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Ich bin so stinkig auf die Ärzteschaft

heurpx


@ Mirsanmir

Ein Aspekt mag das ja sein, der wichtigste ist m.E. aber der "was hat dir bei ähnlichen Beschwerden geholfen?" Die Suche nach Erfahrungen anderer...

Ok, das bringt mich aber direkt zu einer anderen Vermutung. Sunflower_73 sagte: "Die schlimmste Seuche ist das Internet."

Diese Aussage kenne ich auch von Ärzten aus meinem Freundeskreis.

Das Problem hier ist doch wohl, dass die Leute nicht zuerst zum Arzt gehen, und erst bei erfolgloser Behandlung die anderen Möglichkeiten ausschöpfen, sprich hier fragen "was hat dir bei ähnlichen Beschwerden geholfen?". So würde ich es handhaben.

Aber nein, die Leute machen sich ERST verrückt, stehen beim Arzt auf der Matte mit ungesundem Halbwissen und der Überzeugung, diese oder jene Krankheit zu haben, fühlen sich nicht verstanden, weil sich der Arzt ja schon eine Meinung gebildet hat, obwohl man doch fest überzeugt ist, dass es was ganz Anderes ist, weil User XYZ von med1 ja schließlich die gleichen Symptome gehabt hat und da war es gar nicht das, was der Arzt nun sagt, aber man traut sich auch nicht richtig, damit rauszukommen, weil man ja gegen den Arzt kein Standing hat, sondern geht dann lieber frustriert und sickig nach Hause, fühlt sich falsch behandelt und nicht ernst genommen und schreibt dann erstmal hier, wie schlecht man behandelt wurde... usw

Ziemlich überzeichnet, aber könnte da nicht ein Korn Wahrheit drinstecken?

K+Moo3dxy


Ziemlich überzeichnet, aber könnte da nicht ein Korn Wahrheit drinstecken?

Oh Ja. Eine Freundin von mir ist Ärztin in einer Notaufnahme und sie stöhnt auch über das Internet und die Apothekenumschau.

W>ildKkatexr


Ein Beispiel zum nachdenken!

Nach meiner 4 Nasen OP 3x invertiertes Papillom, hatte mein Bettnachbar Besuch, junge Leute.

Denke gehst raus lässt sie allein, mache den Fernseher an Trigeminusneuralgie, denke das ist es, spreche es an, seitdem habe Trigeminusneuralgie %:| %:| :=o

Lasse ein Rentengutachten machen Schwerpunkt Lendenwirbelsäule, heraus kommt Hauptleiden Halswirbelsäule (Ablehnung).

.

Lasst euch nicht unterkriegen :)_ @:) :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)z :)^

k>einsstein


Ich bin so stinkig auf die Ärzteschaft

Ja, das kann ich schon verstehen. Einem Freund hat seine auch von außen sichtbare Beulen an der linken Halsseite untersuchen lassen. Ergebnis: Nichts.

Ein halbes Jahr später ging er erneut zum Arzt, weil die Dinger größer geworden waren. Ergebnis: Morbus Hodgkin, und das stand schon im Befund vor 6 Monaten. Man hatte aber versäumt, ihm das mitzuteilen. Unfassbar!

Zum Glück ist alles gut mit ihm ausgegangen.

BrluefPowxer


Passt auch sehr gut hier rein:

[[http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/deutsche-aerzte-der-patient-das-aok-schwein-587176.html Der Patient, das "AOK-Schwein"]]

snky9ef@loxwer


Wisst ihr was? Trotz all dem Hickhack hier bin ich doch froh, in Deutschland Patient zu sein... wenn ich mir da "Dr. House" ansehe und was die Ärzte da alles an "Diagnosen", Verdachten und vor allen Dingen Ahnungslosigkeit in den Raum werfen, da sind wir hier doch alle gut bedient ]:D

(Achtung: Scherz!!! Nur zur Sicherheit ;-))

s~un/shinke83


Ich will dann lieber in die Sachsenklinik ;-D

Aber mal im Ernst: Andere Länder, andere Sitten. Habe im Studium gehört, dass es in England völlig normal ist, im Zimmer mit 20 Leuten zu liegen. Und wir beschweren uns hier über Vier-Bett-Zimmer.

svkyeifvl0owPer


Ok, DAS wäre dann für mich echt ´n Grund zur Beschwerde. 20 Mann, da sehen ja Jugendherbergen besser aus – sogar in England :-o

DQumQal


hurx

Ziemlich überzeichnet, aber könnte da nicht ein Korn Wahrheit drinstecken?

Ja, das Internet ist wie in vielen anderen Dingen auch, eben Segen und Fluch zugleich.

Das Problem hier ist doch wohl, dass die Leute nicht zuerst zum Arzt gehen, und erst bei erfolgloser Behandlung die anderen Möglichkeiten ausschöpfen, sprich hier fragen "was hat dir bei ähnlichen Beschwerden geholfen?"

Sicher gibt es das. Es gibt aber eben auch die Leute, von denen auch nicht wenige, die seit längerem ohne Diagnose und Therapie durch die Welt stiefeln und erst hier neue Ansatzpunkte bekommen.

1TFenjax1


Obwohl mir in den letzten 1,5 Jahren schwerer Krankheit sehr viel Inkompetenz und fahrlässige Gleichgültigkeit entgegen geschlagen sind, die teilweise lebensbedrohliche Folgen hatten und bleibende Behinderungen verursacht haben, finde ich diese größtenteils undifferenzierte Hetze gegen die Ärzteschaft völlig übertrieben und unangebracht.

Natürlich bin ich über die Mediziner verärgert, die eine Fehldiagnose gestellt haben, welche mich das Hörvermögen auf dem rechten Ohr sowie meinen Gleichgewichtssinn gekostet hat und dem Krebs (Morbus Hodgkin) noch weitere drei Monate zur Ausbreitung im ganzen Körper verschaffte, aber das veranlasst mich nicht dazu, gleich die komplette Berufsgruppe in den Dreck zu ziehen. Schließlich sind mir im weiteren Verlauf etliche (medizinisch und sozial/emotional) sehr fähige Ärzte begegnet, die sich stets Zeit nahmen, immer ein offenes Ohr hatten und mir bei allen Schwierigkeiten helfen konnten. Nachdem ich nun so gut wie gesund bin, sind doch das die Erfahrungen, die bei der Endabrechnung zählen sollten.

Dass in Arztpraxen und Krankenhäusern (besonders in Notaufnahmen und chirurgischen Ambulanzen) nicht rund um die Uhr ausschließlich fröhliches, bis in die Haarspitzen motiviertes Personal herum läuft, kann ich durchaus nachvollziehen. Bei Müttern, die den seit 14 Tagen bestehenden Husten ihres Sprösslings ausgerechnet am Samstagabend um 22:30 Uhr plötzlich besorgniserregend und behandlungswürdig finden, müsste ich mich wohl auch beherrschen um nicht patzig zu werden. Gleiches gilt für die hier schon einige Male erwähnten Symptom-Googler und Laien-Befrager, die schon längst selbst eine Diagnose gestellt haben, bevor sie beim Arzt vorstellig werden, und dann sofort die Fähigkeiten und das Engagement des Mediziners anzweifeln, wenn dieser ohne umfangreiche und kostspielige Untersuchungen keinen Lungenkrebs, sondern eine schnöde Erkältung feststellt. Warum sollte es sich denn auch um solch eine häufige und harmlose Erkrankung handeln, wenn doch die winzige Möglichkeit besteht, dass etwas Seltenes, Lebensbedrohliches dahinter steckt?! Schließlich waren sich die Laien und Google doch einig. Am besten kreuzt man noch am gleichen Tag bei einem zweiten Allgemeinmediziner auf, betet dort noch gewissenhafter die (erst seit der Internetrecherche bestehenden) Krebssymptome herunter und jammert so lange, bis dieser sich entnervt eine Überweisung zum Facharzt aus den Rippen leiern lässt. Bei diesem drängt man trotz absolut unauffälligem Lungenfunktionstest auf eine Röntgenuntersuchung und ist sich anschließend sicher, dass er sich die Bilder nicht sorgfältig genug angesehen hat, wenn er keinen medizinballgroßen Tumor erkennt, sondern einem eine gesunde Lunge attestiert. Zu Hause angekommen setzt man sich an den Rechner und beklagt sich bei med1 darüber, nicht ernst genommen worden zu sein und sicherlich innerhalb des nächsten halben Jahres zu versterben, weil da einer dieser doofen Weißkittel einen Tumor übersehen hat. Und man kann gewiss sein, dass sich sofort etliche "Leidensgenossen" einfinden werden, bei denen selbst nach jahrelangem Ärztemarathon noch immer kein/keine Krebs, ALS, MS (...) festgestellt wurde. – Aber natürlich nicht etwa, weil diese Menschen allesamt höchstens psychisch, aber nicht körperlich krank sind, sondern weil die Ärzte alle Idioten sind. ]:D %-|

W il'dk}at.er


Es gibt auch positive Ausnahmen, habe auch schon den Chef der Uni Klinik einfach angesprochen und meine Probleme geschildert ( war dort 2 mal auf Stadion und auch mehrmals in der Ambulanz), dann kommen sie mal mit, ohne Überweisung und Chipkarte.

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man sollte allgemein nicht verallgemeinern |-o :)z

S"unflowexr_73


Wenn man ganz ernsthafte, messbare Veränderungen feststelt: Dann hält einen nichts davon ab, zu einem anderen Arzt zu gehen! Und das sollte man halt auch tun, wenn man sich so gar nicht ernstgenommen fühlt. Oder aber wieder: Mund aufmachen und sagen, dass man sich aufgr. Aussage XYZ nicht gut aufgehoben fühlt.

Ich bin Kassenpatientin. Weil ich mir mehr nicht leisten kann und aufgr. meiner Vorerkrankungen nicht mal eine Zusatzversicherung bekomme. Ich bin NIE wie ein "Kassen-Schwein" behandelt worden. Wenn ich bei neuen Fachärzten einen Termin brauche, ist die Reihenfolge: 1. Worum geht es? 2. Zu welchem Termin können sie? 3. Wie sind die versichert? Ich habe etliche Probleme und war bundesweit bei Spezialisten. Ich bekomme Facharzttermine in angemessener Zeit. Und wenn es eiliger ist, macht der überweisende Arzt den Termin. Dann dauert es bis zum MRT nicht 3-4 Wochen, sondern einige Tage. Das einzige Problem ist gelegentlich die Budgetierung bzgl. Physiotherapie. Aber da ist mein Arzt ehrlich, benennt das Problem – und wir finden Lösungen. Wie bspw. "Können Sie noch eine Woche warten bis zum neuen Quartal?".

Wir sollten uns auch alle vor Augen führen, dass Deutsche nicht kränker als andere Europäer sind – aber fast doppelt so viele MRT's und best. OP's durchführen lassen wie andere Euopäer! Vielleicht auch mal darüber nachdenken. Und auch mal Geduld mitbringen – nicht jedes Symptom ist der absolute Notfall.

Habe da wieder das Beispiel meines Vaters. Der muss neurochirurgisch operiert werden. Hat Schiss. War vor 4 Wochen beim Arzt, der damals sagte "OP-Termine in 3-4 Wochen frei". Vater: zögert... druckst rum... Ruft dann diese Woche an, weil es schlimmer geworden ist, und sagt: Ich will gerne in den nächsten Tagen operiert werden, sie haben jetzt ja Termine frei nach Aussage des Arztes. Ja, vor 4 Wochen. ARGH! Natürlich ist der Arzt jetzt scheiße und er lässt ich von ihm nicht operieren.

Bei mir wurden letzte Woche Schilddrüsenknoten festgestellt. Hausärztin verordnete nach Ultraschall direkt Szintigraphie. Nuklearmediziner 1: Termin Ende Oktober. Dann Uniklinik angerufen: Termin in 2 Wochen, aber "morgen früh ist auch was frei". Bin dort dann sehr gut betreut worden, warte noch auf den Bericht mit den letzten Blutwerten. Hab' die vermutlichen Symptome monatelang für Stress gehalten und nicht ernst genommen – meine Hausärztin kennt meine Situation und guckt bei allem immer genau hin, ob es "nur" Stress ist oder vielleicht doch etwas, dem man nachgehen muss.

Ich fühle mich als Kassenpatientin nicht schlechter behandelt. WENN es gravierende Dinge sind, bekomme ich alle Untersuchungen etc., die erforderlich sind. Dass ich dann mal ein Erkältungsmittelchen selber zahlen muss: So what? In den USA würde ich nicht mal mehr eine Krankenversicherung bekommen. Daher bin ich froh über unser durchaus nicht perfektes, aber mich gut versorgendes System. Und ich habe einen Mund um zu fragen und zu kommentieren.

Meirsta\nm/ir


Fenja, an welchen der Schreiber hier richtet sich eigentlich dein Rundumschlag?

1\Fzenjax1


Mirsanmir, hätte ich hier mit meinem zugegebenermaßen etwas zynischen (größtenteils) fiktiven Beispiel jemanden direkt ansprechen wollen, so hätte ich es getan. Ich wollte damit nur auf ein Phänomen hinweisen, welches in diversen Unterforen ziemlich häufig zu beobachten ist und mir ehrlich gesagt gehörig auf den Wecker geht. Wer bei 20 verschiedenen Fachärzten war und mit etlichen unnützen Untersuchungen die Krankenkasse belastet und wirklich kranken Menschen Termine "geklaut" hat, aber dennoch an eine Verschwörung der Ärzteschaft glaubt und an seiner ergoogelten Selbstdiagnose festhält, sollte meiner Meinung nach einfach mal den (in den meisten Fällen mehrfach von verschiedenen Medizinern geäußerten) Rat annehmen, einen Psychologen aufzusuchen, anstatt weiterhin Ärzte-Hopping zu veranstalten und in Foren zu fragen, ob es nicht doch Krankheit XY sein könnte.

SdunfRlo1wer7_7x3


@ Fenja:

:)= :)^

Irgendwann IST halt alles untersucht!

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