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Kosten Rezepte den Hausarzt Geld?

MeownixM


die Ausgaben im qualitativ hochwertigen, sehr effizienten, deutschen Gesundheitswesen

Die medizinisch relevanten Gesundheitsausgaben sind nicht hoch, das ist richtig-einen sehr hohen Anteil des Versicherungsbetrages "frisst" der Verwaltungsapparat der Krankenkassen.

nein, verhütung ist eine privatleistung.

Das Ausstellen eines Rezeptes wird meines Wissens über die Kassen vergütet-da ein ALG II Empfänger über das deutsche Sozialsystem getragen wird, bezahlt diese Kosten die Solidargemeinschaft (ich finde das auch in Ordnung).

17txo3


einen sehr hohen Anteil des Versicherungsbetrages "frisst" der Verwaltungsapparat der Krankenkassen.

Ein altes Vorurteil aus der Mottenkiste der FDP. Hast du Belege?

Die Verwaltungskosten der GKV liegen bei etwas über 5% (in den letzten 20 Jahren um ca. 0,2% gestiegen), die der PKV bei 15%! Allein das Vertriebsnetz der PKV ist immens teuer. Wenn Politiker die Verwaltungskosten der GKV als zu hoch empfinden: Warum wurden dann immer neue Bürokratie geschaffen, die die Kassen dann durch Fusionen und Personaleinsparungen wieder einsparen müssen? Übrigens: Auch Fusionen erhöhen kurzfristig die Verwaltungskosten, statt sie wie immer wieder von den Lobbyisten und FDP-Deppen behauptet zu senken.

M%oniM


Hast du denn Belege für deine Zahlen ;-) ?

Meine Infos sind tatsächlich etwas älter, ca 2004 und stammen aus einer Vorlesung zum Thema "Betriebswirtschaft in der Apotheke"-zu der ich auch nur noch meine Erinnerung habe.

t/uttFi_fxrutti


Eben! Soweit ich informiert bin ist die BRD das einzige EU mitgliedsland, indem man ein Rezept braucht um die Verhütungsmittel zu bekommen.

In Österreich braucht man ebenso ein Rezept... :=o

FLorekver.Yoxurs


Auch Fusionen erhöhen kurzfristig die Verwaltungskosten

Du sagst es schon selbst: kurzfristig. Langfristig sinken die Kosten aber. Ergo ist die einzige sinnvolle Entwicklung die Kassen zu 3 oder 4 zusammen zu streichen.

Berlin/Dortmund, 01.07.10. – Allein durch mehr Effizienz in der Verwaltung können gesetzliche Krankenkassen jährlich 1,4 Milliarden Euro einsparen. Das ergab eine im Auftrag der Direktkrankenversicherung BIG direkt gesund durchgeführte Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), die heute in Berlin vorgestellt wurde.

[[http://www.rwi-essen.de/presse/mitteilung/48/ Quelle]]

1,tox3


Ich habe zwar die Zahlen aus dem Gedächtnis genannt, aber es ist eine einfache Google-Suche, Belege zu finden.

Erste Anlaufstelle wie immer Wikipedia. Damit vermeidet man zumindest die extrem einseitigen Lobbyzahlen aus Apotheker-, Ärzte- oder PKV-Sicht: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Krankenversicherung#Verwaltungskosten]]

Der Anteil der Verwaltungsausgaben im Verhältnis zu den Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland stiegen von 1992 bis 2008 um 0,2 Prozent an. Von den Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung im Jahre 2008 über 151,5 Milliarden Euro entfallen 8,4 Milliarden Euro – also 5,3 Prozent – auf die Verwaltungskosten. Im Jahre 1992 waren es 98,7 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben und 5,2 Milliarden Euro Verwaltungskosten. Für die privaten Krankenkassen liegen die Verwaltungsleistungen 2008 bei 14,3 Prozent und lagen 1992 bei 15,6 Prozent. 2003 wurde gesetzlich festgelegt, dass sich die Verwaltungsausgaben der einzelnen Krankenkassen gegenüber dem Vergleichsjahr 2002 grundsätzlich nicht erhöhen dürfen.

Aber da wie üblich Wikipedia als unseriös gilt: Alle Zahlen dort sind mit Links belegt, aber man kann die Zahlen auch problemlos selbst finden, zB beim Spitzenverband der GKV:

[[http://www.google.de/url?sa=t&source=web&cd=2&ved=0CCwQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.gkv-spitzenverband.de%2Fupload%2FFaktenpapier_Verwaltungskosten_GKV_012010_11711.pdf&rct=j&q=Verwaltungskosten%20GKV&ei=6PhyTpivMszMtAa8h5GvCw&usg=AFQjCNHnBcNr3fZTp2RTvkId_5M5QmZLMg&cad=rja]]

Bleibt also die Frage, warum in der Öffentlichkeit ein so verzerrtes Bild von der effizienten PKV und dem Verwaltungsmonster GKV gezeichnet und permanent wiederholt wird? Wer profitiert von der Desinformation?

Was die Effekte von Fusionen angeht: Auch hier findet man leicht Quellen, weil die Studie des Bundesrechnungshofs nun wirklich durch alle Medien gegangen ist. Das Fusionen als Allheilmittel gelten, liegt wohl einfach am üblichen (und inzwischen durch Finanzkrisen widerlegtem) Wissen: Märkte sind effizient und große Einheiten effizienter als Kleine. Das ist so bekannt, dass man gar nicht erst überprüfen muss, ob es auch stimmt. ]:D

Wie gesagt: Die Wirklichkeit sieht auch hier anders aus. Übrigens ist es sogar schlimmer als ich oben sagte: Auch mittel- und langfristig bringen die Fusionen NICHTS!

[[http://tinyurl.com/3upgud6]]

Die Rechnungsprüfer erschüttern damit einen Grundsatz aus Zeiten der großen Koalition, wonach 30 bis 50 Kassen in Deutschland völlig ausreichen sollten. Eine Fusionswelle folgte. Die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen verringerte sich von 1367 im Jahre 1992 auf aktuell 148.

In dem Rechnungshofbericht heißt es, Fusionen bänden "erhebliche zeitliche und personelle Ressourcen", führten "zu keinen deutlichen Synergieeffekten" und seien "mit erheblichen, zum Teil dauerhaften zusätzlichen Aufwendungen verbunden". Dem stünden "nur geringe Einsparungen gegenüber".

Es gäbe übrigens einfache Alternative zu den Fusionen: Kooperationen! So könnten zB die Krankenkassen gemeinsam Arzneimittelpreise aushandeln. Was passierte daraufhin? Man verschärfte das Kartellrecht und verhinderte so Kostensenkung. [[http://www.aok-bv.de/presse/medienservice/thema/index_04588.html]] Für mich ein Beleg, welche Interessen unsere Bundesregierung wirklich verfolgt. An den GKV Versicherten hat sie jedenfalls kein Interesse. Kein Wunder, denn im Bundestag dürften 90% privat Versichert sein. So wie bei den Ärzten, Apothekern, Uniprofessoren usw.

1jtox3


Die von Forever.Yours genannte Studie ist übrigens KEIN Beleg für Kosteneinsparung, sondern behauptet lediglich, dass eine solche Kosteneinsparung möglich sei. Sie arbeitet also nicht mit Ist-Zahlen. Man betrachte übrigens den Auftraggeber der Studie.

_LParBvatxi_


Dass die Gyns ihren "Auftrag" nicht ernst nehmen, finde ich persönlich auch nicht gut. In meinen Augen ist die Pille ein massiver Eingriff in den Körper, die neben einem cancerogen Potential, eben auch zu Thrombosen führen kann. Deswegen finde ich einen regelmäßigen Check durchaus sinnvoll, egal was der Rest Europas macht.

Der regelmäßige Check sollte aber freiwillig sein und kein Zwang. Letztendlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Aber, wenn mir vorgeschrieben wird, wann und wie oft ich zum Arzt gehen soll, nur, damit ich regelmäßig mein Rezept erhalten, dann finde ich das nicht in Ordnung.

WNolfUgaxng


Aber, wenn mir vorgeschrieben wird, wann und wie oft ich zum Arzt gehen soll, nur, damit ich regelmäßig mein Rezept erhalten,

die BRD das einzige EU mitgliedsland, indem man ein Rezept braucht um die Verhütungsmittel zu bekommen.

Ihr wisst aber schon, dass es selbst in Deutschland rezeptfreie Verhütungsmittel gibt? :-/ :-

_BParvWatix_


Sicher, weiß ich das ;-) Ich verhüte auch nicht hormonell. Ich finde es trotzdem nicht in Ordung. Ich meine, ich bin ja auch chronisch krank und brauche regelmäßig Medikamente. Aber da werde ich auch nicht zu irgendwelchen Untersuchungen genötigt, nur, damit ich diese regelmäßig erhalte. Warum ist das nur bei der Pille so?

M$onixM


Der regelmäßige Check sollte aber freiwillig sein und kein Zwang.

Sehe ich nicht so, die Pille ist ein hochwirksames Medikament zur täglichen Einnahme mit teilweise starken Nebenwirkungen. Und genau so wie der Arztbesuch bei einem Blutdruckpatienten unter Dauermedikation Pflicht ist, sollte es auch bei der Pille sein. Bei beiden geht es letztendlich darum, regelmäßig nachzusehen, ob der Körper mit der Medikation nach wie vor zurecht kommt und gesund ist.

M/onixM


Aber da werde ich auch nicht zu irgendwelchen Untersuchungen genötigt, nur, damit ich diese regelmäßig erhalte.

Deine Rezepte erhältst du aber mit Sicherheit auch bei einem Arzt, oder? ;-)

_eParOvati_


Deine Rezepte erhältst du aber mit Sicherheit auch bei einem Arzt, oder?

Beim Arzt schon, aber ich sehe ihn nicht zwingend. Ich sage einfach der Arzthelferin was ich brauche und dann wird mir das Rezept ausgestellt. Oder, wenn die Arzthelferinnen keine Zeit haben, schreib ich die Medikamente, die ich brauche auf einen Zettel und stecke diesen in eine Sammelbox. 2-3 Tage später kann ich dann das Rezept abholen.

M-oni/M


Beim Arzt schon, aber ich sehe ihn nicht zwingend. Ich sage einfach der Arzthelferin was ich brauche und dann wird mir das Rezept ausgestellt. Oder, wenn die Arzthelferinnen keine Zeit haben, schreib ich die Medikamente, die ich brauche auf einen Zettel und stecke diesen in eine Sammelbox. 2-3 Tage später kann ich dann das Rezept abholen.

So läuft das mit der Pille ja auch häufig. Und je nachdem, welche chronische Krankheit du hast, finde ich das Vorgehen der Praxis auch nicht unbedingt mustergültig.

Ich stehe auch unter Dauermedikation und muss mind 1x jährlich zum Check Up, auch wenn sich bei mir gesundheitlich nichts getan hat. Ich finde daran ehrlich gesagt nichts Schlimmes, dementsprechend ist es für mich auch nicht nervend. Ich bin eher froh darüber zu wissen, dass alle Werte noch ok sind.

_XParvdatix_


So läuft das mit der Pille ja auch häufig. Und je nachdem, welche chronische Krankheit du hast, finde ich das Vorgehen der Praxis auch nicht unbedingt mustergültig.

Aber, was ist, wenn man auf die Medikamente angewiesen ist... Werden die dann einen nicht mehr verschrieben, wenn man nicht regelmäßig zum Arzt geht? Bei Medikamenten, die Suchtpotential haben, kann ich es ja verstehen. Aber sonst...

Ich stehe auch unter Dauermedikation und muss mind 1x jährlich zum Check Up

Wieso musst du? Was wäre, wenn du nicht hingegen würdest? Nur mal rein theoretisch.

auch wenn sich bei mir gesundheitlich nichts getan hat.

Ich gehe ehrlich gesagt nur zum Arzt, wenn ich ein Problem habe. Vorsorgeuntersuchungen beim Zahn- und Frauenarzt mal ausgenommen. Wobei bei letzteren war ich auch schon lange nicht mehr :=o

Ich denke, wenn man chronisch krank ist und dauernd Medikamente einnimmt, wird man schon merken, wenn etwas mal nicht stimmen sollte. Dann wird man, sofern man vernünftig ist, auch zum Arzt gehen. Daher halte ich Kontrolluntersuchungen nicht für zwingend notwendig.

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