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Muss ich mich freiwillig versichern?

s5chak_yde_luxise hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin Angestellter und mein Bruttogehalt ist über der Beitragsbemessungsgrenze.

Ich habe letzte Woche erfahren, dass es überhaupt sowas gibt. Ich bekomme seit Dezember mehr Gehalt und bin dadurch über die Grenze gerutscht. Leider hat mir mein Arbeitgeber das erst letzte Woche mitgeteilt. Hab sozusagen die Info bekommen, dass ich was machen MUSS.

Wenn ich nichts tue, hab ich dann keine Versicherung mehr?

Muss ich mich freiwillig versichern?

Muss ich mich freiwillig versichern, auch wenn ich weiß, dass ich in ein paar Monaten weniger verdiene?

Kann ich nicht einfach bei meiner gesetzlichen pflicht KV bleiben?

Wenn ich mich freiwillig versichere muss ich den Anteil vom Arbeitgeber selber bezahlen?

Muss ich bei freiwillig mehr zahlen als bisher? (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil)

Ich kann mir keine Private KV leisten, wie soll ich da eine freiwillige KV bezahlen?

Wenn mein Arbeitgeber seinen Anteil nicht mehr zahlen muss, hab ich dann automatisch mehr Gehalt?

Ich habe durch einen Studienkredit, Bafög und einem Vergleich hohe Schulden, die ich abstottere. Ich kann es mir kaum leisten 300 Euro mehr im Monat an die Krankenkasse zu zahlen. :-(

Ich bin ein bisschen verzweifelt, was die Recherche im Internet angeht. Ich habe keine aussagekräftigen Antworten zu meinen Fragen gefunden.

Vielen Dank im Voraus

Antworten
oxllea tantxe


Machen musst du jetzt gar nichts. Du kommst aus der Pflichtversicherung ohnehin nur raus, wenn du drei Jahre (neu: 1 Jahr, weiß aber nicht, ob das schon Gesetz ist) über der Beitragsbemessungsgrenze bist. Dann kannst du, wenn du willst, kündigen und in die PKV.

Freiwillige Versicherung ist nur bei Selbstständigen komplizierter; für dich bedeutet es jetzt nur, dass Beiträge vom Gehalt maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze berechnet werden, sonst ist kein Unterschied zur Pflichtversicherung.

Private sind für Jüngere zwar oft billiger, machen würde ichs trotzdem nicht.

Sxuwnoflowegr_x73


Du kannst Dich auf jeden Fall freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse weiterversichern. Ruf' die an und frag, wie hoch der Beitrag in Deinem Fall wäre! Als freiwillig verischert gilt, wer aufgrund der Einkommenshöhe in die private Krankenversicherung wechseln KÖNNTE. Man MUSS aber nicht.

Allerdings MUSST Du Kontakt mit Deiner Krankenkasse aufnehmen. Dort erfragen, was die angesichts Deines Einkommens als Beitrag haben möchten. Ich hatte mal von meiner KK eine Tabelle, der der genaue Monatsbeitrag zu entnehmen war, ist aber eine Weile her. Ich weiß auch nicht, ob aktuell der freiwillige Beitrag in allen gestzlichen KK gleich hoch ist.

Am besten daher mal mehrere Krankenkasse, die fpr Dich in Frage kommen, kontaktieren.

Mein Vater war den größten Teil seines Berufslebens freiwillig versichert. Wenn das Einkommen sinkt, ist man halt wieder gesetzlich pflichtversichert.

Habe gerade spontan mal bei der TK geguckt: [[https://www.tk.de/tk/versicherung-und-tarife/beitraege/beitraege-fuer-arbeitnehmer/19390]] Da liegt der Beitrag bei um die 550€ im Monat. Guck' mal auf Deine Gehaltsabrechnungen, was da bislang an Versicherungsbeitrag abgegangen ist. Das müsste sich in einem ähnlichen Bereich bewegen (weil Du schreibst, Du könntest Dir keine 300€ im Monat leisten. Die wirst Du vermutlich sowieso schon zahlen, aber das Geld ist halt schon weg, wenn Du Dein Netto-Gehalt bekommst!).

Bouddhel9ina


PVK zahlt sich bei nur wirklich sehr gut Verdienenden aus!

Würde ich niemals machen! :|N

Im Alter weiß man dann bei einer Krankheit oft nicht mehr, wie man es finanzieren soll!

z0u'z7a


hi,

du kannst einfach deine gkv anrufen, dass sie dir einen antrag für die freiwillige versicherung schicken sollen – dein AG führt die beiträge einfach weiter ab.

den gesamtbeitrag siehst du hier:

[[http://www.tk.de/tk/versicherung-und-tarife/beitraege/beitraege-fuer-arbeitnehmer/19390]]

AG zahlt 7,3% und du zahlst 8,2% – alles wie gehabt, deine kosten dürften sich somit nicht großartig ändern, so denn du vorher knapp unter der grenze warst ...

das ist übrigens bei allen kassen gleich – und dies schon immer ...! unterschiede ergaben sich früher bei selbständigen, gibt's mittlerweile aber auch nicht mehr.

RLHW


Hallo,

die gesetzliche Krankenkasse hat die bisherige versicherungspflichtige Mitgliedschaft zum 01.01.2011 automatisch in eine freiwillige Mitgliedschaft umgewandelt. § 190 SGB V

Wenn das monatliche Bruttogehalt über 3712 Euro liegt, sind die Beiträge bei einer freiwilligen und einer Pflichtmitgliedschaft gleich hoch. In beiden fällen zahlt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge (der Arbeitnehmer zahlt nur 0,9 Prozentpunkte mehr): § 257 SGB V

In den meisten Fällen übernimmt der Arbeitgeber die Überweisung der Beiträge. In wenigen Ausnahmefällen zahlt der Arbeitgeber den Beitragszuschus aus und der Arbeitnehmer muss sich um die Zahlung an die Krankenkasse kümmern.

Wenn der Verdienst in Zukunft die Versicherungspflichtgrenze von 4125 Euro brutto unterschreitet, tritt sofort Versicherungspflicht ein.

Die Unterscheidung freiwillige oder Pflichtversicherung hat Auswirkungen bei unbezahltem Urlaub, Elternzeit und den Kündigungsfristen.

Gruß

RHW

G?riemseuh1


Hallo. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei derzeit bei plus/mins 3700 und ein paar zerrdrückten.

Bis zu diesen Betrag zahlst du deine Kassen - und Pflegeversicherungsbeiträge wie gehabt.

Alles was darüber an Gehalt liegt wird nicht berücksichtigt.

Deine Kasse wird dann nächstes Jahr von dir einen Steuerbescheid verlangen um die Beiträge neu zu berechnen.

Das einzige was du tun musst ist deine Pflichtversicherung auf eine freiwillige Versicherung in der gesetzlichen KV umstellen zu lassen. Dazu genügt meist ein Anruf bei der KK. Diese senden dir dann einen Fragebogen. Ausfüllen an die Kasse zurück und das wars.

Lass auf jeden Fall die Finger von einer privaten KV du ärgerst dich nur schwarz über die urplötzlich auftauchenden Zusatzaufschläge wegen jedem Pups der dich drückt.

oJlle t,antxe


Deine Kasse wird dann nächstes Jahr von dir einen Steuerbescheid verlangen um die Beiträge neu zu berechnen.

Wozu? Wenn man Gehalt über der BBG verdient, ist der Beitrag doch ohnehin klar.

Ich war deswegen mal ein paar Jahre freiwillig versichert, musste aber nichts unternehmen, die Versicherung lief quasi automatisch weiter.

Ein Wechsel in die PKV wäre ohnehin nicht sofort möglich, sondern erst nach einer gewissen Zeit (bisher drei Jahre über der Grenze, jetzt soll es auf 1 Jahr gesenkt werden - weiß nicht, ob das schon durch ist). Ratsam ist es nicht, zumal man nur wieder raus kommt, wenn man weniger verdient, nicht z.B. bei Hartz IV.

G5ries&uh1


Olle Tante, ganz einfach. Es gibt gewisse Spielregeln die ein zu halten sind. Auch wenn die Kasse in diesem Diskutierten Fall weis wie hoch das Gehalt war, bei freiwillig versicherten wird laut Kassensatzungen und gesetzeslage ein Steuerbescheid ab verlangt um die beiträge zu berechnen. Auch wenn dann wieder der höchst Beitrag zustande käme.

Könne aber auch sein, dass der Jahresdurchschnitt darunterliegt und somit würde die höhe der Beiträge wieder sinken.

Machts doch nicht so kompliziert. :-) Ruf bei deiner Kasse an und frage wie es weiter geht. Dort wird dir geholfen

R"HW


Hallo,

in der Regel benötigen die Krankenkassen einen Nachweis über die Einkommenshöhe (meistens einen Steuerbescheid). Eine Ausnahme sind aber Arbeitnehmer mit einem Verdienst über der Versicherungspflichtgrenze. Nachweise sind hier nicht erforderlich (meistens überweist auch der Arbeitgeber direkt den Beitrag an die Krankenkasse).

Der Beitrag beträgt bei allen Krankenkassen 575,44 Euro plus Pflegeversicherung (72,39 oder 81,68). Ggf. kommt noch der Zusatzbeitrag der Krankenkasse hinzu.

Gruß

RHW

S8emanLn_8x5


Wenn Du Dich im Detail dafür interessierst, kannst mir ne PN schreiben.

Ich finde es in jeden Thread über dieses Thema nicht befriedigend was gesagt wird! Näheres via PN. Antworte morgen, mache nun Feierabend.

LG

z\uzxa


RWH hat die frage doch richtig beantwortet – ein steuerbescheid ist bei freiwillig versicherten angestellten nicht erforderlich. dies betrifft nur selbständige und sonstige freiwillig versicherte, da dort alle einkommensarten angerechnet werden. siehe hierzu den entsprechenden einnahmekatalog sowie die einheitlichen bemessungsgrundsätze des spitzenverbandes der gkv.

rvo#mie


Wenn ich nichts tue, hab ich dann keine Versicherung mehr?

Nein. Du bist dann freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert.

Muss ich mich freiwillig versichern?

Das wirst du automatisch. Der Arbeitgeber meldet der Krankenkasse das Jahresgehalt und damit auch, ob es über der Versicherungspflichtgrenze liegt (derzeit 4125 Euro).

Die Versicherungspflichtgrenze muss seit der Gesundheitsreform beim letzten Jahreswechsel übrigens nicht mehr drei Jahre hintereinander sondern nur noch ein Jahr überschritten werden.

Muss ich mich freiwillig versichern, auch wenn ich weiß, dass ich in ein paar Monaten weniger verdiene?

Ja. Du wirst automatisch so lange freiwillig versichert, wie dein Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Kann ich nicht einfach bei meiner gesetzlichen pflicht KV bleiben?

Nein. Das kannst du dir nicht selbst aussuchen. Du bist automatisch freiwillig versichert, sobald dein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Wenn ich mich freiwillig versichere muss ich den Anteil vom Arbeitgeber selber bezahlen?

Das ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, den Krankenversicherungsbeitrag für freiwillig Versicherte an die Krankenkasse abzuführen. Er kann auch seinen Zuschuss (271 Euro) mit dem Gehalt auszahlen und das Mitglied muss dann den Krankenkassenbeitrag selbst an die Kasse überweisen (oder von dieser einziehen lassen).

Muss ich bei freiwillig mehr zahlen als bisher? (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil)

Nein. Freiwillig versichert ist man, wenn das Gehalt über 4125 Euro liegt. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt allerdings "nur" bei 3712,50 Euro (2010: 3750 Euro). Wenn du seit kurzem über der Versicherungspflichgrenze liegst, dann lag dein vorheriges Gehalt wahrscheinlich doch bereits über 3712,50 Euro bzw. 3750 Euro. Somit zahltest du auch vorher wahrscheinlich schon den Höchstbeitrag.

Ich kann mir keine Private KV leisten, wie soll ich da eine freiwillige KV bezahlen?

Du zahlst ja nicht mehr als vorher. Letztendlich ist es nur ein formaler Unterschied.

In der privaten Krankenversicherung zahlst du, wenn du jung und gesund bist, wahrscheinlich wesentlich weniger Beiträge. Es gibt aber sehr viele negative Punkte in der privaten Krankenversicherung, weshalb ich niemals in die private Krankenversicherungwechseln würde (keine kostenlose Familienversicherung – hohe Beiträge im Alter – man kann nicht zurück in die gesetzliche Krankenversicherung – gute Leistungen dort haben auch ihren Preis)

Wenn mein Arbeitgeber seinen Anteil nicht mehr zahlen muss, hab ich dann automatisch mehr Gehalt?

Du bekommst dann zwar mehr ausgezahlt, da zum eigentlichen Gehalt der Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung hinzu kommt. Diesen und deinen Anteil zahlst du dann aber an deine Krankenkasse weiter, so dass du unterm Strich nicht mehr und nicht weniger hast als vorher.

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