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Kosten Rezepte den Hausarzt Geld?

MKonxiM


was soll dies anderes sein als verdünnerscheine?

Dass die Gyns ihren "Auftrag" nicht ernst nehmen, finde ich persönlich auch nicht gut. In meinen Augen ist die Pille ein massiver Eingriff in den Körper, die neben einem cancerogen Potential, eben auch zu Thrombosen führen kann. Deswegen finde ich einen regelmäßigen Check durchaus sinnvoll, egal was der Rest Europas macht.

AJn]nal\enxa64


Hallo Öndurdis,

da ich selber als Ärztin häufig vor der gleichen Problematik stehe, kann ich dir erklären, warum ICH diese Art Rezept nur AUSNAHMSWEISE schreibe.

Es handelt sich dabei um ein Medikament mit Nebenwirkungen und Risiken und nicht um saure Drops!

Ich kann nicht wissen und verantworten, dass eine Frau, die vielleicht nie oder nur sehr selten selten zum Gynäkologen geht, evtl. mit diesen Medikamenten/Hormonen ihren Körper schädigt.

Da ich selbst keine Gynäkologin bin, das entsprechende Fachwissen nicht besitze, noch die Patientin dahingehend regelmäßig untersuche, möchte ich, dass diese Verordnungen regelhaft von Gynäkologen getätigt werden!

Ich teile dies den Frauen auch immer genau so mit!

Kosten tut mich das Privatrezept nichts ausser den Kosten für Papier und Toner.

Ich finde, dass die Kollegin da sehr verantwortungsbewußt handelt und kann das nur begrüßen – es sollte mehr Kollegen wie sie geben!

Schönen Gruß,

A.

MoonixM


Es handelt sich dabei um ein Medikament mit Nebenwirkungen und Risiken und nicht um saure Drops!

Sehe ich genau so und ist so auch absolut nachvollziehbar. Mich wundert im beschriebenen Fall nur folgende Aussage

Ja, können wir nochmal AUSNAHMSWEISE machen, wg dem Budget" Blablablub.

Das dürfte in Zusammenhang mit Privatrezepten ja kein Problem sein, oder?

SEundfUlowerJ_73


Wenn es ein Privatrezept ist, kostet es den Arzt nicht wirklich Geld (im Sinne von Belastung seines Quartals-Budgets). Sicherlich entstehen der Solidargemeinschaft Kosten, da i.d.R. doch die Versichertenkarte durchgezogen wird. Andererseits ermöglichen diese Einnahmen wiederum vielleicht die bessere Betreuung eines wirklich kranken Patienten (der mehr kostet, als der Arztt im Quartal für ihn bekommt). Ist halt das Solidarprinzip.

Meine Hausärztin verschreibt nur in seltenen Ausnahmefällen hormonelle Verhütungsmittel. Für EINEN Monat. Mit derselben Begründung, wie Annalena sie hier schildert: Ihr ist die Kontrolle durch den Facharzt extrem wichtig!

Ich schmunzele hier gerade ein wenig: Einerseits wird hier im Forum massivst beklagt, dass Hormone von Gyns (zu) großzügig verordnet werden. Und nun wird hier kritisiert, DASS es die Rezeptpflicht gibt. Passt irgendwie nicht zusammen. Meine persönliche Meinung ist daher: Ich finde die Rezepflicht sinnvoll. Meine Gyn hat die 6-Monats-Rezepte nur rausgerückt, wenn man 2x im Jahr zur Untersuchung kam. Das mögen die einen als Geldmacherei interpretieren, ich fand es verantwortungsbewusst, da sie jedes Mal genau die Verträglichkeit und ggf. Veränderungen der Risikofaktoren (Rauchen, Gewichtsveränderungen,...) erfragte. Inkl. kompletter Untersuchung, wo auch Ultraschall gratis dabei war (den die Kassen zu einfachen Kontrollen ja nicht mehr übernimmt).

Bei Frauen fängt ja zudem die Krebsvorsorge schon viel früher an als bei Männern, so dass sie das immer sehr sinnvoll verbunden hat.

WLol'fgaxng


da i.d.R. doch die Versichertenkarte durchgezogen wird. Andererseits ermöglichen diese Einnahmen wiederum vielleicht die bessere Betreuung eines wirklich kranken Patienten (der mehr kostet, als der Arztt im Quartal für ihn bekommt). Ist halt das Solidarprinzip.

Das ist ja nun eine eigenartige Auslegung des Solidarprinzips: Da keine Behandlung erfolgt, wird in betrügerischer Absicht die Karte durchgezogen, aber alle Patienten sind dankbar, weil es das Solidarprinzip ist. Ich glaube, irgend etwas habe ich da anders verstanden... :-/

Es geht doch hier um zwei Dinge:

a) Rezeptpflicht für Antibabypillen: Kann man dafür sein oder dagegen.

b) Wenn Rezeptpflicht, wer bezahlt das Ausstellen des Rezept? Die Solidargemeinschaft? der freundliche Arzt? Die Patientin?

MFon"iM


b) Wenn Rezeptpflicht, wer bezahlt das Ausstellen des Rezept? Die Solidargemeinschaft? der freundliche Arzt? Die Patientin?

Meiner Ansicht nach die Patientin über ihren Krankenkassenbeitrag-oder in diesem speziellen Fall (da ALGII) dann die Solidargemeinschaft

zNuzxa


nein, verhütung ist eine privatleistung.

die begründung, dass man diese "verdünner" benötigt, um andere patienten besser behandeln zu können, stimme ich nicht zu, zumal von seiten der ärzteschaft regelmäßig höhere pauschalen für die behandlung ALLER patienten gefordert werden. "verdünner" einzubestellen (frauenärzte sind da nicht die einzigen ...) verstopft nicht nur die praxen mit unwichtigen terminen, die andere patienten sicherlich eher gebrauchen könnten, kostet also nicht nur den arzt unnötig zeit, sondern ebenso auch den patienten (etliche gehören ja nun auch zur arbeitenden bevölkerung – ärzte scheinen oft zu denken, dass sie die einzigen sind, die tagsüber arbeiten). heraus kommt bei dieser argumentation nur, dass ein bisschen mauschelei bei einer gkv-praxis eben notwendig sei, anstatt das problem konkret anzugehen – man macht's sich ganz einfach bequem und hat eine erklärung für das eigene falsche handeln gefunden. ich finde dies nicht nur menschlich schwach, sondern sehe hier auch ein versagen des doch gut bezahlten lobbyismus der ärzteschaft. eine besser zugeschnittene, krankheitsadjustierte pauschale scheint ja im ambulanten bereich nicht unbedingt erwünscht zu sein, zumal dies auch eine erhöhte kontrolle nach sich ziehen müsste ...

komischerweise kann in gesundheitsfonds und co. noch so viel geld sein – die kohle ist immer knapp ;-D während in anderen bereichen der technisch-wissenschaftliche fortschritt zu immensen kostensenkungen geführt hat, muss man diese im gesundheitsmarkt mit der brechstange durchsetzen – die marktwirtschaft ist in diesem bereich quasi außer kraft gesetzt. kein wunder, wenn ärzte meinen, für die behandlung am patienten zu wenig geld zu bekommen – aber dafür sollten sie nicht den patienten in sippenhaft nehmen oder gar unlauter abrechnen, sondern ihre interessen selbst vertreten. wie kann ich einem arzt vertrauen, der sich immer den leichtesten weg aussucht?

ÖpnduRrdís


wow, da habe ich ja eine ganz schöne Diskussion losgetreten ;-)

Ich danke euch allen für eure Postings hier und wundere mich, woher ihr alle immer soviel wisst.

:)^

F\or:ever.aYoxurs


wie kann ich einem arzt vertrauen, der sich immer den leichtesten weg aussucht?

Gar nicht. Wenn ich merke, dass ich für den Arzt eine Abrechnung bin und keine Patienten, gehe ich nicht mehr hin. Mein letzter Frauenarzt war so eine Granate. Ich war wegen Unterleibsbeschwerden da und wollte eine andere Pille. Er hat einen ausführlichen Ultraschal gemacht (den mir die Arzthelferin zuvor trotz Beschwerden auf Teufel komm raus als Privatleistung verkaufen wollte). So weit so gut. Dann sagte er mir aber, dass ich in ein paar Monaten wieder kommen soll und er macht dann den Abstrich. ":/ "Das kenne ich aber anders" war mein Gedanke. Meine alte FA hat IMMER den Ultraschall umsonst gemacht, immer den Abstrich und immer die Brustuntersuchung. Leider ist sie nun zu weit weg.

Jedenfalls hat er es dann auch noch geschafft, mir bei der Pille die gleichen Wirkstoffe unter einem anderen Namen zu verschreiben, obwohl ich ausdrücklich andere haben wollte und sogar eine Liste mit Pillen und Inhaltsstoffen dabei hatte. Nun, der Arzt hat mich als Patientin nicht mehr gesehen. Weiter geht die Suche nach einem vernünftigen FA.

o#lle Jtantxe


während in anderen bereichen der technisch-wissenschaftliche fortschritt zu immensen kostensenkungen geführt hat, muss man diese im gesundheitsmarkt mit der brechstange durchsetzen

Weil im Medizinbereich der Großteil der Kosten Personalkosten sind, nicht Maschinen, Lagerflächen, Transport...

Ö'ndu}rdíxs


@ olle tante:

Aber nen medizinisches Gerät (EKG Monitor, Röntgenapparat, ultraschall) kostet auch.

Nen Kernspinthomograf kann ja auch schonmal soviel kosten wie ein Einfamilienhaus...

WgoJlfiganxg


;-) (Vermutlich :-/ ) ist dein Einfamilienhäuschen billiger:

Also, ein MRT-Gerät bekommt man ab 750 000 Euro aufwärts. Ein intraoperativ anwendbares Gerät bekommt man für ca. 3 Mio Euro

Die apparative Ausstattung der Ärzte dürfte sehr stark variieren. Ein Dermatologe kommt mit viel weniger Aufwand aus als ein Radiologe. Allerdings unterscheiden sich auch die Pauschalbeträge der Krankenkassen entsprechend.

A{nnalenxa64


Hallo,

ich stelle immer wieder fest, dass es ein weit verbreiteter Irrtum ist, zu glauben, dass eine Leistung eines Arztes keine Kassenleistung ist (also ohne Versichertenkarte und ggfls. 10,- Praxisgebühr), nur weil kein Kassenrezept ausgestellt wird.

DEM IST NICHT SO!

Da werden zwei grundsätzliche Dinge verwechselt.

Eine ärztliche Leistung ist nur dann KEINE Kassenleistung wenn es sich um eine reine Vorsorgeleistung handelt.

Also ohne Beratung, Verordnung (ob Kassen – oder Privatrezept ist da egal) oder sonstiges (z.B. Überweisungsausstellung).

Es dürfte vom Kassenarzt auch kein grippaler Infekt oder XYZ behandelt werden, nur weil er kein Kassenrezept ausstellt.

Und – obwohl es bereits schon geschrieben wurde – Ärzte haben Kosten (Personal, Raumkosten, etc....) und müssen, wie die meisten anderen Menschen auch, Geld verdienen, um leben zu können.

Ich frage mich, ob gewisse Einstellungen auch andere Berufe betreffen.

(Der Anwalt/Architekt/Steuerberater......oder ....oder....oder...ist doch eh da, da kann er mir seine Unterschrift grad auch umsonst geben. Kostet ja nix ausser Tinte!)

Btw: die Ausgaben im qualitativ hochwertigen, sehr effizienten, deutschen Gesundheitswesen sind im internationalen Vergleich nicht hoch und in den letzten Jahren sogar eher rückläufig (=> bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt) – das Problem liegt vor allem auf der Einnahmenseite.

D.h. immer weniger zahlende Versicherte!

Schönen Gruß,

A.

F:ore4verG.Yourxs


die Ausgaben im qualitativ hochwertigen, sehr effizienten, deutschen Gesundheitswesen

Hast du dafür auch eine Quelle? Leben wir gesünder, oder länger als andere? Was macht unser Gesundheitssystem effizient? Was rechtfertigt über 200 Krankenkassen samt kompletten Verwaltungsapparat?

wWeltrxeise


Da ich selbst keine Gynäkologin bin, das entsprechende Fachwissen nicht besitze, noch die Patientin dahingehend regelmäßig untersuche, möchte ich, dass diese Verordnungen regelhaft von Gynäkologen getätigt werden!

Die Aussage kann ich durchaus nachvollziehen und muss vorab auch sagen, dass ich mir zu meinen Pillenzeiten die Pille immer vom Gyn geholt habe und gar nicht auf die Idee gekommen wäre sie von meinem (sowieso nicht existenten) Hausarzt zu holen. Der Gyn kennt die verschiedenen Pillen und deren Nebenwirkungen etc. einfach viel besser als ein Allgemeinmediziner.

Dennoch muss man sich doch kritisch fragen, welche Untersuchung der Gyn eigentlich wirklich mehr macht? Ein US wird mittlerweile nicht mehr von der Kasse bezahlt, d.h. außer einer Runde Abtasten passiert nix. Ich glaube nicht, dass man Probleme wirklich gut ertasten kann. Aber Daumen hoch für verantwortungsvolle Ärzte :)^ auch wenn ich mir vom einen oder anderen mehr Erklärung erwarten würde. Manchmal fühlt man sich den wenig begründeten Entscheidungen regelrecht ausgeliefert und bekommt das Gefühl das der Arzt einem nichts erklärt weil er denkt man würde es sowieso nicht verstehen. Das regt mich von Mal zu Mal mehr auf. Aber das ist jetzt abseits des Themas. ;-)

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