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Darf ein Krankenhaus jmd. mit Einweisung ablehnen?

Sxoea?n


Ach noch etwas Grognor:

Du schreibst: Manche Menschen studieren / erlernen auch etwas ohne sich dazu berufen zu fühlen. Man stelle sich das mal vor, jemand der gute Arbeit leistet... seine Tätigkeit für ihn aber nicht mehr als ein normaler "Job" ist.

Bedeutet gute Arbeit für Dich, dass das Krankenhaus möglichst viel Geld mit dem Patienten verdient oder bedeutet gute Arbeit für Dich, dem Patienten zu helfen?

n)ellba26


Ich bin mal vom Frauenarzt mit einer Einweisung ins KH geschickt worden " akuter bauch". Die haben mich dann wieder heim geschickt.

Sind dann in ein anderes, dort wurde ich umgehend operiert und gerade noch rechtzeitig.

Naja, es gibt eben solche und solche.

ELhemali<ger Nutz\er (#476719x3)


Du hättest lieber Architektur studieren sollen oder so, aber Arzt scheint aus ethischer Sicht gesehen echt der falsche Beruf für Dich zu sein

Ethik? Welche Ethik? Kannst du das genauer ausführen? Warum bist du der Meinung, dass ein Mediziner offensichtlich eine ethische Grundlage haben muss und ein Architekt nicht? Bist du schon mal auf den Gedanken gekommen, dass es auch Mediziner gibt, die nicht direkt am Patienten praktizieren? Brauchen die dann auch einen festgefahrenen, ethischen Kodex, der sich am besten noch mit deinen eigenen Moralvorstellungen deckt?

Die tun genau das Richtige und helfen wo Sie können.

Ja. Tun sie. Manchmal. Manchmal bauen sie auch Mist und berufen sich auf ihre Ehrenamtlichkeit und den Dienst an der Gesellschaft. Gute Absicht allein reicht hin und wieder nicht.

Somit kann ich als Patient ein solches Verhalten erst recht erwarten

Nur weil ein Arzt Geld für seine Tätigkeit erhält, hat ein Patient ein Anspruch auf eine Versorgung die ihm seiner Meinung nach zusteht? Oder wie jetzt? Frei nach dem Motto "Ich zahle, ich schaffe an?". Der Patient selbst zahlt dem Arzt (im Regelfall) nichts - wer zahlt ist die Gesellschaft als solche. Manche Menschen zahlen auch nie in ihrem Leben in das System ein und erhalten trotzdem eine entsprechende Versorgung.

Andere Länder, andere Sitten. Worüber man sich phasenweise in Deutschland aufregt, sind sehr oft Luxusprobleme. Der Sinn einer interdisziplinären Notaufnahme besteht in anderen Ländern darin, dass der Patient jetzt gerade akut nicht stirbt. Bein-AuaAua seit 3 Wochen, um 2 Uhr früh in einer deutschen Notaufnahme? Sieht sich wahrscheinlich zumindest jemand an. Andererorts kommt man damit nich mal am Portier vorbei.

Dieses Anspruchsdenken greift ohnehin wie eine Seuche umsich. Oh, wow, Steuerzahler? Cool, wie jeder andere auch. Dennoch ist das öffentliche Gesundheitssystem nicht der ergebene Dienstleister, so wie man das gern hätte und die "Ich bin Kunde, ich hab recht"-Mentalität ist da fehl am Platz.

Bedeutet gute Arbeit für Dich, dass das Krankenhaus möglichst viel Geld mit dem Patienten verdient oder bedeutet gute Arbeit für Dich, dem Patienten zu helfen?

Bitte wovon redest du? Das öffentliche Gesundheitssystem als solches ist in der Regel ohnehin nicht profitabel - und sollte es auch nicht sein.

Manche Menschen machen einen guten Job und vollziehen ihre Tätigkeit auf einem qualitativ hohen Level. Zählt dazu einen Menschen zu helfen? Von mir aus. Zählt auch dazu, einen Menschen, der hier falsch ist vor die Tür zu setzen? Wenn das seiner Meinung nach das richtige ist, soll er das tun.

Notaufnahme ersetzen nicht die Versorgung durch niedergelassene Mediziner (auch wenn das bei manchen Menschen offensichtlich den Eindruck macht). Da gehts um Akut- und Notfallmedizin - inklusive entsprechender Triage.

Deine Vorstellungen von Ethik und moralischer Verpflichtung in Ehren, aber das trifft nicht auf alle zu. Muss es auch nicht. Für manche, auch Mediziner, ist ein Job nur ein Job - nicht Berufung, für die man sich aufopfern muss. Beschwer dich also bitte nicht über Leute die deine selbstgesteckten Kriterien nicht erfüllen - das haben sie nicht nötig.

Soll auch Leute geben, die "Aus Liebe zum Menschen" für Gesülze halten.

hGaw$keeye0x07


Mir ist vor 14 Tagen etwas ähnliches passiert, mich würde mal eure Einschätzung dazu interessieren :-)

Ich habe samstags die Notaufnahme einer großen Uniklinik besucht, da meine linke Gesichtshälfte gelähmt ist. Die Lähmung ist Samstag aufgetreten und ich dachte an einen Schlaganfall oder so. Also in die Notaufnahme. Dort wurde eine halbseitige Gesichtslähmung unbekannter Ursache diagnostiziert, ein Schlaganfall wurde ausgeschlossen. Man wollte mich erst dabehalten, damit man am Montag eine Lumbalpunktion machen kann. Samstag und Sonntag hätte es keine Diagnostik und auch keine Therapien gegeben. Daher fragte ich, ob es nicht auch reichen würde, wenn ich Montag wiederkäme. Der Arzt fand die Idee ausgezeichnet, er klärte mich schon über die Lumbalpunktion auf und meldete mich auf Station für Montag an. Dann bekam ich den Arztbrief, wo das Vorgehen nochmals erläutert wurde. Ich bekam eine Nummer, die ich Montag anrufen sollte, zwecks Aufnahme.

Ich rief am Montag also die Nummer an. Der Kerl erklärte mir, sie hätten keine freien Betten und angemeldet sei ich auch nicht. Ich könnte es im Mai nochmal versuchen. Ich diskutierte mit ihm, doch keine Chance. Obwohl ihm der Arztbrief vorlag (soviel zum Thema, ich sei nicht angemeldet), hatte ich keine Chance, mich aufnehmen zu lassen. Der Weg über den erneuten Besuch der Notaufnahme (von ihm vorgeschlagen) funktionierte auch nicht. Ich wurde nicht behandelt.

Ich frage mich mittlerweile, ob das so in Ordnung war. Schließlich war ich vom Krankenhausarzt angemeldet und eingewiesen...

Wie seht ihr das? Eine Lumbalpunktion wurde bis heute nicht gemacht, Lähmung immer noch voll da.

Lb3AoNxA


Wie seht ihr das? Eine Lumbalpunktion wurde bis heute nicht gemacht, Lähmung immer noch voll da.

Hausarzt? Zwecks Einweisung in ein anderes Krankenhaus der Überweisung zum Facharzt?

h0awgkeye#0,07


Hausarzt hat es im Krankenhaus probiert, auch er hatte keine Chance. Hat dann aber immerhin einen niedergelassenen Neurologen vermitteln können.

Ich finde das Verhalten des Krankenhauses einfach unmöglich, ich hätte ja nicht mal eine Nacht bleiben wollen, hätte nicht mal ein Bett gebraucht. Das hab ich dem Kerl am Telefon auch mehrfach gesagt und trotzdem wurde ich abgewiesen.

EKhemaliNger NutzeWr (#4x67193)


Ich rief am Montag also die Nummer an. Der Kerl erklärte mir, sie hätten keine freien Betten und angemeldet sei ich auch nicht.

Schlecht Kommunikation von Seiten des Krankenhauses.

Der Weg über den erneuten Besuch der Notaufnahme (von ihm vorgeschlagen) funktionierte auch nicht. Ich wurde nicht behandelt.

Dafür ist, mit Verlaub, die Notaufnahme, auch nicht da. Eine Verdachtsdiagnose wurde, nach dem ersten Besuch, ja wahrscheinlich im Arztbrief formuliert. Die Notaufnahme ist in dem Fall nicht der richtige Ansprechpartner.

ich hätte ja nicht mal eine Nacht bleiben wollen, hätte nicht mal ein Bett gebraucht.

Naja, eine Lumbalpunktion macht man schlecht irgendwo zwischen Tür und Angel. Betten sind meist das kleinste Problem, eher das Personal und die Ressourcen.

T,es{trale


Laut einer EU Verornung sind ALLE Europäischen Kliniken, nach und nach das Manchester Triage-System einzuführen. IN Italien z.b. ist das schon fast Flächendeckend einfegührt, in Deutschland fangen die meisten Krankenhäuser jetzt erst an das einzuführen,

[[http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.mittendrin-klinikum-mittelbaden.de%2Fwp-content%2Fuploads%2FS7.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.mittendrin-klinikum-mittelbaden.de%2F766%2Fdas-manchester-triage-system%2F&h=214&w=472&tbnid=wd1_s9oiCOhtpM%3A&zoom=1&docid=8HMHfa9iIIl55M&ei=5hwHVZGFFMawUbT_g9AK&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=241&page=1&start=0&ndsp=23&ved=0CCQQrQMwAQ]]

Li3KANA


Dafür ist, mit Verlaub, die Notaufnahme, auch nicht da. Eine Verdachtsdiagnose wurde, nach dem ersten Besuch, ja wahrscheinlich im Arztbrief formuliert. Die Notaufnahme ist in dem Fall nicht der richtige Ansprechpartner.

Naja, dann muss man evt. auch mal andere Krankenhäuser kontaktieren.

Ich musste 6 Jahre suchen um eine passende Klinik für mich zu finden und für die fahre ich auch über 100 Kilometer.

Ich finde es nicht richtig immer seine eigene Verantwortung abzuschieben. Entweder man investiert was in seine Gsundheit (nämlich Zeit und Geduld und ab und an auch mal den unbquemen Weg) oder man lässt es, darf sich aber hinterher nicht beschweren.

Klar, hat das KH falsch komuninziert, aber es lässt sich nunmal nicht ändern, dass kein Bett frei ist und die Organisation für solche Dinge eben kaum Termine hat. Dann wirklich von einem guten Neurologen eine andere Klinik oder Kliniken empfehlen lassen und schauen, dass man dort unter kommt. Zur Not eben ein paar Kilometer fahren.

AalexanddraT


In der Notaufnahme arbeiten auch nur Menschen und manchmal einiges länger pro Tag als jemand mit Bürojob oder sonst einem Job. Sie sind unterbezahlt und es ist in der Regel meistens zu wenig Personal da weil man sparen will und jeder von uns ja alles so günstig wie möglich haben möchte. Pünktlich nach Hause gehen? Kann man meistens vergessen.

Es gibt da eben solche und solche Menschen. Bei mir wollten sie auch mal nen alten Mann mit Blutverdünner und Schädelverletzung nicht aufnehmen nur weil er noch einigermassen ansprechbar war. Dann wiederum hab ich erlebt, dass man mit Verdacht auf Lungenembolie in der Notaufnahme alleine tausend Tode sterben kann... oder in der Zwischenzeit erfriert weil man keine Decke bekommt. Und dann kann man auch erleben, dass sich die Leute fabelhaft um einen bzw. den Patienten kümmern.

Man darf auch nicht vergessen, dass manches leider zur Routine wird für uns in der Medizin und wir uns auch immer mal wieder klar machen müssen wie der Patient die Sache sieht und erlebt. Es würde jedem gut tun mal Unfallopfer zu spielen und den Ablauf als Patienten mit zu machen.... dann merkt man fehlende Kommunikation, unfreundliches Benehmen etc. sehr gut.

Jemanden in einer lebensbedrohenden Situation kann und darf man nicht abweisen... aber was ist lebensbedrohend? Ist es der Patient der still da sitzt oder derjenige der laut schreit? Derjenige der seit Tagen Bauchweh hat und es heute nicht mehr aushält oder der Patient der erst seit einer Stunde Bauchschmerzen hat? Wo Menschen arbeiten können Fehler passieren... Gott sei Dank sind dies in der Regel wenige und vorallem wenige mit Konsequenzen für den Patienten. Trotzdem muss man sich fragen "Brauch ich wirklich eine Notfallstation oder kann ich auch warten bis zum nächsten Tag und zum Hausarzt gehen". Und als HA sollte man sich überlegen ob wirklich jeder Spezialist und jede KH-Einweisung notwendig ist. ;-)

dtanaxe87


Und als Mensch in der Notaufnahme, dass die Menschen vor einem in aller Regel Angst haben. Nur weil man selbst es mit der eigenen Erfahrung albern findet sich vor einer Zecke im Kopf zu fürchten, heit es nicht das die Angst des Gegenübers nicht echt ist.

htawkeHye00x7


Grognor, stimmt, dafür ist eine Notaufnahme nicht da. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, nochmals in die Notaufnahme zu gehen. Das hab ich nur gemacht, weil der Mitarbeiter der Klinik das gesagt hat. Ich hatte zu dem Zeitpunkt echt Panik. Habe alle anderen Krankenhäuser im Umkreis von 50km mit Neurologie angerufen, niemand hatte Kapazitäten. Niedergelassene Neurologen auch nicht. Meiner Meinung nach ist eine Gesichtslähmung keine Lappalie.

Im Arztbrief stand eine Verdachtsdiagnose, da stand aber auch drin, dass es eine abschließende Diagnose und Behandlung erst nach der Lumbalpunktion gibt.

Mir geht es darum, die Untersuchung wurde von einem angestellten Arzt angeordnet und trotzdem wurde ich abgelehnt. Mich ärgert das einfach, denn bis heute weiß man die Ursache nicht und besser ist es auch nicht, das ist sehr unbefriedigend.

b6eFetlejeuice2x1


Du weigert dich doch im anderen faden und findest die lp sinnlos da damit nur borreliose ausgeschlossen werden soll... :-o

und generell sind medizinische Angestellte weder heilig noch bessere Menschen noch müssen sie per se freundlicher oder ohne Fehleinschätzung sein..

und das auch noch zu dem Gehalt. .gg

hKawkLeye00x7


Ja, ich bin ehrlich gesagt nicht traurig, um die LP rumgekommen zu sein. Aber darum geht es mir nicht. Ich hatte mich trotz Angst dazu entschlossen, es machen zu lassen, um auf Nummer sicher zu gehen. Mir geht es nicht um den Sinn der Untersuchung, sondern um die Tatsache, dass ein Arzt diese Untersuchung anordnet, sie also für medizinisch notwendig hält und diese Untersuchung dann nicht durchgeführt wird. Diese Entscheidung wurde aber nicht von einem Arzt getroffen, das ärgert mich.

Natürlich passieren Fehler und medizinisches Personal hat einen verdammt harten Job, das weiß ich. Hab selbst mal in der Pflege gearbeitet. Mich ärgert es einfach, dass ich mit meiner Krankheit von den meisten Ärzten so alleine gelassen werde.

E{hem8alige6r N{utzer (#3#2573x1)


Vielleicht sollte man bei der ganzen Diskussion was die nachts im KH müssen und sollen auch mal überdenken wieviel Personal nachts so ne Notaufnahme am laufen halten.

Nehmen wir einfach meinen Arbeitsplatz: kardiologische und thiraxchirurgische Klinik in einem Uniklinikum.

Die Aufnahme ist für internistische und kardiologische Patienten. In dieser Aufnahme befinden sich nachts eine Arzthelferin, eine Krankenschwester, ein Diensthabender Arzt, vielleicht ein PJ. Auf jeder Station eine Schwester ....

Was meint ihr denn was drei Menschen und vielleicht der PJ so machen nachts? Richtig die selektieren die halbe Nacht was wirklich Nitfall ist und was nicht und dazwischen kümmern die sich um die wirklich Kranken und die due mit dem RTW kommen.

Ich Habe manchmal so das Gefühl das einige glauben Nachts Rennen 20 Mann in der Notaufnahme rum und ziehen Hölzchen wer hetzt mal arbeiten darf....

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