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Erfahrungen Notaufnahme / Intensivstation Krankenhaus

angun ah hat die Diskussion gestartet


Mich würden Erfahrungen interessieren, die Ihr in der Notaufnahme, später Intensivstation eines Krankenhauses gemacht habt, bei der Begleitung eines schwer/lebensgefährlich verletzten Angehörigen.

Wie war die Information durch die Ärzte. Gab es Gespräche in ruhiger, ungestörter Atmosphäre, nach der Erstversorgung?

Oder auch später, mit und am Bett des Patienten?

Wie waren die Abläufe? Habt Ihr Euch angemessen (!) beteiligt, angenommen und aufgeklärt gefühlt?

Mir kam der Gedanke nur mal so im Vergleich zu den (angeblich authentischen) Szenen in den bekannten Krankenhausserien (ER, Grey's Anatomie, Dr. House)... Weil sooo ausführlich und "menschlich" habe ich es nicht erlebt :(v

Habt Ihr gute/bessere Beispiele/Erfahrungen?

Antworten
S`unfjlower_x73


Meine Mutter lag nach einer Darmkrebs-OP vorübergehend auf der Intensivstation (halt die erste Nacht). Es war eine große Uniklinik, die z.T. dafür bekannt ist, dass es da mal etwas chaotisch zugeht.

Ich bin dann – auf meine Bitte hin – vom operierenden Oberarzt DIREKT nach der OP noch aus dme OP-Trakt angerufen worden (hatte den Anruf verpasst und zurückgerufen, daher weiß ich, dass es eine Nummer aus dem OP war). Der erneute Anruf kam dann eine halbe Stunde später. Er hat sich im Telefonat wirklich Zeit genommen, den OP-Verlauf zu erklären und das aktuelle Befinden.

Als ich dann hinfuhr, erklärte mich ein Assistenzarzt alles nochmal. Zwar am Bett meiner Mutter und nicht in so völlig ungestörter Atmosphäre. Aber ich habe andere Ärzte erlebt, die dort Angehörige (wohl leider mit eher schlechten Nachrichten) wirklich in Ruhe zum Gespräch baten, eben auch nicht am Bett des Angehörigen.

die Aufklärung bleib bei mir auch weiterhin gut, wobei ich halt auch drauf geachtet habe, zu Zeiten in die Klinik zu fahren, wo die Ärzte Zeit haben (morgens, wenn operiert wird, war's einfach schwierig).

Was ich aber auch erlebt habe:

Gerade im Bereich der Notfallmedizin gibt es immer wieder Phasen, wo es extrem hektisch wird für die Ärzte – und wo Angehörige durchaus mal auf der Strecke bleiben. Da muss man einfach freundlich aber bestimmt einfordern, dass man Informationen erhält – während man signalisiert, dass man versteht, dass es JETZT vielleicht gerade nicht geht.

Sowas wie Dr. House ist TOTAL unrealistisch (4 Ärzte für 1 Patienten). Und was man auch bedenken muss: Das Krankenhaussystem in den USA ist eh anders. Z.T. mehr Service, aber es kostet halt auch mehr. Wenn man mal in einer amerikanischen Notaufnahme war (ich hatte mal das Vergnügen) erkennt man schnell, dass es da anders zugeht. Ich empfehle die Doku "Hopkins Hospital" auf ZDFneo...

Ich bin auch mal mit Verdacht auf Lungenembolie in der Notaufnahme gelandet, in Begleitung meiner Mutter. Die wurde über jeden Schritt (EKG... Ultraschall... Warten auf Blutwerte) auf dem Laufenden gehalten, während sie draußen saß. Mein Fahrt im Rettungswagen wg. Kreislaufzusammenbruch 24 Stunden nach ambulanter OP: Meine Mutter kam nach und war dann in de Notaufnahme bei allem dabei; es wurde alles vernünftig erklärt.

Schlechte Erfahrungen habe ich eher bei weniger akuten Kleinigkeiten wie Armbruch etc. Da habe ich schon öfter lange in der Notaufnahme gesessen (ist ja auch akzeptabel, wenn halt bedrohlichere Fälle reinkommen) – und wurde dann eher "abgefertigt" als freundlich behandelt. Hing aber auch immer stark von der Klinik ab – in einige würde ich mich nur noch einliefern lassen, wenn ich nicht mehr selber NEIN sagen kann.

R^a#tlosi23


Hallo agunah,

ich war zwar bisher zum Glück noch nie in der Intensivstation, kann aber von einer OP berichten..

Krankenhausserien und reale Krankenhäuser haben ungefähr 0 gemeinsam..

Ich habe weder Dr. McDreamy gesehen, noch wurde man nett und zuvorkommend behandelt, noch hatten alle Ärzte um mich herum ständig Sex miteinander (naja, das war ja ganz gut ;-D ).

Bei mir gab es während der OP Komplikationen, weshalb sie statt wie geplant 1,5-2 Stunden 4 Stunden gedauert hat. Meinen Angehörigen wurde natürlich GARNICHTS mitgeteilt, auch nach x-maligem Anfragen bei der Krankenschwester gab es keine Infos... nur durch Zufall lief der Chefarzt vorbei, den hat sich meine Mutter gekrallt und gezwungen nachzufragen was los ist ;-D

Gott sei dank bin ich jetzt zusatzversichert, da bemühen sich die Ärzte wenigstens ETWAS mehr, gibt immerhin ordentlich Kohle.... traurig aber so ist es eben!

Mir gegenüber am nettesten waren überigends die Assistenzärzte, da hat eine junge Ärztin vor der OP wenigstens einigermaßen freundlich mir die möglichen Risiken erklärt.. der Chef- und Oberarzt waren absoulte A* , arrogant ohne Ende, erklären konnten sie auch nichts, wirkten die ganze Zeit nur angeödet... absolut :(v

hTatstchipxu


Ich war bisher nur wegen meiner Kinder in der Notaufnahme, da ist ein noch recht junger Arzt am werk, der durch enorme Freundlichkeit, gutes Gefühl für Kinder und deren Ängste und Kompetenz auffällt. Andere hab ich dort noch nicht angetroffen. Aber sie waren immer sehr nett dort, die Wartezeiten fand ich beim letzten mal für einen 2 Jährigen aber zu lang! (ihn hat eine wahrscheinlich eine Mücke am Mund gestochen worauf die Lippen und Backen innen und außen angeschwollen sind und wir Angst hatten dass es sich weiter ausbreitet) Allerdings kenne ich die Gründe für die dauer auch nicht. Es denkt ja immer jeder er sei wichtiger als die anderen. Aber dass so ein kleines Kind keine Geduld hat bzw die Behandlung nicht leichter wird, wenn das Kind lange wartet und quengelig wird (war auch schon am Abend), sollte man vielleicht schon bedenken.

VIeve8x7


Bis jetzt habe ich nur eine gute Erfahrung in der Notaufnahme gemacht. Ich blutete im Juli wie frisch abgestochen aus dem Unterleib und mein Freund fuhr mich ins Krankenhaus, wo ich mich Lauf Pförtner auf die Gynäkologische Station begeben sollte. Gut, es war sonntags, da haben die meisten Ärzte frei. Ich traf dort auf dem Flur niemanden an! nur leere Gänge, keine offen stehenden Sprechzimmer, ich bekam schon Panik! Auf einmal lief ein Arzt Brötchen essend über den Flur und wollte in sein Büro, als er mich sah, hatte er schon den OP-Knopf gedrückt, weil meine Jeans durchgeblutet war. Er hat sich aber sofort um mich gekümmert, obwohl er keinen Dienst mehr hatte und es war wohl kein anderer da. Er selber hat mich auch sofort operiert. Danach haben mir die Schwestern im Einzelzimmer alles nochmal genau erklärt und sich liebevoll um mich gekümmert. Leider habe ich den Arzt nach der OP nicht mehr zu Gesicht bekommen, dafür aber eine Assitenzärztin, die auch bei dem Engriff dabei war.

a#gun!axh


Danke soweit für die Infos. Es wird sicher viele unterschiedliche Erfahrungen geben.

Ganz klar meine ich aber nicht, daß man Zeit von Ärzten erwarten darf, wenn totale Hektik herrscht. Klar geht da immer die Behandlung anderer Patienten vor. Da würde ich auch Stunden warten.

Aber innerhalb von 2-3 Tagen sollten schon mal mind. 5 - 10 Minuten drin sein....

RIl5mmp


Also im Nachhinein war ich bisher immer sehr zufrieden. Ärgernisse im Moment waren im nachhinein doch oft verständlich oder eigentlich eher Nichtigkeiten.

hTats1chipxu


Diese "Ärzte in Ausbildung" find ich persönlich sehr lustig. Bei der zweiten Schwangerschaft durfte so eine bestimmt 15 Minuten unter anweisung des Chefarztes in mir rumstochern, das war ein Spaß... gut, dass ich so geduldig bin. Nur dass diese arme, aufgregte Frau es als angehende Ärztin nicht schafte mir eine infusion zu legen, machte mir etwas sorgen. lernen die sowas nicht an der Uni? Aber ich hatte so viel Mitgefühl, sie war wirklich sehr aufgeregt. Die Ärzte in der Gyn. fand ich aber immer cool, die haben nur den Kopf geschüttelt als sie mein riesen Brocken von Soh n gesehen haben, dazu der Geburtsbericht der hebamme und dann meine Figur...die ungläubigen Blicke bringen mich heut noch zu lachen. Oder der Arzt der bei meiner ersten Entbindung da war. "Nein, noch nicht pressen, dauert noch, huch der Kopf ist ja schon da! :-o "Ach nee... Sind halt auch nur Menschen. Gott sei dank hing mein leben noch nicht von einem dieser Menschen ab ;-D

Ich denke da müsste sich erstmal einiges im gesamten system ändern was die Zeit für Patienten betrifft, aber man muss ja sparen wo es geht >:(

bNee/tlejYuicJe21


Nein hatschipu sowas lernt man auf den Stationen, eben in der Praxis, und mit Verlaub bei manchen Leuten nicht so einfach wie es aussieht ;-)

Und darum heißen die Häuser auch LEHRKrankenhäuser, man kann nicht erwarten, dass jemand von der Uni aus dann alles kann.. grins

hJatsc#hixpu


Ich fand das jetzt auch nicht schlimm...wie gesagt ich hatte echtes Mitgefühl, weil sie so aufgeregt war...so gehts mir ja auch in solchen Situationen... ;-D Dachte immer (sollte weniger Arztsendungen gucken) die üben erst an tOten und dann an sich gegenseitig in der Uni :=o

hpatsvchixpu


Also ich mein jetzt die Infusionen, nicht die gyn. Untersuchungen, da ginge wohl etwas zu weit :-D

R lmmxp


Die Gyn Untersuchungen sollte man da schon hinter sich haben, ich meine, so Doktorspielchen sind doch alle schon vorm Abitur erledigt ;-D

Aan~val


Dachte immer (sollte weniger Arztsendungen gucken) die üben erst an tOten und dann an sich gegenseitig in der Uni

Nein tun sie nicht.

An sich selbst und bei anderen wird das bei Medizinischen Ausbildungen bei der Bundeswehr und an machen Pflege Schulen gelernt aber nicht an der Uni.

An toten kannst du nicht lernen einen Zugang zu legen.

hpats}chip'u


Scrubs verarscht mich jeden Tag aufs neue ;-D

na gut, dann hab ich nächstes mal noch MEHR Verständnis, wenns ne halbe Stunde dauert einen Zugang zu legen und ich dananch grün und blau bin...oder ich machs einfach selber, denn ICH weiß wo es am besten klappt ;-D ;-D ;-D ;-D

b7eetTlejudicex21


also ich hab an mir selbst bzw im Kurs halt, ne Magensonde gelegt, Verbände gemacht, gegipst und s.c. Injektionen gemacht... aber auch alles auf freiwilliger Basis... gezwungen wird da niemand im gegenteil wir mussten die lehrer erst überreden dazu.

Blutabnehmen hab ich auf der Gyn gelernt, mit nem netten Oberarzt und zwei netten Patientinnen die ebenfalls Krankenschwester waren und wussten, dass man üben muss ;-)

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