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ab ins Krankenhaus – Einweisung an Krankenkasse?

Soelxent hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich muss Ende Juli ins Krankenhaus zur Septumplastik (Nasescheidewand wird korrigiert).

nun schaue ich mal so nebenbei auf den Einweisungsschein und was sehe ich da auf der Rückseite?

Die Kostenverpflichtungserklärung gegenüber dem Krankenhaus bleibt der Krankenkasse vorbehalten; deshalb bitte diese Verordnung vor Aufsuchen des Krankenhauses der zuständigen Krankenkasse vorlegen.

Geschieht dies nicht, so kann die Kostenübernahme durch die Krankenkasse abgelehnt werden; es sei denn, es liegt ein Notfall vor, und ein Leistungsanspruch besteht.

Was muss ich machen? Mir sagte beim HNO niemand, dass ich irgend etwas der Krankenkasse vorlegen muss. ???

Antworten
Stelexnt


*Thema hochheb*

sUusx87


Also ich würde sagen, dass du alle Unterlagen bei der Kasse einreichen musst inkl. einer Bescheinigung vom Arzt, dass der Eingriff medizinisch notwendig ist. Sonst könnte sich ja jeder seine Nase auf Kosten der Krankenkasse verschönern lassen. Sobald ein Nachweis über die Notwendigkeit vorliegt, übernimmt die Kasse auch die Kosten.

S3elenxt


Nein, nein – das ist keine Korrektur der Optik, sondern eine Notwendigkeit, damit ich wieder atmen kann (durch die Nase)!

Muss ich dennoch der Kasse den Schein vorlegen?

sIusY8x7


Ja klar. Weil die Kasse muss ja bei einer Prüfung begründen können, warum sie die Kosten hierfür übernommen hat.

t;he5-caveIr


Unsinn – Du musst erst mal gar nichts bei der Kasse einreichen, und ich würde Dir auch dringend davon abraten.

- Der Anspruch auf stationäre Krankenhausbehandlung ist eben *nicht* von der Genehmigung durch die Kasse abhängig (ist auf Bundessozialgerichtsebene ausgeurteilt). Eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse ist ohnehin völlig wertlos – sie hindert die Krankenkasse nicht daran, hinterher die Zahlung zu verweigern oder den MDK die Rechnng prüfen zu lassen. Die Kostenübernahmeerklärung ist im Prinzp nur eine bessere Versicherungsbestätigung.

- Falls die Kasse nicht zahlt, ist das ein Problem der Klinik, nicht Deines. Die Klinik weiß das und wird Dich nur dann operieren, wenn sie gute Chancen sehen, den Fall beim MDK oder notfalls beim Sozialgericht durchzukriegen.

- Die Kasse hat grundsätzlich *niemals* Anspruch auf medizinische behandlungsunterlagen (abgesehen von Diagnose, durchgeführter Therapie und einigen wenigen anderen daten, die in §301 SGB V geregelt sind). Medizinische Fragestellungen sind grundsätzlich vom MDK zu bearbeiten, nicht von der Kasse. Ich rate dringend davon ab, der Kasse mehr medizinische Daten zu geben als nötig.

- Wenn man einen Kassenmitarbeiter fragt "bezahlt Ihr das?", besteht zur Zeit eine hohe Wahrscheinlichkeit, das er "nein" sagt, völlig unabhängig von der Sachlage (viele Kassen sind knapp bei Kasse, alle fürchten den Zusatzbeitrag wie Teufel das Weihwasser – da ist jede Möglichkeit der Kostensenkung recht, siehe "Übernahme von City-BKK-Versicherten"). Ich überlege mir derzeit, eine große Kasse auf Unterlassung z verklagen, die ihren Versicherten gerne mal erzählt, stationäre Schmerztherapien würden nicht bezahlt...

Kurz zusammengefasst: Du hast kein Kostenrisiko, das hat die Klinik. Im Zweifelsfall setze Dich mit der Klinik in Verbindung, aber nicht mit der Kasse!

Grüße

Sjel9ent


Okay, vielen Dank für diese ausführliche und informative Antwort! :-)

S#unflPo[wjer_\73


the-caver hat alles gesagt! Vorausgesetzt, Du bist gesetzlich versichert. Nur Privatpatienten müssen sich selber kümmern.

Es gilt das Sachleistungsprinzip und Vertragspartner sind Klinik und Krankenkasse, die sich ggf. auseinandersetzen müssen.

Sachbearbeiter von Krankenkassen haben keinen Anspruch auf medizinische Infos, die über die simple Diagnosencodierung hinausgehen.

R,HW


Hallo,

in Berlin und Brandenburg legen (fast?) alle Krankenhäuser Wert auf eine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse.

@ the-caver:

Hast du einen Tipp, welches BSG-Urteil das ist? Das ist mir neu. Danke!!!

Gruß

t%he-caaver


Das BSG-Urteil habe ich nicht da, aber mit etwas Googeln findet man reichlich Urteile von Sozialgerichten, die darauf verweisen, z.B. hier:

[[http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/tk_sec.cgi?chosenIndex=UAN_nv_1005&xid=3990578]]

Im vierten Absatz der Entscheidungsgründe findest Du die Literaturstelle (leider nicht das Aktenzeichen).

Grüße

R!HW


Hallo the-caver,

vielen Dank für die Antwort.

Wird der Patient ohne vorherige Konsultation der Krankenkasse stationär aufgenommen, so entscheidet diese über den Behandlungsanspruch indirekt, indem sie, erforderlichenfalls nach Einschaltung des MDK, eine in der Regel befristete Kostenzusage (Kostenübernahmeerklärung) erteilt.

Diesen Satz finde ich sehr interpretationsfähig. Ist eine vorherige Konsulation der Krankenkasse erforderlich oder nicht?

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang diesen Link aus dem Ärzteblatt:

[[http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=56028]]

Zitat:

Hierzu wurde entschieden, dass die Krankenkasse sich zwar von einer Kostenzusage wieder lösen kann, dann aber darlegen muss, dass die Behandlung für den zugesagten Zeitraum nicht in der kostenmäßigen Höhe gerechtfertigt war. Lässt sich dies später nicht mehr beweisen, bleibt die Krankenkasse auf den Kosten sitzen.

Danach ist m.E. eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse wichtig, wenn es später darum geht, wer hat was zu beweisen (dann wäre das Verfahren in Berlin und Brandenburg auch nicht völlig unsinnig).

Gruß

RHW

c=yani(ca


Ich hatte auch so eine Einweisung und bei mir stand das natürlich auch drauf. Die Klinik hat mir telefonisch mitgeteilt, dass ich nur diese Einweisung brauche, mehr nicht.

Ich bin auch nicht mit mehr zur Klinik gegangen und bisher gab es auch noch keine Probleme.

p}ippiA_lotfta_07


@ Selent:

ich weiß nicht, ob mein beitrag schon zu spät ist ":/ in welchem bundesland wohnst du denn ???

wie RHW schon geschrieben hat: in berlin und brandenburg MUSS man die KH-einweisung bei der KH vor der stationären aufnahme (bei ambulanten operationen nicht) bei der KK vorlegen. diese bestätigt dann praktisch deine mitgliedschaft (weil das KH somit auf nummer sicher geht, dass du zum OP-datum tatsächlich krankenversichert bist). allerdings darf diese bestätigung nicht älter als 14 tage (von der stationären aufnahme rückgerechnet) sein! hast du diese bestätigung auf der KH-einweisung nicht, wirst du normalerweise auch nicht aufgenommen und somit nicht operiert (manche KH sind aber "so nett" und regeln das im notfall für einen) :|N warum das diese bundesländer so machen und die anderen nicht, keine ahnung... ":/

auf alle fälle alles gute für dich @:)

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