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Organspendeausweis

C~haose T9otaxl


Deswegen bin ich in erster Linie der Meinung man sollte es halten, wie in Österreich. Viele der Menschen machen sich eben keine Gedanken und dann muss man es eben machen. Ich finde man darf niemanden zwingen für was er sich zu entscheiden hat, aber allein an Wahlbeteiligungsstatistiken sieht man doch, wie viel Initiative im Volk steckt.

b!eet|lejuihcex21


ich geb dir uneingeschränkt recht.

Ich will ja auch keinen zwingen sich unbedingt dafür zu entscheiden...

Ich hätte gerne wenn sich jeder mal damit auseinander setzt und dann eine Entscheidung für sich trifft, egal wie diese ausfällt.

Aber es setzen sich viele Menschen ja mit wenigen Dingen auseinander, egal ob Politik, Gesundheit oder Religion *grins*

MKee1resbaxby


@ romie

Ich hätte einfach gerne gewusst, warum du dagegen bist. Welche Ängste oder Bedenken stecken dahinter?

Nun, wie gesagt: Jeder sollte selber entscheiden, ob er Organe spenden will. Und niemand sollte für seine Entscheidung verurteilt werden. Es ist halt zu akzeptieren, wenn jemand das nicht will. Die Organe sind das einzige was mir wirklich gehört, und ich will sie auch mit ins Grab nehmen. Und ich empfinde es als Verlust meiner Würde, wenn ich nach dem Tod nur noch als Ersatzteillager mit brauchbaren Teilen angesehen werde.

während auf dem Friedhof brauchbare Organe verrotten

Diese Organe "verrotten" nicht einfach, sondern sie werden zu Erde. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Und niemand hat einen Anspruch auf sie.

@ Barceloneta

Ich finde das eine schöne Vorstellung, dass ich quasi in jemand anderem weiterleben kann.

Das sieht aber eben nicht jeder so. Einigen graust es bei dieser Vorstellung. Andersrum kann man auch die Frage stellen, ob die Einstellung der Organspendebefürworter wirklich auf "Nächstenliebe" beruht. Genau wie sie Nichtorganspendern Egoismus vorwerfen, könnte man ihnen vorhalten, dass sie

-ein schlechtes Gewissen haben und denken, sie schulden jemandem was

-bei anderen besonders moralisch dastehen wollen

-glauben, sie hätten irgendwas wieder gutzumachen

-im Falle des Falles selbst ein Organ wollen

-Pluspunkte bei ihrem Gott sammeln wollen

Alles nicht ganz uneigennützig. Aber ich will niemandem zu nahe treten ;-)

@ kadhidya

Das Mediziner und Theologen gegensätzliche Positionen einnehmen, dürfte keinen überraschen...

Die theologische Position interessiert mich nicht. Aber unter Medizinern ist das Konzept (oder besser gesagt Konstrukt) "Hirntod" heiß umstritten, genauso wie die Organspende an sich.

Aber selbst wenn man im Hirntod nichts mehr spürt, wäre das für mich kein Kriterium. Ich würde meine Ausschlachtung nach dem Tod trotzdem ablehnen.

@ chaos total

dass mir diese Regelung als sinnvoller in unserer Nullbockgesellschaft erscheint

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass viele Leute sich aus Faulheit keinen Organspendeausweis holen. Wahrscheinlich trauen sich die meisten nicht, sich als nicht zur Organspende Bereiter zu outen, um nicht der Buhmann zu sein, wie ich schon dargelegt habe. Und da wir in Deutschland die Zustimmungsregelung haben und man ohne Ausweis kein Spender ist, bleiben ihnen unangenehme Diskussionen und Egoismus-Aufschreie ganz erspart. Ich hatte auch lange Zeit keinen Ausweis, weil ich auch nicht spenden will. Aber um "auf Nummer sicher" zu gehen - auch im Ausland, habe ich seit gestern einen, in dem ich der Organentnahme widerspreche.

@ beetlejuice

Ich denke jeder sollte sich damit in Ruhe einmal auseinander setzen

Sei sicher, dass ich das getan habe. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass unsere Gesellschaft zu unkritisch gegenüber der Organspende ist. Klar, beim ersten Hinhören klingt es ja auch toll, Leben retten und so. Political Correctness vom Feinsten. Aber die Parole "Menschenleben retten", womöglich mit dem geheimen Zusatz:"Koste es, was es wolle", ist das ideale Deckmäntelchen für so manche Schweinerei. Außerdem finde ich nicht, dass wir Menschen grundsätzlich verpflichtet sind, automatisch immer alles "Machbare" zu tun, um Leben zu erhalten. Schon gar nicht, wenn wir dafür ein anderes Grundrecht verletzen müssen. In diversen Internetforen zu dem Thema las ich schon Sätze ala: "Ein kranker Lebender, den man mit einem Organ retten kann, geht vor einem Toten". Aber man kann wie gesagt nicht die Würde des einen gegen die Würde des anderen aufwerten. Ich bin leidenschaftliche Blutspenderin, mache das sehr gerne. In diesen Kreisen wird auch gern die Moralkeule geschwungen. Aber auch diese Spende ist freiwillig und jedem selbst überlassen.

bjeetl+ej`uicex21


@ Meeresbaby:

Ich hab sicher niemal behaupten wollen du hättest dich nicht damit auseinander gesetzt. Jedoch versteh ich das Argument nicht, man will keinen ausweis um sich als Nicht-Spender zu outen. Ich hab den in meiner Tasche, den sieht keiner, nur der Notarzt (und der typ der meine handtasche klaut *g* ) Und wenn der Notarzt ihn findet und ich bin Hirntot ist mir wohl ziemlich egal ob der mich für egoistisch hält wenn ich NEIN angekreuzt hab.

Aber nur so kann man Angehörigen diese schwere Entscheidung abnehmen und sicher sein, dass das geschieht was man auch will...

Im Übrigen ich bin Kinderkrankenschwester, ich weiß nicht obs was damit zu tun hat, aber für mich ist diese Art von Leben retten wenn meins eh schon vorbei ist, völlig selbstverständlich. Und da ich nicht wirklich gläubig bin ist mir auch vollkommen egal ob ich komplett oder unkomplett in die Erde komme bzw verbrannt werde, denn das will ich sicher auch.

m/ala;gena


Habe nicht alle Beiträge gelesen... Ich trage selbst einen solchen Ausweis auf mir, habe aber Probleme damit, den Kindern einen zu geben, denn irgendwie bleibt da ein Misstrauen, dass jemand aus finanziellen Interessen den Tod etwas schneller bescheinigen könnte...

MReerte+sbab_y


Ich meinte das so, dass viele sich bestimmt schon zu Lebzeiten sicher sind, keine Organe spenden zu wollen. Jedoch ist diese Ansicht verpönt, und so hängen die "Nichtorganspender" das Thema erst gar nicht an die große Glocke und holen sich natürlich keinen Ausweis.

Und da ich nicht wirklich gläubig bin ist mir auch vollkommen egal ob ich komplett oder unkomplett in die Erde komme bzw verbrannt werde, denn das will ich sicher auch.

Die Erfahrung hab ich schon oft gemacht, dass Ablehnung der Organspende oft - wenn auch unbewusst - mit einer religiösen Haltung verbunden wird. Dass es auch ganz weltliche Gründe haben kann, nicht ausgeweidet werden zu wollen (wie bei mir), scheint vielen gar nicht erst in den Sinn zu kommen. Ein würdiges Begräbnis des unversehrten Leichnams ist sicher keine Erfindung der Religionen.

@ romie

Warum sollte man deiner Begründung folgend, diese an ihren Krankheiten sterben lassen, warum sich dem Fortschritt auf diesem Gebiet bewusst verschließen?

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Nicht Wenn man nicht immer automatisch alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpft, heißt das nicht, dass man sich generell nicht helfen lässt. Vielmehr kann der Betroffene in der Situation nur selbst entscheiden, ob er die Behandlung annimmt oder nicht. Künstlichen Befruchtungen, wie auch immer sie aussehen mögen, stehe ich so gegenüber wie der Organspende.

BMaum/sterxn


Meeresbaby, hast du Informationen zur Haltung der Medizin zum Hirntod und der Organtransplantation? Im Krankenhaus in dem ich arbeite (ist kein kleines Dorfkrankenhaus) ist der Hirntod etwas unumstrittetes. Wäre schon interessiert an der neuen Information.

BxauJmstern


Habe gerade die Seite gefunden die auf der letzten Seite verlinkt wurde. Die "Information" darin, halte ich für einen schlechten Scherz.

bbeetlejxuice21


Ich auch Baumstern ;-)

Und Meeresbaby ich setze ein Nichtspenden-wollen nicht immer mit Religion gleich, ich bin nur ein ziemlich realistischer Mensch ohne große spirituelle Anwandlung, und da sagt mir mein klarer Verstand, dass für mich vollkommen egal ist was ich da beerdige und ob ich da "komplett" in der Kiste liege oder nicht. Sollte es ne Seele geben, dann ist die eh nicht an den Körper gebunden.... mir geben auch Friedhöfe nichts, ich besuche keine Gräber und Beerdigungen geben mir keinen Trost...

Ich glaub das diese ganze Grundhaltung in mir es mir einfach macht zu sagen Tod = Tod und da kommt dann auch nichts mehr. Und wenn meine Organe anderen das Leben verlängern ist das ein wunderschöner gedanke der mich mehr tröstet als das Verwandte meinen Leichnam komplett beerdigen.

Aber es sind persönliche Gründe und MEINE Gedanken, andere sind nicht schlechter. Ich möchte nur, dass sich jeder für sich damit mal auseinander setzt...

M2eeressbaxby


Baumstern, giggle doch einfach mal nach Hirntod, da findest du massenweise Links, die sich mit der Problematik Hirntod befassen. Einige gehen noch weiter und erklären den Hirntod zu einer Erfindung der Transplantationsmedizin. Die Umstrittenheit der Organtransplantation muss ich wohl nicht extra breittreten. Ich will jedenfalls nicht riskieren, mich wehrlos auf dem OP-Tisch barbarisch zu Tode zu quälen.

Bxaumystexrn


Es gibt auch massenweise Links über das fliegende Spaghettimonster, über Bush, der den Anschlag auf das Worldtrade Center organisiert hat, und über die Amerikaner die nur sagen sie hätten Bin Laden ermordet. In diesem Fall kann ich aber mit Fachwissen nicht mehr als über die geisten Auswüchse zu schmunzeln.

MReeresKbaby


Ich bin auch profan eingestellt, lege aber großen Wert auf die Würde Verstorbener, gerade weil sie sich nicht mehr wehren können. Das hat nichts mit religiösem oder esoterischem Schnickschnack zu tun.


Baumstern, selbst wenn das mit dem Hirntod stimmt, will ich trotzdem nicht nach meinem Tod ausgeschlachtet werden. Bisher sehe ich den Hirntod trotzdem als Vorverlegung des Todeseintritts. Ich kann nichts für die Krankheiten, die ein Spenderorgan evtl. heilen kann, bin niemandem was schuldig und will deshalb nach meinem Tod in Frieden gehen dürfen.

M;eere}sbaby


In diesem Fall kann ich aber mit Fachwissen nicht mehr als über die geisten Auswüchse zu schmunzeln.

Besonders witzig finde ich das nicht, was die Eltern dieser Kinder durchgemacht haben.

Boadums@ter)n


So eine Entscheidung muss man vor niemanden als sich selbst rechtfertigen. Ich persönlich kann mir z.B. keinen würdevolleren Abschied vorstellen, als ein Mensch der jeden Morgen nach dem Aufstehen dankbar für meine Entscheidung ist.

Fände es gut, wenn man z.B. bei der Ausstellung des Reisepasses oder des Personalausweises angeben müsste wie man zur Spende steht. Den Angehörigen eine solche Entscheidung aufzuhalsen finde ich nicht ok. Aus diesem Grund weiß in meiner Familie jeder wo meine Patientenverfügung liegt, und, dass ich spenden möchte ;-D Der Tod gehört zum Leben, und das ist gerade auch für das medizinische Personal manchmal schwierig zu akzeptieren.

M6eer~esbabxy


Eltern dieser Kinder

Die die KAO gegründet haben, meine ich.

So eine Entscheidung muss man vor niemanden als sich selbst rechtfertigen.

Finde ich auch. :)z Aber die Realität sieht oft leider anders aus {:( Z. B. dass viele Nichtorganspender beim öffentlichen Kundtun ihrer Entscheidung von allen Seiten angegangen werden, und Organspender sich oft als die besseren Menschen fühlen. Wie gesagt ist das Thema viel zu sensibel, dass man irgendwen für seine Entscheidung ins Knie f***n könnte.

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