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Arzthelfer(innen) und die liebe Hygiene

LRi{ver;poo9l


Ich habe diese Putzfrau ca. 10 Tage beim Arbeiten gesehen, das war extrem aufschlussreich. Man hätte das Gesundheitsamt schicken sollen, aber vermutlich stecken die mit dem Krankenhaus eh unter einer Decke.

Es kann ja durchaus sein, dass es auch Reinigungspersonal gibt, dass es nicht so genau nimmt mit seiner Arbeit. Aber von einer Person direkt auf alle zu schließen ist doch sehr übertrieben. Und ich persönlich hätte auch nicht 10 Tage zugesehen wie ein Putzfrau in einem Krankenhaus offensichtlich schlechte Arbeit macht, sondern das angesprochen. Spätesten am Tag deiner Entlassung dürftest du dafür ja fit genug gewesen sein.

Eine Putzfrau, die in ein Badezimmer eines Zweibettzimmers kommt, das verschissene Klobecken und Klobrille hinten und Blut und Eiterspuren auf der Brille vorne sieht, die Augen verdreht und ohne zu reinigen wieder geht, gehört eigentlich in den Knast, damit sie lernt, wofür sie da ist.

Auch da frag ich mich, warum das nicht einfach angesprochen wird. Die Toilette hat sich ja nicht selbst in diesem Zustand gebracht und in einem Zweitbettzimmer ist die Auswahl an Verursachern ja gering, wenn man selbst es nicht war. Wenn ich das richtig verstehe, hast du stillschweigend 10 Tage lang eine blutige, eitrige und vollgekotete Toilette hingenommen. Also bitte, da kann man doch was sagen.

Sollte die Toilette im Laufe des Aufenthalts doch noch gereinigt worden sein, verstehe ich das das ganze Drama nicht. Selbst eine Putzfrau schreit nicht laut "Juhu" beim Anblick einer völlig verdreckten Toilette und wird wohl noch nach draußen gehen dürfen um sich entsprechendes Schutz/Arbeitsmaterial zu holen.

MJon'ika6x5


Nein, es hat natürlich niemand schuld. %-| Unsere Krankenhäuser gehören zu den gefährlichsten Orten in diesem Land, aber niemand hat schuld, schon gar nicht die Leute, die da arbeiten. Ganz sicher nicht. Frag mal Hygieniker, wie die das sehen, da gibts gar nichts zu deuten. Fehler passieren in jedem Beruf, aber es sind nun mal Fehler, warum sollte man die schön reden?

Und von wegen Alarm.. wie oft klingelt es denn deswegen, weil die Schwester (!!) jemandem das Leben retten muss? Das klingt ganz heldenhaft, ist aber nun absolut nicht Klinikalltag, das ist ja lächerlich.

b^eetl ejui2ce21


@ Monika:

Also auf der Inneren ist Herzalarm eindeutig ne alltäglichkeit, oder ein Krampanfall, oder das jemand ausgerutscht ist und jetzt da liegt.. reicht doch zum helfen, dass man da rennt statt erstmal was wegzulegen was ja der Pat auch einfach mal LIEGENLASSEN kann wenn er da nix dran zu suchen hat... ;-)

Und ja fehler passieren... und ich geb dem Prinzen recht, schafft bessere Arbeitsbedingungen dann passieren auch weniger fehler...

und mein favorit sind ja die Patienten die gerade vom Rauchen kommen sich ins bett legen und dann wegen ner flasche wasser klingeln, als wäre ma nein HOTEL ;-) {:(

t`atuxa


Patienten haben größtenteils keine Ahnung davon, das kann man auch nicht erwarten. Das muss man ändern durch Aufklärung, die jeder versteht und darüber hinaus darf man keine Instrumente liegen lassen. Der Mist, den du da schilderst, hat einzig und allein die vergessliche Schwester verursacht.

Viele haben keine Ahnung ja. Und Basisstandards in hygienischen Dingen eben auch nicht.

Aufklärung ist sicher ein Weg.

Ich bin aber nicht der Meinung, dass die Schwester hier Schuld hat. Erstens muss sie die Beine in die Hand nehmen, wenn die Kollegin Alarm klingelt, da kann etwas wirklich ernstes passiert sein.

Zweitens kann ich mir das Gemaule, wenn sie bei jedem Mal klingeln, erst mit dem Blutdruckmesser zum Dienstzimmer geht und dann zur Klingel, und dann wieder ins Dienstzimmer, sie muss ja weiter messen, Das Gejammer kann ich mir vorstellen. Das dauert dann noch länger bis man sein Kissen aufgeschüttelt bekommt, das Fenster, auf, zu auf Kippe, das Deckenlicht an oder aus... bekommt.

Dann frage ich mich, warum man an allem rumfummeln muss, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Bei Kindern oder Dementen kapier ich das ja noch aber bei Erwachsenen, geistig gesunden Menschen? ":/ ??? :|N

Sollte doch klar sein, dass man nicht den Wundverband aufreisst, sich in diversen Körperteilen rumpult.

Der Blutdruckmesser ist ja auch nur ein Beispielobjekt – was ist mit den Türklinken die der Patient anlangt,nach seinen geologischen Exkursionen in verseuchten Körperhöhlen?

Mit der Fernbedienung im Tagesraum, mit der Zeitung, die man nach dem Durchblättern wieder in den Flur legt?

Mir drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass wir in DE generell den Hygienestand von Wildsäuen haben.

tVatuia


Das klingt ganz heldenhaft, ist aber nun absolut nicht Klinikalltag, das ist ja lächerlich.

Monika

Woher hast du dein Expertenwissen.. Arbeitest du im Krankenhaus?

EshemaWlig"er Nuftzer (#14}9187)


Liverpool,

mit dem Ansprechen hatte ich einen schlechen Stand, weil ich mich bereits unbeliebt gemacht hatte. Ich bin es gewohnt, dass man mir erklärt, welche Pillen ich wozu nehme. Als man mir mal 7 oder 8 Pillen hingestellt hatte und ich mich erdreistet hatte zu fragen, was das eigentlich ist, was ich da nehmen soll, hatte ich schon verloren.

Die Schwester sagte, dass sie mir dazu nix sagen kann (darf), ich solle einen Arzt fragen.

Das habe ich dann getan, und er hat es mir erklärt. Super.

Aber am nächsten Morgen kamen andere Pillen.

Naja, der langen Rede kurzer Sinn: alsbald stellte sich heraus, dass man mir die falschen Pillen gegeben hatte.

Das wiederholte sich!

Abends bekam ich plötzlich eine Flüssigkeit in einem Becherchen, was ich vorher nie bekam. Ich bin dann raus gegangen und habe nachgefragt. Ergebnis: diese Flüssigkeit war nicht für mich, sondern für jemand anders.

Das mit dem Ansprechen war schwierig, denn der Verursacher war natürlich mein Zimmergenossen. Ein netter, aber sehr kranker Mann. Ca. 160 kg, er ist alle paar Tage auf so einem Wiegesthul gewogen worden, daher weiß ich das. Der ganze Ranzen voller Wasser, EF nahe 20%, er konnte nur im Bett sitzen, nicht liegen (Wasser in der Lunge), der hat das Badezimmer wortwörtlich zum Scheißhaus gemacht.

So, soll ich den jetzt in irgendeiner Form anschwärzen? Der konnte nix dafür, der war krank! Die Putzfrau war schuld, denn die hat etwas nicht gemacht, wofür sie angestellt war, denke ich mir zumindest.

Ich habe nicht 10 Tage lang eine eingesaute Toilett hingenommen, sondern habe eine Schwester gebeten, sie oder sonst jemand möge der Putzfrau Dampf machen. Wer dann was in die Wege geleitet hat, weiß ich nicht, aber es kam eine Putzfrau und hat sauber gemacht. Aber die Blut- und sonstigen Spuren an den gefliesten Wänden, waren die ganzen 10 Tage dran, und die sahen auch durchaus noch älter aus.

L-ivezrIpooxl


Und von wegen Alarm.. wie oft klingelt es denn deswegen, weil die Schwester (!!) jemandem das Leben retten muss? Das klingt ganz heldenhaft, ist aber nun absolut nicht Klinikalltag, das ist ja lächerlich.

Wer sagt denn hier, dass jedes Mal einer gerettet wird, wenn jemand klingelt?

Es ist aber definitiv Klinikalltag, dass ständig irgendein Patient wegen irgendwas klingelt. Wie schon mehrmals erwähnt geht es dabei oft um Wasser, Urinflaschen, offene Fenster oder sonstige Unannehmlichkeiten, aber man muss doch jedes Mal wieder auf die Klingel reagieren. Denn erstens könnte natürlich doch mal was richtig schlimmes sein, zweitens muss eben auch mit der bettlägerige Patient auf Toilette und drittens muss man sowiso ins Zimmer um die Klingel wieder auszustellen. Klingel ingnorieren ist eben nicht.

Eahemali.ger Nutozerx (G#14918x7)


tatua,

Mir drängt sich manchmal der Eindruck auf, dass wir in DE generell den Hygienestand von Wildsäuen haben.

ja, das Gefühl habe ich auch.

Aber warum kann man dagegen nicht vorgehen, als Patient und auch als Klinikbediensteter?

tratUua


@ Liverpool

Es gibt Klingeln und Alarmklingeln

Das ist eindeutig unterscheidbar für das Personal optisch und oft auch akustisch ;-)

Klingeln tut der Patient und den Alrm löst die Schwester aus, oder der ganz fiese Patient, wenn er weiß, wie es geht.

??dann kriegt er allerdings auf die Mütze ;-D ??

t;atfuxa


kleiner Prinz

Aber warum kann man dagegen nicht vorgehen, als Patient und auch als Klinikbediensteter?

:)=

Als Klinikbediensteter sollte man für Arbeitbedingungen kämpfen, wo Zeit für Hygienemaßnahmen ist und sich auch trauen Kollegen, die sich wildsaumäßig verhalten, auch mal zur Rede zu stellen.

Als Patient sollte man sich klar machen, dasss man im KKH auch mal feindseligere Bazillen rumschwirren.

Für die Bazillen ist ein KKH ein survivalcamp – nur die Fittesten überleben.

Also muß man extravorsichtig sein mit so Aktionen wie Hand in den Mund, Hand an die Wunde, Hand an den Blasenkatheter, die Drainage,...

Immer wenn man das tut, ohne sich selber die Pfoten desinfiziert zu haben, schafft man eine Eintrittspforte für Keime.

E^hemaligeQr Nutzer (X#14x9187)


Auf jeden Fall ist extrem auffällig, auch hier wieder sofort, dass, sobald ein Mangel im Gesundheitsbetrieb Krankenhaus oder Arztpraxis angesprochen wird, sich alle, die im Krankenhaus oder beim Arzt arbeiten, geradezu zusammen schließen und gegen die, die Grund zur Beschwerde haben, schießen.

Vor langem hab ich irgendeine Reizstrombehandlung am Unterarm und Mittelhand bekommen, also wurde da eine bestimmte Spannung angelegt.

Als ich sagte, dass das so nicht ok ist, weil die beiden Punkte, wo die Kontakte anlagen, meine Haut verbrennen – es stank richtig nach verbranntem Fleisch – sagte die arrogante Kuh zu mir, ich solle mich nicht so anstellen, wer so mit dem Moped abfliegt, dass die ganze Mittelhand über Monate geprellt ist, kann auch ein bisschen Reizstrom aushalten.

Die Narben habe ich heute noch am Unterarm.

Das Blöde ist, dass man als Patient nie weiß, an was für Dilletanten man gerät, und ob man nun besser Alarm machen muss oder ob das alles so sein muss, wie es gerade gemacht wird. Danach ist man meist klüger, aber dann liegt das Kind bereits im Brunnen.

bbeetVl>ejuicex21


@ tatua:

ja es gibt den Klingelunterschied, aber ich höre nicht vorher ob es beim Klingeln eines Pat darum geht, dass er ne Wasserflasche haben will oder weil sein bettnachbar aus dem Bett gefallen ist und blutend da liegt....

also rennt man natürlich auch beim "normalen" Klingeln relativ zügig... und wird dann meckerig wenn es wieder nur ums wasser geht, weil man was wichtigeres utnerbrochen hat. Ich hätte da gerne ne kleine Kristallkugel um zu sehen warum es klingelt ;-)

Und ja übermäßige Hygiene züchtet resistenzen, ist einem Laien auch schwer zu erklären, aber bei Leuten die Sagrotan in ihrem eigenen Haus benutzen mit Tastspender um bloß nix zu berühren.... denen erklärt man auch nur schwer, dass man so Allergien fördert.

bzeetlueju"ice2x1


Prinz ich glaube man hält hier zusammen weil man schimpfen auf "die ganzen unhygienischen und schweinischen Pflegekräfte" einfach ungern auf sich sitzen lässt...

Fahr ich mit nem Taxifahrer über rot sag ich auch nicht "alle taxifahrer haben ihren Führerschein wohl bei Quelle gewonnen"

oder wenn mir ne Pizza verbrannt vorkommt im Restaurant sind auch nicht "alle pizzabäcker zu blöd ne pizza zu backen"

Verallgemeinerung hier hasse ich wie die Pest.

E]hem"aligehr Nuttzer\ (#149)1x87)


tatua,

Als Klinikbediensteter sollte man für Arbeitbedingungen kämpfen, wo Zeit für Hygienemaßnahmen ist und sich auch trauen Kollegen, die sich wildsaumäßig verhalten, auch mal zur Rede zu stellen.

ja, stimmt!

Ich finde es nur schlimm, dass man für diese Arbeitsbedingungen kämpfen muss, früher dachte ich immer, das sei das Normalste auf der Welt.

Aber leider, zumindest in Deutschland, weit gefehlt!!

MOonikxa65


Arbeitest du im Krankenhaus?

Nicht mehr, aber habe ich, allerdings meistens Orthopädie.

Auf jeden Fall ist extrem auffällig, auch hier wieder sofort, dass, sobald ein Mangel im Gesundheitsbetrieb Krankenhaus oder Arztpraxis angesprochen wird, sich alle, die im Krankenhaus oder beim Arzt arbeiten, geradezu zusammen schließen und gegen die, die Grund zur Beschwerde haben, schießen.

Allerdings. Wenn es derart an Einsicht und gutem Willen fehlt, muss man sich nicht wundern, wenn es nicht besser wird. Frage mich bloß, wie die das in anderen Ländern schaffen.

Also muß man extravorsichtig sein mit so Aktionen wie Hand in den Mund, Hand an die Wunde, Hand an den Blasenkatheter, die Drainage,...

Vielleicht sollte man das noch viel deutlicher machen, mit großen und einfach verständlichen Aushängen in jedem Krankenzimmer etc.

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