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Verbeamtung: Pkv trotz Psychotherapie? Versicherungsberater?

s{en4sualgitxy hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

bin gerade ziemlich verunsichert wie es mit meiner Krankenversicherung weiter gehen könnte.

In 2 Monaten starte ich ins Lehramtsreferendariat in Bayern und bekomme 50% Beihilfe, wenn ich mich privat versichere. Bleibe ich gesetzlich versichert, dann muss ich meine Krankenversicherung vollständig selbst bezahlen (wenn ich das richtig verstanden habe) – das wäre ein finanzielles Desaster (Unterstützung von den Eltern oder Rücklagen nicht mehr vorhanden!)

Mein Problem: ich schließe meine 2-jährige Psychotherapie gerade (in den nächsten Wochen, noch vor der neuen Versicherung) ab. Nun habe ich im Internet unter verschiedensten Quellen gelesen, dass es ziemlich haarig werden wird, eine private Kasse zu finden die mich überhaupt nimmt. (z.B. hier: [[http://www.wer-weiss-was.de/theme67/article4921751.html]]).

Wenn ich sie dann nicht vollständig selbst bezahlen müsste, dann würde ich einfach in der gesetzlichen bleiben, bis die 3 oder 5 oder 10 Jahre oder welcher Zeitraum auch immer um ist, nachdem einen private nicht mehr fragen ob man eine Therapie gemacht hat....

Was haltet ihr davon, einen unabhängigen Versicherungsberater aufzusuchen?

Hat jemand erfahrungen damit? [[http://www.bvvb.de/Content.aspx?content=12]]

Wenn ja, wieviel habt ihr dafür hingeblättert?

Wäre um Ideen oder Erfahrungen dankbar @:)

Antworten
s^enUsualixty


oh – obwohl ich schon seit wochen drüber grübele, ist mir ein peinlicher Fehler unterlaufen:

ich hab die Prozentsätze falsch interpretiert, dachte die offiziellen 15,x % + Zuschläge wäre nur die Hälfte...

* schäm * |-o

Ist halt blöd, dass man über dieses Thema mit kaum jemandem reden kann...

alle aus meinem Bekanntenkreis sprechen "nur" vom Preis/Leistungsverhältnis einzelner privater...

zxuzxa


schau doch bitte mal beim pkv-verband; es besteht kontrahierungszwang bei dem ERSTEN (und nur bei diesem!!) versicherungsunternehmen, bei dem du anfragst! andere unternehmen, bei denen du anfragst, müssen dich nicht aufnehmen! zudem beträgt der risikozuschlag maximal 30%.

die einzelnen versicherungsleistungen musst du selbst vergleichen – decken sie nur die beihilfe spiegelbildlich ab (nicht ausreichend!) oder welche zusatzleistungen sind mit drin? neben dem gegenstück zur beihilfe gibt es ja diverse ergänzungsversicherungen, ohne die man heutzutage und zukünftig kaum mehr auskommt – und da könnte es dann schwierig werden, diese abschließen zu können.

[[https://bestellungen.pkv.de/ihre-krankenversicherung-in-der-pkv/]]

gerade bei psychischen problemen sind die leistungen der beihilfe/pkv übrigens geringer als jene der gkv – zumindest momentan!

N4annix77


Ich würde Dir auch eher raten dich freiwillig gesetzlich zu versichern.

Ich weiß ja nicht weswegen du in Behandlung warst, aber nehmen wir mal an, deine Krankheit kommt wieder. Private und Beihilfe bezahlen meist nur 25 Therapiestunden im Jahr und es ist ein Kampf wenn du mehr brauchst. Da bist du bei der gesetzlichen besser dran. Auch wenn man mal viel weiter denkt, jetzt werden Dir vielleicht tolle günstige Angebote gemacht, aber im Alter kann Dich so eine private Versicherung ne ganze Stange Geld kosten, auch wenn du nach der Pensionierung nur noch 30% bezahlen mußt.

Und du schreibst das du momentan keine finanziellen Rücklagen hast, auch so ein Ding. Geh mal vom Worst Case aus und du wirst ernsthaft krank, bedenke das Du immer erst in Vorleistung treten mußt. Heißt, du mußt erst die Arztrechnungen bezahlen und dann bei der PKV/Beihilfe einreichen. Und bis zur Erstattung kann schon ne Zeit vergehen.

RdHW


Hallo,

die Annahmeverpflichtung für Beamte gilt nicht im Referendariat, erst danach.

[[https://bestellungen.pkv.de/w/files/shop_krankenversicherung-in-der-pkv/100325_dauernde_oeffnung_der_pkv_fuer_beamtenanfaenger.pdf]]

Beamtenanwärter Seite 2

Wichtig ist auch, was nach dem Referedariat sein wird. Wenn man in der Unterbrechnung arbeitslos ist, kann man nicht in die GKV zurückkehren (Ausnahme: Familienversicherung über den Ehegatten). Die PKV-Beiträge steigen bei Arbeitslosigkeit wegen des Wegfalls der Beihilfe deutlich an.

Der Vergleich GKV – PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" und Verringerung der Einnahmen

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Teiltzeitarbeit, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, späteres (Zweit-)Studium, Frühpensionierung wegen Erwerbsminderung, Alterspension, Auszeit wegen Kindererziehung, Hausfrau in der Familienpause (teilweise Beurlaubung bis zu 10 Jahren) -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen (bzw. bei Wegfall der Beihilfe deutlich erhöht).

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder (behindertes Kind?) oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten (ohne Arbeitslosengeld) werden in der GKV immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

[[www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html]]

[[www.bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf]]

[[www.pkv-ombudsmann.de/]]

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

In Hessen gibt es übrigens für Beamte in der GKV eine besondere Regelung: man erhält auch für Behandlungskosten, die über die GKV abgerechnet wurden, nachträglich auf Antrag einen Zuschuss der Beihilfestelle.

Die Beitragshöhe beträgt in der GKV 14,9% der Bruttoeinnahmen (Urlaubs-/Weihnachtsgeld anteilig audf den Monat umgerechnet) und bei Kinderlosen 2,2% für die Pflegeversicherung.

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

f[ettnuaepfch(enhupepfexr


In Hessen gibt es übrigens für Beamte in der GKV eine besondere Regelung: man erhält auch für Behandlungskosten, die über die GKV abgerechnet wurden, nachträglich auf Antrag einen Zuschuss der Beihilfestelle.

Wie muss ich das verstehen?

Weißt du, ob das vielleicht auch in Bayern gilt? :-)

shensxualAity


@ RHW

vielen Dank für diese vielfältigen Eindrücke!

Ich stehe den PKV´s grundsätzlich eh schon kritisch gegenüber. wenns nicht (kurzfristig betrachtet) günstiger wäre (im Ref 100 € haben oder nicht haben ist halt schon nicht unerheblich...), dann würde ich die PKV vermutlich eh nicht in Betracht ziehen.

zumal ich mir duchaus vorstellen könnte mal Teilzeit zu arbeiten und drüber hinaus Zusatztarife abschließen müsste, weil ich Kuren unbedingt dabei haben wöllte (habe beginnende Arthrose in der Hüfte...).

und vor den stegenden Beträgen im Alter habe ich auch Angst. Man weiß ja nie was die Zukunft bringt und dann hängt man in den Verträgen drin...

die möglichen Zuschüsse durch die Beihilfestelle bei gesetzlicher Versicherung würde mich auch sehr interessieren! ( auch Bayern )

gleich mal googeln! :)

danke für die interessanten infos von allen!

sxens%uPality


habe gerade das hier gefunden (seite drei widmet sich der gesetzlichen Versicherung)

[[http://www.lff.bayern.de/download/nebenleistungen/beihilfe/5568d322-e79e-4a5a-9bf2-334586d43e8d.pdf]]

sieht also nicht gut aus für bayern...

so ein Mist, ich finde das eine Sauerei! kdöf9e"§%V;KI;)&TB :-X

N,annix77


@ sensuality

Doch, du bekommst was und zwar auf Leistungen die die GKV nicht bezahlt.

Soweit jedoch aus dem vorrangig in Anspruch zu nehmenden System keine Leis-tungen bzw. nur Zuschüsse zu den dem Grunde nach beihilfefähigen Kosten gewährt werden, be-steht ein Anspruch auf Beihilfe. Dies betrifft Leistungen für Zahnersatz, für Heilpraktiker und Wahl-leistungen im Krankenhaus (Art. 86a Abs. 2 Sätze 3 – 5 BayBG; ab 01.04.2009 Art. 96 Abs. 2 Sätze 3 – 5 BayBG).

Also z.B. wenn du zum Heilpraktiker gehst, dann bekommst du die Rechnung zu den beihilfefähigen Höchstbeträgen erstattet. Aber Achtung dazu zählen nicht die Medikamente! Bei Zahnersatz bekommst du auch noch was dazu und wenn du im Krankenhaus z.B. Chefarztbehandlung hast oder ein 2-Bett Zimmer. Fürs 2-Bett Zimmer (sofern keine Regelleistung) ist das günstigste abzgl. 14,50€ täglich beihilfefähig. Fürs 1-Bett Zimmer gibts nichts, bzw. es wird nur das günstigste 2 Bett Zimmer erstattet sofern das nicht Regelleistung ist.

Also Du hast trotz GKV noch ein paar Vorteile gegenüber anderen gesetzlich Versicherten wenn du zusätzlich Beihilfeberechtigt bist! :-)

RxHW


Hallo,

die Sonderregelungen für Beamte in der GKV gelten nur in Hessen als einzigem Bundesland.

Ist die hessische Grenze evtl. in erreichbarer Nähe und eine hessische Schule nach dem Referendariat eine Alternative?

Im Referendariat von den knappen Referendarbezügen 100 Euro mehr Abzüge sind eine Menge Geld. Wenn man danach aber für z.B. 6 Monate keine Bezüge bekommt und dann z.B. 200 Euro mehr Beitrag von 0 Euro Einkommen zahlen soll, finde ich das viel schwerer. Wichtig ist es also einzuschätzen, ob und wie lang eine mögliche Arbeitslosigkeit nach dem Referendariat sein kann/wird.

Zuschüsse der Beihilfe gibt es in der Praxis meist für Heilpraktiker, Chefarzt, Zahnersatz, Zahnfüllungen, besondere Behandlungsmethoden und teilweise für Brillen. Das kann aber je nach Bundesland unterschiedlich sein.

Gruß

RHW

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