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Ich bin so stinkig auf die Ärzteschaft

Q|uietscrhgxrün


Bei den zwei auf der Normalstation eines Unispitals kam ich mir vor, wie "Patientengut", an dem Assistenzärzte üben dürfen.

Dafür sind Unikliniken meines Wissens nach da ":/

m,avl$agexna


Dafür sind Unikliniken meines Wissens nach da

Naja, es sollte doch trotz allem ums Patientenwohl gehen. Wenn ich, in Wehen liegend, 2 Stunden warten musste, bis der betreffende Assistenzarzt angereist war, welcher die Blase sprengen sollte, obwohl dies auch die Hebamme hätte tun können, war dies einfach NUR im Sinne eines Lernobjekts und nicht im Sinne einer guten Geburt.

In Zürich kommt man einfach ins Unispital, wenn man sich nicht dagegen wehrt. Die vielen Ausländer, die die Verhältnisse nicht kennen, müssen sich das gefallen lassen.

Wer sich etwas auskennt, und eben, wer es sich leisten kann, wird sich hüten, in das "Grüezi, sind sie der Blinddarm-Spital" zu gehen.

K:atlA8x7


Ich weiß nicht ob ich einfach nur Glück hatte, aber ich hatte nie so einen Griff ins Klo, wie die meisten hier.

Einmal hat eine Ärztin einen unangebrachten Kommentar abgelassen, das nehme ich ihr nach wie vor übel, stellt aber nicht ihre fachärztliche Kompetenz in Frage.

Auch wenn ich hier im Forum lese, wie immer über FÄs geschimpft wird, weil alle sofort die Pille verschreiben und Medis etc... Als ich meiner von der Migräne erzählte, sagte sie mir sofort, dass ich erst zum Neurologen gehen und das abklären soll und wir danach nach einer angemessenen Verhütungsmethode suchen werden (als ich Probleme durch Pilze in der Schwangerschaft hatte, hat sie mir auch viele Ratschläge bzgl. Prophylaxe etc. gegeben die mit Haushaltsmittelchen oder gar nur durch die Ernährung möglich sind).

Meine Hausärztin habe ich seit bestimmt 15 Jahren, sie kennt meine komplette Krankengeschichte und hat mich immer ernst genommen und mir zugehört und hat sich auch oft nach mir gerichtet. Sogar meine Zahnärztin ist super, bei ihr bin ich auch seit ich ein kleines Kind war und geh immer noch gern zu ihr (trotz Angst vorm ZA) und vertraue ihr voll und ganz, da sie mich einbindet und viel Verständnis für meine Ängste hat.

Um kurz die Angst zu erklären, Zahn- und Kopfschmerzen sind für mich das aller schlimmste. Ich hasse Spritzen im Mund, die tun mir exterm weh und sie war teilweise noch so lieb und hat mir dann immer vorher Eisspray rein gemacht. Und das andere war der letzte Weisheitszahn, die Op dauerte über 2 Stunden, ich brauchte insgesamt 6 Spritzen, war einmal zwischendurch röntgen und am Ende saß er noch so weit oben, dass ich dort wieder Gefühl und demnach auch Schmerzen hatte. Es dauerte 2 Wochen, bis die Schwellung abgeklungen und der Schmerz erträglich war. Und doch geh ich gern zu ihr, weil sie sich einfach um mich bemüht.

Im Krankenhaus, in dem ich meine Tochter entbunden habe, war ich vorher bereits 3 mal. Das letzte Mal vor der Geburt musste ich operiert werden und die Ärzte, Schwestern und Anästhesisten waren super. Die Entbindung selbst war traumhaft (vom Schmerz und der Anstrengung mal abgesehen) und ich kann mir das nicht besser vorstellen. Wenn noch ein Kind kommt, dann wieder dort ^^ Ich habe auch nichts gegen Assistenzärzte, solang alles im Rahmen ist und sie die nötige Kompetenz besitzen.

Demnächst werde ich ein Kopfschmerzzentrum aufsuchen und bin wirklich sehr gespannt, wie die Ärzte dort sind und was dort an Behandlungsmöglichkeiten angeboten wird. Zur Prophylaxe bei Migräne werden gern Medikamente verwendet und ich möchte dies vorerst noch umgehen und hoffe wirklich auf die Methoden dort. Mein Vorteil dafür besteht wieder darin, dass ich in der Stadt wohne, wo so ein Zentrum ist.

Vermutlich ist es wirklich nur Glück, dass ich wirklich in jedem Fall kompetente Ärzte finde, die sich meiner Probleme annehmen und mir sagen was los ist. Im Laufe der Jahre habe ich aber auch begonnen Fragen und Bitten zu stellen, bin ein mündiger Patient und kann mich nicht beklagen.

Das ist auch der Grund, warum ich diese Ärztebashing nicht nachvollziehen kann.

Als Anmerkung: Ich bin auch nur eine Kassenpatientin.

GRou!rtme}txa


Ich habe Gourmeta aber so verstanden, dass sie nicht diesen Zettel meinte, sondern eine Befragung durch die Arzthelferin.

Genau so war es. Das hätte mich auch nicht weiter gestört, wenn der Arzt dann da auch mal einen Blick reingeworfen hätte. Vielleicht hätte es bei dem dann mal "geklingelt": Hüftschmerzen li ( wobei der mir dauernd einreden wollte: Rückenschmerzen, die ins Bein ziehen-NEIN! Ich habe mehrmals betont, dass das defintiv Hüftschmerzen sind). Vor einem Jahr Fersensporn re., 20 Jahre lang im Pflegedienst.....

mTalagexna


Das ist toll, Katl, dass du so gute Erfahrungen gemacht hast. Ich kenne beides: Als Allgemein-Patientin ernst genommen zu werden und auch die wirklich miese Variante. Überall sind Menschen am Werk und da ist allgemein die A.loch-Quote hoch. Auch bei Lehrern, Eltern, Bauarbeitern, Buchhaltern...

Als Allgemein-Patient auf einer Psychiatrie kann man in Situationen kommen, wo man einfach hilflos ausgeliefert ist. Da ist das Ernstgenommen-Werden eine besonders heikle Angelegenheit.

Im Gegensatz dazu hab ich nun die tolle Erfahrung gemacht, total ernst genommen zu werden trotz psychischer Ursachen. War in einer anthroposophischen Klinik, obwohl ich sonst nicht auf dieser Linie bin... Das war perfekt, aber nur möglich, weil meine betuchten Eltern die Kosten übernommen haben.

G-ouremetxa


anthroposophischen Klinik,

Das ist auch die einzige Art Klinik, in der ich noch arbeiten würde.

m}a~latgeRna


Da war jeder und jede Freundlich. Putzfrau, Küchendienst, Ärzte, Schwestern, alle... hat mich tief beeindruckt. Konnte mich deshalb in 2 Wochen ganz toll erholen.

S\unfl owrer_x73


Unikliniken dienen nun mal der Ausbildung von Studenten und Assistenzärzten. Da stehen i.d.R. VIEL mehr Ärzte um einen rum als in anderen Kliniken. Und da wird man vielleicht auch mal "vorgeführt" oder der untersuchende Arzt ist noch nicht so sicher, d.h. es kommt danach der Fach-/Oberarzt und untersucht nochmal. Oder Studenten im PJ "üben" an einem.

Mit ersterem habe ich kein Problem, solange es nicht völlig unangenehm ist. Bei zweiterem bin ich IMMER gefragt worden, ob es okay sei. Und dass man ggf. in der Visite ein bisschen mehr begafft wird: Ja und? Wir wollen doch alle gute Ärzte haben (und v.a. hier im Faden werdne ja mit Elan die Negativbeispiele breitgetreten). ALLES kann man nicht haben.

Als "Patientengut" habe ich mich nie gefühlt – wobei ich ein gewisses Durchschleusen (Aufnahme... Anästhesie... eigentlicher Facharzt... also viel Gerenne mit Zetteln in der Hand) einfach auch total logisch finde von den Abläufen her. Solange dann aber an jeder Station ein vernünftiger Arzt sitzt, stört es mich nicht. Medizin ist nunmal hochspezialisiert heutzutage. Meine Ma wurde von Chirurgie, Onkologie, Anästhesie und Sozialmedizin hin- und hergereicht, und es war gut. Zumal da der Info-Austausch untereinander klappte, sie als Patientin aber immer als Mensch im Vordergrund stand, entsprechend behandelt und befragt wurde.

Beim Chirurgen meines Vertrauens (nach etlichen ätzenden Orthopäden) tauchen auch immer mal wieder Studenten auf. Ist halt eine Lehrpraxis. Die gucken dann, hören zu – und wenn es okay ist, dürfen sie halt auch untersuchen. Mich stört es nicht.

Ich bin als Berufsanfängerin (Psych.) in der Klinik als volle Kraft verkauft worden – und kam frisch von der Uni. Da ahnte kein Patient, dass er mein "Versuchskaninchen" ist. Schlechter war die Behandlung auch nicht, da Anfänger z.T. neutraler gucken und weniger Schubladen haben. Ich musste aber auch mal irgendwo anfangen!

Fertige, fachlich perfekte, supermenschliche Ärzte werden nun mal nicht geboren, sondern ausgebildet. Und dafür braucht man Patienten. Punkt. Gleichzeitig sitzt an Unikliniken nun mal das geballte Fachwissen.

Meine Ma hätte ihren Darmkrebs auch im Wohnort operieren lassen können (50.00 Einwohner, ein kleines Krankenhaus, 50% der Ärzte beherrscht kein Deutsch, aber die Region ist halt total unattraktiv und beim herrschenden Ärztemangel würde ich als Arzt da auch nicht hingehen). Da sprach man von großer offener Bauch-OP... es gab keine angeschlossene Pathologie, die IN der OP den Schnellschnitt auf Krebszellen untersucht hätte. Es wäre mehr Darm entfernt worden und mit großer Wahrscheinlichkeit ein künstlicher Ausgang gelegt worden. So wurde mit einem modernen Verfahren operiert (halb-endoskopisch). Kein künstlicher Ausgang. Schnellschnitt-Untersuchung während der OP. Moderne Schmerzmedikation mit Schmerzpumpe. Toller Sozialdienst (bei Entlassung stand der Reha-Termin fest und die gesamte Nachsorge). Entlassung auch erst, als Kalium (das war's!) und Durchfälle komplett weg waren. Der "Preis" war, halt durch die Instanzen gereicht zu werden. Den einen oder anderen Studenten zur Blutabnahme vorzufinden, der es dann nicht so toll hinbekam. Oder die eine oder andere Frage mal doppelt zu beantworten. Ja und?

SounfWlowjerx_73


@ Katl87:

Genauso geht's mir auch. Und ich habe genug Gesundheitsprobleme, auch chronischer Art.

S}ahZrasahxra


tatua

Das habe ich dir ja auch nicht unterstellt :-)

Ich lese bei dir heraus, dass du mündige Patienten forderst und das ist ja auch legitim. Was ich aber sagen will ist, dass es gerade nicht so viele mündige Patienten gibt. Diese "Der Arzt wirds schon richten."-Mentalität ist noch sehr weit verbreitet. Daher sollte man sich auf Seiten der Ärzte auch nicht darauf verlassen, dass jemand den Mund aufmacht, wenn etwas nicht passt.

sOounxdso


Auch als Patient mußt du weiter für dich verantwortlich sein und für dich sorgen.

Das ist richtig. Das Problem ist, dass man von vielen Menschen nicht Ernst genommen wird.

Ein Beispiel:

Ich soll vom KH zu einem Konzil zu einem Augenarzt mit dem Krankenwagen.

Ich frage die Fahrer des Krankenwagens, wo der Augenarzt ist. Sie sagen mir die Adresse. Da ich die Strasse recht gut kenne, weiss ich dass dort kein Augenarzt ist.

Statt anzuhalten und nochmal nachzufragen bekomme ich die Antwort, "Die im KH werden das schon besser wissen."

Als wir bei der Adresse sind, ist da natürlich kein Augenarzt und wir fahren wieder zurück. Und das alles auf Kosten der Krankenkasse.

tTat^ua


Was ich aber sagen will ist, dass es gerade nicht so viele mündige Patienten gibt. Diese "Der Arzt wirds schon richten."-Mentalität ist noch sehr weit verbreitet. Daher sollte man sich auf Seiten der Ärzte auch nicht darauf verlassen, dass jemand den Mund aufmacht, wenn etwas nicht passt.

Ja, du hast recht. Es gibt viel zu viele Patienten, die diese Haltung haben.

Mit dem letzten zitierten Satz hab ich aber so meine Schwierigkeiten. Natürlich sollte ein Arzt nicht darauf angewiesen sein, dass der Patient mitdenkt und nachfragt usw.

Der Patient hat aber im "Schadensfall" das Nachsehen.

Deshalb appelliere ich an alle, die hier von negativen Erfahrungen berichten, dass sie sich emanzipieren sollen. Das sie lernen sollen, den Arzt als Partner zu sehen – nicht als Feind und nicht als Halbgott in Weiß.

Das kann man lernen, ganz praktisch. Zum Beispiel hilft ein Zettel, auf dem man Fragen für das Arztgespräch oder die Visite notiert. So rutscht nicht die Hälfte der Themen durch. Wenn mehr zu klären ist, kann man auch um ein ausführlicheres Gespräch bitten – man muß eben seinen Mund benutzen.

Meine Erfahrung ist es, dass die meisten Ärzte mündige Patienten schätzen – die, die es nicht tun, meide ich so gut ich kann.

G>ourmbet`a


dass die meisten Ärzte mündige Patienten schätzen

Da kann ich aus 20jähriger Berufserfahrung sagen, dass dies nicht so ist. Für einen Arzt gibt es nichts Schlimmeres, als einen Patienten, der Nein sagt und der fragend nachhakt. Schnell wird der Patient dann als psychisch auffällig, oder schwierig (nervig) eingestuft.

m2alagxena


Wenn es mir schlecht geht, bin ich darauf angewiesen, dass sich Menschen liebevoll um mich kümmern, auch wenn ich mich nicht wehren mag. Gute Ärzte sind deshalb ein Segen. Ich bin froh, einen Hausarzt zu haben, den ich nicht ständig hinterfragen muss, der es aber durchaus positiv sieht, wenn ich eine Sache genauer unter die Lupe nehmen will. Ich muss ihn ja nicht gleich in seiner Kompetenz in Frage stellen.

Ich kann es vergleichen mit meinen Schülern (Cellolehrerin): Immer wieder gibt es Leute, die finden, nein, bei mir geht dies und jenes besser (Bogenhaltung, Handstellung linke Hand). Klar, wir können darüber reden, doch irgendwie muss akzeptiert werden, dass ich ein Profi bin und weiss, wie es sich längerfristig bewährt. Ebenso ist es mit den Ärzten. Wenn ich einen für nicht kompetent halte, muss ich wechseln.

tba@t)uxa


@ Gourmeta

Für einen Arzt gibt es nichts Schlimmeres, als einen Patienten, der Nein sagt und der fragend nachhakt.

Im Rahmen welches Berufs bzw. wann hast du diese Erfahrung gesammelt?

Ich habe sehr deutlich das Gefühl das es bei Ärztes quasi eine Generationsfrage ist. Jüngere Ärzte sind da schon von der Ausbildung her mit einem anderen Konzept der Arzt-Patient-Beziehung ausgebildet worden.

Wobei ich einen mündigen Patienten nicht mit einem querulantischen Patienten oder dem Helden mit der vorgefertigten Diagnose und den 20 Seiten Ausdrucken aus dem Internet gleichsetze . Bei dem kriegt wohl jeder Doc das Grausen.

Ich habe sehr selten Differenzen mit meinen Ärzten und da wo ich Fragen stelle, ist dann auch tatsächlich etwas zu klären.

Ähnlich wie malagena schon schreibt – wenn ich generell die fachliche Autorität des Arztes anerkenne, wird er sich durch eine Nachfrage oder einen Hinweis nicht in Frage gestellt fühlen. Wenn ich von seinem fachlichem Können nichts halte, muss ich den Arzt wechseln ;-D

Vielleicht ist das bei schwer chronisch Kranken auch noch mal anders.

Es ist eben nicht mit "hier ist ihr Rezept!" und in einer Woche ist alles wieder gut getan.

Die Krankheit an sich ist unheilbar und beim Lindern und Behandeln muß ausprobiert werden, was bei mir individuell klappt.

Dafür braucht es gegenseitiges Vertrauen und Austausch.

Viele Medikamente und Therapien haben Nebenwirkungen und zum Teil potentiell tödliche Risiken.

Da habe ich absolut Bedarf zu fragen und eventuell auch "nein" zu sagen.

Noch dazu kann ein Arzt ja nicht auf dem aktuellen Stand des Wissens bleiben, was alle möglichen Erkrankungen angeht.

Das bedeutet, dass ich viel eher als meine Ärzte weiß, welche Medikamente gerade in der Entwicklung oder neu zugelassen sind, welche Studien wo laufen oder welche sonstigen "trends" es bei der Behandlung gibt.

Da sagt mein Doc auch mal: "Können sie mir mal das abstract von der Studie mailen?" und ihm bricht kein Zacken aus der Krone dabei ]:D

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