eines Medizinstudenten oder einer Krankenschwester ist, ist ja wohl wirklich unwichtig. - Es ist zumindest der Bericht eines Angehörigen aus dem Pflegepersonal.

KXadhiDdya


Da kann man auch einen Historiker oder Philologen oder Bürokaufmann fragen, der den falschen Beruf gelernt hat.

Die werden auch sagen, dass das was sie machen müssen/mussten, unheimlich schwer (oder unheimlich langweilig) war, das heißt aber nicht dass es so ist.

Nur dass es so empfunden wird.

Eine OP-Schwester muss eben Blut sehen können und bei Tranplantationen mitwirken, ein Bürokaufmann Dreisatz rechnen, ein Philologen lang in der Bibliothek sitzen... Das bringt der Beruf so mit sich. Klar dass Menschen die den falschen Beruf (ihren eigenen Fähigkeiten und Anlagen entsprechend) gewählt haben, das so sehen.

H+ase!nireich


Ich verweise hier an dieser Stelle mal an einen Beitrag in diesem Faden von einer Userin, die sich wohl in dieser Frage auszukennen scheint:

[[http://www.med1.de/Forum/Gesundheitswesen/529773/14604671/]]

KUaGdhixdya


Da habe ich undeutlich ausgedrückt: sie muss evt bei Transplantationen mitwirken.

was ich meinte, war: sie muss Blut sehen können. Das gehört zu ihrem Job.

Genau wie ich in der Bibliothek sitze.

Und glaub mir, ich kenne mich bei mir aus: das ist nicht sehr schwer, es ist ne Fleiß- und Konzentrationsarbeit. Genauso gibt es Leute, die sagen, das ist ja so unmenschlich schwer und langweilig.

Das ist es in Wirklichkeit nicht.

Das ist nur das Empfinden von diesen Leuten, genauso wie "Deine" OP-Schwester das eben sehr belastet, das ist aber nicht bei allen so, und ein subjektiver Eindruck ist kein fakt und in einer sachlichen Diskussion null wert.

Soll ich jetzt auf einen Link verweisen, in dem eine OP-Schwester das Gegenteil behauptet?

Haben wir dann Patt, oder gehts in die nächste Runde??

Wenn Du das alles so schlimm und schrecklich findest - dann ist das so.

Aber versuch mich nicht zu missionieren, ich dräng Dir auch nicht meine Meinung auf!

Subjektive Eindrücke sind in sachlichen Diskussionen null wert, sie sind subjektiv. entweder ist das ne sachliche Diskussion, oder ein emotionales Schlammcatchen, in letzterem Fall müsst ihr auf mich verzichten.

mQeHa cul5pxa


@ Hasenreich

Auf anstehende Zeugenaussagen bei Unfällen wird Rücksicht genommen "er ist noch nicht verhehmungsfähig" - aber Angehörige im Unfallschock sind genauso befragungs- und vor allem entscheidungsunfähig.

Mag vielleicht daran liegen, dass es nach einem Unfall schnell gehen muss, wenn das Opfer erst mal tot ist ists zu spät. Meinst nicht? ;-)

Und ja, ich kenne persönlich Betroffene die man überredet hat - und die diese übereilte Entscheidung im Nachhinein bitter bereut haben.

Hast sie auch näher dazu befragt, wieso? War es ein unangenehmes Gefühl, dass ihr Anverwandter durch seinen Tod zumindest noch einem anderen Menschen helfen, vielleicht sogar das Leben retten konnte? Dachten sie es hätte irgendwas an seinem Tod geändert?

Bei mir ist dies umgekehrt. Deshalb verzichte ich, um diesen Menschen meine Solidarität zu zeigen

Klar, während es mir gut geht, verzichte ich gern aus Solidarität auf mein Leben... Wenns dann mal soweit sein sollte, reden wir weiter. :=o

Hxasenr\eich


Natürlich gibt es in jedem Beruf Dinge, die einem schwer fallen, und ob man sich damit arrangieren kann, hängt natürlich auch von den Begabungen und Neigungen ab, keine Frage. Z.B. sollte niemand, der kein Blut sehen kann (so wie ich zB.) einen med. Beruf ergreifen.

Aber dies geht m. E. an die Substanz, dh. es ergreift tiefste ethische Grundsätze, und da sollte es meiner Meinung nach schon eine Befreiung geben. Und dies scheint ja auch der Fall zu sein (zum Glück!)

Genauso wie es ja auch seit Jahren die Befreiung vom Wehrdienst gibt (Zivildienst!) - eben aus Gewissensgründen

Und warum mein Vergleich zur Unterhaltungselekronik so angegriffen wird, ist mir auch ein Rätsel - denn dies war keinesfalls in irgendeiner Weise abwertend gemeint: Im Gegenteil - damit wollte ich zum Ausdruck bringen, wie wichtig es mir ist, dass kranken Menschen geholfen wird - aber für mich heiligt eben nicht jedes Mittel den Zweck. Künstliche Hilfen wie Kunstherz und Co. wären für mich ein ethisch gangbarerer Weg, Kranken Menschen zu helfen als über die Transplantation - denn erstens treten eben keine Abstoßungsreaktionen auf - und folglich entfallen auch die Immunsuppressiva, und zweitens muss dafür kein Mensch sterben - dh. ein verunfallter Mensch, der unmittelbar an diesen Folgen sterben wird, muss nicht für eine Explantation herhalten.

Wenn daran geforscht wird und weiterhin daran geforscht wird, dann ist es ja schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. :)z :)^ - Ein zweiter Schritt in diese Richtung wäre die Einführung der ENGEN Zustimmung, denn nur dann ist gewährleistet, dass jede Organspende ein wirklich freiwilliges Geschenk ist und nicht ein im Schock abgerungenes Opfer oder eine rigorose Bestimmung des Staates (Widerspruchslösung) - denn Schweigen ist keine Zustimmung - genauso wie auch hier der Bloße Besitz eines Organspendeausweises nichts über die Spenderbereitschaft aussagt (ZB. bei angekreuztem Nein)

H"asNenreixch


mea culpa

"Hast du sie auch näher befragt wieso" - Ja das habe ich: Sie konnten nicht bis zuletzt bei ihrem Familienmitglied sein und hatten das entsetzliche Gefühl ihren Sterbenden Angehörigen zuletzt in seinen letzten Minuten im Stich gelassen zu haben! - Das wünsche ich wirklich keinem!

"Wenns mal so weit sein sollte, reden wir weiter." - Klar, können wir - ich bleibe bei meiner Entscheidung. - Warum geht man eigentlich immer so dringend davon aus, dass man selbst ein Organ brauchen könnte? - Zum Zeitpunkt des Ausfüllens eines Ausweises stehen die Möglichkeiten 50 zu 50 - dh, ich kann genausogut zum Spender werden - denn zum Zeitpunkt des Ausfüllens weiß ich das nicht. - Und den im Schock Befragten hilft diese Aufrechnung der Wahrscheinlichkeiten erst recht nicht, denn diese sind in diesen Minuten im klaren Nachteil für sich und ihren Angehörigen!

H_asen9rmeic|h


Kadhidya

Warum auf einmal so agressiv ??? - Ich dränge niemandem hier meine Meinung auf, ich versuche lediglich meinen Standpunkt zu erklären - sonst nichts. Oder darf ich nicht mal mehr Fragen beantworten, die an mich gerichtet werden, weil mein Standpunkt hier doch ein wenig "exotisch" zu sein scheint ???

Ich dränge niemandem etwas auf, ich erkläre bloss meine Sichtweise, das darf doch erlaubt sein, oder?

PDeddxi


Wenn man die bloße Frage schon als Überredung empfindet, läuft in der eigenen Wahrnehmung etwas grandios schief.

Blödsinn, ich bin nur vorsichtig, wie ich selber etwas formuliere. Darum schrieb ich auch in der Ich-Form.Einfach, weil meine Familie von diesem Thema betroffen ist, und ich selber damit eventuell nicht so neutral sein könnte, wie ich wollte.

Ich finde diesen Faden und Diskussionen sehr gut.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Gesundheitswesen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH