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Ich bin so stinkig auf die Ärzteschaft

F3ru#chqtbärxchen


Ich bin grad richtig stinkig. Mir ist den ganzen Tag schon schlecht gewesen. Vorhin war ich bei meinem Freund wo ich irgendwann auf einmal zu zittern begann. Außerdem schwitze ich auf einmal wie ein schwein, mir war schwummrig, mein Herz raste und ich hatte Atemnot. Wurde dann richtig schlimm als auf einmal die Hände steif wurden und zu kribbeln begannen, wie als würden die Hände einschlafen. Und das schlagartig beim DvD gucken mit meinem Freund.

Ich war so voller Panik, dass ich meinen Freund bat mich ins Krankenhaus zu bringen. Auf dem Weg dorthin war ich nicht weit davon in Ohnmacht zu fallen. Angekommen wurde ich in die Ambulanz geschickt. Dort kam mir ein Arzt entgegen der schon genervt aussah. Neben ihm war eine Krankenschwester die genauso genervt aussah. Ich hab also die ganzen Symptome aufgelistet und wurde dann abgehört.

Dann kam die frage, "Hatten sie Streit"? Ich verneinte, ich hab grad frei und bin eigentlich relativ Entspannt im moment. Er fragte mich aber weiterhin aus, ob ich nicht doch Streit gehabt hätte oder Stress hätte weils eine "Hyperventilation" sei. Ich verneinte wieder. Ist aber wohl nicht so angekommen bei ihm.

Dann hieß es, "also geben sie ihr ne (Weiss nicht wie es heißt, wahrscheinlich Beruhigungstablette) und messen sie die Temperatur". Gesagt getan (ich war ziemlich verwundert wie schnell alles beschlossen war). Dann bekam ich die Tablette und durfte wieder gehen. Mir gings weiterhin ziemlich schlecht. Auf dem Weg zurück las ich mir den Arztbrief durch und da hatte ich 36,0°. Normalerweise ist meine Temperatur bei 37°. Ich habe ziemlich gestaunt.

Jetzt hab ich innerhalb von 4 Monaten: 1 Kreislaufzusammenbruch gehabt und mit heute dann 2 Hyperventilationen. Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass es was anderes ist. Es kam nicht von stress, den hatte ich nicht. Es kam einfach so. Ich bin kein Mensch wo sofort ins KH geht, heut ist es das 1.mal gewesen, dass ich wirklich mal gegangen bin. Und dann sowas. Ich bin schwer enttäuscht. Man wird gar nicht mehr ernst genommen. Ich werde weder beim Hausarzt ernst genommen und im KH (siehe heute) genauso wenig.

Sauerei!

m>aripoxsa


Immerhin geht es Dir schon wieder so gut, dass Du völlig freiwillig einen so langen Bericht für ein Forum schreiben kannst. 8-)

Das bestätigt, dass der Arzt alles richtig gemacht hat – er hat sich sogar während seines Nachtdienstes zusammen mit einer Krankenschwester um eine banale Hyperventilation gekümmert und auch noch den Arztbrief geschrieben.

hOurkx


@ pebby

Den ganzen Tag kranke Leute vor der Nase, die einem ein Ohr abkauen, sowieso alles besser wissen, bei unerwünschtem Ergebnis zum nächsten rennen oder generell nicht tun, was der Arzt sagt :=o . Ich glaub, so einen Beruf kann man gar nicht ausüben, wenn man ihn nicht wirklich mag.

:)= :)= :)= :)= :)= :)= :)=

Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie viele Leute mit dem festen Vorsatz, krank zu sein, beim Arzt auflaufen und dann regelrecht enttäuscht sind, dass ihnen nichts fehlt! Dem Arzt dann Unfähigkeit und mangelndes Kümmern vorzuwerfen, weil man selbst schon die Diagnose Magenkrebs gestellt hat und das Zwicken im Bauch nichts, aber auch gar nichts mit den vom Arzt vermuteten Blähungen zu tun habe, grenzt tatsächlich an Schizophrenie. Hmm, das wäre dann natürlich doch ein Befund...

Leute, wenn der Arzt nichts findet, heisst das in den MEISTEN Fällen (natürlich nicht immer, aber doch meistens) dass da nichts IST!

Wie schon gesagt: In jedem Beruf gibt es schwarze Schafe und auch die guten Ärzte können nicht immer alle Krankheiten diagnostizieren. Im Zweifelsfall ist dann halt eine Überweisung zum Facharzt notwendig.

Und niemand hat gesagt, dass der Arztberuf nur charakterlich starken und zwischenmenschlich hochbegabten Menschen offensteht. Natürlich gibt es Ärzte, die verpeilte Idioten sind, wie skyflower es anschaulich beschreibt. Idioten aber gibt es überall, nur stört ein Idiot mich natürlich dann ganz besonders, wenn es mir schlecht geht.

Bei den Beiträgen hier ist es wie im ganzen Leben: Das Negative bleibt hängen und wird endlos wiedergekäut. Das bei weitem überwiegende Positive wird als völlig selbstverständlich hingenommen und findet keinerlei Anerkennung.

Jemand, der diesen Mechanismus durchschaut, kann viel zufriedener durchs Leben gehen. Nicht nur was Ärzte angeht.

hxaTg-tysxja


als chronisch kranker mensch muss ich zugeben, dass ich auch schon öfter über den einen oder anderen arzt entsetzt war.

in der regel sind das aber jungspunde, die mamas oder papas praxis übernehmen und sich somit nie hocharbeiten mussten.

die suche nach einem guten arzt ist nicht ohne, aber eben notwendig wie in allen anderen dingen des täglichen lebens auch. es gab praxen, da wurde ich beim betreten des behandlungszimmers gefragt, wie lange ich gern krank geschrieben werden möchte, es gab welche, wo der arzt nicht wusste, was e rnun machen soll und sich gern meiner laien-diagnose incl. medikation anschloss und es gab praxen, wo so dermaßen das ziel verfehlt wurde.

aaaber es gab auch praxen, wo unglaublich motivierte – auch junge – ärzte sich nicht zu schade waren, tief in die materie einzudringen, sich nochmals zu belesen, mit kollegen zu beratschlagen und ihr wirklich bestes gaben. und in solchen praxen bleibe ich.

und mal ehrlich: wenn ich zum arzt gehe (halbjährliche routine oder wirklich richtig akut krank), dann sitzen da immer 5-6 leute, die definitiv NICHT krank sind, aber ohne termin reinstolpern und erst der schwester und später dem arzt das neueste aus ihrem leben berichten. DAS täglich zu hören, zu ertragen und abzuwehren macht sicher auch keinen spaß.

am gruseligsten wars bisher tatsächlich im kinderkrankenhaus. allerdings muss ich auch zugeben, dass wir 2 mal in 1 jahr leider genau denselben arzt erwischt haben, der beide male durch grandiose fehldiagnosen glänzte.

G8r?ott0ig


mir war schwummrig, mein Herz raste und ich hatte Atemnot. Wurde dann richtig schlimm als auf einmal die Hände steif wurden und zu kribbeln begannen, wie als würden die Hände einschlafen.

Beim Lesen schoss mir gleich die Hyperventilation in den Kopf, das ist typisch dafür.

Auf dem Weg zurück las ich mir den Arztbrief durch und da hatte ich 36,0°. Normalerweise ist meine Temperatur bei 37°. Ich habe ziemlich gestaunt.

Solch kleine Nichtigkeiten sollten weder erstaunen, noch beunruhigen.

Man wird gar nicht mehr ernst genommen. Ich werde weder beim Hausarzt ernst genommen und im KH (siehe heute) genauso wenig.

Sauerei!

Was möchtest du denn hören?

lPe (sang rxeal


mir war schwummrig, mein Herz raste und ich hatte Atemnot. Wurde dann richtig schlimm als auf einmal die Hände steif wurden und zu kribbeln begannen, wie als würden die Hände einschlafen.

Klassisch hyperventiliert. Hatte ich genau 1x in meinem Leben und ich war nicht beim Arzt damit. Ich leb immer noch, wie du siehst. 8-)

P(eeKzl4ee


Ich habe lange in einem Krankenhaus gearbeitet und komme selber aus einer 'medizinischen' Familie. Und ja, es gibt Grossverdiener und Arschgeigen zwischen den Ärzten, aber die sind sicher nicht representativ. So weiss ich von einem Freund der Hausarzt ist, dass es enorm schwierig ist, Patiënten mit einem guten Rat und OHNE Rezept nach Hause zu schicken. Denn dann machen sie den Mund auf und fühlen sich schlecht behandelt, weil anscheinend nicht behandelt. Also probiert er etwas zu finden was preislich günstig ist und den Organismus nicht so stark belastet. Am Ende des Kwartals bezahlt er von seinem Privateinkommen drauf, was an Budget überschritten ist. Ein nächtlicher Notdienst mit Fahrzeit erbringt etwas weniger als 20 euro brutto. Ich glaube, ärzte wären sehr enttäuscht über seine Patiënten müsste er die Dinge über sich lesen wie sie hier geschrieben sind.

Mich wundert dass hier auf die arrogante Ärztschaft gebuht wird, der Ton allerdings sehr an Respekt vermissen lässt...

d]enabxen


Danke für diesen Thread!! Auch wenn es hier einige gibt, die die Ärzteschaft als solches verteidigen, allein die Tatsache, dass sich hier so viele zu Wort melden sollte doch zu denken geben!!!

Es ist einfach so: hast du etwas wirklich ernstes, hast du die Arschkarte gezogen! und kennst du dich (entweder durch eigene medizinische Ausbildung oder durch notgedrungene Beschäftigung mit dem Thema) auch noch damit aus, bist du untendurch!!

Es liegt nicht an den Ärzten, sondern am System! Schimpfe also besser auf die Gesundheitsgesetzgebung

NEIN! Das ist nicht richtig! Denn es gibt durchaus kompetente und dazu noch einfühlsame Ärzte! ich habe das grosse Glück, einen spitzenmässsigen Hausarzt und mittlerweile eine echt super Frauenärztin zu haben. Das wars leider auch schon.

Ich habe so viele Geschichten mit diversen Ärzten, auch schon seit meiner Jugendzeit, und damals war ich sogar über meine Eltern privatversichert. Kleiner Auszug gefällig? Meine Borderline-Störung wurde trotz deutlichster Anzeichen erst nach über 15 Jahren entdeckt. Mit 13 ist meine Luftröhre während eines Skikurses komplett zugeschwollen. 2 Tage lang wurde nichts entdeckt und ich als Simulantin behandelt. Als es entdeckt wurd, war es schon fast zu spät. Mit 16 hatte ich eine Lungenentzündung, die erst nach Vernarbung entdeckt wurde. Mit 18 hatte ich Keuchhusten, wurde wie ein Depp behandelt von HNO-Arzt und Internist ("sie wissen nicht, wie es ist, keine Luft zu kriegen"), erst nach 4 Monaten wurde an die Möglichkeit gedacht, die Antikörper zu bestimmen.

3 Jahre lang war ich mit schwersten Symptomen von Hashimoto unterwegs, bevor etwas unternommen wurde (immer unter dem Aspekt: sie haben zwar nichts, aber ich geb ihnen mal Thyroxin). Meine Schwester hatte astronomisch hohe Antikörperspiegel (vor 5 Jahren)- die Ärzte weigern sich bis heute, ihr Hashimoto anzuerkennen und ihr Thyroxin zu verordnen(das kriegt sie über Umwege).

_Ich hatte dadurch auch allgemeine Hormonstörungen. Hatte Milchfluss. Kommentar meines damaligen FA: da haben sie zu viel Schokolade gegessen. Der FA war es auch, der vor 4 Jahren so unglaublich unfähig und fahrlässig gehandelt hat, dass mein Baby im Bauch gestorben ist. Ein Befund vom Rheumatologen wurde entweder nie gelesen oder die Praxis hat ihnverschlampt, keine Ahnung, der Rheumatologe hat das Vorgehen mit dem FA am Telefon besprochen, es kam aber nichts weiter dabei raus als: "Nehmen sie Aspirin und stellen sie sich in der Geburtssprechstunde vor". Meine zu der Zeit schwere Gestose hat er nirgendwo eingetragen geschweige denn, irgendwas unternommen.

In der Folge hab ich noch ein Kind unmittelbar durch das Verhalten des FA verloren.

Ich könnte hier stundenlang weiterschreiben. Es ist ein Fakt, dass man als Patient scheinbar als letzter Dreck gilt, und das hat nichts mit Gesundheitsreformen zu tun, sondern mit der arroganten Einstellung sehr vieler Ärzte

MNirsuanm3ixr


Puh, ihr seid ja schnell mit den Ferndiagnosen, ich glaube, ich geh lieber zu euch, wenn mir das nächste Mal was fehlt! :|N

Ich habe in meiner langen Krankengeschichte solche und solche Ärzte kennen gelernt. Eins muss ich sagen, ich wurde meist ernst genommen, aber die Ursache haben sie genauso wenig gefunden.

Mariposa, du hörst dich übrigens wie ein Arzt an, zu dem ich nicht gehen würde...

Ein paar nette Beispiele: Mein Söhnchen fiel von der Schaukel, er war noch recht klein, er schrie und jammerte, konnte nicht mehr auftreten, also ab ins KH in die Notaufnahme. Dort die Frage des Arztes, ratlos über das weinende Kind gebeugt: Ja, und was soll ich nun mit ihm machen? Ich etwas perplex: Vielleicht röntgen, ob etwas gebrochen ist?

Er blickte genervt drein und ließ ein Bein röntgen, das war nicht gebrochen. Ich hatte genug und einen Termin in einem Kinderkh am nächsten Tag (wegen einer fälligen Herzuntersuchung), natürlich war das falsche Bein geröntgt worden, das andere war gebrochen. Ja, ich hätte auf der zweiten Röntgenaufnahme bestehen können, aber der hätte den schwer zu entdeckenden Haarriss eh nicht gesehen, hat ja die erste Aufnahme kaum angeschaut.

Zweites Beispiel, gleiches KH, Notaufnahme weil mein Darm gerissen war. Man gab mir Schmerzmittel und ließ mich die ganze Nacht liegen, der Darmriss deckelte sich zum Glück, darum lebe ich noch. Folgende Op verlief gut, dann hatte ich über Jahre zunehmende Schmerzen im linken Unterbauch. Die Odyssee mit den Ärzten begann, ein Psychiater war auch dabei wegen diagnostizierter Hypochondrie.

Ich bin in der Zeit auf sehr gute Ärzte gestoßen, die sich wirklich kümmerten, aber stets hieß es, das sei subjektiver Schmerz bzw. man könne nichts machen. Ich war mehrmals im Ultraschall und im MRT, (sogar 28 Tage vor der dann endlich erfolgenden OP) und kein Befund. Ein Freund von mir (Arzt und Engel) drängte mich zu einer OP, ich konnte um Weihnachten kaum mehr laufen vor Schmerzen, er hatte einen Narbenbruch diagnostiziert. Der Arzt im Kh sagte dann (nachdem es von drei anderen Ärzten hieß, das ist ein Bruch – das ist kein Bruch – das ist ein Bruch) das sei kein Bruch, die Schmerzen seien atypisch, ich fragte: was ist es denn? Er sagte: Keine Ahnung, aber wenn sie nun schon Termin haben, schneiden wir auf und schauen nach.

Tolle Voraussetzungen, gut, ich ließ es machen. Ergebnis: Narbengranulat. Man hatte vor 7 Jahren mit unauflösbaren Fäden Innennähte am Darm gemacht und darum hatte sich alles Mögliche gesammelt und wurde so groß, dass man es von außen tasten konnte. Seitdem geht es mir gut und ich bete für meinen Ärztefreund jede Nacht ein Nachtgebet. Ohne seine (falsche) Bruchdiagnose würde ich immer noch schmerzgebeugt laufen.

Ich war in all den Jahren übrigens so verunsichert, dass ich meine eigenen Schmerzen verleugnete, weil mir so viele Ärzte sagten, dass da gar nichts wehtun konnte und ich nur empfindlich war oder hypochondrisch. Mein Rat, schaut auf euren Körper, hört auf die Alarmsignale und lasst euch weder von zynischen Forenbeiträgen noch von ratlosen Ärzten etwas einreden. Aber ab und zu wirklich auf den Arzt hören, schadet dann auch nicht... :)z

G6ro)txtig


Danke für diesen Thread!! Auch wenn es hier einige gibt, die die Ärzteschaft als solches verteidigen, allein die Tatsache, dass sich hier so viele zu Wort melden sollte doch zu denken geben!!!

med1 ist da wohl kaum repräsentativ. ;-) Ausserdem hat der Mensch die eigentümliche Anwandlung, in erster Linie über negative Erfahrungen zu reden, als über positive.

d]ena2ben


Ich hab deutlich geschrieben, dass ich zwei Ärzte habe, die wirklich super sind, im Verhältnis zu den vielen Ärzten, bei denen ich schlechte eRfahrungen gesammelt hab, ist das dürftig

Mwirsanxmir


Grottig, falls gewünscht, kann ich schon noch ein paar anhängen, sowohl positive als auch negative. Meine Freundin z.B. die an Schweinegrippe erkrankte, der Arzt der die Röntgenaufnahme machte, sah die Lungenentzündung, durfte sie aber nicht diagnostizieren, die Ärztin, die das durfte, sah die Lungenentzündung nicht und schickte meine Freundin nach Hause. Die Schweinegrippe testete sie auch nicht, obwohl das gerade in dieser Zeit war. Ergebnis, ein halbes Jahr Intensivstation mit Hoffen und Bangen, ob sie überlebt, mit bleibender Herzerkrankung, die operiert werden muss. Noch ein paar?

Aber auch andere, wirklich, als meine Mutter starb, lag sie im besten aller Krankenhäuser mit Ärzten, die sie sterben ließen in einer menschenwürdigen und liebevollen Umgebung, mit kleinen Hilfen, die eigentlich wohl so nicht erlaubt waren. Ich bin heute noch dankbar, dass sie so schön hinübergehen konnte. Ich rede auch wirklich gerne über die positiven Dinge, ich verdanke den Ärzten mehrmals mein Leben, aber ich verdanke ihnen auch sinnlose Schmerzen und mindestens eine eigentlich unnötige OP.

R:l^mmp


Tja, Ärzte sind auch nur Menschen. Diese machen auch Fehler. Und da der Mensch den Menschen nicht erfunden hat und selbst wenn, er ist nicht Herr über die Natur, er kann nur hinterhinken.

M&irsanxmir


Jetzt bin ich im Fluss, der beste aller Ärzte ist mir gerade noch eingefallen.

Es war vor einem Feiertagswochenende. Ich wollte nur meine Blutergebnisse von meiner Frauenärztin abholen. Da saß aber ein anderer Arzt, den kannte ich gar nicht, meine FA war an Freitagen wohl in einer anderen Praxis. Folgendes Gespräch habe ich noch wie aufgezeichnet im Gedächtnis:

Er: "Ja, was haben wir denn da? Achja, Sie haben Chlamydien! Waren Sie wohl untreu? Oder ihr Mann?" Und er hielt mir einen Vortrag über Treue in der Ehe und offene Beziehungen. Dass er gar nichts davon hält... Ich antwortete, dass das wohl unsere Sache sei und ich die Chlamydien ja schon länger haben könnte, tatsächlich war in den letzten Jahren ja nichts gewesen und einen Test machte ich zum ersten Mal. Jedenfalls habe ich mich da schon sehr geärgert.

Er: "Und übrigens, ihr Blasentest ist positiv!"

Ich: "Wie, Blasenentzündung?"

Er: "Nein, Krebs!"

Ich sank in meinem Stühlchen zusammen, Blasenkrebs, mein erster Gedanke war, ich pinkle nicht in so einen Beutel, lieber verrecke ich daran. Nun hatte er mich da, wo er mich haben wollte. Er fragte mich nach Risikofaktoren, ob ich mir die Haare färbe, ja, sieht man, ob ich rauche, ich verneinte verschüchtert,... und er sagte mir, dass ich zum Spezialisten müsse und das untersuchen lassen, so richtig genüsslich sagte er das. Ganz am Ende meinte er gelassen: "Aber ich sehe schon, sie haben ja Chlamydien, da kann der Test schon mal fälschlich positiv ausfallen!" Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie ich nach Hause fuhr. Es war langes Wochenende, dennoch rief ich einen befreundeten Arzt an, nachdem ich mir in Gedanken schon meinen Sarg ausgesucht hatte. Er wurde richtiggehend wütend auf den Kollegen, sagte Dinge, die man so nicht sagt und meinte, der Krebstest hätte gar nichts zu bedeuten. Ich musste bis Mittwoch warten (und hatte in meinem ganzen Durcheinander im Kopf noch einen Fahrradunfall, weil ich den Test aus meinem Kopf bringen wollte und mir zu viel zumutete und dehydriert vom Rad fiel mit Ergebnis Gehirnerschütterung) bis sich der Verdacht Blasenkrebs als null und nichtig erwies. Meiner FA erzählte ich alles wortgetreu, aber sie glaubt mir bis heute nicht, dass der Kollege so zu mir gewesen war. Das könne nicht sein, sagte sie... Nun, sie war ja nicht dabei. Und zu ihm gehe ich bestimmt nicht mehr.

sKky6efloxwer


Natürlich gibt es Ärzte, die verpeilte Idioten sind, wie skyflower es anschaulich beschreibt. Idioten aber gibt es überall, nur stört ein Idiot mich natürlich dann ganz besonders, wenn es mir schlecht geht.

Bei den Beiträgen hier ist es wie im ganzen Leben: Das Negative bleibt hängen und wird endlos wiedergekäut. Das bei weitem überwiegende Positive wird als völlig selbstverständlich hingenommen und findet keinerlei Anerkennung.

Das stimmt wohl. Negatives bleibt einem in Erinnerung, positives nicht so sehr. Es gibt auch eine evolutionäre Erklärung dafür, die ich erst kürzlich las, die ich mir aber jetzt mal spare an dieser Stelle ;-).

Ich hab schon den ein oder anderen Hausarzt "verschlissen", weil ich mich oft genug nicht ernstgenommen oder regelrecht verarscht gefühlt habe. Noch ein Beispiel kurz: ich hatte vor etlichen Jahren mal eine heftige Salmonelleninfektion. Es ging mir richtig dreckig, habe lange mit nachfolgender Schwäche usw. zu tun gehabt. Noch während ich das hatte, also kurz nach der Akutphase, musste ich zum Arzt, um mich krankschreiben zu lassen, an arbeiten war noch nicht zu denken. Der HA war nur ca. 300 m von meiner Wohnung entfernt, trotzdem musste ich mich regelrecht hinschleppen, weil ich echt total schwach war. Was macht der gute Mann? Untersucht mich gar nicht, hört mir gefühlte 30 sek. zu und verschreibt mir dann... tadaa... Vitamintabletten. Und zwar solche, die ich mir jederzeit frei in der Apotheke hätte kaufen können... %-| Von dem Arzt hätte ich noch gefühlte 653 Negativ-Beispiele zu erzählen :(v

Allerdings beneide ich meine Familie um ihren Hausarzt. Sie wohnen aufm Dorf, der Arzt ist drei Dörfer weiter. Dieser Arzt ist, obwohl noch relativ jung, einer der besten, den ich kenne. Früher war ich auch dort, aber seitdem ich über eine Stunde von meiner Familie weg wohne, ist das leider keine Option mehr :|N Selbst mein Vater, der bekennender Arztvermeider ist, sagt, er sei dort absolut zufrieden. Und mein Vater ist Herzpatient, hat einen 3-fachen Bypass seit letzten Dezember und es ging ihm wirklich schlecht. Aber dort fühlt er sich zum 1. Mal gut aufgehoben.

Es gibt solche und solche. Ich bin aktuell wieder auf Suche nach einem neuen Hausarzt, da ich umgezogen bin. Der, wo ich gestern war, ist mein letzter aus dem letzten Wohnort, aber ich mag da einfach nicht mehr hin.

Wenn man hier tlw. die wirklich schlimmen Storys liest, wundert mich diese Einstellung, dass es kaum gute Ärzte gibt, nicht. Aber ist eben rein subjektiv, andere mögen anderes berichten.

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